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		<title><![CDATA[We Can Be Heroes - Superheroes, Unite]]></title>
		<link>https://wecanbeheroes.de/</link>
		<description><![CDATA[We Can Be Heroes - https://wecanbeheroes.de]]></description>
		<pubDate>Sun, 19 Apr 2026 08:31:26 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Ein außergewöhnliches Wochenende 1/?]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-179.html</link>
			<pubDate>Sat, 21 May 2022 11:01:37 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=4">Lossi Kal-El</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-179.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Diese Geschichte entstand bei einer Challenge in einem anderen Forum. Da hat man dann die Story geschrieben und der Person geschenkt die einem zugeteilt wurde. Ich hatte @tenten31  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" />  hehe was für eine schicksalhafte Fügung xD Daher wollte ich sie euch auch einmal zeigen. Viel Spaß damit!</span><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font">Ein außergewöhnliches Wochenende</span></span></div>
<br />
Keiner wusste so recht, wessen Idee es überhaupt war Campen zu gehen. Jedenfalls war es dieses Wochenende soweit und alles war vorbereitet. Alle Sachen die sie für's Wochenende brauchten standen fein säuberlich eingepackt in Taschen an den Wagen gelehnt. jeder wusste wer das so ordentlich gemacht hatte. Richtig! Wer denn sonst ausser Alfred Pennyworth. Offiziell nur der Butler von Bruce Wayne. In Wirklichkeit war er viel mehr als nur der Butler. Er war die Seele und das Herz von Wayne Manor. Wie ein Vater zog er Bruce auf als dessen Eltern ermordet wurden. Eigentlich war er wie ein Vater zu allen die hier im Haus lebten. In der Vergangenheit und in der Gegenwart.<br />
<br />
Daher könnte es auch er gewesen sein. So ein Wochenende einte die Familie. Vielleicht aber auch war es Dick Grayson der erste Robin. Ihm war es auch zuzutrauen. Er wollte immer, dass sich alle vertrugen und etwas gemeinsam unternahmen. Da würde so ein Wochenende richtig gut passen. So langsam kamen auch alle zusammen. Damian, Bruce leiblicher Sohn hatte sich anfangs verhemend dagegen gewehrt und sich geweigert. Jetzt stand er aber als erstes am Wohnwagen. Nichtmal Grayson, den der Junge über alles liebte und alle Besitzansprüche hegte die es nur geben konnte hatte es geschafft ihn zu überzeugen. Für Damian würde es zu langweilig werden. Deswegen hatte er sich geweigert. Seine Meinung änderte sich aber schlagartig als bekam gegeben wurde, dass die Kents auch mit zum Camping fahren würden. Hatte sich so ergeben als Clark, der Bruce bester Freund ist, der schon zur Familie gehörte, meinte es würde sicher Spaß machen und er würde, seinen Sohn Jonathan, der Damians bester Freund ist, mitschicken. Clark war es auch der Bruce überzeugte mitzugehen. Sollte schließlich ein Familienausflug werden. Da Familie nicht nur aus Blut bestand, was diese Familie durchaus bewies, war es keine ungewöhnlich Zusammenkunft. Bruce ließ sich dann aber erst überzeugen als Clark ihm versicherte sich um Gotham keine Sorgen machen zu müssen. Denn einige Helden der Justice League, würden sich schon drum kümmern. Aus diesem Grund konnte Jason sich auch nicht davor drücken mitzugehen. Es waren nur zwei Tage und sollte doch die Welt untergehen würden sie Dank Superspeed auch schnell wieder in Gotham sein. Da Jason eh schon immer ein Einzelgänger war, zumindest was Freunde betraf, brachte er Niemanden mit. Schade eigentlich.<br />
<br />
Bei Tim sah es schon anders aus, denn Conner Kent war sein bester Freund und auch Teil der Familie. Sie hätten auch mit einem Privatjet in die Berge fliegen können. Aber mal ehrlich? Wo wäre dann der ganze Spaß? So konnte man Camping mit einem Roadtrip kombinieren. Es war noch sehr früh. Alle Termine für dieses Wochenende inklusive Freitag wurden bei allen abgesagt, sodass sie mehr vom Tag hatte. Als endlich alle da waren und das Gepäck verstaut stiegen alle in den Wohnwagen. Es war ein großer Wohnwagen, schließlich mussten 9 Personen, zwei Hunde und einiges an Gepäck reinpacken. Mit der Kreditkarte von Bruce Wayne war dies aber keine allzu schwierige Sache.<br />
<br />
Sie fuhren noch vor Sonnenaufgang los. Alfred fuhr den Wagen und anfangs saß Dick neben ihm, damit sie sich auchmal abwechseln konnten. Bruce grübelte und hatte kein gutes Gefühl bei der Sache. Clark war wieder damit beschäftigt, seinen besten Freund davon anzubringen zu grübeln. Jason saß in der hintersten Ecke, bloß nicht kommunizieren. Lieber beschäftigte er sich mit Tidus und Krypto. Tim und Kon amüsierte sich dabei, Damian und Jon zu beobachten wie die sich leicht über ein Spiel aufregten was sie spielten. Jon gab dem Name des Spiels eine neue Bedeutung. Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist…. Eigentlich hätte der Junge jetzt etwas aussuchen müssen was gefunden werden konnte. Jon hingegen hatte etwas ausgesucht, was man nur mit Röntgenblick sehen konnte. Für ihn etwas ganz normales. Damian hingegen war nicht so begeistert davon und wollte dann nicht weiter spielen. Dick sah etwas rüber und musste grinsen. „Das Spielt heißt nur so, das bedeutet nicht, dass du dir etwas aussuchen sollst, was Damian unmöglich sehen kann. Er hat ausnahmsweise mal Recht, keine Superkräfte.“<br />
<br />
Plötzlich schmollten beide Jungs und alle, sogar Bruce fingen an zu lachen. Damian schmollte, weil Dick meinte er hatte ausnahmsweise mal Recht und Jon schmollte, weil er seine Superkräfte nicht nutzen durfte und Damian somit die Diskussion gewonnen. Kurz darauf lachten die beiden Jüngsten dann auch.<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Ende</span></span></div>
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vielleicht gibt es eine Fortsetzung, vielleicht aber auch nicht <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/biggrin.png" alt="Big Grin" title="Big Grin" class="smilie smilie_4" /></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Diese Geschichte entstand bei einer Challenge in einem anderen Forum. Da hat man dann die Story geschrieben und der Person geschenkt die einem zugeteilt wurde. Ich hatte @tenten31  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" />  hehe was für eine schicksalhafte Fügung xD Daher wollte ich sie euch auch einmal zeigen. Viel Spaß damit!</span><br />
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font">Ein außergewöhnliches Wochenende</span></span></div>
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Keiner wusste so recht, wessen Idee es überhaupt war Campen zu gehen. Jedenfalls war es dieses Wochenende soweit und alles war vorbereitet. Alle Sachen die sie für's Wochenende brauchten standen fein säuberlich eingepackt in Taschen an den Wagen gelehnt. jeder wusste wer das so ordentlich gemacht hatte. Richtig! Wer denn sonst ausser Alfred Pennyworth. Offiziell nur der Butler von Bruce Wayne. In Wirklichkeit war er viel mehr als nur der Butler. Er war die Seele und das Herz von Wayne Manor. Wie ein Vater zog er Bruce auf als dessen Eltern ermordet wurden. Eigentlich war er wie ein Vater zu allen die hier im Haus lebten. In der Vergangenheit und in der Gegenwart.<br />
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Daher könnte es auch er gewesen sein. So ein Wochenende einte die Familie. Vielleicht aber auch war es Dick Grayson der erste Robin. Ihm war es auch zuzutrauen. Er wollte immer, dass sich alle vertrugen und etwas gemeinsam unternahmen. Da würde so ein Wochenende richtig gut passen. So langsam kamen auch alle zusammen. Damian, Bruce leiblicher Sohn hatte sich anfangs verhemend dagegen gewehrt und sich geweigert. Jetzt stand er aber als erstes am Wohnwagen. Nichtmal Grayson, den der Junge über alles liebte und alle Besitzansprüche hegte die es nur geben konnte hatte es geschafft ihn zu überzeugen. Für Damian würde es zu langweilig werden. Deswegen hatte er sich geweigert. Seine Meinung änderte sich aber schlagartig als bekam gegeben wurde, dass die Kents auch mit zum Camping fahren würden. Hatte sich so ergeben als Clark, der Bruce bester Freund ist, der schon zur Familie gehörte, meinte es würde sicher Spaß machen und er würde, seinen Sohn Jonathan, der Damians bester Freund ist, mitschicken. Clark war es auch der Bruce überzeugte mitzugehen. Sollte schließlich ein Familienausflug werden. Da Familie nicht nur aus Blut bestand, was diese Familie durchaus bewies, war es keine ungewöhnlich Zusammenkunft. Bruce ließ sich dann aber erst überzeugen als Clark ihm versicherte sich um Gotham keine Sorgen machen zu müssen. Denn einige Helden der Justice League, würden sich schon drum kümmern. Aus diesem Grund konnte Jason sich auch nicht davor drücken mitzugehen. Es waren nur zwei Tage und sollte doch die Welt untergehen würden sie Dank Superspeed auch schnell wieder in Gotham sein. Da Jason eh schon immer ein Einzelgänger war, zumindest was Freunde betraf, brachte er Niemanden mit. Schade eigentlich.<br />
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Bei Tim sah es schon anders aus, denn Conner Kent war sein bester Freund und auch Teil der Familie. Sie hätten auch mit einem Privatjet in die Berge fliegen können. Aber mal ehrlich? Wo wäre dann der ganze Spaß? So konnte man Camping mit einem Roadtrip kombinieren. Es war noch sehr früh. Alle Termine für dieses Wochenende inklusive Freitag wurden bei allen abgesagt, sodass sie mehr vom Tag hatte. Als endlich alle da waren und das Gepäck verstaut stiegen alle in den Wohnwagen. Es war ein großer Wohnwagen, schließlich mussten 9 Personen, zwei Hunde und einiges an Gepäck reinpacken. Mit der Kreditkarte von Bruce Wayne war dies aber keine allzu schwierige Sache.<br />
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Sie fuhren noch vor Sonnenaufgang los. Alfred fuhr den Wagen und anfangs saß Dick neben ihm, damit sie sich auchmal abwechseln konnten. Bruce grübelte und hatte kein gutes Gefühl bei der Sache. Clark war wieder damit beschäftigt, seinen besten Freund davon anzubringen zu grübeln. Jason saß in der hintersten Ecke, bloß nicht kommunizieren. Lieber beschäftigte er sich mit Tidus und Krypto. Tim und Kon amüsierte sich dabei, Damian und Jon zu beobachten wie die sich leicht über ein Spiel aufregten was sie spielten. Jon gab dem Name des Spiels eine neue Bedeutung. Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist…. Eigentlich hätte der Junge jetzt etwas aussuchen müssen was gefunden werden konnte. Jon hingegen hatte etwas ausgesucht, was man nur mit Röntgenblick sehen konnte. Für ihn etwas ganz normales. Damian hingegen war nicht so begeistert davon und wollte dann nicht weiter spielen. Dick sah etwas rüber und musste grinsen. „Das Spielt heißt nur so, das bedeutet nicht, dass du dir etwas aussuchen sollst, was Damian unmöglich sehen kann. Er hat ausnahmsweise mal Recht, keine Superkräfte.“<br />
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Plötzlich schmollten beide Jungs und alle, sogar Bruce fingen an zu lachen. Damian schmollte, weil Dick meinte er hatte ausnahmsweise mal Recht und Jon schmollte, weil er seine Superkräfte nicht nutzen durfte und Damian somit die Diskussion gewonnen. Kurz darauf lachten die beiden Jüngsten dann auch.<br />
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Ende</span></span></div>
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<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vielleicht gibt es eine Fortsetzung, vielleicht aber auch nicht <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/biggrin.png" alt="Big Grin" title="Big Grin" class="smilie smilie_4" /></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Erben der Macht 2/?]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-178.html</link>
			<pubDate>Sat, 08 Jan 2022 16:07:41 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=16">Aghama</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-178.html</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fight, Defeat and Promises</span></span></span></span></span></span></span></div>
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<span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„Lexa. Ruf Steve Taylor an“, wies er die KI in seinem Smartphone an und wartete auf die Verbindung. „Sagen Sie den Termin heute Abend mit dem Bürgermeister und den Stadträten ab“, sagte er, als eine Stimme sich am anderen Ende gemeldet hatte „Rufen Sie danach den Mother-Care-Service an. Ich benötige Referenzen für neues Personal, spätestens nächste Woche. Die Profile sollen direkt zu mir geschickt werden. Der Architekt soll den Zeitplan ändern, der Umbau des Penthouses muss in 5 Wochen abgeschlossen sein. Dann legen Sie mir die Akten zu Browns auf den Tisch. Die vollständigen Akten und nicht nur die Hälfte und umsortiert, wie beim letzten Mal. Sagen Sie Simon aus der Finance, dass er mich beim Mittagessen trifft, ich will den Report des letzten Quartals der Holding und Dolores soll mir die Prüfberichte der Lex-Tech senden. Den Termin zur Besprechung legen Sie auf Mittwoch, am besten nachmittags. Die üblichen Statistiken schicken Sie mir auf mein Pad ich werde sie mir später ansehen.“</span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: 1pt;" class="mycode_size">Der Mann am anderen Ende der Leitung hatte keine Möglichkeit etwas zu sagen und Luthor hoffte, dass er diesmal alles notierte. Am wenigsten konnte er es leiden, wenn jemand seine Arbeit nicht zu hundert Prozent erledigte. Kurz überlegte er, ob er noch etwas hinzufügen musste, doch auf Anhieb fiel ihm nichts ein. „Was haben Sie für mich?“, fragte er also, um sich auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Aufmerksam hörte er zu, was sein Assistent ihm erzählte, dabei interessierte ihn vor allem, was zwischen den Zeilen gesagt wurde.</span></span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: 1pt;" class="mycode_size"> </span></span></span></span><br />
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<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Das Marketing hatte Probleme mit einigen Urheber-Rechten, der Monats-Abschluss der Lex-Labs lief gerade nicht rund und einer seiner führenden Labor Experten war in eine finanzielle Schieflage geraten und hatte sich, durch einen Seitensprung, in Schwierigkeiten gebracht. Aus Erfahrung wusste der Geschäftsmann, dass besonders, private Schwierigkeiten des Laborpersonals, schnell in geschäftliche Schwierigkeiten umschwenken konnten. Es kam nicht selten vor, dass besonders seine hochrangigen Wissenschaftler in Affären verstrickt wurden. Sei es geschäftliche Affären, oder wie in diesem Fall, private. Besonders wenn Frauen im Spiel waren, fühlten sich die Männer dazu hingerissen mit ihrem Aufgaben zu prahlen, um bei den Damen Eindruck zu schinden. Je älter, desto schlimmer. Waldemar Perczynski war bereits seit einigen Jahren in verschiedene Projekte federführend eingebunden Den geheimen und den weniger geheimen. Sollte er sich an irgendeiner Stelle jedoch nur vage verplappert haben, so hätte die gesamte Lex Corporation ein riesiges Problem. Es könnte sogar seine bevorstehende Präsidentschaftskandidatur in Gefahr bringen. So Weit würde es Lex es allerdings nicht kommen lassen. Ja, der Professor war ein Genie auf seinem Gebiet, aber niemand war unersetzbar.  Zudem war es nicht das erste Mal, dass er diesen Mann aus der Scheiße ziehen musste. In Gedanken seufzte er und überlegte bereits, welche Summe an Schweigegeld dieses Mal bereitgestellt werden musste, oder ob drastischere Maßnahmen zu ergreifen waren. </span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span></span></div>
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„Recherchieren Sie die genauen Projektdaten, den aktuellen Stand und die bis jetzt gesetzte Deadline des Projekts Rose. Zudem will ich die vollständige Aufstellung des Personals und sämtlicher Personen, die in diesen Bereichen ein- und ausgehen sind. Handwerker und Putzkolonne inklusive, damit meine ich, nicht nur die Stammbelegschaft, sondern auch das Aushilfspersonal. Die Unterlagen, der bis jetzt getätigten Ausgaben und der Budgetplanung benötige ich, wenn ich im Büro bin. Reden Sie mit Perczynski und fragen Sie Ihn wie es dazu kommen konnte, welcher Schaden bereits entstanden ist und wie wir ihm da heraushelfen können. Ich fahre nach dem Mittagessen in die Lex-Health-Labs und werde dann persönlich mit ihm reden, davon soll er allerdings nichts wissen. Bis dahin benötige ich die Unterlagen. Teilen Sie der Lab-Finance und dem Marketing mit, die sollen Ihre Probleme bis morgen früh geregelt bekommen, ich möchte mich nur ungern damit beschäftigen. Ich werde gegen halb eins im Büro sein, sehen Sie zu, dass sie, bis dahin, alles zusammen haben“, er beendete das Gespräch, ohne auf eine weitere Erwiderung zu warten, fluchte laut und schlug aufs Lenkrad. „Diese verdammten, schwanzgesteuerten, hirnverbrannten Weißkittel!“ Lex überlegte, ob er ein Kastrations-Projekt zur Unterdrückung der Hormone ins Leben rufen sollte, nicht dieses Zeug, dass er bereits auf den Markt gebracht hatte und ständig nach gespritzt und dosiert werden musste. Etwas dauerhaftes ohne nach dosieren, vielleicht nur 1- oder 2-mal gespritzt und dann mit dauerhafter Wirkung. Nicht für die breite Masse, nur für einen ausgewählten Personenkreis damit diese nicht das Ziel aus den Augen verlieren würden. Bei diesem Gedanken musste er grinsen, dann er schüttelte den Kopf.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Mittlerweile hatte er die Schnellstraße erreicht und drückte das Gaspedal durch. Dieser elendige Waldweg raubte ihm immer Zeit, aber noch war es ein Übel, dass er gerne in Kauf nahm. „Jetzt lass dir nicht die Laune versauen“, sagte er zu sich selbst und schaltete das Radio ein.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„doo doo doo. Baby Shark doo doo doo“, tönte es ihm plötzlich entgegen und er zuckte aufgrund der Lautstärke zusammen. Sofort dreht er die Musik etwas leiser. Ein breites, glückliches Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. Letzte Woche hatte er Lena mit auf eine Spritztour genommen und dieses Lied lief in Dauerschleife, während das kleine Mädchen fröhlich versuchte, mitzuträllern. Lex blickte auf den Beifahrersitz, auf dem normalerweise der Kindersitz installiert war, heute jedoch dem kleinen Picknick Korb gewichen war. „Vielleicht doch ein Kastrations-Projekt“, murmelte er als er an seine kleine Tochter dachte. Ja, sie war gerade erst 2, aber sie würde nicht ewig eine 2-Jährige bleiben. Oder vielleicht doch? Er wechselte auf den Radio-Kanal. Nein, definitiv nicht ewig 2, denn das würde bedeuten, dass diese Kinderlieder niemals ein Ende nehmen würden. Zwar mochte er die Phase in der sich die kleine Luthor befand, aber dennoch war es anstrengend dasselbe Lied mehrere Stunden am Stück zu hören. Besonders, wenn er in Meetings saß und diesen Ohrwurm kaum losbekam. Zum Glück konnte niemand in seinem Umfeld Gedanken lesen. Lächelnd setzte er seinen Weg Richtung Metropolis fort, nichts sollte seine Stimmung trüben, denn heute war ein besonderer Tag.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Je näher er Metropolis kam, desto voller wurden die Straßen und bereits auf dem Zubringer konnte er den Lex-Tower sehen. Es war das höchste Gebäude in dieser Stadt, seiner Stadt. Das gläserne Gebäude reflektierte das Licht der Sonne und schimmerte golden. Er genoss den Anblick. Dies waren sein Werk, sein Monument, sein Vermächtnis und sein Versprechen. Irgendwann würde Lena verstehen was dieses Gebäude ihm bedeutete. Er würde sie herumführen und seine Geheimnisse mit ihr teilen. Ihr würde er die Geheimnisse dieses Gebäudes verraten. Jeden Winkel mit ihr abgehen, ihr die Wände zeigen, die keine waren, Aufzüge, die augenscheinlich ins Leere führten und die tief unter der Erde liegenden Räume, von denen niemand etwas ahnte. Nur eine Handvoll, ausgesuchter Personen wusste von diesen geheimen Laboren und den Experimenten, die dort stattfanden. Niemals durfte es passieren, dass nur der Hauch einer Idee dieser verborgenen Labore an die Öffentlichkeit drang. Dafür hatte er Vorkehrungen getroffen. Auch das würde er Lena zeigen, wenn sie einmal so weit war, dass sie in seine Fußstapfen treten konnte. Bis es so weit war, sollte sie eine glückliche, unbeschwerte Kindheit haben. Dafür tat er alles. Er würde sie erst dann damit belasten, wenn sie bereit dazu war. Wenn sie verstand, was er dort tat und vor allem, warum er es tat. Lex blickte über die Skyline von Metropolis. Sein Werk. Diese Stadt hatte er im Laufe der Jahre nach seinen Vorstellungen erbaut. Wäre er damals nicht gekommen, dann wäre Metropolis ebenso herunter gekommen wie nun Gotham. Mit seiner LexCorp brachte er den Wohlstand, er holte die Leute von den Straßen und gab ihnen die Möglichkeit in seinen verschiedenen Firmen zu arbeiten. Er baute Fabriken, Labore, Krankenhäuser, soziale Einrichtungen. Alles damit die Menschen, die hier lebten, wirklich gut leben konnten. Die Infrastruktur wurde erneuert und modernisiert. Sein Ziel war noch lange nicht erreicht, alles umzusetzen würde noch Jahre dauern, aber es war ein Ziel, dass er erreichen konnte und wollte.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Die große Kugel des Daily Planet schob sich in seinen Blick. Der Planet, eines der wenigen Gebäude, die sich nicht in seinem Besitz befanden. Jetzt nicht mehr. Vor einigen Jahren hatte er den Daily Planet gekauft, um mehr Einfluss auf die Berichterstattung nehmen zu können. Immer wieder war es den Reportern gelungen einige seiner Projekte aufzudecken und das hatte ihn einiges an Kosten, Mühen, Anwälten und vor allem Nerven gekostet. Nach der Übernahme wurde es ruhiger und entspannter, alles lief so, wie er es sich wünschte. Hauptsächlich lag es daran, dass er personelle Änderungen innerhalb der Redaktion vornehmen ließ. So hatte er keine Skrupel Lois Lane und James Olsen die Kündigung zu übergeben. Selbst ein Perry White konnte da nichts gegen ausrichten. Es war immer gut ein Druckmittel in der Hand zu haben. Und zumindest in Whites Fall besaß er mehrere. Kleine Geheimnisse, süße Geheimnisse die Perry jeden einzelnen Tag einen Stich versetzten und ihn immer daran erinnerten, wer dass sagen hatten. Es wurde also ruhiger in den Schlagzeilen des Planets. Keine Enthüllungen seiner eigenen Firmen, dafür anonyme Tipps, die der Konkurrenz das Fürchten lehrte und dadurch eine Gewinnmaximierung für ihn. Win Win.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Es war perfekt, bis vor einigen Monaten.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Ein unbeschrifteter Briefumschlag lag auf seinem Schreibtisch. Weiß und unschuldig. Harmlos. Der Inhalt jedoch war brisant und ließ kalte Schauer über seinen Rücken jagen. Lex erinnerte sich daran, wie er sich setzen musste und die losen Blätter, die in dem Umschlag waren, wieder und wieder ansehen musste. Der Entwurf eines Zeitungsartikels, Fotos. Material, dass, sollte es zur Veröffentlichung kommen die Welt aus den Fugen geraten musste. Seine Welt. Er las den Artikel wieder und wieder. Nahm die Fotos in die Hand. Legte sie auf die Seite nur um sie sofort erneut wieder anzusehen. Nein. Das konnte er nicht zu lassen um keinen Preis der Welt. Egal was der Preis war, er wäre bereit ihn zu zahlen. Niemals würde er zu lassen, dass seine Tochter den Blicken der Öffentlichkeit preisgegeben würde. Erneut nahm er eines der Fotos zur Hand. Ein kleines, braunhaariges Mädchen, in einem schicken Kleid, die Haare durch das Spielen und Toben etwas zerzaust. Umringt von ihren Stofftieren schaute sie glücklich zu dem Mann auf, der neben ihr saß.  Sehr genau erinnerte er sich an den Tag:</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
<br />
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Es war Lenas 2. Geburtstag. Diesen Tag hatte er sich frei genommen. Die Nanny hatte eine Tasche zusammen gepackt mit allen Notwendigkeiten und etwas Proviant. Mit den ersten Sonnenstrahlen brachen sie auf. Nur sie beide, keine Nanny, keine Assistenten, keine Anrufe kein Business. Ihre erste Station führte sie an seinen privaten Strand. Lena liebte das Wasser, sie quietschte vergnügt, wenn eine Welle ihre kleinen Beine traf und sie kitzelte. Auch liebte sie es Löcher in den Sand zu buddeln, um die Grube dann mit Wasser zu befüllen. Fasziniert beobachtet sie den feinen Schaum, der sich an der Oberfläche bildete und versuchte ihn mit ihren Fingern zu fassen. Das Mittagessen nahmen sie in Ihrem Strandhaus ein. Nach dem Mittagsschlaf fuhren sie zu dem eigens für Lena gebauten Freizeitpark. Der Park hatte eine riesige Fläche, war allerdings noch sehr spärlich bebaut. Es war ein mitwachsender Park, ein riesiger Spielplatz, ein kleines Kettenkarussell und ein Karussell mit lustigen bunten Tieren. Die Planung stand bereits für die nächsten 10 Jahre. Wahrscheinlich würde er den Park für Besucher freigeben, in ein paar Jahren, wenn die noch brachliegende Fläche ebenfalls bebaut war. Als die Sonne langsam unterging fuhren sie wieder zurück zum Anwesen. Lena war müde und quengelte etwas herum. Damit sie abgelenkt wurde, suchte er den Sender mit Kinderliedern heraus und die teils sehr fragwürdigen und unsinnigen Texte mitzusingen. Mehr falsch als richtig, aber die Ablenkung funktionierte. Nicht lange und die kleine piepsige Stimme des Kindes verstummte. Sie war eingeschlafen. Lex drehte die Musik etwas leiser und blickte immer wieder abwechselnd von der Straße auf das Gesicht des friedlich, schlafenden Kindes. Niemals würde er zu lassen, dass ihr irgendetwas passierte.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Dann blickte er auf die Schlagzeile die fett gedruckt über dem Artikel zu lesen war: ERBIN DER MACHT!</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Dann las er weiter. Der Artikel beinhaltete im Großen und Ganzen die Statements, die seine Presseabteilung nach der Geburt seiner Tochter veröffentlicht hatte. Das Statement hatte er seinerzeit selbst verfasst, daher war er mit dem Inhalt mehr als vertraut. Komplikationen, die nach der Geburt dazu führten, dass seine Frau für einige Zeit in ein Koma fiel und sie zu einem Pflegefall machten. Ihr tragischer Tod bei einem Großbrand in dem Pflegeheim, in dem sie untergebracht wurde. Sein Rückzug aus der Öffentlichkeit, um die Trauer und die neue Lebenssituation zu verarbeiten und das ganze übliche Geschwätz. Eine weitere Schätzung wie hoch sein Kontostand zurzeit wäre und dann Spekulationen darüber, ob das Kind das Firmenimperium übernehmen wird. Doch als er weiter las wurde er stutzig. Weitere Zeilen behandelten Lenas Charakter, wie impulsiv, aufgeweckt und fröhlich sie war. Das sie versuchte Käfer mit ins Haus zu nehmen, um sie vor Regen und Sturm zu beschützen. Ihre Vorliebe für Delfine. Welche Geschichte ihr zurzeit am besten gefiel. Dies war Insiderwissen und niemand von außen hatte auch nur den Hauch einer Ahnung von den Vorlieben seines Kindes. Die Ausführungen waren sehr detailliert und er musste davon ausgehen, dass die Person, die diesen Artikel verfasst hatte, sich einen persönlichen Eindruck verschafft hatte.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Nachdenklich betrachtete er das zweite Foto, das dem Umschlag beilag: Eine Porträtaufnahme von Lena, wie sie fröhlich in die Kamera lachte. Dieses Foto wurde jedoch nicht, wie das andere in der Öffentlichkeit aufgenommen. Es stammte direkt aus Lenas Kinderzimmer.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„STEVE“, brüllte er. Sein Assistent saß in der Regel nur einen Raum weiter damit er schnell zur Stelle sein konnte, sollte er ihn benötigen. Wütend stopfte er die Papiere wieder in den Umschlag, als sich die Tür öffnete und sein Assistent eintrat. Lex funkelte den Mann wütend an. „Schaffen Sie mir sofort diese schnüffelnde Schlampe Lane her“, befahl er dem jungen Mann. „Zudem benötige ich die Verbindungsdaten, Kontobewegungen und Zugangszeiten der Angestellten des Landsitzes. Besonders die des Kindermädchens. Die Aufzeichnungen der Überwachungskameras für den Innen- und Außenbereichs der letzten 6 Monate besorgen sie mir ebenfalls. “, führte er weiter aus. Vereinbaren Sie einen Termin mit dem Architekten. Den Leiter der Lex-Security will ich heute noch sprechen.“</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Sein Assistent machte hastige Notizen. Lex schloss für einen kurzen Moment die Augen.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„Lassen Sie sich von Lane nicht abwimmeln, sie soll ihren Arsch hier her bewegen, zur Not schleifen Sie sie her. Jedes Mittel ist mir recht. Nur sehen Sie zu, dass es schnell passiert.“ Seine Stimme wurde wieder ruhiger und er blickte den Mann, der vor ihm stand, an und immer noch auf seinen Notizblock schrieb. „Wird´s bald“, herrschte er ihn an und sah zu wie sein Assistent hastig den Raum wieder verließ. Erneut nahm er den Umschlag und holte die Fotos raus. Nun musste er warten, es fiel ihm schwer. Wie ein Tiger im Käfig lief er in seinem Büro auf- und ab. Er grübelte, wie er sein Sicherheitsleck schnell und effektiv schließen konnte. Zuerst war es logisch, dass die undichte Stelle beseitigt werden musste und das sehr schnell.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit rief seine Sekretärin an, um ihm mitzuteilen, dass Lois Lane eingetroffen war. Sollte er sie warten lassen? Nein, dafür war die Angelegenheit zu wichtig.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Da stand sie vor ihm. Arrogant und kampfeslustig. Ja, so kannte er sie, so mochte er sie. Jedenfalls war es früher einmal so gewesen.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„Lois. Schön, dass Du die Zeit gefunden hast her zu kommen“, mit einem freundlichen Lächeln deutete er auf den Stuhl, der vor seinem Schreibtisch stand. Sie setzte sich, lies ihn jedoch nicht aus den Augen. Ihr war klar, dass sie nicht nur auf einen Kaffee hier war, um über alte Zeiten zu plaudern. „Lex, was soll das? Ich habe zu tun. Also mach es kurz“, erwiderte sie Feindselig und reckte ihr Kinn leicht nach oben. Sie war bereit sich zu verteidigen.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font">Er setzte sich auf die Kante des Schreibtisches und blickte zu ihr herunter. „Ich denke nicht, dass Du in naher Zukunft noch viel zu tun haben wirst“, seine Stimme war sanft, fast schmeichelnd. Der Briefumschlag mit ihrem Artikel und die Fotos landete in ihrem Schoß. Lex stand auf, ging um den Schreibtisch herum und setzte sich seinen großen Stuhl. „Erklär mir das“, forderte er, sein Blick wurde kalt und unbarmherzig. Lois holte die Papiere aus dem Umschlag und sah sie kurz an, dann warf sie den kleinen Stapel wieder zurück auf den Schreibtisch. „Es liegt im öffentlichen Interesse. Gerüchte machen die Runde“, antwortete sie lapidar und zuckte mit den Schultern. In Lex zuckte ebenso etwas und nur mühsam schaffte er es sich zu beherrschen und sie nicht eigenhändig zu erwürgen. „Der Klimawandel ist öffentliches Interesse, die Stromversorgung liegt im öffentlichen Interesse. NICHT meine Tochter“, für ihn war es vorbei mit den Nettigkeiten. Sie hatte den Bogen eindeutig überspannt. „Lex..“, setzte sie an, doch er unterbrach sie sofort: „Der Artikel wird nicht gedruckt. Du wirst meine Tochter nicht zur Zielscheibe machen. Ich will nicht, dass irgendwelche Reporter auf die Idee kommen sie für ihre Sensationsgier zu missbrauchen.“ Sein Blick machte deutlich, dass es an diesem Entschluss nichts zu rütteln gab. „Weißt Du“, Lois Stimme klang gespielt unschuldig, Lex ahnte, dass jetzt die Hiobsbotschaft kam. „die Bilder wurden bereits an unabhängige Verleger verkauft“, sie sah auf ihre Fingernägel und blickte dann triumphierend zu ihm auf. „DU HAST WAS?“ Luthor platzte der Kragen, er sprang auf und beugte sich weiter über den Schreibtisch. „WIE KANNST DU ES WAGEN. DU BRICHST IN PRIVATES EIGENTUM EIN! VERLETZT PERSÖNLICHKEITSRECHTE und VERKAUFST DIE AUFNAHMEN MEINER TOCHTER AN IRGENDWELCHE SCHMIERBLÄTTER?!“ Er holte tief Luft. „Du bist zu weit gegangen Lois“ fügte er ruhiger hinzu und sah sie an. Lois lächelte unschuldig. „Du weißt, die Zeiten sind hart. Jeder will ein Stück vom Kuchen“, sie stand auf. „Wenn sonst nichts mehr ist“, mit wippenden Gang schlenderte sie zur Tür. Lois Lane wusste, dass sie gewonnen hatte. Lex ließ sich in seinen Stuhl fallen: „Was willst Du?“ Lois blieb mit dem Gesicht zur Tür stehen, sie grinste. „Wie bitte?“ Langsam drehte sie sich um. „Sag mir was Du willst“ er blickte geradewegs an. Keine Spur mehr von Feindlichkeit oder Arroganz. „Lois. Bitte“. Wann hatte er das letzte Mal um etwas gebeten? Er wusste es nicht mehr, doch sie hatte es geschafft. „Ich will das der Planet wieder unabhängig ist.“ Sie setzte sich wieder in den Stuhl vor dem Schreibtisch. „Damit meine ich komplett frei.“ Sie sah ihn heraus fordernd an, schätzte ab, ob sie wirklich am Ziel war. Sein Gesicht drückte verschiedene Emotionen aus. Fassungslosigkeit, Wut, Verzweiflung und Angst? Wann hatte sie jemals Angst in den Augen von Lex Luthor gesehen. Lex räusperte sich und lehnte sich in den Sessel zurück. „Ich gehe davon aus, dass Du bereits Kontakt mit potenziellen Käufern aufgenommen hast“, er sah sie an sie nickte, stand auf und holte einen großen Umschlag aus ihrer Tasche, den sie vor ihn hinlegte. „Es wurde bereits alles vorbereitet.“ Der Umschlag enthielt bereits sämtliche Unterlagen, die benötigt wurden, um den Daily Planet seiner Herrschaft zu entziehen. Sie waren vollständig. Ein Blick auf den Kaufvertrag war ein Schlag ins Gesicht, unter anderen Umständen, hätte er diesen Fetzen Papier sofort zerrissen. Doch die Umstände waren keine gewöhnlichen. Er nahm seinen Stift und unterzeichnete die Seiten, um den Deal rechtswirksam zu machen. „Sollte eines dieser Fotos oder irgendein anderes Foto meiner Tochter jemals veröffentlicht werden, wird Dein Leben und dass der Menschen, die Du liebst zur Hölle und nicht einmal dein heißgeliebter Superman wird Dich da raus holen können“, es war ein Versprechen keine Drohung und Lois wusste das er es ernst meinte. Auch wurde ihr damit klar, dass er die Verantwortung von zukünftigen Veröffentlichungsversuchen seines Erben in ihre Hände legte. Lex stand auf: „Lois, Du weißt ich habe Dich und Deine Arbeit immer respektiert. Selbst Deinen, sehr fragwürdigen Geschmack was deine Partner betrifft habe ich toleriert. Und hättest Du mich gefragt, ich hätte dir und Clark, geholfen die Familie zu gründen, die Ihr Euch gewünscht habt. Ab jetzt bist Du nicht mehr und nicht weniger als irgendein anderer dieser Aasgeier da Draußen. Sollte ich herausbekommen, dass Du mit irgendeinem meiner Angestellten versuchst ein Pläuschchen zu halten, egal welches Thema es betrifft, dann sei Dir ebenso sicher, dass Du damit ein Leben zerstören wirst. Es wird keine Tipps mehr geben, keine Gefälligkeiten und ich werde nicht mehr wegsehen“, er hob den Arm und deutete auf die Tür. „Wenn Du mich jetzt entschuldigst, ich habe noch zu tun“, demonstrativ drehte er sich um und blickte zum Fenster raus. Das Klicken der sich schließenden Tür verriet ihm, dass Lois gegangen war. Er verbarg sein Gesicht in den Händen und dachte über Lenas Zukunft nach. </span></span></span></span></span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font">Im Laufe des Tages besprach er mit dem Architekten die Umbaumaßnahmen des Penthouses.  Danach traf er sich mit dem Leiter seiner Security Abteilung, um über geeignete Maßnahmen für die Erhöhung der Sicherheit des Landhauses zu erhöhen. Die Unterlagen des Personals und die Sichtung der Aufnahmen bestätigten seinen Verdacht. </span></span></span></span></span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Noch am selben Abend erreichte ihn der Anruf der Mother-Care Agentur, dass Lenas Nanny bei einem Autounfall tödlich verunglückt war, sie jedoch sofort für Ersatz sorgen würden. Fast hätte es ihm leid getan, er bedankte sich für die Information und bat um die Kontaktdaten der Familie. Zumindest seine Kondolenz wollte er ausdrücken und die anfallenden Kosten der Beerdigung übernehmen.</span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span></span></div>
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<span style="font-size: 1pt;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font">Ein Hupen riss ihn aus seinen Gedanken. Der Zubringer war überfüllt und wie es für Metropolis um diese Uhrzeit üblich war stand er im Stau</span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fight, Defeat and Promises</span></span></span></span></span></span></span></div>
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<span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„Lexa. Ruf Steve Taylor an“, wies er die KI in seinem Smartphone an und wartete auf die Verbindung. „Sagen Sie den Termin heute Abend mit dem Bürgermeister und den Stadträten ab“, sagte er, als eine Stimme sich am anderen Ende gemeldet hatte „Rufen Sie danach den Mother-Care-Service an. Ich benötige Referenzen für neues Personal, spätestens nächste Woche. Die Profile sollen direkt zu mir geschickt werden. Der Architekt soll den Zeitplan ändern, der Umbau des Penthouses muss in 5 Wochen abgeschlossen sein. Dann legen Sie mir die Akten zu Browns auf den Tisch. Die vollständigen Akten und nicht nur die Hälfte und umsortiert, wie beim letzten Mal. Sagen Sie Simon aus der Finance, dass er mich beim Mittagessen trifft, ich will den Report des letzten Quartals der Holding und Dolores soll mir die Prüfberichte der Lex-Tech senden. Den Termin zur Besprechung legen Sie auf Mittwoch, am besten nachmittags. Die üblichen Statistiken schicken Sie mir auf mein Pad ich werde sie mir später ansehen.“</span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: 1pt;" class="mycode_size">Der Mann am anderen Ende der Leitung hatte keine Möglichkeit etwas zu sagen und Luthor hoffte, dass er diesmal alles notierte. Am wenigsten konnte er es leiden, wenn jemand seine Arbeit nicht zu hundert Prozent erledigte. Kurz überlegte er, ob er noch etwas hinzufügen musste, doch auf Anhieb fiel ihm nichts ein. „Was haben Sie für mich?“, fragte er also, um sich auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Aufmerksam hörte er zu, was sein Assistent ihm erzählte, dabei interessierte ihn vor allem, was zwischen den Zeilen gesagt wurde.</span></span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: 1pt;" class="mycode_size"> </span></span></span></span><br />
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<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Das Marketing hatte Probleme mit einigen Urheber-Rechten, der Monats-Abschluss der Lex-Labs lief gerade nicht rund und einer seiner führenden Labor Experten war in eine finanzielle Schieflage geraten und hatte sich, durch einen Seitensprung, in Schwierigkeiten gebracht. Aus Erfahrung wusste der Geschäftsmann, dass besonders, private Schwierigkeiten des Laborpersonals, schnell in geschäftliche Schwierigkeiten umschwenken konnten. Es kam nicht selten vor, dass besonders seine hochrangigen Wissenschaftler in Affären verstrickt wurden. Sei es geschäftliche Affären, oder wie in diesem Fall, private. Besonders wenn Frauen im Spiel waren, fühlten sich die Männer dazu hingerissen mit ihrem Aufgaben zu prahlen, um bei den Damen Eindruck zu schinden. Je älter, desto schlimmer. Waldemar Perczynski war bereits seit einigen Jahren in verschiedene Projekte federführend eingebunden Den geheimen und den weniger geheimen. Sollte er sich an irgendeiner Stelle jedoch nur vage verplappert haben, so hätte die gesamte Lex Corporation ein riesiges Problem. Es könnte sogar seine bevorstehende Präsidentschaftskandidatur in Gefahr bringen. So Weit würde es Lex es allerdings nicht kommen lassen. Ja, der Professor war ein Genie auf seinem Gebiet, aber niemand war unersetzbar.  Zudem war es nicht das erste Mal, dass er diesen Mann aus der Scheiße ziehen musste. In Gedanken seufzte er und überlegte bereits, welche Summe an Schweigegeld dieses Mal bereitgestellt werden musste, oder ob drastischere Maßnahmen zu ergreifen waren. </span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span></span></div>
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„Recherchieren Sie die genauen Projektdaten, den aktuellen Stand und die bis jetzt gesetzte Deadline des Projekts Rose. Zudem will ich die vollständige Aufstellung des Personals und sämtlicher Personen, die in diesen Bereichen ein- und ausgehen sind. Handwerker und Putzkolonne inklusive, damit meine ich, nicht nur die Stammbelegschaft, sondern auch das Aushilfspersonal. Die Unterlagen, der bis jetzt getätigten Ausgaben und der Budgetplanung benötige ich, wenn ich im Büro bin. Reden Sie mit Perczynski und fragen Sie Ihn wie es dazu kommen konnte, welcher Schaden bereits entstanden ist und wie wir ihm da heraushelfen können. Ich fahre nach dem Mittagessen in die Lex-Health-Labs und werde dann persönlich mit ihm reden, davon soll er allerdings nichts wissen. Bis dahin benötige ich die Unterlagen. Teilen Sie der Lab-Finance und dem Marketing mit, die sollen Ihre Probleme bis morgen früh geregelt bekommen, ich möchte mich nur ungern damit beschäftigen. Ich werde gegen halb eins im Büro sein, sehen Sie zu, dass sie, bis dahin, alles zusammen haben“, er beendete das Gespräch, ohne auf eine weitere Erwiderung zu warten, fluchte laut und schlug aufs Lenkrad. „Diese verdammten, schwanzgesteuerten, hirnverbrannten Weißkittel!“ Lex überlegte, ob er ein Kastrations-Projekt zur Unterdrückung der Hormone ins Leben rufen sollte, nicht dieses Zeug, dass er bereits auf den Markt gebracht hatte und ständig nach gespritzt und dosiert werden musste. Etwas dauerhaftes ohne nach dosieren, vielleicht nur 1- oder 2-mal gespritzt und dann mit dauerhafter Wirkung. Nicht für die breite Masse, nur für einen ausgewählten Personenkreis damit diese nicht das Ziel aus den Augen verlieren würden. Bei diesem Gedanken musste er grinsen, dann er schüttelte den Kopf.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Mittlerweile hatte er die Schnellstraße erreicht und drückte das Gaspedal durch. Dieser elendige Waldweg raubte ihm immer Zeit, aber noch war es ein Übel, dass er gerne in Kauf nahm. „Jetzt lass dir nicht die Laune versauen“, sagte er zu sich selbst und schaltete das Radio ein.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„doo doo doo. Baby Shark doo doo doo“, tönte es ihm plötzlich entgegen und er zuckte aufgrund der Lautstärke zusammen. Sofort dreht er die Musik etwas leiser. Ein breites, glückliches Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit. Letzte Woche hatte er Lena mit auf eine Spritztour genommen und dieses Lied lief in Dauerschleife, während das kleine Mädchen fröhlich versuchte, mitzuträllern. Lex blickte auf den Beifahrersitz, auf dem normalerweise der Kindersitz installiert war, heute jedoch dem kleinen Picknick Korb gewichen war. „Vielleicht doch ein Kastrations-Projekt“, murmelte er als er an seine kleine Tochter dachte. Ja, sie war gerade erst 2, aber sie würde nicht ewig eine 2-Jährige bleiben. Oder vielleicht doch? Er wechselte auf den Radio-Kanal. Nein, definitiv nicht ewig 2, denn das würde bedeuten, dass diese Kinderlieder niemals ein Ende nehmen würden. Zwar mochte er die Phase in der sich die kleine Luthor befand, aber dennoch war es anstrengend dasselbe Lied mehrere Stunden am Stück zu hören. Besonders, wenn er in Meetings saß und diesen Ohrwurm kaum losbekam. Zum Glück konnte niemand in seinem Umfeld Gedanken lesen. Lächelnd setzte er seinen Weg Richtung Metropolis fort, nichts sollte seine Stimmung trüben, denn heute war ein besonderer Tag.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Je näher er Metropolis kam, desto voller wurden die Straßen und bereits auf dem Zubringer konnte er den Lex-Tower sehen. Es war das höchste Gebäude in dieser Stadt, seiner Stadt. Das gläserne Gebäude reflektierte das Licht der Sonne und schimmerte golden. Er genoss den Anblick. Dies waren sein Werk, sein Monument, sein Vermächtnis und sein Versprechen. Irgendwann würde Lena verstehen was dieses Gebäude ihm bedeutete. Er würde sie herumführen und seine Geheimnisse mit ihr teilen. Ihr würde er die Geheimnisse dieses Gebäudes verraten. Jeden Winkel mit ihr abgehen, ihr die Wände zeigen, die keine waren, Aufzüge, die augenscheinlich ins Leere führten und die tief unter der Erde liegenden Räume, von denen niemand etwas ahnte. Nur eine Handvoll, ausgesuchter Personen wusste von diesen geheimen Laboren und den Experimenten, die dort stattfanden. Niemals durfte es passieren, dass nur der Hauch einer Idee dieser verborgenen Labore an die Öffentlichkeit drang. Dafür hatte er Vorkehrungen getroffen. Auch das würde er Lena zeigen, wenn sie einmal so weit war, dass sie in seine Fußstapfen treten konnte. Bis es so weit war, sollte sie eine glückliche, unbeschwerte Kindheit haben. Dafür tat er alles. Er würde sie erst dann damit belasten, wenn sie bereit dazu war. Wenn sie verstand, was er dort tat und vor allem, warum er es tat. Lex blickte über die Skyline von Metropolis. Sein Werk. Diese Stadt hatte er im Laufe der Jahre nach seinen Vorstellungen erbaut. Wäre er damals nicht gekommen, dann wäre Metropolis ebenso herunter gekommen wie nun Gotham. Mit seiner LexCorp brachte er den Wohlstand, er holte die Leute von den Straßen und gab ihnen die Möglichkeit in seinen verschiedenen Firmen zu arbeiten. Er baute Fabriken, Labore, Krankenhäuser, soziale Einrichtungen. Alles damit die Menschen, die hier lebten, wirklich gut leben konnten. Die Infrastruktur wurde erneuert und modernisiert. Sein Ziel war noch lange nicht erreicht, alles umzusetzen würde noch Jahre dauern, aber es war ein Ziel, dass er erreichen konnte und wollte.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Die große Kugel des Daily Planet schob sich in seinen Blick. Der Planet, eines der wenigen Gebäude, die sich nicht in seinem Besitz befanden. Jetzt nicht mehr. Vor einigen Jahren hatte er den Daily Planet gekauft, um mehr Einfluss auf die Berichterstattung nehmen zu können. Immer wieder war es den Reportern gelungen einige seiner Projekte aufzudecken und das hatte ihn einiges an Kosten, Mühen, Anwälten und vor allem Nerven gekostet. Nach der Übernahme wurde es ruhiger und entspannter, alles lief so, wie er es sich wünschte. Hauptsächlich lag es daran, dass er personelle Änderungen innerhalb der Redaktion vornehmen ließ. So hatte er keine Skrupel Lois Lane und James Olsen die Kündigung zu übergeben. Selbst ein Perry White konnte da nichts gegen ausrichten. Es war immer gut ein Druckmittel in der Hand zu haben. Und zumindest in Whites Fall besaß er mehrere. Kleine Geheimnisse, süße Geheimnisse die Perry jeden einzelnen Tag einen Stich versetzten und ihn immer daran erinnerten, wer dass sagen hatten. Es wurde also ruhiger in den Schlagzeilen des Planets. Keine Enthüllungen seiner eigenen Firmen, dafür anonyme Tipps, die der Konkurrenz das Fürchten lehrte und dadurch eine Gewinnmaximierung für ihn. Win Win.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Es war perfekt, bis vor einigen Monaten.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Ein unbeschrifteter Briefumschlag lag auf seinem Schreibtisch. Weiß und unschuldig. Harmlos. Der Inhalt jedoch war brisant und ließ kalte Schauer über seinen Rücken jagen. Lex erinnerte sich daran, wie er sich setzen musste und die losen Blätter, die in dem Umschlag waren, wieder und wieder ansehen musste. Der Entwurf eines Zeitungsartikels, Fotos. Material, dass, sollte es zur Veröffentlichung kommen die Welt aus den Fugen geraten musste. Seine Welt. Er las den Artikel wieder und wieder. Nahm die Fotos in die Hand. Legte sie auf die Seite nur um sie sofort erneut wieder anzusehen. Nein. Das konnte er nicht zu lassen um keinen Preis der Welt. Egal was der Preis war, er wäre bereit ihn zu zahlen. Niemals würde er zu lassen, dass seine Tochter den Blicken der Öffentlichkeit preisgegeben würde. Erneut nahm er eines der Fotos zur Hand. Ein kleines, braunhaariges Mädchen, in einem schicken Kleid, die Haare durch das Spielen und Toben etwas zerzaust. Umringt von ihren Stofftieren schaute sie glücklich zu dem Mann auf, der neben ihr saß.  Sehr genau erinnerte er sich an den Tag:</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Es war Lenas 2. Geburtstag. Diesen Tag hatte er sich frei genommen. Die Nanny hatte eine Tasche zusammen gepackt mit allen Notwendigkeiten und etwas Proviant. Mit den ersten Sonnenstrahlen brachen sie auf. Nur sie beide, keine Nanny, keine Assistenten, keine Anrufe kein Business. Ihre erste Station führte sie an seinen privaten Strand. Lena liebte das Wasser, sie quietschte vergnügt, wenn eine Welle ihre kleinen Beine traf und sie kitzelte. Auch liebte sie es Löcher in den Sand zu buddeln, um die Grube dann mit Wasser zu befüllen. Fasziniert beobachtet sie den feinen Schaum, der sich an der Oberfläche bildete und versuchte ihn mit ihren Fingern zu fassen. Das Mittagessen nahmen sie in Ihrem Strandhaus ein. Nach dem Mittagsschlaf fuhren sie zu dem eigens für Lena gebauten Freizeitpark. Der Park hatte eine riesige Fläche, war allerdings noch sehr spärlich bebaut. Es war ein mitwachsender Park, ein riesiger Spielplatz, ein kleines Kettenkarussell und ein Karussell mit lustigen bunten Tieren. Die Planung stand bereits für die nächsten 10 Jahre. Wahrscheinlich würde er den Park für Besucher freigeben, in ein paar Jahren, wenn die noch brachliegende Fläche ebenfalls bebaut war. Als die Sonne langsam unterging fuhren sie wieder zurück zum Anwesen. Lena war müde und quengelte etwas herum. Damit sie abgelenkt wurde, suchte er den Sender mit Kinderliedern heraus und die teils sehr fragwürdigen und unsinnigen Texte mitzusingen. Mehr falsch als richtig, aber die Ablenkung funktionierte. Nicht lange und die kleine piepsige Stimme des Kindes verstummte. Sie war eingeschlafen. Lex drehte die Musik etwas leiser und blickte immer wieder abwechselnd von der Straße auf das Gesicht des friedlich, schlafenden Kindes. Niemals würde er zu lassen, dass ihr irgendetwas passierte.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Dann blickte er auf die Schlagzeile die fett gedruckt über dem Artikel zu lesen war: ERBIN DER MACHT!</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Dann las er weiter. Der Artikel beinhaltete im Großen und Ganzen die Statements, die seine Presseabteilung nach der Geburt seiner Tochter veröffentlicht hatte. Das Statement hatte er seinerzeit selbst verfasst, daher war er mit dem Inhalt mehr als vertraut. Komplikationen, die nach der Geburt dazu führten, dass seine Frau für einige Zeit in ein Koma fiel und sie zu einem Pflegefall machten. Ihr tragischer Tod bei einem Großbrand in dem Pflegeheim, in dem sie untergebracht wurde. Sein Rückzug aus der Öffentlichkeit, um die Trauer und die neue Lebenssituation zu verarbeiten und das ganze übliche Geschwätz. Eine weitere Schätzung wie hoch sein Kontostand zurzeit wäre und dann Spekulationen darüber, ob das Kind das Firmenimperium übernehmen wird. Doch als er weiter las wurde er stutzig. Weitere Zeilen behandelten Lenas Charakter, wie impulsiv, aufgeweckt und fröhlich sie war. Das sie versuchte Käfer mit ins Haus zu nehmen, um sie vor Regen und Sturm zu beschützen. Ihre Vorliebe für Delfine. Welche Geschichte ihr zurzeit am besten gefiel. Dies war Insiderwissen und niemand von außen hatte auch nur den Hauch einer Ahnung von den Vorlieben seines Kindes. Die Ausführungen waren sehr detailliert und er musste davon ausgehen, dass die Person, die diesen Artikel verfasst hatte, sich einen persönlichen Eindruck verschafft hatte.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Nachdenklich betrachtete er das zweite Foto, das dem Umschlag beilag: Eine Porträtaufnahme von Lena, wie sie fröhlich in die Kamera lachte. Dieses Foto wurde jedoch nicht, wie das andere in der Öffentlichkeit aufgenommen. Es stammte direkt aus Lenas Kinderzimmer.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„STEVE“, brüllte er. Sein Assistent saß in der Regel nur einen Raum weiter damit er schnell zur Stelle sein konnte, sollte er ihn benötigen. Wütend stopfte er die Papiere wieder in den Umschlag, als sich die Tür öffnete und sein Assistent eintrat. Lex funkelte den Mann wütend an. „Schaffen Sie mir sofort diese schnüffelnde Schlampe Lane her“, befahl er dem jungen Mann. „Zudem benötige ich die Verbindungsdaten, Kontobewegungen und Zugangszeiten der Angestellten des Landsitzes. Besonders die des Kindermädchens. Die Aufzeichnungen der Überwachungskameras für den Innen- und Außenbereichs der letzten 6 Monate besorgen sie mir ebenfalls. “, führte er weiter aus. Vereinbaren Sie einen Termin mit dem Architekten. Den Leiter der Lex-Security will ich heute noch sprechen.“</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Sein Assistent machte hastige Notizen. Lex schloss für einen kurzen Moment die Augen.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„Lassen Sie sich von Lane nicht abwimmeln, sie soll ihren Arsch hier her bewegen, zur Not schleifen Sie sie her. Jedes Mittel ist mir recht. Nur sehen Sie zu, dass es schnell passiert.“ Seine Stimme wurde wieder ruhiger und er blickte den Mann, der vor ihm stand, an und immer noch auf seinen Notizblock schrieb. „Wird´s bald“, herrschte er ihn an und sah zu wie sein Assistent hastig den Raum wieder verließ. Erneut nahm er den Umschlag und holte die Fotos raus. Nun musste er warten, es fiel ihm schwer. Wie ein Tiger im Käfig lief er in seinem Büro auf- und ab. Er grübelte, wie er sein Sicherheitsleck schnell und effektiv schließen konnte. Zuerst war es logisch, dass die undichte Stelle beseitigt werden musste und das sehr schnell.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit rief seine Sekretärin an, um ihm mitzuteilen, dass Lois Lane eingetroffen war. Sollte er sie warten lassen? Nein, dafür war die Angelegenheit zu wichtig.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Da stand sie vor ihm. Arrogant und kampfeslustig. Ja, so kannte er sie, so mochte er sie. Jedenfalls war es früher einmal so gewesen.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">„Lois. Schön, dass Du die Zeit gefunden hast her zu kommen“, mit einem freundlichen Lächeln deutete er auf den Stuhl, der vor seinem Schreibtisch stand. Sie setzte sich, lies ihn jedoch nicht aus den Augen. Ihr war klar, dass sie nicht nur auf einen Kaffee hier war, um über alte Zeiten zu plaudern. „Lex, was soll das? Ich habe zu tun. Also mach es kurz“, erwiderte sie Feindselig und reckte ihr Kinn leicht nach oben. Sie war bereit sich zu verteidigen.</span></span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span><br />
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<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font">Er setzte sich auf die Kante des Schreibtisches und blickte zu ihr herunter. „Ich denke nicht, dass Du in naher Zukunft noch viel zu tun haben wirst“, seine Stimme war sanft, fast schmeichelnd. Der Briefumschlag mit ihrem Artikel und die Fotos landete in ihrem Schoß. Lex stand auf, ging um den Schreibtisch herum und setzte sich seinen großen Stuhl. „Erklär mir das“, forderte er, sein Blick wurde kalt und unbarmherzig. Lois holte die Papiere aus dem Umschlag und sah sie kurz an, dann warf sie den kleinen Stapel wieder zurück auf den Schreibtisch. „Es liegt im öffentlichen Interesse. Gerüchte machen die Runde“, antwortete sie lapidar und zuckte mit den Schultern. In Lex zuckte ebenso etwas und nur mühsam schaffte er es sich zu beherrschen und sie nicht eigenhändig zu erwürgen. „Der Klimawandel ist öffentliches Interesse, die Stromversorgung liegt im öffentlichen Interesse. NICHT meine Tochter“, für ihn war es vorbei mit den Nettigkeiten. Sie hatte den Bogen eindeutig überspannt. „Lex..“, setzte sie an, doch er unterbrach sie sofort: „Der Artikel wird nicht gedruckt. Du wirst meine Tochter nicht zur Zielscheibe machen. Ich will nicht, dass irgendwelche Reporter auf die Idee kommen sie für ihre Sensationsgier zu missbrauchen.“ Sein Blick machte deutlich, dass es an diesem Entschluss nichts zu rütteln gab. „Weißt Du“, Lois Stimme klang gespielt unschuldig, Lex ahnte, dass jetzt die Hiobsbotschaft kam. „die Bilder wurden bereits an unabhängige Verleger verkauft“, sie sah auf ihre Fingernägel und blickte dann triumphierend zu ihm auf. „DU HAST WAS?“ Luthor platzte der Kragen, er sprang auf und beugte sich weiter über den Schreibtisch. „WIE KANNST DU ES WAGEN. DU BRICHST IN PRIVATES EIGENTUM EIN! VERLETZT PERSÖNLICHKEITSRECHTE und VERKAUFST DIE AUFNAHMEN MEINER TOCHTER AN IRGENDWELCHE SCHMIERBLÄTTER?!“ Er holte tief Luft. „Du bist zu weit gegangen Lois“ fügte er ruhiger hinzu und sah sie an. Lois lächelte unschuldig. „Du weißt, die Zeiten sind hart. Jeder will ein Stück vom Kuchen“, sie stand auf. „Wenn sonst nichts mehr ist“, mit wippenden Gang schlenderte sie zur Tür. Lois Lane wusste, dass sie gewonnen hatte. Lex ließ sich in seinen Stuhl fallen: „Was willst Du?“ Lois blieb mit dem Gesicht zur Tür stehen, sie grinste. „Wie bitte?“ Langsam drehte sie sich um. „Sag mir was Du willst“ er blickte geradewegs an. Keine Spur mehr von Feindlichkeit oder Arroganz. „Lois. Bitte“. Wann hatte er das letzte Mal um etwas gebeten? Er wusste es nicht mehr, doch sie hatte es geschafft. „Ich will das der Planet wieder unabhängig ist.“ Sie setzte sich wieder in den Stuhl vor dem Schreibtisch. „Damit meine ich komplett frei.“ Sie sah ihn heraus fordernd an, schätzte ab, ob sie wirklich am Ziel war. Sein Gesicht drückte verschiedene Emotionen aus. Fassungslosigkeit, Wut, Verzweiflung und Angst? Wann hatte sie jemals Angst in den Augen von Lex Luthor gesehen. Lex räusperte sich und lehnte sich in den Sessel zurück. „Ich gehe davon aus, dass Du bereits Kontakt mit potenziellen Käufern aufgenommen hast“, er sah sie an sie nickte, stand auf und holte einen großen Umschlag aus ihrer Tasche, den sie vor ihn hinlegte. „Es wurde bereits alles vorbereitet.“ Der Umschlag enthielt bereits sämtliche Unterlagen, die benötigt wurden, um den Daily Planet seiner Herrschaft zu entziehen. Sie waren vollständig. Ein Blick auf den Kaufvertrag war ein Schlag ins Gesicht, unter anderen Umständen, hätte er diesen Fetzen Papier sofort zerrissen. Doch die Umstände waren keine gewöhnlichen. Er nahm seinen Stift und unterzeichnete die Seiten, um den Deal rechtswirksam zu machen. „Sollte eines dieser Fotos oder irgendein anderes Foto meiner Tochter jemals veröffentlicht werden, wird Dein Leben und dass der Menschen, die Du liebst zur Hölle und nicht einmal dein heißgeliebter Superman wird Dich da raus holen können“, es war ein Versprechen keine Drohung und Lois wusste das er es ernst meinte. Auch wurde ihr damit klar, dass er die Verantwortung von zukünftigen Veröffentlichungsversuchen seines Erben in ihre Hände legte. Lex stand auf: „Lois, Du weißt ich habe Dich und Deine Arbeit immer respektiert. Selbst Deinen, sehr fragwürdigen Geschmack was deine Partner betrifft habe ich toleriert. Und hättest Du mich gefragt, ich hätte dir und Clark, geholfen die Familie zu gründen, die Ihr Euch gewünscht habt. Ab jetzt bist Du nicht mehr und nicht weniger als irgendein anderer dieser Aasgeier da Draußen. Sollte ich herausbekommen, dass Du mit irgendeinem meiner Angestellten versuchst ein Pläuschchen zu halten, egal welches Thema es betrifft, dann sei Dir ebenso sicher, dass Du damit ein Leben zerstören wirst. Es wird keine Tipps mehr geben, keine Gefälligkeiten und ich werde nicht mehr wegsehen“, er hob den Arm und deutete auf die Tür. „Wenn Du mich jetzt entschuldigst, ich habe noch zu tun“, demonstrativ drehte er sich um und blickte zum Fenster raus. Das Klicken der sich schließenden Tür verriet ihm, dass Lois gegangen war. Er verbarg sein Gesicht in den Händen und dachte über Lenas Zukunft nach. </span></span></span></span></span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font">Im Laufe des Tages besprach er mit dem Architekten die Umbaumaßnahmen des Penthouses.  Danach traf er sich mit dem Leiter seiner Security Abteilung, um über geeignete Maßnahmen für die Erhöhung der Sicherheit des Landhauses zu erhöhen. Die Unterlagen des Personals und die Sichtung der Aufnahmen bestätigten seinen Verdacht. </span></span></span></span></span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="color: #000000;" class="mycode_color">Noch am selben Abend erreichte ihn der Anruf der Mother-Care Agentur, dass Lenas Nanny bei einem Autounfall tödlich verunglückt war, sie jedoch sofort für Ersatz sorgen würden. Fast hätte es ihm leid getan, er bedankte sich für die Information und bat um die Kontaktdaten der Familie. Zumindest seine Kondolenz wollte er ausdrücken und die anfallenden Kosten der Beerdigung übernehmen.</span><span style="color: #000000;" class="mycode_color"> </span></span></span></span></span></div>
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<span style="font-size: 1pt;" class="mycode_size"><span style="font-family: Times New Roman;" class="mycode_font">Ein Hupen riss ihn aus seinen Gedanken. Der Zubringer war überfüllt und wie es für Metropolis um diese Uhrzeit üblich war stand er im Stau</span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Erben der Macht 1/?]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-177.html</link>
			<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 19:52:30 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=16">Aghama</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-177.html</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="color: #1e92f7;" class="mycode_color">So, einige von Euch kennen mich ja bereits und meine Affinität zu den weniger beachteten (geliebten) Chars. Ich hoffe es gefällt Euch, auch wenn es nicht aus der üblichen Superhelden Ecke kommt und zumindest in diesem Teil nicht kommen wird. Also lasst Euch überraschen und teilt Eure Gedanken mit mir. Und nun wünsche ich viel Spaß.</span></div>
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 <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">PROLOG</span></div>
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„Daddy! Will weiter!“, das kleine Mädchen lief durch die großen Türen, die hätten geschlossen sein müssen. Ihr kastanienbraunes, schulterlanges Haar glänzte in der Sonne und war noch ganz zerzaust. Sie trug ein weißes Nachthemd bedruckt mit kleinen bunten Einhörner und rannte auf ihren kleinen nackten Füssen auf die große Marmorne Treppe zu. Sie hasste es, wenn ihr Vater wieder gehen musste. Besonders dann, wenn die Geschichte, die er gerade erzählt hatte, noch nicht zu Ende war. Oder er eine weitere erzählen sollte.<br />
<br />
Erschrocken drehte sich der Mann im edlen Designer-Anzug um. Sofort ließ sein Griff, um die Tür zu seinem Mercedes SLS AMG Roadster nach, und er lief dem Kind entgegen. Wo zum Teufel war Sophia? Was zur Hölle war mit den Angestellten nicht richtig. Die einzige Aufgabe, die diese Frau zu machen hatte, war, auf seine Tochter aufzupassen und ihre Wünsche zu erfüllen. Spielen, singen, tanzen, Geschichten. Die Türen standen offen, er hatte sie geschlossen, dessen war er sich sicher. Er schloss IMMER die Türen hinter sich. Genau damit, dass, was nun gerade passierte nicht geschehen konnte. Und nun standen genau diese beiden Türen, die eine Barrikade zwischen dem Kind und den Gefahren der Treppe, darstellten offen. <br />
<br />
In der Zwischenzeit hatte das Kind, auf wackeligen Beinen, bereits die ersten Stufen der steilen Treppen des Anwesens erreicht. Wann hatte sie gelernt so schnell zu laufen? Und dann passierte es, die Füße stolperten und der Schwerpunkt des Kindes verlagerte sich nach vorne. Sie fiel und drohte mit dem Gesicht voran auf die Marmornen Stufen zu Fallen. Der Weg von seinem Wagen zu seiner Tochter, um ihren Fall zu verhindern, kam ihm unendlich lang vor und er holte alles aus sich heraus, um das Schlimmste zu verhindern. Im allerletzten Moment bekam er eines der kleinen Arme zu fassen und zog das Kind zu sich hoch. „Daddy weiter“, sagte das Mädchen und drückte kichernd seine Nase gegen seinen Hals. Er schloss die Augen und drückte das Kind fest an sich, sein Herz raste, sein Atem ging, ob des schnellen, ungewohnten Laufs heftig. „Heute Abend, mein Schatz. Versprochen. „Sagte er sanft, sein Herz pochte bis zum Hals. Tief atmete er den Duft des Kindes ein und spürte, wie er sich langsam wieder beruhigte. Das Adrenalin, das ihn gerade eben noch zur Höchstleistung getrieben hatte, ließ nach und sein Atem wurde ruhiger.<br />
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Eine dunkelhaarige Frau erschien, abgehetzt, in der Tür. Sie schien erleichtert, dass dem Kind nichts zugestoßen war und doch spiegelte ihr Blick den blanken Horror wider, der sich gerade in ihrem Inneren abspielte. Sie schluckte schwer und lief den beiden entgegen. „Mr. Luthor, Sir. Es tut mir leid“, ihr spanischer Akzent war unüberhörbar. Es waren nur zwei Minuten, die sie abgelenkt war. In dieser Zeit musste die kleine Luthor an ihr vorbei sein, um ihrem Vater hinterher zu laufen. Etwas dass das Kind jeden Morgen, wenn er in die Stadt fahren musste, tat. Montags war es meistens besonders schlimm. Da ließ sich das Kind nur schwer beruhigen und Sophia war froh, dass ihr Arbeitgeber noch keine Kenntnis hatte. Er zahlte ihr einen guten Lohn, dafür verlangte er allerdings auch sehr viel. Und es gab Gerüchte, über den Unfall, den ihre Vorgängerin erlitten hatte. Also versuchte sie ihr Bestes um seinen Anforderungen gerecht zu werden. Auch wenn es sie manchmal zur Verzweiflung trieb jeden, wirklich jeden Wunsch des Kindes erfüllen zu müssen.<br />
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Lex Luthor blickte die Frau, die zitternd an seine Seite trat nicht an. Hätte er es getan, dann wäre er explodiert und das wollte er seiner Tochter ersparen. Natürlich konnte er diesen Fehler nicht tolerieren und würde es auch nicht. Aber erst heute Abend, wenn Lena bereits schlief. Dann hatte sich die Frau bei ihm zu erklären. Wie er danach weiter verfahren würde, machte er von ihrer Rechtfertigung abhängig. Diese Art von Gesprächen waren nicht für die Ohren einer 2-Jährigen bestimmt. Sie würde noch früh genug erwachsen werden und, wenn es nach ihm ginge, irgendwann selbst einmal diese Art von Gesprächen führen. Doch das Erwachsen werden hatte noch Zeit, sehr viel Zeit. „Sei lieb und hör auf Sophia, sonst hatte sie heute ihren letzten Tag hier“, sagte er in sanften Ton zu dem Kind und lächelte sie an. Sein Blick war eisig, als er die Nanny dann doch ansah und ihr das Kind übergab. „Sorgen Sie dafür, dass so etwas nicht noch einmal passiert“, seine Stimme hatte einen warnenden Unterton. „Wir sehen uns heute Abend und dann lese ich weiter“, wandte er sich in zärtlichen Tonfall noch einmal an seine Tochter und verabschiedete sich mit einem Kuss auf der Stirn von dem Kind. Dann ging er die Treppe herunter, richtete sein Sakko, dass beim Laufen verrutscht war und stieg auf der Fahrerseite seines Wagens ein. Ein Blick auf den Beifahrersitz zeigte ihm, dass wenigstens sein persönlicher Assistent seine Arbeit verstand. Den Korb, der eine Flasche Champagner, 2 Gläser und einen Strauß roter Rosen beinhaltete wurde sogar sorgfältig angeschnallt, damit kein Missgeschick passieren konnte.<br />
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Langsam fuhr er die lange Auffahrt, die zu seinem Landhaus führte, herunter. Es war ein großes Anwesen. Wenn man von vorne darauf zu fuhr sah es aus wie ein durchschnittliches Landhaus. Ein Ferienhaus für die Städter, die sich ein wenig in der Natur erholen wollte. Hatte das Haus jedoch betreten, teilte es sich nach hinten hin in 2 verschiedene Richtungen. Eine große, edle Holztreppe mit Verzierungen, die sich in der Mitte teilte, bildete das Herzstück des Empfangsbereiches. Die Räume auf der rechten Seite des Hauses lagen bildeten, wurden ausschließlich für die privaten Zusammenkünfte mit ihm und Lena genutzt. Sein Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Wohnzimmer und der Essbereich, sowie Spiel- und Schlafzimmer seiner Tochter befanden sich auf dieser Seite. Der linke Teil des Hauses wurde, außer an den Wochenenden grundsätzlich tagsüber genutzt. Lex wollte nicht, dass sein Personal in seiner Abwesenheit in seine privaten Räume eindrang, besonders sein Arbeitszimmer war mehrfach gesichert, um unbefugte fernzuhalten. Der linke Teil war der meistgenutzte Teil des Hauses, da sich hier Lenas leben abspielte, wenn er abwesend war. Auch hier gab es ein Spiel- und Schlafzimmer für seine Tochter. Zusätzlich ein Esszimmer für die Mahlzeiten und einen weiteren großen Raum als Wohnzimmer. Hinter dem Haus gab es ein weiteres Haus, in dem ein Pausenraum für die Angestellten, sowie die Küche, Hauswirtschaftsräume und der Bereich der Sicherheitsleute untergebracht waren. Beide Häuser waren durch einen kleinen Flur miteinander verbunden. <br />
<br />
Dahinter erstreckte sich ein riesiger, Parkähnlicher Garten. Alte, hohe Bäume standen ringsherum und spendeten Schatten, wenn die Sonne hochstand. Es gab einen kleinen Pool, dessen kristallklares Wasser bis zu den Waden ging. Ein großer Sandkasten mit einer kleinen Wippe, Schaukel und einem Spielhaus fand man dort ebenfalls. Alles miteinander verbunden durch eine gepflegte Rasenfläche, die ebenfalls als spiel- und tobe Fläche genutzt wurde. <br />
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Lex hatte es nach dem Tod von Lenas Mutter geerbt. Ebenso wie er alles andere von ihr erbte, einschließlich ihrer Anteile an seinem Firmenimperium. Die Ehe an sich hatte er bereits nach kurzer Zeit bereut. Doch rückblickend gesehen, war es die richtige Entscheidung gewesen. Der silberne Mercedes fuhr umringt von Bäumen auf das große, moderne, mit dem besten Security Systemen, die er entwickelt hatte, zu. Rechts und links säumten Bäume den sorgfältig asphaltierten Weg. Ein Blick in den Rückspiegel zeigte ihm, das große Anwesen, dass langsam kleiner wurde. Lena war bereits wieder im Haus. In Sicherheit. Jedenfalls hoffte er es. <br />
<br />
Fast bedauerte er es, dieses Landgut aufgeben zu müssen. Die Ereignisse der letzten Monate machten es allerdings notwendig. Die schmerzhafte Erkenntnis, dass selbst die besten Sicherheitssysteme nicht zwangsläufig dazu führten neugierigen Blicken entgehen zu können. Ein umfassender Umbau seines Penthouses in Metropolis war nötig, damit er Lena zu sich in die Stadt holen konnte. Vorteilhaft daran war, dass er sich die lange Fahrt sparen konnte und dass seine Tochter, auch während er arbeitete bei ihm sein konnte. Das vermittelte ihm das Gefühl der Sicherheit. Niemand konnte besser auf sein Kind Acht geben als er selbst. Das Landhaus war dann nicht mehr nötig. Vielleicht noch als Ferienhaus, oder als Reitstall, sollte Lena irgendwann einmal Pferde haben wollen. Bis dahin hatte er noch genügend Zeit zu überlegen. Endlich hatte er das Tor passiert, dass sich hinter ihm wieder schloss.<br />
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Die Uhr im Armaturenbrett zeigte 8.30 Uhr an. Es würde noch eine halbe Stunde dauern, bis er das Waldgebiet verlassen und eine weitere Stunde, um wieder in Metropolis zu sein. Also konnte er die Zeit auch sinnvoll nutzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="color: #1e92f7;" class="mycode_color">So, einige von Euch kennen mich ja bereits und meine Affinität zu den weniger beachteten (geliebten) Chars. Ich hoffe es gefällt Euch, auch wenn es nicht aus der üblichen Superhelden Ecke kommt und zumindest in diesem Teil nicht kommen wird. Also lasst Euch überraschen und teilt Eure Gedanken mit mir. Und nun wünsche ich viel Spaß.</span></div>
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 <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">PROLOG</span></div>
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„Daddy! Will weiter!“, das kleine Mädchen lief durch die großen Türen, die hätten geschlossen sein müssen. Ihr kastanienbraunes, schulterlanges Haar glänzte in der Sonne und war noch ganz zerzaust. Sie trug ein weißes Nachthemd bedruckt mit kleinen bunten Einhörner und rannte auf ihren kleinen nackten Füssen auf die große Marmorne Treppe zu. Sie hasste es, wenn ihr Vater wieder gehen musste. Besonders dann, wenn die Geschichte, die er gerade erzählt hatte, noch nicht zu Ende war. Oder er eine weitere erzählen sollte.<br />
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Erschrocken drehte sich der Mann im edlen Designer-Anzug um. Sofort ließ sein Griff, um die Tür zu seinem Mercedes SLS AMG Roadster nach, und er lief dem Kind entgegen. Wo zum Teufel war Sophia? Was zur Hölle war mit den Angestellten nicht richtig. Die einzige Aufgabe, die diese Frau zu machen hatte, war, auf seine Tochter aufzupassen und ihre Wünsche zu erfüllen. Spielen, singen, tanzen, Geschichten. Die Türen standen offen, er hatte sie geschlossen, dessen war er sich sicher. Er schloss IMMER die Türen hinter sich. Genau damit, dass, was nun gerade passierte nicht geschehen konnte. Und nun standen genau diese beiden Türen, die eine Barrikade zwischen dem Kind und den Gefahren der Treppe, darstellten offen. <br />
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In der Zwischenzeit hatte das Kind, auf wackeligen Beinen, bereits die ersten Stufen der steilen Treppen des Anwesens erreicht. Wann hatte sie gelernt so schnell zu laufen? Und dann passierte es, die Füße stolperten und der Schwerpunkt des Kindes verlagerte sich nach vorne. Sie fiel und drohte mit dem Gesicht voran auf die Marmornen Stufen zu Fallen. Der Weg von seinem Wagen zu seiner Tochter, um ihren Fall zu verhindern, kam ihm unendlich lang vor und er holte alles aus sich heraus, um das Schlimmste zu verhindern. Im allerletzten Moment bekam er eines der kleinen Arme zu fassen und zog das Kind zu sich hoch. „Daddy weiter“, sagte das Mädchen und drückte kichernd seine Nase gegen seinen Hals. Er schloss die Augen und drückte das Kind fest an sich, sein Herz raste, sein Atem ging, ob des schnellen, ungewohnten Laufs heftig. „Heute Abend, mein Schatz. Versprochen. „Sagte er sanft, sein Herz pochte bis zum Hals. Tief atmete er den Duft des Kindes ein und spürte, wie er sich langsam wieder beruhigte. Das Adrenalin, das ihn gerade eben noch zur Höchstleistung getrieben hatte, ließ nach und sein Atem wurde ruhiger.<br />
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Eine dunkelhaarige Frau erschien, abgehetzt, in der Tür. Sie schien erleichtert, dass dem Kind nichts zugestoßen war und doch spiegelte ihr Blick den blanken Horror wider, der sich gerade in ihrem Inneren abspielte. Sie schluckte schwer und lief den beiden entgegen. „Mr. Luthor, Sir. Es tut mir leid“, ihr spanischer Akzent war unüberhörbar. Es waren nur zwei Minuten, die sie abgelenkt war. In dieser Zeit musste die kleine Luthor an ihr vorbei sein, um ihrem Vater hinterher zu laufen. Etwas dass das Kind jeden Morgen, wenn er in die Stadt fahren musste, tat. Montags war es meistens besonders schlimm. Da ließ sich das Kind nur schwer beruhigen und Sophia war froh, dass ihr Arbeitgeber noch keine Kenntnis hatte. Er zahlte ihr einen guten Lohn, dafür verlangte er allerdings auch sehr viel. Und es gab Gerüchte, über den Unfall, den ihre Vorgängerin erlitten hatte. Also versuchte sie ihr Bestes um seinen Anforderungen gerecht zu werden. Auch wenn es sie manchmal zur Verzweiflung trieb jeden, wirklich jeden Wunsch des Kindes erfüllen zu müssen.<br />
 <br />
Lex Luthor blickte die Frau, die zitternd an seine Seite trat nicht an. Hätte er es getan, dann wäre er explodiert und das wollte er seiner Tochter ersparen. Natürlich konnte er diesen Fehler nicht tolerieren und würde es auch nicht. Aber erst heute Abend, wenn Lena bereits schlief. Dann hatte sich die Frau bei ihm zu erklären. Wie er danach weiter verfahren würde, machte er von ihrer Rechtfertigung abhängig. Diese Art von Gesprächen waren nicht für die Ohren einer 2-Jährigen bestimmt. Sie würde noch früh genug erwachsen werden und, wenn es nach ihm ginge, irgendwann selbst einmal diese Art von Gesprächen führen. Doch das Erwachsen werden hatte noch Zeit, sehr viel Zeit. „Sei lieb und hör auf Sophia, sonst hatte sie heute ihren letzten Tag hier“, sagte er in sanften Ton zu dem Kind und lächelte sie an. Sein Blick war eisig, als er die Nanny dann doch ansah und ihr das Kind übergab. „Sorgen Sie dafür, dass so etwas nicht noch einmal passiert“, seine Stimme hatte einen warnenden Unterton. „Wir sehen uns heute Abend und dann lese ich weiter“, wandte er sich in zärtlichen Tonfall noch einmal an seine Tochter und verabschiedete sich mit einem Kuss auf der Stirn von dem Kind. Dann ging er die Treppe herunter, richtete sein Sakko, dass beim Laufen verrutscht war und stieg auf der Fahrerseite seines Wagens ein. Ein Blick auf den Beifahrersitz zeigte ihm, dass wenigstens sein persönlicher Assistent seine Arbeit verstand. Den Korb, der eine Flasche Champagner, 2 Gläser und einen Strauß roter Rosen beinhaltete wurde sogar sorgfältig angeschnallt, damit kein Missgeschick passieren konnte.<br />
<br />
Langsam fuhr er die lange Auffahrt, die zu seinem Landhaus führte, herunter. Es war ein großes Anwesen. Wenn man von vorne darauf zu fuhr sah es aus wie ein durchschnittliches Landhaus. Ein Ferienhaus für die Städter, die sich ein wenig in der Natur erholen wollte. Hatte das Haus jedoch betreten, teilte es sich nach hinten hin in 2 verschiedene Richtungen. Eine große, edle Holztreppe mit Verzierungen, die sich in der Mitte teilte, bildete das Herzstück des Empfangsbereiches. Die Räume auf der rechten Seite des Hauses lagen bildeten, wurden ausschließlich für die privaten Zusammenkünfte mit ihm und Lena genutzt. Sein Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Wohnzimmer und der Essbereich, sowie Spiel- und Schlafzimmer seiner Tochter befanden sich auf dieser Seite. Der linke Teil des Hauses wurde, außer an den Wochenenden grundsätzlich tagsüber genutzt. Lex wollte nicht, dass sein Personal in seiner Abwesenheit in seine privaten Räume eindrang, besonders sein Arbeitszimmer war mehrfach gesichert, um unbefugte fernzuhalten. Der linke Teil war der meistgenutzte Teil des Hauses, da sich hier Lenas leben abspielte, wenn er abwesend war. Auch hier gab es ein Spiel- und Schlafzimmer für seine Tochter. Zusätzlich ein Esszimmer für die Mahlzeiten und einen weiteren großen Raum als Wohnzimmer. Hinter dem Haus gab es ein weiteres Haus, in dem ein Pausenraum für die Angestellten, sowie die Küche, Hauswirtschaftsräume und der Bereich der Sicherheitsleute untergebracht waren. Beide Häuser waren durch einen kleinen Flur miteinander verbunden. <br />
<br />
Dahinter erstreckte sich ein riesiger, Parkähnlicher Garten. Alte, hohe Bäume standen ringsherum und spendeten Schatten, wenn die Sonne hochstand. Es gab einen kleinen Pool, dessen kristallklares Wasser bis zu den Waden ging. Ein großer Sandkasten mit einer kleinen Wippe, Schaukel und einem Spielhaus fand man dort ebenfalls. Alles miteinander verbunden durch eine gepflegte Rasenfläche, die ebenfalls als spiel- und tobe Fläche genutzt wurde. <br />
<br />
Lex hatte es nach dem Tod von Lenas Mutter geerbt. Ebenso wie er alles andere von ihr erbte, einschließlich ihrer Anteile an seinem Firmenimperium. Die Ehe an sich hatte er bereits nach kurzer Zeit bereut. Doch rückblickend gesehen, war es die richtige Entscheidung gewesen. Der silberne Mercedes fuhr umringt von Bäumen auf das große, moderne, mit dem besten Security Systemen, die er entwickelt hatte, zu. Rechts und links säumten Bäume den sorgfältig asphaltierten Weg. Ein Blick in den Rückspiegel zeigte ihm, das große Anwesen, dass langsam kleiner wurde. Lena war bereits wieder im Haus. In Sicherheit. Jedenfalls hoffte er es. <br />
<br />
Fast bedauerte er es, dieses Landgut aufgeben zu müssen. Die Ereignisse der letzten Monate machten es allerdings notwendig. Die schmerzhafte Erkenntnis, dass selbst die besten Sicherheitssysteme nicht zwangsläufig dazu führten neugierigen Blicken entgehen zu können. Ein umfassender Umbau seines Penthouses in Metropolis war nötig, damit er Lena zu sich in die Stadt holen konnte. Vorteilhaft daran war, dass er sich die lange Fahrt sparen konnte und dass seine Tochter, auch während er arbeitete bei ihm sein konnte. Das vermittelte ihm das Gefühl der Sicherheit. Niemand konnte besser auf sein Kind Acht geben als er selbst. Das Landhaus war dann nicht mehr nötig. Vielleicht noch als Ferienhaus, oder als Reitstall, sollte Lena irgendwann einmal Pferde haben wollen. Bis dahin hatte er noch genügend Zeit zu überlegen. Endlich hatte er das Tor passiert, dass sich hinter ihm wieder schloss.<br />
<br />
Die Uhr im Armaturenbrett zeigte 8.30 Uhr an. Es würde noch eine halbe Stunde dauern, bis er das Waldgebiet verlassen und eine weitere Stunde, um wieder in Metropolis zu sein. Also konnte er die Zeit auch sinnvoll nutzen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Heldenverehrung (1/1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-164.html</link>
			<pubDate>Wed, 17 Mar 2021 10:29:22 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-164.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Geschrieben zum Prompt <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Costume Kink</span> für unser <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=162" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Kink Bingo 2020</a>. (No beta - we die like Jason. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /> )</span><br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: xx-large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Heldenverehrung</span></span></div>
<br />
<br />
Dick liebte die Besuche in Metropolis. Die Stadt war so viel heller und freundlicher als Gotham – passte so viel weniger zu Batman (und wenn er ehrlich war, vermutlich auch zu Robin), aber ... Metropolis passte zu Superman. Schien eine Erweiterung seiner ganzen Ausstrahlung zu sein. Seines Lächelns, seiner strahlenden Farben, seiner Zuversicht.<br />
<br />
Und Dick liebte es, Superman bei der Arbeit zuzusehen – auch wenn Bruce ihn nur von der Seitenlinie aus zusehen ließ und Dick dabei immer hibbeliger und nervöser wurde. Er wollte eben helfen, eingreifen … und er wollte genauso wie Superman durch die Lüfte sausen und den Wind im Gesicht spüren. Dafür beneidete er Clark ein bisschen. Manchmal mehr als ein bisschen. Andererseits nahm es wahrscheinlich auch ein bisschen den Nervenkitzel, wenn man sich von einem Hochhaus in die Tiefe stürzte und wusste, man konnte fliegen. Nicht dass Dick das nicht auch wusste.<br />
<br />
Hastig erkletterte er den Sockel der Statue, um besser sehen zu können. Clark – nein, Superman – besser sehen zu können. Das wehende Cape, das leise, siegessichere Schmunzeln auf seinen Lippen, das lebendige Strahlen in seinen überirdisch blauen Augen.<br />
<br />
Er fand es immer unglaublich schade – und gleichzeitig faszinierend –, wie sehr Clark sich im Privatleben hinter dem unscheinbaren Reporter mit den schlecht sitzenden Anzügen versteckte. Doch innerhalb eines Augenblicks konnte daraus Superman werden! Klar, dieses Lächeln und die strahlend blauen Augen konnte man auch ausmachen, sobald Clark etwas gerader dastand. Sobald er jemanden auch wirklich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ihn</span> sehen ließ. Sobald sie unter sich waren.<br />
<br />
Aber wie wenig seine Anzüge zeigten – und wie viel sein anderer Anzug. Dick konnte nur selten den Blick abwenden, selbst wenn er wollte.<br />
<br />
Das Blau, das da sagte ‚Nur die Ruhe, ich habe alles unter Kontrolle‘. Und das die Strahlkraft seiner hellblauen Augen noch unterstrich. Die stahlharten Muskeln, die sich darunter abzeichneten, und deren Kraft doch so genau dosiert wurde, dass selbst Batmans Schläge mehr Blut hinterließen.<br />
<br />
Das kräftige Signalrot der Stiefel und des Capes um die breiten Schultern, die auch schon von weitem klar und deutlich zu verstehen gaben, dass mit Superman nicht zu spaßen war. Ein ‚Bis hierhin und nicht weiter‘. Eine Warnung an alle, die sich nicht an die Spielregeln des Gesetzes und der Gerechtigkeit halten wollten.<br />
<br />
Das gelb-rote Wappen auf seiner breiten Brust, das laut und stolz verkündete, wofür er stand. Darauf angesprochen hatte Clark es Dick bei einer ihrer ersten Begegnungen erklärt, noch bevor Dick gewusst hatte, wer wirklich in dem primärfarbenen Anzug steckte. Es war das Wappen seiner Familie – alles, was von Krypton noch übrig war. Die beste Seite Kryptons. Hoffnung.<br />
<br />
Hoffnung konnten sie alle brauchen. Und Clark war für Dick der Inbegriff dieser Hoffnung, die sich nicht von der Dunkelheit schlucken ließ – der Dunkelheit, in der Bruce und Dick sich bewegten und in die sie sich hüllten wie einen Schutzmantel. Clark war anders.<br />
<br />
Clark ließ Dicks Puls höher schlagen, insbesondere in seinem blau-roten Anzug, der doch so viel zeigte. So viel sagte. Und gleichzeitig so viel verdeckte.<br />
<br />
Als Superman nun unter Beifall den Schurken an die Polizei übergab und mit einem stolzen Lächeln davonflog, legte sich ganz von selbst ein ebenso stolzes – und vielleicht auch ein bisschen verträumtes – Lächeln auf Dicks Züge, während er ihm hinterher sah.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Geschrieben zum Prompt <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Costume Kink</span> für unser <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=162" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Kink Bingo 2020</a>. (No beta - we die like Jason. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /> )</span><br />
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<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: xx-large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Heldenverehrung</span></span></div>
<br />
<br />
Dick liebte die Besuche in Metropolis. Die Stadt war so viel heller und freundlicher als Gotham – passte so viel weniger zu Batman (und wenn er ehrlich war, vermutlich auch zu Robin), aber ... Metropolis passte zu Superman. Schien eine Erweiterung seiner ganzen Ausstrahlung zu sein. Seines Lächelns, seiner strahlenden Farben, seiner Zuversicht.<br />
<br />
Und Dick liebte es, Superman bei der Arbeit zuzusehen – auch wenn Bruce ihn nur von der Seitenlinie aus zusehen ließ und Dick dabei immer hibbeliger und nervöser wurde. Er wollte eben helfen, eingreifen … und er wollte genauso wie Superman durch die Lüfte sausen und den Wind im Gesicht spüren. Dafür beneidete er Clark ein bisschen. Manchmal mehr als ein bisschen. Andererseits nahm es wahrscheinlich auch ein bisschen den Nervenkitzel, wenn man sich von einem Hochhaus in die Tiefe stürzte und wusste, man konnte fliegen. Nicht dass Dick das nicht auch wusste.<br />
<br />
Hastig erkletterte er den Sockel der Statue, um besser sehen zu können. Clark – nein, Superman – besser sehen zu können. Das wehende Cape, das leise, siegessichere Schmunzeln auf seinen Lippen, das lebendige Strahlen in seinen überirdisch blauen Augen.<br />
<br />
Er fand es immer unglaublich schade – und gleichzeitig faszinierend –, wie sehr Clark sich im Privatleben hinter dem unscheinbaren Reporter mit den schlecht sitzenden Anzügen versteckte. Doch innerhalb eines Augenblicks konnte daraus Superman werden! Klar, dieses Lächeln und die strahlend blauen Augen konnte man auch ausmachen, sobald Clark etwas gerader dastand. Sobald er jemanden auch wirklich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ihn</span> sehen ließ. Sobald sie unter sich waren.<br />
<br />
Aber wie wenig seine Anzüge zeigten – und wie viel sein anderer Anzug. Dick konnte nur selten den Blick abwenden, selbst wenn er wollte.<br />
<br />
Das Blau, das da sagte ‚Nur die Ruhe, ich habe alles unter Kontrolle‘. Und das die Strahlkraft seiner hellblauen Augen noch unterstrich. Die stahlharten Muskeln, die sich darunter abzeichneten, und deren Kraft doch so genau dosiert wurde, dass selbst Batmans Schläge mehr Blut hinterließen.<br />
<br />
Das kräftige Signalrot der Stiefel und des Capes um die breiten Schultern, die auch schon von weitem klar und deutlich zu verstehen gaben, dass mit Superman nicht zu spaßen war. Ein ‚Bis hierhin und nicht weiter‘. Eine Warnung an alle, die sich nicht an die Spielregeln des Gesetzes und der Gerechtigkeit halten wollten.<br />
<br />
Das gelb-rote Wappen auf seiner breiten Brust, das laut und stolz verkündete, wofür er stand. Darauf angesprochen hatte Clark es Dick bei einer ihrer ersten Begegnungen erklärt, noch bevor Dick gewusst hatte, wer wirklich in dem primärfarbenen Anzug steckte. Es war das Wappen seiner Familie – alles, was von Krypton noch übrig war. Die beste Seite Kryptons. Hoffnung.<br />
<br />
Hoffnung konnten sie alle brauchen. Und Clark war für Dick der Inbegriff dieser Hoffnung, die sich nicht von der Dunkelheit schlucken ließ – der Dunkelheit, in der Bruce und Dick sich bewegten und in die sie sich hüllten wie einen Schutzmantel. Clark war anders.<br />
<br />
Clark ließ Dicks Puls höher schlagen, insbesondere in seinem blau-roten Anzug, der doch so viel zeigte. So viel sagte. Und gleichzeitig so viel verdeckte.<br />
<br />
Als Superman nun unter Beifall den Schurken an die Polizei übergab und mit einem stolzen Lächeln davonflog, legte sich ganz von selbst ein ebenso stolzes – und vielleicht auch ein bisschen verträumtes – Lächeln auf Dicks Züge, während er ihm hinterher sah.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Safe the world - take a sunbath; It's called balance (1|1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-159.html</link>
			<pubDate>Fri, 26 Feb 2021 16:22:50 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=14">June</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-159.html</guid>
			<description><![CDATA[“Rogers, setz dich einfach.” Tony schob seine Sonnenbrille nach unten und blickte den großen, starken Superhelden vor sich abschätzig an. “Das nennt sich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">chillen</span>.”<br />
Rogers schnaubte und verschränkte in einer einzigartig missbilligenden Geste die Arme vor der Brust. <br />
“Tony, ich denke wirklich nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist für- für-”<br />
“Sonnenbaden, Steve, und es <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ist</span> der richtige Zeitpunkt.” Natasha unterstrich ihre Aussage, indem sie sich in ihrem Bikini auf die Sonnenliege neben Tony gleiten ließ, die Sonnenbrille aus den feuerroten Haaren zog und aufsetzte. <br />
“Das könnt ihr doch nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ernst meinen!</span>”<br />
Tony seufzte gedehnt und richtete sich auf. <br />
“Hör zu, Steve, es ist ganz einfach: Wir retten ein einstürzendes Gebäude, wir gehen essen. Wir verhindern den Absturz eines superwichtigen Satelliten in einer Vorstadt, wir trinken Milchshakes. Wir retten die Welt - wir Sonnenbaden. Das nennt man Gleichgewicht, Rogers. Das ist essentiell für mentale Gesundheit. In den letzten siebzig Jahren hat man auf dem Gebiet beeindruckende Fortschritte gemacht. Ich zeig dir den Artikel: Also zieh dein Shirt aus und rauf auf die Liege.”<br />
“Aber…”<br />
“Liege!” <br />
Das mehrstimmige Echo brachte Steve dazu die Augen zu verdrehen. “Banner liegt auch nicht in der Sonne!”<br />
“Doch!” Bruce deutete auf seine Füße, die aus dem Schatten des Sonnenschirms gestreckt waren und grinste süffisant. <br />
Steve seufzte gedehnt, überlegte, ob er noch weitere Argumente anbringen konnte, aber schüttelte den Kopf, als er sah, wie die Avengers, die größten Helden des Planeten, auf der Dachterrasse des Compound in Badekleidung auf Sonnenliegen lagen. <br />
“Meinetwegen”, er murmelte es mehr als dass er es sagte und zog sich das T-Shirt über den Kopf, ehe er sich nun nur noch in Badeshorts auf die Liege neben Tony legte. <br />
Tony hob sein Handy und machte Foto. <br />
“Yeah, Jackpot - das verkauf ich Barnes.”<br />
Steve versuchte, nicht zu lachen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[“Rogers, setz dich einfach.” Tony schob seine Sonnenbrille nach unten und blickte den großen, starken Superhelden vor sich abschätzig an. “Das nennt sich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">chillen</span>.”<br />
Rogers schnaubte und verschränkte in einer einzigartig missbilligenden Geste die Arme vor der Brust. <br />
“Tony, ich denke wirklich nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist für- für-”<br />
“Sonnenbaden, Steve, und es <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ist</span> der richtige Zeitpunkt.” Natasha unterstrich ihre Aussage, indem sie sich in ihrem Bikini auf die Sonnenliege neben Tony gleiten ließ, die Sonnenbrille aus den feuerroten Haaren zog und aufsetzte. <br />
“Das könnt ihr doch nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ernst meinen!</span>”<br />
Tony seufzte gedehnt und richtete sich auf. <br />
“Hör zu, Steve, es ist ganz einfach: Wir retten ein einstürzendes Gebäude, wir gehen essen. Wir verhindern den Absturz eines superwichtigen Satelliten in einer Vorstadt, wir trinken Milchshakes. Wir retten die Welt - wir Sonnenbaden. Das nennt man Gleichgewicht, Rogers. Das ist essentiell für mentale Gesundheit. In den letzten siebzig Jahren hat man auf dem Gebiet beeindruckende Fortschritte gemacht. Ich zeig dir den Artikel: Also zieh dein Shirt aus und rauf auf die Liege.”<br />
“Aber…”<br />
“Liege!” <br />
Das mehrstimmige Echo brachte Steve dazu die Augen zu verdrehen. “Banner liegt auch nicht in der Sonne!”<br />
“Doch!” Bruce deutete auf seine Füße, die aus dem Schatten des Sonnenschirms gestreckt waren und grinste süffisant. <br />
Steve seufzte gedehnt, überlegte, ob er noch weitere Argumente anbringen konnte, aber schüttelte den Kopf, als er sah, wie die Avengers, die größten Helden des Planeten, auf der Dachterrasse des Compound in Badekleidung auf Sonnenliegen lagen. <br />
“Meinetwegen”, er murmelte es mehr als dass er es sagte und zog sich das T-Shirt über den Kopf, ehe er sich nun nur noch in Badeshorts auf die Liege neben Tony legte. <br />
Tony hob sein Handy und machte Foto. <br />
“Yeah, Jackpot - das verkauf ich Barnes.”<br />
Steve versuchte, nicht zu lachen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Umarmung (by iesika) (1/1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-147.html</link>
			<pubDate>Thu, 24 Dec 2020 12:10:58 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-147.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">T/N:</span> Und auch wenn sie nicht unbedingt an Weihnachten spielt, finde ich, dass diese kleine Story sehr viel Weihnachtsgefühle weckt in mir, warum auch immer. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /> Es handelt sich wieder um eine kleine Fic von iesika (das Original ist hier zu finden: <a href="https://iesika.livejournal.com/54032.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://iesika.livejournal.com/54032.html</a>) – und wieder recht alt. Ursprünglich wurde dieses kleine Juwel 2009 gepostet, als gerade die ersten Superboy- und Red-Robin-Hefte herauskamen (alles noch vor new52).</span><br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Umarmung</span></div>
<br />
Sobald er Tante Martha Bescheid gegeben hatte, dass er wieder da war, brauchte Kon gar nicht lange überlegen, wohin es als nächstes ging. Er hatte nicht die geringste Ahnung, wo Cassie sein könnte, aber Tim würde er in Gotham finden. Tim würde sicher auch wissen, wo Cassie und der Rest waren, so dass er Kon auf den neusten Stand brachte, bevor sie sich am Freitag im Tower trafen.<br />
<br />
Als er aber in Gotham ankam, war die Bathöhle leer. Sämtliche Ausrüstung und Kisten waren mit Laken zugedeckt und von einer dünnen Schicht Fledermausdreck überzogen. Im Haus war auch niemand, selbst wenn es zumindest bewohnt aussah – die Spülmaschine lief und in einem der Badezimmer im oberen Stockwerk brannte Licht. Natürlich stellte Kon das alles durch das Dach hindurch fest. Er war ja nicht dumm. So sehr wie Tim versteckte Sprengsätze und Fallen mochte, war Batman selbst damit nur noch schlimmer!<br />
<br />
Na gut. Es war auch schon spät. Wahrscheinlich waren sie schon losgezogen, um das Verbrechen zu bekämpfen. Vielleicht hatte auch der Butler-Typ heute Abend frei, weil er ein heißes Date hatte oder so. Auch alte Knacker brauchten schließlich Liebe. Kon hatte Tim schon einmal nur mit seinem Supergehör gefunden und das war sogar noch gewesen, bevor sich sein Teleskopblick gemeldet hatte. Kon könnte das wieder machen, no Problemo. Und wenn das alles nichts half, könnte er auch so lange durch die Stadt fliegen, bis eine der Bats <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ihn</span> fand.<br />
<br />
Ganz genauso war es dann auch. Er hatte gerade über der Innenstadt eine Pause eingelegt, um sich zu orientieren – weit unter ihm floss der Verkehr in gemütlichem Strom dahin – als er eine Bewegung ausmachte: Batman, der ihn von einem Vorsprung auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus zu sich winkte. Kaum war Kon nur noch fünf Meter entfernt, sprang Batman von der Wand direkt auf ihn zu. Kon hatte noch nicht wirklich darüber nachgedacht auszuweichen, als Batman bereits seine Arme in einer festen Umarmung um ihn schlang.<br />
<br />
Batman umarmte ihn, hundertfünfzig Meter über Gotham! Seine Beine schlangen sich ebenfalls um Kons und auch wenn er erst einmal vor Überraschung einige Meter fiel, trug Kon ganz instinktiv auch gleich den Großteil seines Gewichts.<br />
<br />
„Ich musste gleich Clark Bescheid geben“, sprach Batman in sein Ohr – nur dass das nicht Batmans Stimme war. „Ich wollte erst sichergehen. Oh mein Gott, du lebst!“<br />
<br />
„Dick?“Kon fühlte sich gerade so, als würde er immer noch fallen.<br />
<br />
„Ja. Himmel, ich hab dich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sterben</span> sehen!“<br />
<br />
„Mach dir keinen Kopf“, versicherte Kon, „Mir geht’s wieder gut.“ Er legte Dick eine Hand auf die Schulter, weil man das mit hysterischen Leuten eben so machte, solange sie einen nicht versuchten umzubringen.<br />
<br />
„Du benimmst dich wie ein Mädchen“, ertönte eine höhnische – und ziemlich jung klingende – Stimme von der Hausfassade. Über Dicks Schulter erblickte Kon einen Jungen in Rot und Grau, der zu ihnen hinunter sah.<br />
<br />
Dick – Kon konnte ihn nicht einmal in Gedanken ‚Batman‘ nennen – seufzte, drehte sich aber nicht um: „Ich hab dir doch gesagt, du sollst zurück zur Basis.“<br />
<br />
„Wer zur Hölle ist der da?“, fragte Kon, „Wo ist denn Robin?“<br />
<br />
„Ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bin</span> Robin!“, gab der Kleine überheblich zurück.<br />
<br />
„Nie im Leben!“, knurrte Kon, während er Dick auf dem Dach absetzte und etwas Abstand zwischen sie brachte. „Wo ist Tim?“<br />
<br />
Dick sah resigniert zu Boden. „Ich weiß es nicht“, gab er leise zu.<br />
<br />
„Was?!“<br />
<br />
„Ich hab gesagt, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ich weiß es nicht</span>“, wiederholte Dick etwas lauter. Sein Blick war immer noch nach unten gerichtet, so dass Kon etwas tiefer schwebte – doch Dick wich ihm aus.<br />
<br />
„Wie“, fragte Kon verwirrt, „Hast du ihn etwa <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verloren</span>?“<br />
<br />
„Die kleine Heulsuse ist abgehauen.“<br />
<br />
„Robin!“, warnte Dick.<br />
<br />
„Abgehauen?“, wiederholte Kon.<br />
<br />
„Oh, beachtet mich“, äffte der Kleine in quängeligem Singsang, der überhaupt nicht nach Tim klang, „Oh, ich Armer! Mein Daddy hat mich nie geliebt. Oh, meine Fotze von Freundin hat mich angelogen. Oh, mein armer toter Lov—“<br />
<br />
Ein Schlag, und der Rotzlöffel fiel. Kon fing ihn ein paar Meter über dem Boden auf, bevor er ihn bleich und zitternd auf einer Bushaltestelle absetzte.<br />
<br />
Nur Sekunden später ging er neben Dick auf einem Gargoyle in die Hocke. „Wir müssen echt reden, Mann.“<br />
<br />
Dick nickte und zog sich die Maske vom Kopf.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ENDE</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">T/N:</span> Und auch wenn sie nicht unbedingt an Weihnachten spielt, finde ich, dass diese kleine Story sehr viel Weihnachtsgefühle weckt in mir, warum auch immer. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /> Es handelt sich wieder um eine kleine Fic von iesika (das Original ist hier zu finden: <a href="https://iesika.livejournal.com/54032.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://iesika.livejournal.com/54032.html</a>) – und wieder recht alt. Ursprünglich wurde dieses kleine Juwel 2009 gepostet, als gerade die ersten Superboy- und Red-Robin-Hefte herauskamen (alles noch vor new52).</span><br />
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Umarmung</span></div>
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Sobald er Tante Martha Bescheid gegeben hatte, dass er wieder da war, brauchte Kon gar nicht lange überlegen, wohin es als nächstes ging. Er hatte nicht die geringste Ahnung, wo Cassie sein könnte, aber Tim würde er in Gotham finden. Tim würde sicher auch wissen, wo Cassie und der Rest waren, so dass er Kon auf den neusten Stand brachte, bevor sie sich am Freitag im Tower trafen.<br />
<br />
Als er aber in Gotham ankam, war die Bathöhle leer. Sämtliche Ausrüstung und Kisten waren mit Laken zugedeckt und von einer dünnen Schicht Fledermausdreck überzogen. Im Haus war auch niemand, selbst wenn es zumindest bewohnt aussah – die Spülmaschine lief und in einem der Badezimmer im oberen Stockwerk brannte Licht. Natürlich stellte Kon das alles durch das Dach hindurch fest. Er war ja nicht dumm. So sehr wie Tim versteckte Sprengsätze und Fallen mochte, war Batman selbst damit nur noch schlimmer!<br />
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Na gut. Es war auch schon spät. Wahrscheinlich waren sie schon losgezogen, um das Verbrechen zu bekämpfen. Vielleicht hatte auch der Butler-Typ heute Abend frei, weil er ein heißes Date hatte oder so. Auch alte Knacker brauchten schließlich Liebe. Kon hatte Tim schon einmal nur mit seinem Supergehör gefunden und das war sogar noch gewesen, bevor sich sein Teleskopblick gemeldet hatte. Kon könnte das wieder machen, no Problemo. Und wenn das alles nichts half, könnte er auch so lange durch die Stadt fliegen, bis eine der Bats <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ihn</span> fand.<br />
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Ganz genauso war es dann auch. Er hatte gerade über der Innenstadt eine Pause eingelegt, um sich zu orientieren – weit unter ihm floss der Verkehr in gemütlichem Strom dahin – als er eine Bewegung ausmachte: Batman, der ihn von einem Vorsprung auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus zu sich winkte. Kaum war Kon nur noch fünf Meter entfernt, sprang Batman von der Wand direkt auf ihn zu. Kon hatte noch nicht wirklich darüber nachgedacht auszuweichen, als Batman bereits seine Arme in einer festen Umarmung um ihn schlang.<br />
<br />
Batman umarmte ihn, hundertfünfzig Meter über Gotham! Seine Beine schlangen sich ebenfalls um Kons und auch wenn er erst einmal vor Überraschung einige Meter fiel, trug Kon ganz instinktiv auch gleich den Großteil seines Gewichts.<br />
<br />
„Ich musste gleich Clark Bescheid geben“, sprach Batman in sein Ohr – nur dass das nicht Batmans Stimme war. „Ich wollte erst sichergehen. Oh mein Gott, du lebst!“<br />
<br />
„Dick?“Kon fühlte sich gerade so, als würde er immer noch fallen.<br />
<br />
„Ja. Himmel, ich hab dich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sterben</span> sehen!“<br />
<br />
„Mach dir keinen Kopf“, versicherte Kon, „Mir geht’s wieder gut.“ Er legte Dick eine Hand auf die Schulter, weil man das mit hysterischen Leuten eben so machte, solange sie einen nicht versuchten umzubringen.<br />
<br />
„Du benimmst dich wie ein Mädchen“, ertönte eine höhnische – und ziemlich jung klingende – Stimme von der Hausfassade. Über Dicks Schulter erblickte Kon einen Jungen in Rot und Grau, der zu ihnen hinunter sah.<br />
<br />
Dick – Kon konnte ihn nicht einmal in Gedanken ‚Batman‘ nennen – seufzte, drehte sich aber nicht um: „Ich hab dir doch gesagt, du sollst zurück zur Basis.“<br />
<br />
„Wer zur Hölle ist der da?“, fragte Kon, „Wo ist denn Robin?“<br />
<br />
„Ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bin</span> Robin!“, gab der Kleine überheblich zurück.<br />
<br />
„Nie im Leben!“, knurrte Kon, während er Dick auf dem Dach absetzte und etwas Abstand zwischen sie brachte. „Wo ist Tim?“<br />
<br />
Dick sah resigniert zu Boden. „Ich weiß es nicht“, gab er leise zu.<br />
<br />
„Was?!“<br />
<br />
„Ich hab gesagt, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ich weiß es nicht</span>“, wiederholte Dick etwas lauter. Sein Blick war immer noch nach unten gerichtet, so dass Kon etwas tiefer schwebte – doch Dick wich ihm aus.<br />
<br />
„Wie“, fragte Kon verwirrt, „Hast du ihn etwa <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verloren</span>?“<br />
<br />
„Die kleine Heulsuse ist abgehauen.“<br />
<br />
„Robin!“, warnte Dick.<br />
<br />
„Abgehauen?“, wiederholte Kon.<br />
<br />
„Oh, beachtet mich“, äffte der Kleine in quängeligem Singsang, der überhaupt nicht nach Tim klang, „Oh, ich Armer! Mein Daddy hat mich nie geliebt. Oh, meine Fotze von Freundin hat mich angelogen. Oh, mein armer toter Lov—“<br />
<br />
Ein Schlag, und der Rotzlöffel fiel. Kon fing ihn ein paar Meter über dem Boden auf, bevor er ihn bleich und zitternd auf einer Bushaltestelle absetzte.<br />
<br />
Nur Sekunden später ging er neben Dick auf einem Gargoyle in die Hocke. „Wir müssen echt reden, Mann.“<br />
<br />
Dick nickte und zog sich die Maske vom Kopf.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ENDE</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Esskastanien und andere Weihnachtsleckereien!]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-145.html</link>
			<pubDate>Wed, 23 Dec 2020 22:45:23 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=4">Lossi Kal-El</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-145.html</guid>
			<description><![CDATA[Zu erst einmal danke an @tenten31 @Estefania fürs Anfeuern und Mut machen.<br />
Dann nochmal ganz ganz lieben Dank an die Beste Betaleserin die ich je hatte @tenten31. Ich hab schon so einiges von dir gelernt. Danke von <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" /> <br />
<br />
Ich hatte Adventskalendertürchen Nummer 23 mit dem Wort Esskastanien. Ich hoffe euch gefällt meine kleine Geschichte, wie immer freue ich mich sehr auf einen Kommentar, danke im Voraus. *mit Esskastanien anlock, ich kann sie schon riechen, liegt aber gerade daran, dass meine Mutter welche macht, als ich die Geschichte heute geschrieben habe, konnte ich es auch riechen, mit dem Unterschied, dass da keine gemacht wurden. *grins* Ich höre jetzt mal auf zu reden und lasse euch lesen. Wobei eins noch. Ich wünsche Frohe Weihnachten, schöne Tage und alles Gute. Jetzt aber kommt die Geschichte. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="color: #008E02;" class="mycode_color"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Esskastanien und andere Weihnachtsleckereien!</span></span></span></div>
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Prolog</span><br />
Jonathan Samuel Kent stand in seinem Zimmer. Er blätterte gedankenverloren in einem Fotoalbum, auf dem ab und an eine seiner Tränen landete.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Once upon a time...</span><br />
„Jon, jetzt mach schon! Du weißt doch genau, wie er ist, wenn man nicht pünktlich ist.“ Man sollte meinen, wenn man über Superspeed verfügte, brauchte man sich keine Sorgen über das Zuspätkommen machen. Schien also nicht nur beim roten Speedster der Fall zu sein. Der kleine Superboy ließ sich viel zu lange Zeit fürs Geschenkeeinpacken. <br />
Clark begleitete seine Lois noch zur Tür, während er auf seinen Sohn wartete. Das Taxi stand schon vor der Tür, also verabschiedeten sich Lois und Clark schnell, bevor sie einstieg, um zu ihren Eltern zu fahren.<br />
Kaum war das Taxi weggefahren, stand Jon vollgepackt mit Geschenken in der Tür und kaute an einem Stück Lebkuchen. „Also ich wäre soweit – und du?“ Grinsend sah er seinen Vater an.<br />
„Na dann, auf geht’s!“ <br />
Clark und Jon gingen ein Stück die Straße entlang. Als sie dann an einer verlassenen Gasse vorbeikamen, prüften sie kurz, ob jemand zusah und flogen los. <br />
Der Flug nach Gotham dauerte nicht lange. Jon wollte unbedingt mit Damian zum Weihnachtsmarkt gehen, daher hatten sie sich verabredet, um sich dort zu treffen. Es sollte ein Beste-Freunde-Vater-Sohn-Abend werden. Clark hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass Bruce zusagen würde, da er abends immer schwer beschäftigt war, dennoch hatte er zugesagt. Die Lage war wohl ausnahmsweise mal ruhig. Umso besser.<br />
Sie landeten etwas abgelegen und gingen den Weg zum Weihnachtsmarkt zu Fuß weiter. Kaum waren sie beim Eingang angekommen, klingelte Clarks Handy. Er hatte es mitgenommen, weil er es geahnt hatte. Es war wirklich Bruce, obwohl er echt gehofft hatte, dass er es nicht war. Dringender Notfall also, und helfen lassen wollte er sich auch nicht, typisch Batman. Clark seufzte etwas, und als es dann hieß, Damian würde auch nicht kommen können, musste er das seinem Sohn irgendwie erklären. <br />
<br />
Heute war der letzte Abend dieses Weihnachtsmarktes, also die letzte Gelegenheit – da sie aber schon einmal hier waren, hatte Clark eine Idee: „Hey Kleiner, tut mir leid, das war Bruce. Er sagt, sie können nicht kommen, es ist ein Notfall.” Er wuschelte seinem Sohn über die Haare. „Was hältst du davon, wenn wir eben alleine auf den Weihnachtsmarkt hier gehen? Da wir doch eh schon hier sind?” Danach könnten sie immer noch nach Wayne Manor fliegen und warten, bis Batman und Robin vom Einsatz zurückkamen. Kam ganz auf Jons Laune an, ob er überhaupt noch Lust hatte oder nicht, wäre verständlich.<br />
Jon seufzte. Kurz sah er seinen Vater an, dann den Weihnachtsmarkt. „Hmm, na gut, dann lass uns eben alleine gehen.” Man merkte an seiner Stimme, dass er nicht sonderlich Lust hatte, aber scheinbar auch nicht einfach nachhause wollte. „Danach gehen wir aber die Geschenke abgeben, Alfred ist eh immer zuhause.” Dabei klang Jons Stimme etwas fröhlicher, wenn auch immer noch enttäuscht.<br />
Clark legte Jon eine Hand auf die Schulter und nahm ihm die Tasche mit den Geschenken ab. „An welchen Stand willst du zuerst?” Irgendwie musste sein Sohn ja aufgemuntert werden.<br />
Wieder überlegte Jon etwas, bevor er sprach. „Ich möchte erst einmal eine Runde machen und dann entscheiden, wo ich sonst als erstes hinmöchte.” Kaum hatte er es ausgesprochen, schon lief er los. Clark ging etwas erleichtert hinterher.<br />
Jedoch hatte es sein Sohn scheinbar eilig, denn die Runde war schnell rum. Jon blieb wieder stehen und seufzte etwas. „Es macht irgendwie keinen Spaß. Es sieht alles so lecker aus, aber es ist blöd, wenn ich mir hier den Bauch vollschlage und Damian nicht dabei ist. Ich wollte ihm doch all die leckeren Sachen zeigen.” Jon war echt frustriert.<br />
Clark nahm seinen Sohn in den Arm. „Du hast schon recht, war anders geplant, aber du weißt ja wie unser Leben nun mal ist. Es kann immer wieder etwas dazwischenkommen”, versuchte er ihn zu trösten und überlegte kurz, wie der Abend noch gerettet werden konnte, als ihm eine Idee kam. „Ich weiß, was wir machen. Wir bringen den Weihnachtsmarkt einfach zu Damian, wenn Damian nicht zum Weihnachtsmarkt kommen kann.” Clark grinste etwas und sah Jon an. „Na, was hältst du davon?”<br />
Jons Gesicht hellte sich schlagartig auf. „Au ja, du hast echt die besten Ideen, Daddy.” Jon umarmte seinen Vater fröhlich und grinste. „Ich gehe schnell Süßigkeiten aussuchen.” Kaum hatte er seinen Satz beendet, lief der Junge los.<br />
Clark hingegen nahm sein Handy und schrieb Dick, Tim und sogar Jason eine SMS und fragte, ob sie gleich mal Zeit hatten, in der Bathöhle vorbeizukommen. In der SMS schrieb er auch, was er vorhatte, damit sie sich keine unnötigen Sorgen machen mussten. <br />
Clark folgte Jon dann zum Stand und bezahlte die Süßigkeiten, die der Junge ausgesucht hatte. Als sie am Schmalzgebäckstand vorbei gingen, hatte Clark wieder eine Idee und bat den Verkäufer, ihm einen Kilo unfrittierte Gebäckstücke zu verkaufen. Der Verkäufer musterte ihn erst kurz etwas seltsam, aber willigte dann ein, als er Jons bittendes Gesicht sah. Das Zeug schmeckte ja nur, wenn es gerade frisch gemacht wurde – deswegen musste er es roh mitnehmen, denn die Zubereitung würde sicher eine Stunde in Anspruch nehmen. So war es besser.<br />
Kurz nachdem er bezahlt hatte, bekam er schon die erste SMS. Sie war von Jason, der ablehnte, weil er keine Lust hatte. War ihm eigentlich schon klar gewesen, aber Clark wollte ihn nicht ausschließen. Vielleicht würde er ja doch noch kommen, es war halt typisch Jason.<br />
Er packte das Handy wieder ein und beobachtete seinen Sohn, wie er sich fröhlich die Stände ansah. „Noch was entdeckt?”<br />
Jon stand an einem Stand, wo es alle möglichen Kristalle zu kaufen gab, auch welche, die aussahen wie Kryptonit, aber keins waren. Er musste grinsen und suchte sich eben genau diese aus. Er hatte schon eine Idee was er damit anfangen würde, aber er behielt diese Idee erst einmal für sich. „Willst du dir auch etwas Schönes aussuchen?”<br />
Es glitzerte und funkelte in allen möglichen Farben. Jons Augen machten es ihm nach und der junge Superboy konnte sich einfach nicht entscheiden, was er nehmen wollte. „Ich nehme dies hier, nein lieber das oder doch lieber die hier.” Er grübelte etwas.<br />
Nachdem er seine Auswahl auf drei Kleinigkeiten beschränkt hatte, sich aber noch immer nicht entscheiden konnte, bat Clark den Verkäufer, alle drei mit dem Möchtegern-Kryptonit abzukassieren aber in zwei verschiedene Tüten zu packen. Nachdem er bezahlt hatte, entdeckte er noch drei kleine Vögel und eine Fledermaus, die aus Marmor geschnitzt waren – die kaufte er dann auch noch, sowie einen kleinen Kerzenhalter, der ebenfalls aus Marmor war – und es ging weiter.<br />
<br />
Sie waren schon auf dem Weg zurück zum Eingang, als Clark einen Stand mit Esskastanien entdeckte. War schon eine Weile her, dass er das letzte Mal welche gegessen hatte. „Guck mal, Jon, hier gibt es Esskastanien. Lass uns welche kaufen!” Er wartete nicht, bis sein Sohn antwortete, denn wenn er keine wollte, würde er sie halt selbst essen. Da Jon nicht antwortete, drückte er ihm einfach eine Tüte in die Hand.<br />
Während er seine erste Esskastanie schälte, beobachtete er seinen Sohn. Clark dachte sich schon, warum er nicht schon anfing, sie fröhlich zu essen. Auch hier brauchte es keine Worte. Clark wusste, was zu tun war und kaufte zwei Kilo noch roher Esskastanien vom Verkäufer. Kostete zwar extra, aber was tat man nicht alles, um seine Kinder glücklich zu machen. „So, nun iss deine, bevor sie kalt werden und lass uns danach du weißt schon wohin.” Er zwinkerte ihm zu und widmete sich wieder seinen Esskastanien zu.<br />
<br />
Selbst für Superman war Wayne Manor einfach nur gigantisch. Er war schon ganz oft hier gewesen, jedoch beeindruckte es ihn immer wieder. Dieses Mal klingelte er an der Eingangstür und wartete, bis Alfred ihnen öffnete, was nur einige Momente dauerte. Der Butler – oder wie die meisten ihn eher sahen, der Vater und Freund – wurde zur Begrüßung von Clark und Jon umarmt.<br />
Kaum hatte er die Tür hinter den Besuchern geschlossen, bot er bereits eine Tasse Tee oder etwas anderes zu trinken an. Beide lehnten dankend ab. Alfred wollte ihnen beim Tragen helfen, doch dies lehnten sie auch dankend ab.<br />
Jedoch stellte Clark die Tüten kurz ab, da sein Handy wegen einer SMS oder nein, es waren gleich zwei hintereinander, vibrierte. Tim und Dick sagten beide zu. Sehr gut! Clark lächelte zufrieden und Jon blickte seinen Vater neugierig an.<br />
„Kommen sie? Bitte sag, dass sie kommen.” Jons Stimmte war hoffnungsvoll, aber etwas unsicher. Clark hingegen nickte nur. „Juhu, dann lass uns schnell alles vorbereiten! ” Dabei sah er seinen Vater und Alfred voller Tatendrang an.<br />
Clark erklärte Alfred, was für eine Überraschung sie geplant hatten, und der Butler freute sich darüber. Er ging voraus, während Clark und Jon samt Geschenken und Einkäufen ihm folgten. <br />
<br />
In der Bathöhle war Superman sogar noch öfter und es beindruckte ihn noch mehr. Es war einfach faszinierend. Nicht so überragend wie seine Festung der Einsamkeit, aber dennoch ein spannender Ort. Jon schien es auch so zu sehen denn er starrte staunend durch die Gegend.<br />
Ein paar Minuten später war Dick auch schon angekommen. Er hatte Weihnachtsdekoration dabei. Clark musste sich einfach Bruces Gesicht vorstellen, wenn er das hier sehen würde. Deko war eine gute Idee, warum war Clark nicht von selbst draufgekommen? Dafür hatten sie ja Dick. „Hey. Schön, dass du kommen konntest, und das mit der Deko ist echt eine gute Idee.”<br />
Nightwing wurde auch zur Begrüßung von Clark zuerst umarmt. Jon war noch zu begeistert von der Höhle, deswegen wurde er von Dicks Umarmung überrascht. „Ja hat gut in meinen Zeitplan gepasst, außerdem kann ich doch nicht Damians und vor allem Bruces Reaktion darauf verpassen! Daher auch die Deko – wenn schon, denn schon.”<br />
Dick grinste, als auch schon die Deko vom kleinen Superboy beschlagnahmt wurde. Der Junge fing ohne zu zögern an zu dekorieren. Clark sah ihm noch kurz zufrieden dabei zu, bevor er dann anfing, die Esskastanien vorzubereiten. Alfred hatte bereits alles hingelegt was sie heute Abend brauchen würden. Er brauchte keinen Herd, dafür hatte er seinen Hitzeblick. Echt praktisch. Damit konnte er den Topf mit dem Öl einfach erhitzen und das Schmalzgebäck frittieren.<br />
„Ich geh eben hoch und schaue, ob ich Alfred helfen kann und frage Tim, wann er ankommt. Bis gleich!”, sagte Dick, bevor er hochging. <br />
<br />
Ein paar Minuten später kam Dick mit Alfred zurück. Tim war auch dabei. „Ich freue mich, dich zu sehen, Tim! Schön, dass du es einrichten konntest“, sagte Clark lächelnd. Nachdem Tim ebenfalls so herzlich begrüßt wurde, ging es weiter an die Arbeit. Der Tisch wurde gedeckt, mit allerlei Leckereien. Tee gab es auch und der duftete so herrlich nach Weihnachten.<br />
Als Jon mit Hilfe von Tim fertig dekoriert hatte, stapelte er seine Geschenke auf einem kleinen Tisch, den Alfred extra dafür hingestellt und dekoriert hatte. Jetzt fehlten nur noch die Hauptgäste. Wobei Jon noch hoffte, dass Kon und Kara vielleicht auch kamen. Und Batgirl wäre auch cool. Wenn sie hier auftauchten, ohne zu wissen was hier los war, wäre es sogar noch cooler! Jon ließ sich einfach mal überraschen. Er stellte sich jetzt ziemlich zufrieden grinsend neben seinen Vater. „So, jetzt sind wir bereit.” Stolz sah er dann zu den Batjungs. „Wisst ihr wann sie wieder kommen?”<br />
Tim und Dick schüttelten beide gleichzeitig den Kopf. Dauerte manchmal lange und manchmal halt nicht, konnte leider keiner beurteilen. Anrufen und fragen wäre zu gefährlich, außerdem würde es die Überraschung kaputtmachen. Ihnen blieb also nichts weiter zu tun als zu warten.<br />
Währenddessen gab Alfred jedem schon mal eine Tasse Tee und nahm sich auch eine. „Dies ist wahrlich eine gute Idee gewesen. Master Damian wird sich sicher freuen.” Es aber bestimmt nicht zeigen, vielleicht ja doch. Schließlich war es die Weihnachtszeit. Da hatte sogar Batman gute Laune, hin und wieder zumindest.<br />
<br />
Die Zeit verging und verging. Mittlerweile waren sie schon seit einer Stunde fertig, es wurde schon spät. Ein ungutes Gefühl machte sich breit. Bruce schien es gut zu gehen, denn sein Herzschlag war normal, dies konnte Clark wegen seines Supergehörs hören. Er hatte sich die Herzschläge der Menschen, die ihm besonders am Herzen lagen, gemerkt, denn er musste es kontrollieren, damit es nicht zu viel für ihn wurde. Er musste differenzieren können, wo die Gefahr höher war und wo nicht. Er konnte schließlich nicht überall gleichzeitig sein und auch nicht alle Menschen retten, auch wenn er es gern wollte und es ihn hin und wieder runterzog, weil er es nicht konnte. „Sie werden sicher bald kommen“, beruhigte er alle – aber hauptsächlich seinen Sohn, denn die Batfamily konnte mittlerweile damit umgehen.<br />
<br />
Wieder war eine Stunde vergangen. Es wurde immer weniger geredet und immer mehr gewartet. Clark konnte beobachten, wie sein Sohn immer frustrierter wurde, auch wenn er tapfer versuchte, es nicht zu zeigen.<br />
„Lasst uns einen Weihnachtsfilm gucken”, sagte Dick fröhlich, als seine Worte fast von den Geräuschen des ankommenden Batmobils übertönt wurden.<br />
Jon sprang auf und lief in die Richtung.<br />
„Hättest du das nicht eher sagen können?” Tim boxte seinem Bruder gegen die Schulter und grinste. Selbst Alfred musste schmunzeln. Clark war zufrieden und konnte es kaum erwarten, Bruces Gesicht zu sehen.<br />
Er war nicht der Einzige mit dieser Vorfreude, also stand er zwischen Tim und Dick, während Jon bereits beim Batmobil angekommen war, das gerade geparkt wurde. Kaum wurde die Tür des Wagens geöffnet, riefen alle gleichzeitig: „Frohe Weihnachten!”<br />
Clark konnte selbst unter der Maske Bruces Verwunderung sehen und auch wie Damian versuchte, seine Freude zu verstecken.<br />
Jon hingegen schnappte sich gleich Damians Arm und zerrte ihn fast zu dem Tisch mit den Geschenken. „Guck mal, das und das und das da haben wir alles für dich gekauft und wir haben den Weihnachtsmarkt einfach hierhergeholt, weil du nicht mitkommen konntest, wie findest du es?” Freudestrahlend sah er Damian an und wartete auf seine Reaktion.<br />
„Ganz nett.” Robin klang viel beeindruckter als er wollte. Es war wirklich toll, aber zugeben konnte er es nicht. Er würde auch nicht zugeben, dass er viel lieber mit Jon auf den Weihnachtsmarkt gegangen wäre als mit seinem Vater auf Mission, was er sonst immer wollte und sauer war, wenn er nicht durfte.<br />
„Ganz nett?” Clark hob eine Augenbraue. “Es tut nicht weh sich zu freuen, glaub mir.” Er zwinkerte ihm zu und wuschelte ihm durch die Haare, bevor er zu Bruce ging.<br />
Noch bevor Clark etwas sagen konnte, spürte er die Hand seines Freundes auf seiner Schulter. „Danke“, sagte Bruce, während er seine Maske abnahm und man ein kleines Lächeln sehen konnte.<br />
Damian hatte nur vor sich her gegrummelt, als Clark ihm durch die Haare gewuschelt hatte und war sich umzuziehen gegangen. Jon wartete solange, bis Damian wieder da war, um ihm zu erzählen wie es so auf dem Weihnachtsmarkt war.<br />
Bruce und Clark gesellten sich zu den Anderen. Dabei wurden sie von den Jungs angegrinst. Auch Damian musste etwas grinsen, als er wieder da war. Es war eine seltsame Situation, kurze Stille umgab die Bathöhle, bevor alle anfingen zu lachen.<br />
Es wurde sich unterhalten, gegessen und getrunken, während Clark sich um die Esskastanien kümmerte, die er schön mit seinem Hitzeblick erhitzte und fertig machte zum Essen. Alfred frittierte währenddessen das Schmalzgebäck in Öl, welches durch Jons Hitzeblick erhitzt wurde. Hier und da wurden ein paar Fotos zur Erinnerung gemacht und alle waren glücklich.Clark hatte den Anderen die Kristalle gezeigt, die aussahen wie Kryptonit, aber keins waren, und erzählt, dass er sie anonym Luthor zu Weihnachten schenken könnte. Das Gesicht, das er machen würde, sobald Luthor realisierte, dass es den Kryptoniern nichts ausmachte - das wollte Clark nicht verpassen. Dieser Gedanke brachte ausnahmslos alle zum lachen.<br />
So wurde es doch noch ein schöner Abend. Jeder kam auf seine Kosten und auch Damian wurde im Laufe des Abends lockerer und schien sich zu freuen. Einmal alle Sorgen vergessen und glücklich sein, wenigstens für ein paar Stunden. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Jahr später </span><br />
Jon hatte die Geschenke wie letztes Jahr schon im November fertig. Dieses Jahr wollten sie den Weihnachtsmarkt in Smallville besuchen und auf der Farm feiern. Hatten sie schon im Sommer beschlossen. Heute wäre der Tag gewesen, nur diesmal würde es kein Weihnachtsfest geben.<br />
Es war vor wenigen Tagen passiert. Er wusste nicht mehr, ob es zwei oder drei Tage waren. Er hatte aufgehört zu zählen. Seine Mutter hatte ihn seitdem nicht mehr aus den Augen gelassen. Sie war auch nicht mehr viel arbeiten. Sein Vater war vor einer Woche mit Green Lantern auf eine Mission geflogen. Jon wusste nicht, ob er schon wusste, was passiert war.<br />
Gerade war es ihm aber vollkommen egal. Gerade wollte er einfach nur alleine sein. Er hatte das Fotoalbum vom letzten Jahr in der Hand und sah sich die Bilder der verrücktesten Weihnachtsfeier ever an und musste weinen. In der anderen Hand den Zeitungssauschnitt, der sein Leben veränderte. Das Datum verriet, wie lange es her war. Nicht zwei oder drei Tage, nein es war gestern, warum kam es ihm denn schon solange vor?<br />
„Der Erbe von Wayne Enterprises, Bruce Wayne, und sein Sohn Damian, kamen bei einem Autounfall ums Leben. Sie waren gerade auf dem Weg zu einer Wohltätigkeitsgala, als ein anderer Wagen die Kontrolle verloren hatte und gegen den Wagen von Wayne knallte. Der Wagen kam vom Weg ab; der Butler überlebte schwer verletzt und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Der Fahrer des anderen Wagens wurde auch ins Krankenhaus gebracht, starb aber auf dem Weg dorthin aufgrund seiner Verletzungen.“<br />
Jon hatte diesen Artikel schon so oft gelesen und so sehr gehofft, es würde sich ändern, wenn er es nochmal lesen würde. Die Trauer wurde nur nach jedem Mal lesen immer mehr. [Absatz]<br />
Plötzlich spürte er die Hand seines Vaters auf seiner Schulter. Jon sagte nichts und warf sich in dessen Arme. Er hörte eine ganze Weile nicht auf zu weinen.<br />
Clark hatte es durch die Justice League erfahren; er und Hal waren schon auf dem Weg zurück gewesen und die ganze Zeit fragte er sich: Hätte er seinen besten Freund, der mittlerweile wie ein Bruder für ihn geworden war, retten können, wenn er hier gewesen wäre? Er kam einfach nicht auf eine Antwort. Er hatte immer gewusst, der Tag würde kommen, wo er sich die Frage stellen würde – aber er hätte nicht erwartet, dass es nicht auf einer Mission war.<br />
Gerade konnte er aber nichts weiter tun als für Jon da zu sein und für seine anderen Söhne. Er drückte Jon noch etwas mehr an sich und strich ihm über den Kopf. Keiner sagte ein Wort, bis ihn die Nacht hinein.<br />
Er musste jetzt stark sein, auch wenn er gerade nicht stark sein wollte oder konnte, er musste es einfach für seinen kleinen Jungen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ENDE<br />
</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Zu erst einmal danke an @tenten31 @Estefania fürs Anfeuern und Mut machen.<br />
Dann nochmal ganz ganz lieben Dank an die Beste Betaleserin die ich je hatte @tenten31. Ich hab schon so einiges von dir gelernt. Danke von <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" /> <br />
<br />
Ich hatte Adventskalendertürchen Nummer 23 mit dem Wort Esskastanien. Ich hoffe euch gefällt meine kleine Geschichte, wie immer freue ich mich sehr auf einen Kommentar, danke im Voraus. *mit Esskastanien anlock, ich kann sie schon riechen, liegt aber gerade daran, dass meine Mutter welche macht, als ich die Geschichte heute geschrieben habe, konnte ich es auch riechen, mit dem Unterschied, dass da keine gemacht wurden. *grins* Ich höre jetzt mal auf zu reden und lasse euch lesen. Wobei eins noch. Ich wünsche Frohe Weihnachten, schöne Tage und alles Gute. Jetzt aber kommt die Geschichte. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="color: #008E02;" class="mycode_color"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Esskastanien und andere Weihnachtsleckereien!</span></span></span></div>
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Prolog</span><br />
Jonathan Samuel Kent stand in seinem Zimmer. Er blätterte gedankenverloren in einem Fotoalbum, auf dem ab und an eine seiner Tränen landete.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Once upon a time...</span><br />
„Jon, jetzt mach schon! Du weißt doch genau, wie er ist, wenn man nicht pünktlich ist.“ Man sollte meinen, wenn man über Superspeed verfügte, brauchte man sich keine Sorgen über das Zuspätkommen machen. Schien also nicht nur beim roten Speedster der Fall zu sein. Der kleine Superboy ließ sich viel zu lange Zeit fürs Geschenkeeinpacken. <br />
Clark begleitete seine Lois noch zur Tür, während er auf seinen Sohn wartete. Das Taxi stand schon vor der Tür, also verabschiedeten sich Lois und Clark schnell, bevor sie einstieg, um zu ihren Eltern zu fahren.<br />
Kaum war das Taxi weggefahren, stand Jon vollgepackt mit Geschenken in der Tür und kaute an einem Stück Lebkuchen. „Also ich wäre soweit – und du?“ Grinsend sah er seinen Vater an.<br />
„Na dann, auf geht’s!“ <br />
Clark und Jon gingen ein Stück die Straße entlang. Als sie dann an einer verlassenen Gasse vorbeikamen, prüften sie kurz, ob jemand zusah und flogen los. <br />
Der Flug nach Gotham dauerte nicht lange. Jon wollte unbedingt mit Damian zum Weihnachtsmarkt gehen, daher hatten sie sich verabredet, um sich dort zu treffen. Es sollte ein Beste-Freunde-Vater-Sohn-Abend werden. Clark hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass Bruce zusagen würde, da er abends immer schwer beschäftigt war, dennoch hatte er zugesagt. Die Lage war wohl ausnahmsweise mal ruhig. Umso besser.<br />
Sie landeten etwas abgelegen und gingen den Weg zum Weihnachtsmarkt zu Fuß weiter. Kaum waren sie beim Eingang angekommen, klingelte Clarks Handy. Er hatte es mitgenommen, weil er es geahnt hatte. Es war wirklich Bruce, obwohl er echt gehofft hatte, dass er es nicht war. Dringender Notfall also, und helfen lassen wollte er sich auch nicht, typisch Batman. Clark seufzte etwas, und als es dann hieß, Damian würde auch nicht kommen können, musste er das seinem Sohn irgendwie erklären. <br />
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Heute war der letzte Abend dieses Weihnachtsmarktes, also die letzte Gelegenheit – da sie aber schon einmal hier waren, hatte Clark eine Idee: „Hey Kleiner, tut mir leid, das war Bruce. Er sagt, sie können nicht kommen, es ist ein Notfall.” Er wuschelte seinem Sohn über die Haare. „Was hältst du davon, wenn wir eben alleine auf den Weihnachtsmarkt hier gehen? Da wir doch eh schon hier sind?” Danach könnten sie immer noch nach Wayne Manor fliegen und warten, bis Batman und Robin vom Einsatz zurückkamen. Kam ganz auf Jons Laune an, ob er überhaupt noch Lust hatte oder nicht, wäre verständlich.<br />
Jon seufzte. Kurz sah er seinen Vater an, dann den Weihnachtsmarkt. „Hmm, na gut, dann lass uns eben alleine gehen.” Man merkte an seiner Stimme, dass er nicht sonderlich Lust hatte, aber scheinbar auch nicht einfach nachhause wollte. „Danach gehen wir aber die Geschenke abgeben, Alfred ist eh immer zuhause.” Dabei klang Jons Stimme etwas fröhlicher, wenn auch immer noch enttäuscht.<br />
Clark legte Jon eine Hand auf die Schulter und nahm ihm die Tasche mit den Geschenken ab. „An welchen Stand willst du zuerst?” Irgendwie musste sein Sohn ja aufgemuntert werden.<br />
Wieder überlegte Jon etwas, bevor er sprach. „Ich möchte erst einmal eine Runde machen und dann entscheiden, wo ich sonst als erstes hinmöchte.” Kaum hatte er es ausgesprochen, schon lief er los. Clark ging etwas erleichtert hinterher.<br />
Jedoch hatte es sein Sohn scheinbar eilig, denn die Runde war schnell rum. Jon blieb wieder stehen und seufzte etwas. „Es macht irgendwie keinen Spaß. Es sieht alles so lecker aus, aber es ist blöd, wenn ich mir hier den Bauch vollschlage und Damian nicht dabei ist. Ich wollte ihm doch all die leckeren Sachen zeigen.” Jon war echt frustriert.<br />
Clark nahm seinen Sohn in den Arm. „Du hast schon recht, war anders geplant, aber du weißt ja wie unser Leben nun mal ist. Es kann immer wieder etwas dazwischenkommen”, versuchte er ihn zu trösten und überlegte kurz, wie der Abend noch gerettet werden konnte, als ihm eine Idee kam. „Ich weiß, was wir machen. Wir bringen den Weihnachtsmarkt einfach zu Damian, wenn Damian nicht zum Weihnachtsmarkt kommen kann.” Clark grinste etwas und sah Jon an. „Na, was hältst du davon?”<br />
Jons Gesicht hellte sich schlagartig auf. „Au ja, du hast echt die besten Ideen, Daddy.” Jon umarmte seinen Vater fröhlich und grinste. „Ich gehe schnell Süßigkeiten aussuchen.” Kaum hatte er seinen Satz beendet, lief der Junge los.<br />
Clark hingegen nahm sein Handy und schrieb Dick, Tim und sogar Jason eine SMS und fragte, ob sie gleich mal Zeit hatten, in der Bathöhle vorbeizukommen. In der SMS schrieb er auch, was er vorhatte, damit sie sich keine unnötigen Sorgen machen mussten. <br />
Clark folgte Jon dann zum Stand und bezahlte die Süßigkeiten, die der Junge ausgesucht hatte. Als sie am Schmalzgebäckstand vorbei gingen, hatte Clark wieder eine Idee und bat den Verkäufer, ihm einen Kilo unfrittierte Gebäckstücke zu verkaufen. Der Verkäufer musterte ihn erst kurz etwas seltsam, aber willigte dann ein, als er Jons bittendes Gesicht sah. Das Zeug schmeckte ja nur, wenn es gerade frisch gemacht wurde – deswegen musste er es roh mitnehmen, denn die Zubereitung würde sicher eine Stunde in Anspruch nehmen. So war es besser.<br />
Kurz nachdem er bezahlt hatte, bekam er schon die erste SMS. Sie war von Jason, der ablehnte, weil er keine Lust hatte. War ihm eigentlich schon klar gewesen, aber Clark wollte ihn nicht ausschließen. Vielleicht würde er ja doch noch kommen, es war halt typisch Jason.<br />
Er packte das Handy wieder ein und beobachtete seinen Sohn, wie er sich fröhlich die Stände ansah. „Noch was entdeckt?”<br />
Jon stand an einem Stand, wo es alle möglichen Kristalle zu kaufen gab, auch welche, die aussahen wie Kryptonit, aber keins waren. Er musste grinsen und suchte sich eben genau diese aus. Er hatte schon eine Idee was er damit anfangen würde, aber er behielt diese Idee erst einmal für sich. „Willst du dir auch etwas Schönes aussuchen?”<br />
Es glitzerte und funkelte in allen möglichen Farben. Jons Augen machten es ihm nach und der junge Superboy konnte sich einfach nicht entscheiden, was er nehmen wollte. „Ich nehme dies hier, nein lieber das oder doch lieber die hier.” Er grübelte etwas.<br />
Nachdem er seine Auswahl auf drei Kleinigkeiten beschränkt hatte, sich aber noch immer nicht entscheiden konnte, bat Clark den Verkäufer, alle drei mit dem Möchtegern-Kryptonit abzukassieren aber in zwei verschiedene Tüten zu packen. Nachdem er bezahlt hatte, entdeckte er noch drei kleine Vögel und eine Fledermaus, die aus Marmor geschnitzt waren – die kaufte er dann auch noch, sowie einen kleinen Kerzenhalter, der ebenfalls aus Marmor war – und es ging weiter.<br />
<br />
Sie waren schon auf dem Weg zurück zum Eingang, als Clark einen Stand mit Esskastanien entdeckte. War schon eine Weile her, dass er das letzte Mal welche gegessen hatte. „Guck mal, Jon, hier gibt es Esskastanien. Lass uns welche kaufen!” Er wartete nicht, bis sein Sohn antwortete, denn wenn er keine wollte, würde er sie halt selbst essen. Da Jon nicht antwortete, drückte er ihm einfach eine Tüte in die Hand.<br />
Während er seine erste Esskastanie schälte, beobachtete er seinen Sohn. Clark dachte sich schon, warum er nicht schon anfing, sie fröhlich zu essen. Auch hier brauchte es keine Worte. Clark wusste, was zu tun war und kaufte zwei Kilo noch roher Esskastanien vom Verkäufer. Kostete zwar extra, aber was tat man nicht alles, um seine Kinder glücklich zu machen. „So, nun iss deine, bevor sie kalt werden und lass uns danach du weißt schon wohin.” Er zwinkerte ihm zu und widmete sich wieder seinen Esskastanien zu.<br />
<br />
Selbst für Superman war Wayne Manor einfach nur gigantisch. Er war schon ganz oft hier gewesen, jedoch beeindruckte es ihn immer wieder. Dieses Mal klingelte er an der Eingangstür und wartete, bis Alfred ihnen öffnete, was nur einige Momente dauerte. Der Butler – oder wie die meisten ihn eher sahen, der Vater und Freund – wurde zur Begrüßung von Clark und Jon umarmt.<br />
Kaum hatte er die Tür hinter den Besuchern geschlossen, bot er bereits eine Tasse Tee oder etwas anderes zu trinken an. Beide lehnten dankend ab. Alfred wollte ihnen beim Tragen helfen, doch dies lehnten sie auch dankend ab.<br />
Jedoch stellte Clark die Tüten kurz ab, da sein Handy wegen einer SMS oder nein, es waren gleich zwei hintereinander, vibrierte. Tim und Dick sagten beide zu. Sehr gut! Clark lächelte zufrieden und Jon blickte seinen Vater neugierig an.<br />
„Kommen sie? Bitte sag, dass sie kommen.” Jons Stimmte war hoffnungsvoll, aber etwas unsicher. Clark hingegen nickte nur. „Juhu, dann lass uns schnell alles vorbereiten! ” Dabei sah er seinen Vater und Alfred voller Tatendrang an.<br />
Clark erklärte Alfred, was für eine Überraschung sie geplant hatten, und der Butler freute sich darüber. Er ging voraus, während Clark und Jon samt Geschenken und Einkäufen ihm folgten. <br />
<br />
In der Bathöhle war Superman sogar noch öfter und es beindruckte ihn noch mehr. Es war einfach faszinierend. Nicht so überragend wie seine Festung der Einsamkeit, aber dennoch ein spannender Ort. Jon schien es auch so zu sehen denn er starrte staunend durch die Gegend.<br />
Ein paar Minuten später war Dick auch schon angekommen. Er hatte Weihnachtsdekoration dabei. Clark musste sich einfach Bruces Gesicht vorstellen, wenn er das hier sehen würde. Deko war eine gute Idee, warum war Clark nicht von selbst draufgekommen? Dafür hatten sie ja Dick. „Hey. Schön, dass du kommen konntest, und das mit der Deko ist echt eine gute Idee.”<br />
Nightwing wurde auch zur Begrüßung von Clark zuerst umarmt. Jon war noch zu begeistert von der Höhle, deswegen wurde er von Dicks Umarmung überrascht. „Ja hat gut in meinen Zeitplan gepasst, außerdem kann ich doch nicht Damians und vor allem Bruces Reaktion darauf verpassen! Daher auch die Deko – wenn schon, denn schon.”<br />
Dick grinste, als auch schon die Deko vom kleinen Superboy beschlagnahmt wurde. Der Junge fing ohne zu zögern an zu dekorieren. Clark sah ihm noch kurz zufrieden dabei zu, bevor er dann anfing, die Esskastanien vorzubereiten. Alfred hatte bereits alles hingelegt was sie heute Abend brauchen würden. Er brauchte keinen Herd, dafür hatte er seinen Hitzeblick. Echt praktisch. Damit konnte er den Topf mit dem Öl einfach erhitzen und das Schmalzgebäck frittieren.<br />
„Ich geh eben hoch und schaue, ob ich Alfred helfen kann und frage Tim, wann er ankommt. Bis gleich!”, sagte Dick, bevor er hochging. <br />
<br />
Ein paar Minuten später kam Dick mit Alfred zurück. Tim war auch dabei. „Ich freue mich, dich zu sehen, Tim! Schön, dass du es einrichten konntest“, sagte Clark lächelnd. Nachdem Tim ebenfalls so herzlich begrüßt wurde, ging es weiter an die Arbeit. Der Tisch wurde gedeckt, mit allerlei Leckereien. Tee gab es auch und der duftete so herrlich nach Weihnachten.<br />
Als Jon mit Hilfe von Tim fertig dekoriert hatte, stapelte er seine Geschenke auf einem kleinen Tisch, den Alfred extra dafür hingestellt und dekoriert hatte. Jetzt fehlten nur noch die Hauptgäste. Wobei Jon noch hoffte, dass Kon und Kara vielleicht auch kamen. Und Batgirl wäre auch cool. Wenn sie hier auftauchten, ohne zu wissen was hier los war, wäre es sogar noch cooler! Jon ließ sich einfach mal überraschen. Er stellte sich jetzt ziemlich zufrieden grinsend neben seinen Vater. „So, jetzt sind wir bereit.” Stolz sah er dann zu den Batjungs. „Wisst ihr wann sie wieder kommen?”<br />
Tim und Dick schüttelten beide gleichzeitig den Kopf. Dauerte manchmal lange und manchmal halt nicht, konnte leider keiner beurteilen. Anrufen und fragen wäre zu gefährlich, außerdem würde es die Überraschung kaputtmachen. Ihnen blieb also nichts weiter zu tun als zu warten.<br />
Währenddessen gab Alfred jedem schon mal eine Tasse Tee und nahm sich auch eine. „Dies ist wahrlich eine gute Idee gewesen. Master Damian wird sich sicher freuen.” Es aber bestimmt nicht zeigen, vielleicht ja doch. Schließlich war es die Weihnachtszeit. Da hatte sogar Batman gute Laune, hin und wieder zumindest.<br />
<br />
Die Zeit verging und verging. Mittlerweile waren sie schon seit einer Stunde fertig, es wurde schon spät. Ein ungutes Gefühl machte sich breit. Bruce schien es gut zu gehen, denn sein Herzschlag war normal, dies konnte Clark wegen seines Supergehörs hören. Er hatte sich die Herzschläge der Menschen, die ihm besonders am Herzen lagen, gemerkt, denn er musste es kontrollieren, damit es nicht zu viel für ihn wurde. Er musste differenzieren können, wo die Gefahr höher war und wo nicht. Er konnte schließlich nicht überall gleichzeitig sein und auch nicht alle Menschen retten, auch wenn er es gern wollte und es ihn hin und wieder runterzog, weil er es nicht konnte. „Sie werden sicher bald kommen“, beruhigte er alle – aber hauptsächlich seinen Sohn, denn die Batfamily konnte mittlerweile damit umgehen.<br />
<br />
Wieder war eine Stunde vergangen. Es wurde immer weniger geredet und immer mehr gewartet. Clark konnte beobachten, wie sein Sohn immer frustrierter wurde, auch wenn er tapfer versuchte, es nicht zu zeigen.<br />
„Lasst uns einen Weihnachtsfilm gucken”, sagte Dick fröhlich, als seine Worte fast von den Geräuschen des ankommenden Batmobils übertönt wurden.<br />
Jon sprang auf und lief in die Richtung.<br />
„Hättest du das nicht eher sagen können?” Tim boxte seinem Bruder gegen die Schulter und grinste. Selbst Alfred musste schmunzeln. Clark war zufrieden und konnte es kaum erwarten, Bruces Gesicht zu sehen.<br />
Er war nicht der Einzige mit dieser Vorfreude, also stand er zwischen Tim und Dick, während Jon bereits beim Batmobil angekommen war, das gerade geparkt wurde. Kaum wurde die Tür des Wagens geöffnet, riefen alle gleichzeitig: „Frohe Weihnachten!”<br />
Clark konnte selbst unter der Maske Bruces Verwunderung sehen und auch wie Damian versuchte, seine Freude zu verstecken.<br />
Jon hingegen schnappte sich gleich Damians Arm und zerrte ihn fast zu dem Tisch mit den Geschenken. „Guck mal, das und das und das da haben wir alles für dich gekauft und wir haben den Weihnachtsmarkt einfach hierhergeholt, weil du nicht mitkommen konntest, wie findest du es?” Freudestrahlend sah er Damian an und wartete auf seine Reaktion.<br />
„Ganz nett.” Robin klang viel beeindruckter als er wollte. Es war wirklich toll, aber zugeben konnte er es nicht. Er würde auch nicht zugeben, dass er viel lieber mit Jon auf den Weihnachtsmarkt gegangen wäre als mit seinem Vater auf Mission, was er sonst immer wollte und sauer war, wenn er nicht durfte.<br />
„Ganz nett?” Clark hob eine Augenbraue. “Es tut nicht weh sich zu freuen, glaub mir.” Er zwinkerte ihm zu und wuschelte ihm durch die Haare, bevor er zu Bruce ging.<br />
Noch bevor Clark etwas sagen konnte, spürte er die Hand seines Freundes auf seiner Schulter. „Danke“, sagte Bruce, während er seine Maske abnahm und man ein kleines Lächeln sehen konnte.<br />
Damian hatte nur vor sich her gegrummelt, als Clark ihm durch die Haare gewuschelt hatte und war sich umzuziehen gegangen. Jon wartete solange, bis Damian wieder da war, um ihm zu erzählen wie es so auf dem Weihnachtsmarkt war.<br />
Bruce und Clark gesellten sich zu den Anderen. Dabei wurden sie von den Jungs angegrinst. Auch Damian musste etwas grinsen, als er wieder da war. Es war eine seltsame Situation, kurze Stille umgab die Bathöhle, bevor alle anfingen zu lachen.<br />
Es wurde sich unterhalten, gegessen und getrunken, während Clark sich um die Esskastanien kümmerte, die er schön mit seinem Hitzeblick erhitzte und fertig machte zum Essen. Alfred frittierte währenddessen das Schmalzgebäck in Öl, welches durch Jons Hitzeblick erhitzt wurde. Hier und da wurden ein paar Fotos zur Erinnerung gemacht und alle waren glücklich.Clark hatte den Anderen die Kristalle gezeigt, die aussahen wie Kryptonit, aber keins waren, und erzählt, dass er sie anonym Luthor zu Weihnachten schenken könnte. Das Gesicht, das er machen würde, sobald Luthor realisierte, dass es den Kryptoniern nichts ausmachte - das wollte Clark nicht verpassen. Dieser Gedanke brachte ausnahmslos alle zum lachen.<br />
So wurde es doch noch ein schöner Abend. Jeder kam auf seine Kosten und auch Damian wurde im Laufe des Abends lockerer und schien sich zu freuen. Einmal alle Sorgen vergessen und glücklich sein, wenigstens für ein paar Stunden. <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ein Jahr später </span><br />
Jon hatte die Geschenke wie letztes Jahr schon im November fertig. Dieses Jahr wollten sie den Weihnachtsmarkt in Smallville besuchen und auf der Farm feiern. Hatten sie schon im Sommer beschlossen. Heute wäre der Tag gewesen, nur diesmal würde es kein Weihnachtsfest geben.<br />
Es war vor wenigen Tagen passiert. Er wusste nicht mehr, ob es zwei oder drei Tage waren. Er hatte aufgehört zu zählen. Seine Mutter hatte ihn seitdem nicht mehr aus den Augen gelassen. Sie war auch nicht mehr viel arbeiten. Sein Vater war vor einer Woche mit Green Lantern auf eine Mission geflogen. Jon wusste nicht, ob er schon wusste, was passiert war.<br />
Gerade war es ihm aber vollkommen egal. Gerade wollte er einfach nur alleine sein. Er hatte das Fotoalbum vom letzten Jahr in der Hand und sah sich die Bilder der verrücktesten Weihnachtsfeier ever an und musste weinen. In der anderen Hand den Zeitungssauschnitt, der sein Leben veränderte. Das Datum verriet, wie lange es her war. Nicht zwei oder drei Tage, nein es war gestern, warum kam es ihm denn schon solange vor?<br />
„Der Erbe von Wayne Enterprises, Bruce Wayne, und sein Sohn Damian, kamen bei einem Autounfall ums Leben. Sie waren gerade auf dem Weg zu einer Wohltätigkeitsgala, als ein anderer Wagen die Kontrolle verloren hatte und gegen den Wagen von Wayne knallte. Der Wagen kam vom Weg ab; der Butler überlebte schwer verletzt und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Der Fahrer des anderen Wagens wurde auch ins Krankenhaus gebracht, starb aber auf dem Weg dorthin aufgrund seiner Verletzungen.“<br />
Jon hatte diesen Artikel schon so oft gelesen und so sehr gehofft, es würde sich ändern, wenn er es nochmal lesen würde. Die Trauer wurde nur nach jedem Mal lesen immer mehr. [Absatz]<br />
Plötzlich spürte er die Hand seines Vaters auf seiner Schulter. Jon sagte nichts und warf sich in dessen Arme. Er hörte eine ganze Weile nicht auf zu weinen.<br />
Clark hatte es durch die Justice League erfahren; er und Hal waren schon auf dem Weg zurück gewesen und die ganze Zeit fragte er sich: Hätte er seinen besten Freund, der mittlerweile wie ein Bruder für ihn geworden war, retten können, wenn er hier gewesen wäre? Er kam einfach nicht auf eine Antwort. Er hatte immer gewusst, der Tag würde kommen, wo er sich die Frage stellen würde – aber er hätte nicht erwartet, dass es nicht auf einer Mission war.<br />
Gerade konnte er aber nichts weiter tun als für Jon da zu sein und für seine anderen Söhne. Er drückte Jon noch etwas mehr an sich und strich ihm über den Kopf. Keiner sagte ein Wort, bis ihn die Nacht hinein.<br />
Er musste jetzt stark sein, auch wenn er gerade nicht stark sein wollte oder konnte, er musste es einfach für seinen kleinen Jungen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ENDE<br />
</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ein Weihnachtsstern für Selina - Teil 1/1]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-141.html</link>
			<pubDate>Sat, 19 Dec 2020 18:53:39 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=5">Estefania</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-141.html</guid>
			<description><![CDATA[Und hier mein Türchen für heute:<br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">Ein Weihnachtsstern für Selina</span></span></div>
 <br />
Es war kalt. Und dunkel. Wenn man einmal von dem sternenklaren Himmel dieser verfluchten Stadt absah. Und dem Vollmond, der sich in eben jenem Wasser spiegelte, welches die Stadt vom Rest der Welt abgrenzte. Die Brücke war zerstört. Es gab keine Möglichkeit, von hier weg zu kommen. Oder hier her zu gelangen. Je nach dem. Allerdings … Wer kam schon freiwillig nach Gotham City? Der Rest der Welt würde dieses Drecksloch ganz sicher nicht vermissen, wenn es einfach vom Erdboden verschluckt werden würde. Und dennoch … Sie war hier. Lebte in dieser von Verbrecherbanden regierten Großstadt.<br />
<br />
„Hmm?“ Ihr Blick hob sich von dem Feuer, welches einigen Obdachlosen ein wenig Wärme in der kalten Vorweihnachtszeit spendete und ein Junge, etwa in ihrem Alter wiederholte seine Frage erneut. Ob sie von hier wegwollte? „Was würde das für einen Unterschied machen?“, lautete die Antwort in Form einer Gegenfrage. Ein ratloses Schulterzucken folgte und er rieb beide Handflächen fest aneinander, um sie zu wärmen. Selina hüllte sich indessen ein wenig mehr in ihre Jacke und starrte ins Feuer. Es würde definitv keinen Unterschied machen. Ihr Leben war so oder so verkorkst. Da spielte es absolut keine Rolle, wo sie sich aufhielt. Also konnte sie auch genauso gut in Gotham bleiben. Hier kannte sie sich aus, wusste, an wen sie sich halten musste und wo sie herbekommen konnte, was sie zum Leben brauchte. Da wäre sie ja schön blöd, all dies aufzugeben und in einer fremden Stadt neu anzufangen. Und dann war da ja auch noch Bruce …<br />
<br />
Verdammt! Warum kam der Idiot ihr jetzt in den Sinn, nachdem sie es endlich geschafft hatte, ihn aus ihren Gedanken zu verbannen? Wegen ihm blieb sie hier bestimmt nicht. Ausgerechnet ER hielt sie hier nicht!<br />
<br />
Innerlich aufgebracht erhob sich Selina von ihrem Platz. „Bin gleich wieder da“. Dann ging sie ein paar Schritte durch den Park. Vielleicht wäre sie auch nicht gleich wieder da. Wahrscheinlich würde sie jetzt nachhause gehen. In ihr eigenes kleines Domizil mitten in der Stadt. Und während sie ging, wanderte ihr Blick zu dem sternenklaren Nachthimmel hinauf. Ein Stern funkelte heller als der andere. Sie alle strahlten regelrecht um die Wette. Ab und zu glitten dunkle Wolken an ihnen vorbei, ließen sie kurz verschwinden und wieder auftauchen. Im Prinzip genau, wie sie selbst auch. Selina tauchte auf einfach so aus dem Dunkel auf. Allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass man sie dann nicht zuvor schon gesehen hatte.<br />
<br />
Doch nicht nur sie hatte diese Gabe. Selina sah sich um. Hatte sie dort hinter einem der Bäume einen Schatten vorbei huschen sehen? Aber da war nichts. Sie zuckte mit den Schultern und ging weiter, unter den Bäumen hindurch, bis ihr scharfer Hörsinn ortete, dass etwas irgendwo hinunter fiel. Nein. Nicht irgendwo. Direkt über ihr aus einem der Bäume. Und sie reagierte schnell. Hüpfte gerade noch zur Seite, um auszuweichen.<br />
<br />
Mit einem dumpfen Aufprall landete ein Stern direkt vor ihren Füßen. Es war selbstverständlich keiner der Sterne, die dort oben am Himmel vor sich hin leuchteten. Es war ein etwa handflächengroßer,  weißer Plastikstern. Und auch er leuchtete. Selina ging in die Hocke, um sich den Gegenstand genauer zu betrachten. Er besaß – wie wohl so ziemlich alle Sternnachbildungen hier auf der Erde – 5 Zacken. Und bei genauerer Betrachtung ein Batteriefach. Logisch. Wie würde er sonst leuchten können? Doch die größte Aufmerksamkeit schenkte Selina dem Zacken, der in diesem Moment nach rechts zu eben jenem Baum zeigte, aus dem er gefallen war. Mit schwarzem Stift stand dort ihr Name geschrieben. Mit zusammengezogenen Augenbrauen strich sie mit dem Finger über die feinen, schwarzen Buchstaben: Cat!<br />
<br />
Bis es abermals über ihr in der Baumkrone raschelte und ein Schatten im nächsten Baum verschwand. Also hatte sie sich das doch nicht eingebildet. „Hey“, rief sie in die Dunkelheit hinein. Doch logischerweise ohne Erfolg. Keine Reaktion. Nur ein Baumrascheln hier und da und etwas Leuchtendes – weitere Sterne? – was immer mal wieder zu Boden fiel.<br />
<br />
Ihre Neugier war geweckt und so jagte Selina mitten in der Nacht einem unbekannten Schatten hinterher, den sie wohl ohnehin nicht einholen konnte. Aber verdammt nochmal! Das war es wert. Jemand meinte ja wohl ganz offensichtlich sie! Also lief sie hinterher, so schnell sie konnte, sammelte alle Sterne ein, allesamt mit den gleichen drei Buchstaben beschriftet. Es waren insgesamt vier an der Zahl. Viel mehr wären ihr auch kaum zu tragen möglich gewesen. Die einzigen Taschen, die sie bei sich hatte, waren die beiden Jackentaschen und diese waren durchlöchert. Doch trotz allem würde sie darauf achten, nicht in eine Falle zu tappen.<br />
<br />
Doch es war eine Falle!<br />
<br />
Am Ende des Parks angekommen, hielt ein schwarzes Auto an und schnitt ihr den Weg ab. Ein Bentley, wie das Logo auf der Motorhaube verriet. Ein Bentley, den sie bereits sehr gut kannte. Selina konnte erkennen, wie der dunkel gekleidete Fahrer aus dem Wagen stieg und geradewegs auf sie zukam. Ja sie sogar am Arm packte. Offenbar rechnete er damit, dass sie gleich abhauen würde. Womit er auch gar nicht so falsch gelegen hatte, denn genau das hatte sie vor. „Guten Abend Miss“, erkannte sie die Stimme und konnte sich einen ergebenen Seufzer nicht verkneifen. „Ich muss Sie bitten, mich zu begleiten“. Also wurde sie zur Beifahrertür geführt, stieg ein und ließ es geschehen, dass die Tür sich wieder hinter ihr schloss. Selina versuchte gar nicht erst, sie wieder zu öffnen, während der Fahrer damit beschäftigt war, um den Wagen herum zu gehen und selbst einzusteigen. Stattdessen verschränkte sie trotzig beide Arme vor ihrer Brust, während sie sich über sich selbst ärgerte. Die Sterne leuchteten immer noch fröhlich vor sich hin. Sie hatten auf ihrem Schoss ihren notdürftigen Platz gefunden.<br />
Die Fahrt erschien ungewöhnlich lang. Was aber wohl eher daran hing, dass unangenehme Dinge sich ziehen konnten, wie ein durchgekauter Kaugummi. Selina kannte ihr Ziel sehr genau. Und sonst hatte sie selbst zu Fuß nicht so lange gebraucht.<br />
<br />
Doch endlich waren sie da. Fuhren durch das geöffnete, schmiedeeiserne Tor, in dessen Mitte ein schwungvolles „W“ prangte. Den Kopf gegen die Fensterscheibe gelehnt, verdrehte Selina die Augen in Richtung der perfekt weißen Decke des Bentleys. Warum hatte sie sich darauf nur eingelassen? Warum hatte sie sich von diesen verfluchten Sternen anlocken lassen? Warum …?<br />
<br />
„Wir sind da“, erklärte Alfred unnötigerweise und hielt den Wagen direkt vor der breiten Treppe an. Stieg aus und öffnete ihr förmlich die Tür, damit sie aussteigen konnte. Und zum wiederholten Male fragte sich Cat, womit sie eine solche Behandlung verdient hatte. Sie stieg aus, die Sterne in Händen haltend und blickte an der Treppe empor. „Schön, dass Du es einrichten konntest“, grinste Bruce und kam zu ihr herunter. Und während Alfred den Bentley zu den wohl zig anderen schicken Wagen in die Waynesche Garage fuhr, stand Bruce da im piekfeinen Anzug, während sie selbst in zerschlissenen Jeans und durchlöcherter Jacke glänzte. Sein Blick fiel auf die Sterne in ihren Händen. „Du hast sie gefunden“.<br />
<br />
„Was für ein Wunder“. In ihr tobte ein Kampf, während dem sie sich kaum in der Lage fühlte, zu entscheiden, ob sie bleiben oder lieber wieder abhauen sollte. Doch Bruce nahm ihr diese Entscheidung vorerst ab und griff sanft ihren Oberarm. Den sie ihm allerdings sogleich wieder entriss. „Lass das“. Sie würde es durchaus schaffen, diese Stufen auch ohne seine Hilfe zu bewältigen. Das sollte er eigentlich wissen. Und schon tat sie Selbiges, während sie Bruce hinter sich Seufzen hörte.<br />
Oben angekommen, wurde ihr dann auch schon die Tür geöffnet. Von Alfred. Und Selina wunderte sich ein weiteres Mal, wie er und Bruce es immer schafften, in diesem übermäßig großen Bau immer so schnell von A nach B zu kommen. Umso genauer sah sie sich auf dem Weg zum Esszimmer um, in welches sie geführt wurde. Von dieser Warte aus kannte sie das gar nicht, hatte sie doch bisher immer den Weg durch ein geöffnetes Fenster gesucht.<br />
<br />
Und dann stand sie in der Küche. Vor einem reich gedeckten Tisch, an jedem Kopfende ein Stuhl. An einem davon ein hübsch verpackter Karton stehend. „Das ist Dein Platz“, erklärte Bruce. „Setz Dich doch schon mal. Ich bin gleich wieder da.<br />
Selina sah ihrem Gastgeber hinterher und widmete sich dann dem Geschenk. Tatsächlich … Das war ganz offensichtlich ihr Platz. Ihr Name stand immerhin groß genug auf der Karte, welche an der Schleife des Geschenkbandes befestigt war.<br />
Und als Bruce nur wenige Minuten später wieder zurückkam, Alfred mit einem Tablet im Schlepptau, war Selina verschwunden. Einzig einen Zettel hatte sie auf ihrem Platz zurückgelassen: „Ich brauche keine Almosen“. Daneben drei der leuchtenden Sterne. Den Zettel in der Hand fiel Bruces Blick auf das geöffnete Fenster, während er Alfreds Stimme hinter sich vernahm: „Nun, ich habe Ihnen ja gleich gesagt, dass es die Arbeit nicht lohnt, Master Bruce“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Und hier mein Türchen für heute:<br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">Ein Weihnachtsstern für Selina</span></span></div>
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Es war kalt. Und dunkel. Wenn man einmal von dem sternenklaren Himmel dieser verfluchten Stadt absah. Und dem Vollmond, der sich in eben jenem Wasser spiegelte, welches die Stadt vom Rest der Welt abgrenzte. Die Brücke war zerstört. Es gab keine Möglichkeit, von hier weg zu kommen. Oder hier her zu gelangen. Je nach dem. Allerdings … Wer kam schon freiwillig nach Gotham City? Der Rest der Welt würde dieses Drecksloch ganz sicher nicht vermissen, wenn es einfach vom Erdboden verschluckt werden würde. Und dennoch … Sie war hier. Lebte in dieser von Verbrecherbanden regierten Großstadt.<br />
<br />
„Hmm?“ Ihr Blick hob sich von dem Feuer, welches einigen Obdachlosen ein wenig Wärme in der kalten Vorweihnachtszeit spendete und ein Junge, etwa in ihrem Alter wiederholte seine Frage erneut. Ob sie von hier wegwollte? „Was würde das für einen Unterschied machen?“, lautete die Antwort in Form einer Gegenfrage. Ein ratloses Schulterzucken folgte und er rieb beide Handflächen fest aneinander, um sie zu wärmen. Selina hüllte sich indessen ein wenig mehr in ihre Jacke und starrte ins Feuer. Es würde definitv keinen Unterschied machen. Ihr Leben war so oder so verkorkst. Da spielte es absolut keine Rolle, wo sie sich aufhielt. Also konnte sie auch genauso gut in Gotham bleiben. Hier kannte sie sich aus, wusste, an wen sie sich halten musste und wo sie herbekommen konnte, was sie zum Leben brauchte. Da wäre sie ja schön blöd, all dies aufzugeben und in einer fremden Stadt neu anzufangen. Und dann war da ja auch noch Bruce …<br />
<br />
Verdammt! Warum kam der Idiot ihr jetzt in den Sinn, nachdem sie es endlich geschafft hatte, ihn aus ihren Gedanken zu verbannen? Wegen ihm blieb sie hier bestimmt nicht. Ausgerechnet ER hielt sie hier nicht!<br />
<br />
Innerlich aufgebracht erhob sich Selina von ihrem Platz. „Bin gleich wieder da“. Dann ging sie ein paar Schritte durch den Park. Vielleicht wäre sie auch nicht gleich wieder da. Wahrscheinlich würde sie jetzt nachhause gehen. In ihr eigenes kleines Domizil mitten in der Stadt. Und während sie ging, wanderte ihr Blick zu dem sternenklaren Nachthimmel hinauf. Ein Stern funkelte heller als der andere. Sie alle strahlten regelrecht um die Wette. Ab und zu glitten dunkle Wolken an ihnen vorbei, ließen sie kurz verschwinden und wieder auftauchen. Im Prinzip genau, wie sie selbst auch. Selina tauchte auf einfach so aus dem Dunkel auf. Allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass man sie dann nicht zuvor schon gesehen hatte.<br />
<br />
Doch nicht nur sie hatte diese Gabe. Selina sah sich um. Hatte sie dort hinter einem der Bäume einen Schatten vorbei huschen sehen? Aber da war nichts. Sie zuckte mit den Schultern und ging weiter, unter den Bäumen hindurch, bis ihr scharfer Hörsinn ortete, dass etwas irgendwo hinunter fiel. Nein. Nicht irgendwo. Direkt über ihr aus einem der Bäume. Und sie reagierte schnell. Hüpfte gerade noch zur Seite, um auszuweichen.<br />
<br />
Mit einem dumpfen Aufprall landete ein Stern direkt vor ihren Füßen. Es war selbstverständlich keiner der Sterne, die dort oben am Himmel vor sich hin leuchteten. Es war ein etwa handflächengroßer,  weißer Plastikstern. Und auch er leuchtete. Selina ging in die Hocke, um sich den Gegenstand genauer zu betrachten. Er besaß – wie wohl so ziemlich alle Sternnachbildungen hier auf der Erde – 5 Zacken. Und bei genauerer Betrachtung ein Batteriefach. Logisch. Wie würde er sonst leuchten können? Doch die größte Aufmerksamkeit schenkte Selina dem Zacken, der in diesem Moment nach rechts zu eben jenem Baum zeigte, aus dem er gefallen war. Mit schwarzem Stift stand dort ihr Name geschrieben. Mit zusammengezogenen Augenbrauen strich sie mit dem Finger über die feinen, schwarzen Buchstaben: Cat!<br />
<br />
Bis es abermals über ihr in der Baumkrone raschelte und ein Schatten im nächsten Baum verschwand. Also hatte sie sich das doch nicht eingebildet. „Hey“, rief sie in die Dunkelheit hinein. Doch logischerweise ohne Erfolg. Keine Reaktion. Nur ein Baumrascheln hier und da und etwas Leuchtendes – weitere Sterne? – was immer mal wieder zu Boden fiel.<br />
<br />
Ihre Neugier war geweckt und so jagte Selina mitten in der Nacht einem unbekannten Schatten hinterher, den sie wohl ohnehin nicht einholen konnte. Aber verdammt nochmal! Das war es wert. Jemand meinte ja wohl ganz offensichtlich sie! Also lief sie hinterher, so schnell sie konnte, sammelte alle Sterne ein, allesamt mit den gleichen drei Buchstaben beschriftet. Es waren insgesamt vier an der Zahl. Viel mehr wären ihr auch kaum zu tragen möglich gewesen. Die einzigen Taschen, die sie bei sich hatte, waren die beiden Jackentaschen und diese waren durchlöchert. Doch trotz allem würde sie darauf achten, nicht in eine Falle zu tappen.<br />
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Doch es war eine Falle!<br />
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Am Ende des Parks angekommen, hielt ein schwarzes Auto an und schnitt ihr den Weg ab. Ein Bentley, wie das Logo auf der Motorhaube verriet. Ein Bentley, den sie bereits sehr gut kannte. Selina konnte erkennen, wie der dunkel gekleidete Fahrer aus dem Wagen stieg und geradewegs auf sie zukam. Ja sie sogar am Arm packte. Offenbar rechnete er damit, dass sie gleich abhauen würde. Womit er auch gar nicht so falsch gelegen hatte, denn genau das hatte sie vor. „Guten Abend Miss“, erkannte sie die Stimme und konnte sich einen ergebenen Seufzer nicht verkneifen. „Ich muss Sie bitten, mich zu begleiten“. Also wurde sie zur Beifahrertür geführt, stieg ein und ließ es geschehen, dass die Tür sich wieder hinter ihr schloss. Selina versuchte gar nicht erst, sie wieder zu öffnen, während der Fahrer damit beschäftigt war, um den Wagen herum zu gehen und selbst einzusteigen. Stattdessen verschränkte sie trotzig beide Arme vor ihrer Brust, während sie sich über sich selbst ärgerte. Die Sterne leuchteten immer noch fröhlich vor sich hin. Sie hatten auf ihrem Schoss ihren notdürftigen Platz gefunden.<br />
Die Fahrt erschien ungewöhnlich lang. Was aber wohl eher daran hing, dass unangenehme Dinge sich ziehen konnten, wie ein durchgekauter Kaugummi. Selina kannte ihr Ziel sehr genau. Und sonst hatte sie selbst zu Fuß nicht so lange gebraucht.<br />
<br />
Doch endlich waren sie da. Fuhren durch das geöffnete, schmiedeeiserne Tor, in dessen Mitte ein schwungvolles „W“ prangte. Den Kopf gegen die Fensterscheibe gelehnt, verdrehte Selina die Augen in Richtung der perfekt weißen Decke des Bentleys. Warum hatte sie sich darauf nur eingelassen? Warum hatte sie sich von diesen verfluchten Sternen anlocken lassen? Warum …?<br />
<br />
„Wir sind da“, erklärte Alfred unnötigerweise und hielt den Wagen direkt vor der breiten Treppe an. Stieg aus und öffnete ihr förmlich die Tür, damit sie aussteigen konnte. Und zum wiederholten Male fragte sich Cat, womit sie eine solche Behandlung verdient hatte. Sie stieg aus, die Sterne in Händen haltend und blickte an der Treppe empor. „Schön, dass Du es einrichten konntest“, grinste Bruce und kam zu ihr herunter. Und während Alfred den Bentley zu den wohl zig anderen schicken Wagen in die Waynesche Garage fuhr, stand Bruce da im piekfeinen Anzug, während sie selbst in zerschlissenen Jeans und durchlöcherter Jacke glänzte. Sein Blick fiel auf die Sterne in ihren Händen. „Du hast sie gefunden“.<br />
<br />
„Was für ein Wunder“. In ihr tobte ein Kampf, während dem sie sich kaum in der Lage fühlte, zu entscheiden, ob sie bleiben oder lieber wieder abhauen sollte. Doch Bruce nahm ihr diese Entscheidung vorerst ab und griff sanft ihren Oberarm. Den sie ihm allerdings sogleich wieder entriss. „Lass das“. Sie würde es durchaus schaffen, diese Stufen auch ohne seine Hilfe zu bewältigen. Das sollte er eigentlich wissen. Und schon tat sie Selbiges, während sie Bruce hinter sich Seufzen hörte.<br />
Oben angekommen, wurde ihr dann auch schon die Tür geöffnet. Von Alfred. Und Selina wunderte sich ein weiteres Mal, wie er und Bruce es immer schafften, in diesem übermäßig großen Bau immer so schnell von A nach B zu kommen. Umso genauer sah sie sich auf dem Weg zum Esszimmer um, in welches sie geführt wurde. Von dieser Warte aus kannte sie das gar nicht, hatte sie doch bisher immer den Weg durch ein geöffnetes Fenster gesucht.<br />
<br />
Und dann stand sie in der Küche. Vor einem reich gedeckten Tisch, an jedem Kopfende ein Stuhl. An einem davon ein hübsch verpackter Karton stehend. „Das ist Dein Platz“, erklärte Bruce. „Setz Dich doch schon mal. Ich bin gleich wieder da.<br />
Selina sah ihrem Gastgeber hinterher und widmete sich dann dem Geschenk. Tatsächlich … Das war ganz offensichtlich ihr Platz. Ihr Name stand immerhin groß genug auf der Karte, welche an der Schleife des Geschenkbandes befestigt war.<br />
Und als Bruce nur wenige Minuten später wieder zurückkam, Alfred mit einem Tablet im Schlepptau, war Selina verschwunden. Einzig einen Zettel hatte sie auf ihrem Platz zurückgelassen: „Ich brauche keine Almosen“. Daneben drei der leuchtenden Sterne. Den Zettel in der Hand fiel Bruces Blick auf das geöffnete Fenster, während er Alfreds Stimme hinter sich vernahm: „Nun, ich habe Ihnen ja gleich gesagt, dass es die Arbeit nicht lohnt, Master Bruce“.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das vergessene Geschenk - Teil 1/1]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-133.html</link>
			<pubDate>Thu, 10 Dec 2020 18:04:29 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=5">Estefania</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-133.html</guid>
			<description><![CDATA[Knapp am Thema vorbei. Aber lest selbst:<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das vergessene Geschenk</span></span></div>
<br />
„Mist, Mist, Mist“, fluchte Lois vor sich hin, während sie versuchte, ihre unbequemen „Reporterpumps“ auf umständlichste Art und Weise von ihren Füßen zu entfernen. Sie war verdammt spät dran. Wenn man es eilig hatte, wollten die einfachsten Dinge nicht gelingen. Erst recht, wenn man gleichzeitig noch in der Schreibtischschublade kramte, um nach ein paar Habseligkeiten zu suchen. Doch endlich war es geschafft. Die Pumps lagen lieblos auf dem tonlosen Teppich des Daily Planet, die Handtasche war geschultert, der Mantel übergeworfen. Eilig humpelte sie in den halb angezogenen Sneakers zum Aufzug. Dort angekommen, drückte sie gleich mehrmals ungeduldig auf den Knopf. „Davon kommt er auch nicht schneller“, konnte sich einer ihrer Kollegen seinen unnötigen Ratschlag nicht verkneifen. Er für seinen Teil entschied sich für die Treppe. „Frohe Weihnachten“, rief er mit hoch gehobenem Arm als Abschiedsgruß. „Ja danke. Du mich auch“, murmelte Lois genervt, als endlich das errettende ‚Bling‘ des Aufzugs ertöne, bevor sich die Türen aufschoben. Viel zu langsam für ihren Geschmack. Aber immerhin taten sie es. Und als Lois dann in der Kabine stand, nutzte sie die Zeit, die Fersen ihrer Sneakers endlich anständig hochzuziehen. Geschafft! Was für eine Erleichterung.<br />
<br />
Der Knopf für das Erdgeschoss wurde gedrückt und gemächlich schlossen sich die Türen wieder. „Na mach schon“, feuerte sie den Aufzug ungeduldig an. Es war Weihnachtsabend und Lois hatte immer noch kein Geschenk für Clark. Wo auch immer der gerade steckte. Zwar klebten sie nicht den ganzen Tag während der Arbeit aufeinander – was ja auch eher kontraproduktiv wäre – aber normalerweise verabschiedete er sich bei ihr, wenn sie noch keinen Feierabend hatte. Das konnte nur bedeuten, dass er nebenher noch anderes zu tun hatte. Aber daran war Lois inzwischen gewohnt.<br />
<br />
Ein weiteres „Bling“ ertönte und die Türen öffneten sich wieder. Ohne zu zögern verließ Lois schnellen Schrittes den Aufzug und lief durch die Eingangshalle des „Daily Planet“, um kurz darauf die kühle Abendluft einzuatmen. Draußen war es bereits dunkel geworden. Aber immer noch war es hell genug, denn die Straßenlaternen und die Lampen des großen Redaktions-Gebäudes erhellten den Platz. Ein Blick auf ihr Handy verriet der Journalistin, dass Clark ihr keine Nachricht hinterlassen hatte. Auch gut. Sie sah sich um. Hoffentlich wollte er sie nicht überraschen, um sie abzuholen. Dann hätte sie keine Gelegenheit mehr, noch schnell ein Geschenk zu besorgen.<br />
<br />
Doch Clark war nicht hier. Stattdessen zog allerdings einer der Blumenkübel, die auf dem hell erleuchteten Platz des Gebäudes verteilt waren, ihre Aufmerksamkeit auf sich. Lois trat näher, fixierte das definitiv nicht zu den grünen Tannen passende Blau und griff danach. Sie zog daran. Das Stück Stoff hatte sich verheddert und sie musste vorsichtig sein, um es nicht zu zerreißen. Lois ahnte bereits, was sie gleich in Händen halten würde.<br />
<br />
„Ach Clark“, seufzte sie und stopfte die Krawatte in ihre Handtasche. Wie oft hatte sie ihm gesagt, dass er seine Krawatten wenigstens in seiner Schreibtischschublade hinterlegen sollte? 100 Mal? 1000 Mal? Er lernte es wohl nie. Sein Krawatten-Verschleiß war unglaublich hoch. Nun ja. Diese hier hatte sie ja zum Glück gefunden, konnte sie waschen, bügeln und wieder in seinen Kleiderschrank hängen. Darüber müsste sie unbedingt noch einmal ein ernstes Wort mit ihrem Gatten sprechen müssen. Aber nicht jetzt.<br />
<br />
Jetzt war es an der Zeit, ein Weihnachtsgeschenk für eben Jenen zu finden. Also eilte Lois zum Parkplatz hinüber und betätigte bereits unterwegs den Knopf ihrer Fernbedienung. Zeit sparen, wo es nur ging. Dort hinten pfiff ihr Kleinwagen zwischen den großen Schlitten und die Lichter blinkten ihr auffordernd zu. Na dann los!<br />
<br />
Wie lange es gedauert hatte, bis sie endlich die Haustür mit Geschenk betreten konnte, wusste Lois nicht. Sie hatte nicht auf die Uhr gesehen. Aber scheinbar kam sie gerade rechtzeitig, denn aus dem Ofen heraus duftete es herrlich nach der Pizza, die Clark offensichtlich bereits ohne sie in den Ofen geschoben hatte. Sie wollten diesen Abend gemütlich angehen. Nur zu zweit. Das große Fest mit Familie und Freunden war am Weihnachtstag an der Reihe. Doch der heilige Abend gehörte nur ihnen. Deshalb sollte Clark sein Geschenk auch schon heute bekommen.<br />
<br />
Aber noch stand dies in der Ecke an der Garderobe, eingepackt in eine rote Tüte mit unzähligen Santas drauf und wartete noch geduldig. „Ich bin dahaaaa“, rief sie, noch während sie sich ihres Mantels entledigte. Doch das hätte sie sich sparen können. „Ich weiß“. Zwei starke Arme legten sich von hinten um ihre Taille und sie spürte seinen Kuss in der Nackenkuhle, die noch vom Schal gewärmt war. Sein Atem verursachte ihr eine wohlige Gänsehaut, während sie die Augen schloss, um diesen Augenblick zu genießen.<br />
<br />
„Wie war Dein Tag?“ Auf diese Frage hin seufzte Lois und schüttelt den Kopf. „Wie war Deiner?“ Clark wunk ab und löste sich von ihr. „Willst Du nicht wissen“. Damit war wohl alles gesagt. Manches wollte man vielleicht auch tatsächlich gar nicht wissen. Also beließen sie es dabei und machten sich gemeinsam auf den Weg zur Küche. Zwei Pappverpackungen lagen noch in der Ecke der Arbeitsplatte. „Hmm, Tiefkühlpizza“, stellte Lois fest, grinste aber nachsichtig. „So schwer ist Pizzateig nun wirklich nicht. Musst Du wirklich mal versuchen“. Aber sie hatte Hunger und der trieb bekannterweise alles rein, also setzte sie sich an den Tisch und begann damit, sich die Pizza in Stücke zu schneiden. „Das große Festessen ist meine Mum bestimmt längst am Vorbereiten“, entgegnete Clark mit einem Augenzwinkern und Lois verdrehte die Augen. Nicht, dass sie das Essen ihrer Schwiegermutter nicht zu schätzen wusste. Ganz im Gegenteil. Aber Martha verstand sich einfach viel zu gut aufs Kochen und Backen, so dass man nie der Versuchung widerstehen konnte. So aß man ganz von selbst jedes Mal mehr, als man eigentlich vertragen konnte. „Ja dann kann ich anschließend wieder nachhause rollen“, grinste sie und schob sich mit den Fingern ein Stück in den Mund. Clark tat es ihr gleich und an den Blicken, welche die beiden tauschten, war beiden anzusehen, dass sie sich doch sehr auf den morgigen Tag und Marthas Kochkünste freuten.<br />
<br />
Nichtsdestotrotz waren die recht kleinen Pizzen schnell aufgegessen. Lois wischte sich mit einer Serviette den Mund ab, stand auf und wusch sich die Hände. Clark räumte im Handumdrehen den Esstisch ab und beide trafen sich wenige Minuten später im Wohnzimmer. „Oh … warte“, sagte Lois und verschwand im Flur, wo an der Garderobe noch immer das Geschenk darauf wartete, endlich ausgepackt zu werden. Mit beiden Händen versteckte sie es hinter ihrem Rücken, während sie sich wieder der Couch näherte, auf der es sich Clark in der Zwischenzeit gemütlich gemacht hatte. Mit hochgelegten Beinen lümmelte er dort, offenbar in der Absicht, für den Rest des Abends dort liegen zu bleiben. Neugierig legte er seinen Kopf in den Nacken, als er hörte, wie sich Lois ihm von hinten näherte. Sie suchte sich einen freien Platz auf der Couch und gesellte sich zu ihm. Sein Kopf folgte ihr abermals und er sah, wie sie ihm mit fröhlichem Lächeln hielt sie ihm die Santa-Tüte entgegen. „Frohe Weihnachten. Ich dachte, ich gebe es Dir jetzt schon, wenn wir noch Ruhe haben“. „Humm?“ Das war alles, was von ihrem Gatten zu vernehmen war, als dieser sich irritiert aufrichtete und wie automatisiert die Tüte entgegennahm. Von einem ungeduldigen „Na schau schon rein“ aufgefordert, tat er eben selbiges, griff kurz danach hinein und beförderte einen schwarzen, hölzernen Krawattenhalter zum Vorschein. „Oh?“ Lois nahm ihm sein Geschenk ab, um es ihm genauer zu demonstrieren. „Für Deine Krawatten“, erklärte sie. An dem schwungvoll gebogenen Haken hängte sie das gute Stück an ihrem Zeigefinger auf hielt es ihm vors Gesicht. „Du kannst ihn einfach an der Kleiderstange aufhängen und er ist um 360 Grad drehbar“.<br />
<br />
Ein verhaltenes Lächeln zeigte sich auf Clarks Gesicht, als er sich sein Geschenk wieder zurückholte, um es sich genauer zu betrachten. „Das ist … praktisch“, nickte er. „Ja nicht? Das habe ich mir auch gedacht“. Lois lächelte ihn an und Clark schwante Böses. Weshalb er sich dann auch gleich verlegen am Hinterkopf kratzte. „Aber …“ Ein Räuspern folgte. „Haben wir nicht ausgemacht, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken?“ Langsam, ganz langsam verschwand die Fröhlichkeit aus Lois‘ Gesicht, als ihr klar wurde, dass ihr Göttergatte ganz offensichtlich nichts für sie hatte. „Und da hast Du einfach nichts gekauft?“ Nichts zu schenken hieß doch lediglich, dass man sich nichts Großes, nichts Teures schenkte. Aber das hieß doch nicht wirklich NICHTS! Man schenkte sich dann eben etwas Praktisches, etwas man wirklich gebrauchen konnte. Oder eben etwas von Herzen. Aber man schenkte doch dann nicht einfach NICHTS!<br />
<br />
Lois beobachtete, wie Clarks Kopf langsam zu nicken begann und hörte sein leises, vorsichtiges „Ja?“. Clark indessen sah, wie sich ihre Schultern senkten und sich ihre Lippen zu dieser süßen Schnute zogen, wie sie es immer taten, wenn Lois schmollte. Ein gefährliches Zeichen, das wusste er, fürwahr. Aber ebenfalls wusste er, dass es noch nicht zu spät war. Da war noch etwas zu richten. Also wirkte er gleich wieder selbstsicherer, richtete sich auf und erhob sich dann gänzlich von der Couch. „Nur weil ich nichts gekauft habe, heißt das nicht, dass ich nichts für Dich habe“, erklärte er und reichte ihr auffordernd seine Hand. „Zieh Dich an. Dein Geschenk wartet draußen auf Dich“.<br />
<br />
Skeptisch griff Lois nach der ihr angebotenen Hand und stand ebenfalls auf, ging hinaus in den Flur und zog sich wieder an.<br />
Nur wenige Minuten später spürte sie seinen festen Griff um ihre Taille, bevor sie sich in die Luft erhoben. Zum Glück hatte Lois ihre anfängliche Höhenangst überwunden. So etwas konnte man nicht gebrauchen, wenn man mit Clark Kent verheiratet war. So legte sie lediglich einen Arm locker um seine Schultern, eine Hand an seiner Brust, während sie immer höher und höher flogen.<br />
<br />
Auf der eisernen Kugel des Daily Planet Gebäudes setzte Clark zur Landung an und Lois protestierte augenblicklich. „Oh nein, bitte nicht. Da komme ich doch gerade erst her“. Nach einem langen Arbeitstag konnte sie sich schöneres vorstellen, als wieder unmittelbar genau dorthin zurück befördert zu werden. Doch Clark machte eine ausladende Bewegung seines Armes über die Stadt hinweg. „Sieh Dir das an“. Und Lois sah es sich an. Sah den riesigen Weihnachtsbaum, der wie jedes Jahr an derselben Stelle, ganz in der Nähe des Daily Planet seinen Platz gefunden hatte, sah ihn funkeln und glitzern, bewunderte den goldenen Stern, welcher die Tanne krönte. Sie sah die vielen Lichter, weiß, golden, leuchtend und blinkend, die die Straßen durchzogen und die ganze Stadt in eine romantische Weihnachtswelt verzauberten. Die Menschen dort unten erschienen ihr so klein und hektisch. Genau, wie sie selbst noch an eben jenem Abend. Sie eilten durch die Straßen, um Busse und Taxen zu erreichen, die ihnen dann doch vor der Nase davonfuhren, suchten auf den letzten Drücker noch das perfekte Weihnachtsgeschenk, telefonierten oder stritten miteinander. Doch keiner von ihnen nahm diese atemberaubende, weihnachtliche Schönheit wahr, die Metropolis ihnen bereits seit Wochen bot. Das Einzige, was zu ihrem Glück noch fehlte, war Schnee. Oder vielleicht war es auch Glück, dass es eben nicht schneite. Denn sonst würden die Menschen wohl noch mehr schimpfen, Unfälle bauen und wieder schimpfen.<br />
<br />
Verträumt lächelnd stand sie da, beide Arme um Clarks Körper gelegt, den Kopf an seiner Schulter ruhend. „Ach, Clark. Das ist wirklich ein schönes Geschenk“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Knapp am Thema vorbei. Aber lest selbst:<br />
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Das vergessene Geschenk</span></span></div>
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„Mist, Mist, Mist“, fluchte Lois vor sich hin, während sie versuchte, ihre unbequemen „Reporterpumps“ auf umständlichste Art und Weise von ihren Füßen zu entfernen. Sie war verdammt spät dran. Wenn man es eilig hatte, wollten die einfachsten Dinge nicht gelingen. Erst recht, wenn man gleichzeitig noch in der Schreibtischschublade kramte, um nach ein paar Habseligkeiten zu suchen. Doch endlich war es geschafft. Die Pumps lagen lieblos auf dem tonlosen Teppich des Daily Planet, die Handtasche war geschultert, der Mantel übergeworfen. Eilig humpelte sie in den halb angezogenen Sneakers zum Aufzug. Dort angekommen, drückte sie gleich mehrmals ungeduldig auf den Knopf. „Davon kommt er auch nicht schneller“, konnte sich einer ihrer Kollegen seinen unnötigen Ratschlag nicht verkneifen. Er für seinen Teil entschied sich für die Treppe. „Frohe Weihnachten“, rief er mit hoch gehobenem Arm als Abschiedsgruß. „Ja danke. Du mich auch“, murmelte Lois genervt, als endlich das errettende ‚Bling‘ des Aufzugs ertöne, bevor sich die Türen aufschoben. Viel zu langsam für ihren Geschmack. Aber immerhin taten sie es. Und als Lois dann in der Kabine stand, nutzte sie die Zeit, die Fersen ihrer Sneakers endlich anständig hochzuziehen. Geschafft! Was für eine Erleichterung.<br />
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Der Knopf für das Erdgeschoss wurde gedrückt und gemächlich schlossen sich die Türen wieder. „Na mach schon“, feuerte sie den Aufzug ungeduldig an. Es war Weihnachtsabend und Lois hatte immer noch kein Geschenk für Clark. Wo auch immer der gerade steckte. Zwar klebten sie nicht den ganzen Tag während der Arbeit aufeinander – was ja auch eher kontraproduktiv wäre – aber normalerweise verabschiedete er sich bei ihr, wenn sie noch keinen Feierabend hatte. Das konnte nur bedeuten, dass er nebenher noch anderes zu tun hatte. Aber daran war Lois inzwischen gewohnt.<br />
<br />
Ein weiteres „Bling“ ertönte und die Türen öffneten sich wieder. Ohne zu zögern verließ Lois schnellen Schrittes den Aufzug und lief durch die Eingangshalle des „Daily Planet“, um kurz darauf die kühle Abendluft einzuatmen. Draußen war es bereits dunkel geworden. Aber immer noch war es hell genug, denn die Straßenlaternen und die Lampen des großen Redaktions-Gebäudes erhellten den Platz. Ein Blick auf ihr Handy verriet der Journalistin, dass Clark ihr keine Nachricht hinterlassen hatte. Auch gut. Sie sah sich um. Hoffentlich wollte er sie nicht überraschen, um sie abzuholen. Dann hätte sie keine Gelegenheit mehr, noch schnell ein Geschenk zu besorgen.<br />
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Doch Clark war nicht hier. Stattdessen zog allerdings einer der Blumenkübel, die auf dem hell erleuchteten Platz des Gebäudes verteilt waren, ihre Aufmerksamkeit auf sich. Lois trat näher, fixierte das definitiv nicht zu den grünen Tannen passende Blau und griff danach. Sie zog daran. Das Stück Stoff hatte sich verheddert und sie musste vorsichtig sein, um es nicht zu zerreißen. Lois ahnte bereits, was sie gleich in Händen halten würde.<br />
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„Ach Clark“, seufzte sie und stopfte die Krawatte in ihre Handtasche. Wie oft hatte sie ihm gesagt, dass er seine Krawatten wenigstens in seiner Schreibtischschublade hinterlegen sollte? 100 Mal? 1000 Mal? Er lernte es wohl nie. Sein Krawatten-Verschleiß war unglaublich hoch. Nun ja. Diese hier hatte sie ja zum Glück gefunden, konnte sie waschen, bügeln und wieder in seinen Kleiderschrank hängen. Darüber müsste sie unbedingt noch einmal ein ernstes Wort mit ihrem Gatten sprechen müssen. Aber nicht jetzt.<br />
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Jetzt war es an der Zeit, ein Weihnachtsgeschenk für eben Jenen zu finden. Also eilte Lois zum Parkplatz hinüber und betätigte bereits unterwegs den Knopf ihrer Fernbedienung. Zeit sparen, wo es nur ging. Dort hinten pfiff ihr Kleinwagen zwischen den großen Schlitten und die Lichter blinkten ihr auffordernd zu. Na dann los!<br />
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Wie lange es gedauert hatte, bis sie endlich die Haustür mit Geschenk betreten konnte, wusste Lois nicht. Sie hatte nicht auf die Uhr gesehen. Aber scheinbar kam sie gerade rechtzeitig, denn aus dem Ofen heraus duftete es herrlich nach der Pizza, die Clark offensichtlich bereits ohne sie in den Ofen geschoben hatte. Sie wollten diesen Abend gemütlich angehen. Nur zu zweit. Das große Fest mit Familie und Freunden war am Weihnachtstag an der Reihe. Doch der heilige Abend gehörte nur ihnen. Deshalb sollte Clark sein Geschenk auch schon heute bekommen.<br />
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Aber noch stand dies in der Ecke an der Garderobe, eingepackt in eine rote Tüte mit unzähligen Santas drauf und wartete noch geduldig. „Ich bin dahaaaa“, rief sie, noch während sie sich ihres Mantels entledigte. Doch das hätte sie sich sparen können. „Ich weiß“. Zwei starke Arme legten sich von hinten um ihre Taille und sie spürte seinen Kuss in der Nackenkuhle, die noch vom Schal gewärmt war. Sein Atem verursachte ihr eine wohlige Gänsehaut, während sie die Augen schloss, um diesen Augenblick zu genießen.<br />
<br />
„Wie war Dein Tag?“ Auf diese Frage hin seufzte Lois und schüttelt den Kopf. „Wie war Deiner?“ Clark wunk ab und löste sich von ihr. „Willst Du nicht wissen“. Damit war wohl alles gesagt. Manches wollte man vielleicht auch tatsächlich gar nicht wissen. Also beließen sie es dabei und machten sich gemeinsam auf den Weg zur Küche. Zwei Pappverpackungen lagen noch in der Ecke der Arbeitsplatte. „Hmm, Tiefkühlpizza“, stellte Lois fest, grinste aber nachsichtig. „So schwer ist Pizzateig nun wirklich nicht. Musst Du wirklich mal versuchen“. Aber sie hatte Hunger und der trieb bekannterweise alles rein, also setzte sie sich an den Tisch und begann damit, sich die Pizza in Stücke zu schneiden. „Das große Festessen ist meine Mum bestimmt längst am Vorbereiten“, entgegnete Clark mit einem Augenzwinkern und Lois verdrehte die Augen. Nicht, dass sie das Essen ihrer Schwiegermutter nicht zu schätzen wusste. Ganz im Gegenteil. Aber Martha verstand sich einfach viel zu gut aufs Kochen und Backen, so dass man nie der Versuchung widerstehen konnte. So aß man ganz von selbst jedes Mal mehr, als man eigentlich vertragen konnte. „Ja dann kann ich anschließend wieder nachhause rollen“, grinste sie und schob sich mit den Fingern ein Stück in den Mund. Clark tat es ihr gleich und an den Blicken, welche die beiden tauschten, war beiden anzusehen, dass sie sich doch sehr auf den morgigen Tag und Marthas Kochkünste freuten.<br />
<br />
Nichtsdestotrotz waren die recht kleinen Pizzen schnell aufgegessen. Lois wischte sich mit einer Serviette den Mund ab, stand auf und wusch sich die Hände. Clark räumte im Handumdrehen den Esstisch ab und beide trafen sich wenige Minuten später im Wohnzimmer. „Oh … warte“, sagte Lois und verschwand im Flur, wo an der Garderobe noch immer das Geschenk darauf wartete, endlich ausgepackt zu werden. Mit beiden Händen versteckte sie es hinter ihrem Rücken, während sie sich wieder der Couch näherte, auf der es sich Clark in der Zwischenzeit gemütlich gemacht hatte. Mit hochgelegten Beinen lümmelte er dort, offenbar in der Absicht, für den Rest des Abends dort liegen zu bleiben. Neugierig legte er seinen Kopf in den Nacken, als er hörte, wie sich Lois ihm von hinten näherte. Sie suchte sich einen freien Platz auf der Couch und gesellte sich zu ihm. Sein Kopf folgte ihr abermals und er sah, wie sie ihm mit fröhlichem Lächeln hielt sie ihm die Santa-Tüte entgegen. „Frohe Weihnachten. Ich dachte, ich gebe es Dir jetzt schon, wenn wir noch Ruhe haben“. „Humm?“ Das war alles, was von ihrem Gatten zu vernehmen war, als dieser sich irritiert aufrichtete und wie automatisiert die Tüte entgegennahm. Von einem ungeduldigen „Na schau schon rein“ aufgefordert, tat er eben selbiges, griff kurz danach hinein und beförderte einen schwarzen, hölzernen Krawattenhalter zum Vorschein. „Oh?“ Lois nahm ihm sein Geschenk ab, um es ihm genauer zu demonstrieren. „Für Deine Krawatten“, erklärte sie. An dem schwungvoll gebogenen Haken hängte sie das gute Stück an ihrem Zeigefinger auf hielt es ihm vors Gesicht. „Du kannst ihn einfach an der Kleiderstange aufhängen und er ist um 360 Grad drehbar“.<br />
<br />
Ein verhaltenes Lächeln zeigte sich auf Clarks Gesicht, als er sich sein Geschenk wieder zurückholte, um es sich genauer zu betrachten. „Das ist … praktisch“, nickte er. „Ja nicht? Das habe ich mir auch gedacht“. Lois lächelte ihn an und Clark schwante Böses. Weshalb er sich dann auch gleich verlegen am Hinterkopf kratzte. „Aber …“ Ein Räuspern folgte. „Haben wir nicht ausgemacht, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken?“ Langsam, ganz langsam verschwand die Fröhlichkeit aus Lois‘ Gesicht, als ihr klar wurde, dass ihr Göttergatte ganz offensichtlich nichts für sie hatte. „Und da hast Du einfach nichts gekauft?“ Nichts zu schenken hieß doch lediglich, dass man sich nichts Großes, nichts Teures schenkte. Aber das hieß doch nicht wirklich NICHTS! Man schenkte sich dann eben etwas Praktisches, etwas man wirklich gebrauchen konnte. Oder eben etwas von Herzen. Aber man schenkte doch dann nicht einfach NICHTS!<br />
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Lois beobachtete, wie Clarks Kopf langsam zu nicken begann und hörte sein leises, vorsichtiges „Ja?“. Clark indessen sah, wie sich ihre Schultern senkten und sich ihre Lippen zu dieser süßen Schnute zogen, wie sie es immer taten, wenn Lois schmollte. Ein gefährliches Zeichen, das wusste er, fürwahr. Aber ebenfalls wusste er, dass es noch nicht zu spät war. Da war noch etwas zu richten. Also wirkte er gleich wieder selbstsicherer, richtete sich auf und erhob sich dann gänzlich von der Couch. „Nur weil ich nichts gekauft habe, heißt das nicht, dass ich nichts für Dich habe“, erklärte er und reichte ihr auffordernd seine Hand. „Zieh Dich an. Dein Geschenk wartet draußen auf Dich“.<br />
<br />
Skeptisch griff Lois nach der ihr angebotenen Hand und stand ebenfalls auf, ging hinaus in den Flur und zog sich wieder an.<br />
Nur wenige Minuten später spürte sie seinen festen Griff um ihre Taille, bevor sie sich in die Luft erhoben. Zum Glück hatte Lois ihre anfängliche Höhenangst überwunden. So etwas konnte man nicht gebrauchen, wenn man mit Clark Kent verheiratet war. So legte sie lediglich einen Arm locker um seine Schultern, eine Hand an seiner Brust, während sie immer höher und höher flogen.<br />
<br />
Auf der eisernen Kugel des Daily Planet Gebäudes setzte Clark zur Landung an und Lois protestierte augenblicklich. „Oh nein, bitte nicht. Da komme ich doch gerade erst her“. Nach einem langen Arbeitstag konnte sie sich schöneres vorstellen, als wieder unmittelbar genau dorthin zurück befördert zu werden. Doch Clark machte eine ausladende Bewegung seines Armes über die Stadt hinweg. „Sieh Dir das an“. Und Lois sah es sich an. Sah den riesigen Weihnachtsbaum, der wie jedes Jahr an derselben Stelle, ganz in der Nähe des Daily Planet seinen Platz gefunden hatte, sah ihn funkeln und glitzern, bewunderte den goldenen Stern, welcher die Tanne krönte. Sie sah die vielen Lichter, weiß, golden, leuchtend und blinkend, die die Straßen durchzogen und die ganze Stadt in eine romantische Weihnachtswelt verzauberten. Die Menschen dort unten erschienen ihr so klein und hektisch. Genau, wie sie selbst noch an eben jenem Abend. Sie eilten durch die Straßen, um Busse und Taxen zu erreichen, die ihnen dann doch vor der Nase davonfuhren, suchten auf den letzten Drücker noch das perfekte Weihnachtsgeschenk, telefonierten oder stritten miteinander. Doch keiner von ihnen nahm diese atemberaubende, weihnachtliche Schönheit wahr, die Metropolis ihnen bereits seit Wochen bot. Das Einzige, was zu ihrem Glück noch fehlte, war Schnee. Oder vielleicht war es auch Glück, dass es eben nicht schneite. Denn sonst würden die Menschen wohl noch mehr schimpfen, Unfälle bauen und wieder schimpfen.<br />
<br />
Verträumt lächelnd stand sie da, beide Arme um Clarks Körper gelegt, den Kopf an seiner Schulter ruhend. „Ach, Clark. Das ist wirklich ein schönes Geschenk“.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[A Letter to Santa (1/1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-127.html</link>
			<pubDate>Wed, 02 Dec 2020 08:46:10 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-127.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Türchen Nummer 2 unseres <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=125" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Adventskalenders 2020</a><br />
Viel Spaß beim Lesen! <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span><br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A Letter to Santa</span></span></div>
<br />
Liebe Weihnachtsmann,<br />
<br />
diese Übung ist sinnlos, weil ich schon lange weiß, dass es dich nicht gibt. Trotzdem muss ich diesen Brief schreiben, weil Rektor Cross uns diese Hausaufgabe über die Feiertage aufgegeben hat. Nichts gegen die Hausaufgabe, aber am Ende lesen doch sowieso nur Sie diesen Brief, Mister Cross. Wieso muss ich also eine Entität ansprechen, an die nur Kinder glauben?<br />
<br />
Und ich bin kein kleines Kind mehr. Immerhin bin ich schon neun und damit ein großer Junge. Also kann ich auch meine eigenen Entscheidungen treffen. Zumindest meistens. Wenn ich das entscheiden könnte, wäre ich jetzt zuhause bei meinen Eltern. Aber wie Sie wissen, sind meine Eltern noch auf Forschungsreise und kommen erst im neuen Jahr wieder. Sie haben mir am Telefon hoch und heilig versprochen, dass wir Weihnachten nachholen. Glaube ich. Die Verbindung war sehr schlecht.<br />
<br />
Ich weiß, das ist ein Risiko, weil Sie diesen Brief ja auch lesen, Rektor Cross, aber ich denke nicht, dass Sie den Dachboden ansonsten wirklich nutzen können. Deshalb habe ich mir dort ein Deckenlager aufgebaut, weil es dort gemütlich ist und ich meine Ruhe habe. Ich kann dort ungestört nachdenken. Ich mache auch nichts kaputt, versprochen. Nachdem Weihnachten für mich ja sowieso ausfällt, störe ich dort oben auch niemanden und habe die Bücher auch ordnungsgemäß aus der Bibliothek ausgeliehen.<br />
<br />
Wissen Sie, normalerweise haben meine Eltern immer einen Baum besorgt. Wenn mein Dad Zeit hat, macht er selber Eggnogg. Meine Mom kauft Plätzchen und es gibt am Abend Gänsebraten. Ich weiß wie gesagt, dass der Weihnachtsmann nicht existiert. Trotzdem macht meinen Eltern das ganze Zeremoniell mit dem Glas Milch und dem Teller voll Plätzchen Freude, also spiele ich mit. Ich schlafe in der Weihnachtsnacht auch meistens schlecht, deshalb ist es vielleicht sogar besser, dass ich dieses Jahr hier bin. Hier kann ich sicher ungestört schlaf—<br />
<br />
Lieber Mister Cross,<br />
<br />
entschuldigen Sie, dass ich diesen Weihnachtsbrief so abrupt abgebrochen habe, aber ich hatte etwas gehört. Schritte auf dem Dach – natürlich war mein erster Gedanke, dass ich vielleicht den Weihnachtsmann wütend gemacht habe mit der Behauptung, dass es ihn nicht gibt. Aber dann hätte ich auch einen Schlitten und Glöckchen hören müssen und beides war nicht zu hören. Was es dann also war, was da auf dem Dach so herumgeturnt hat? Oder eher, wer? Nachdem es morgen sowieso in der Zeitung stehen wird, kann ich es Ihnen auch sagen.<br />
<br />
Batman war hier! Batman und Robin! Im Gegensatz zum Weihnachtsmann sind Batman und Robin nämlich sehr real. Sie waren hier, ich hab sie gesehen. Sie haben einen Verbrecher über die Dächer verfolgt. Dann sind sie auf das Nachbardach gesprungen, Robin sogar mit einem Salto. Das war so super und ich hätte gerne meine Kamera dabei gehabt. Das ging hin und her und beinahe wäre der Verbrecher abgestürzt, aber Batman hat ihn aufgefangen. Dann haben sie den Verbrecher gefesselt und Robin hat mir sogar gewunken.<br />
<br />
Wow! Bestes Weihnachten ever!<br />
<br />
Bitte heben Sie für mich den Zeitungsartikel davon auf, als Weihnachtsgeschenk. Vielen Dank!<br />
<br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
<br />
Tim Drake, Klasse 3A]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Türchen Nummer 2 unseres <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=125" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Adventskalenders 2020</a><br />
Viel Spaß beim Lesen! <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span><br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A Letter to Santa</span></span></div>
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Liebe Weihnachtsmann,<br />
<br />
diese Übung ist sinnlos, weil ich schon lange weiß, dass es dich nicht gibt. Trotzdem muss ich diesen Brief schreiben, weil Rektor Cross uns diese Hausaufgabe über die Feiertage aufgegeben hat. Nichts gegen die Hausaufgabe, aber am Ende lesen doch sowieso nur Sie diesen Brief, Mister Cross. Wieso muss ich also eine Entität ansprechen, an die nur Kinder glauben?<br />
<br />
Und ich bin kein kleines Kind mehr. Immerhin bin ich schon neun und damit ein großer Junge. Also kann ich auch meine eigenen Entscheidungen treffen. Zumindest meistens. Wenn ich das entscheiden könnte, wäre ich jetzt zuhause bei meinen Eltern. Aber wie Sie wissen, sind meine Eltern noch auf Forschungsreise und kommen erst im neuen Jahr wieder. Sie haben mir am Telefon hoch und heilig versprochen, dass wir Weihnachten nachholen. Glaube ich. Die Verbindung war sehr schlecht.<br />
<br />
Ich weiß, das ist ein Risiko, weil Sie diesen Brief ja auch lesen, Rektor Cross, aber ich denke nicht, dass Sie den Dachboden ansonsten wirklich nutzen können. Deshalb habe ich mir dort ein Deckenlager aufgebaut, weil es dort gemütlich ist und ich meine Ruhe habe. Ich kann dort ungestört nachdenken. Ich mache auch nichts kaputt, versprochen. Nachdem Weihnachten für mich ja sowieso ausfällt, störe ich dort oben auch niemanden und habe die Bücher auch ordnungsgemäß aus der Bibliothek ausgeliehen.<br />
<br />
Wissen Sie, normalerweise haben meine Eltern immer einen Baum besorgt. Wenn mein Dad Zeit hat, macht er selber Eggnogg. Meine Mom kauft Plätzchen und es gibt am Abend Gänsebraten. Ich weiß wie gesagt, dass der Weihnachtsmann nicht existiert. Trotzdem macht meinen Eltern das ganze Zeremoniell mit dem Glas Milch und dem Teller voll Plätzchen Freude, also spiele ich mit. Ich schlafe in der Weihnachtsnacht auch meistens schlecht, deshalb ist es vielleicht sogar besser, dass ich dieses Jahr hier bin. Hier kann ich sicher ungestört schlaf—<br />
<br />
Lieber Mister Cross,<br />
<br />
entschuldigen Sie, dass ich diesen Weihnachtsbrief so abrupt abgebrochen habe, aber ich hatte etwas gehört. Schritte auf dem Dach – natürlich war mein erster Gedanke, dass ich vielleicht den Weihnachtsmann wütend gemacht habe mit der Behauptung, dass es ihn nicht gibt. Aber dann hätte ich auch einen Schlitten und Glöckchen hören müssen und beides war nicht zu hören. Was es dann also war, was da auf dem Dach so herumgeturnt hat? Oder eher, wer? Nachdem es morgen sowieso in der Zeitung stehen wird, kann ich es Ihnen auch sagen.<br />
<br />
Batman war hier! Batman und Robin! Im Gegensatz zum Weihnachtsmann sind Batman und Robin nämlich sehr real. Sie waren hier, ich hab sie gesehen. Sie haben einen Verbrecher über die Dächer verfolgt. Dann sind sie auf das Nachbardach gesprungen, Robin sogar mit einem Salto. Das war so super und ich hätte gerne meine Kamera dabei gehabt. Das ging hin und her und beinahe wäre der Verbrecher abgestürzt, aber Batman hat ihn aufgefangen. Dann haben sie den Verbrecher gefesselt und Robin hat mir sogar gewunken.<br />
<br />
Wow! Bestes Weihnachten ever!<br />
<br />
Bitte heben Sie für mich den Zeitungsartikel davon auf, als Weihnachtsgeschenk. Vielen Dank!<br />
<br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
<br />
Tim Drake, Klasse 3A]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Close To Home (von iesika) | Teil 18/18]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-124.html</link>
			<pubDate>Wed, 04 Nov 2020 09:41:07 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-124.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Epilog</span><br />
<br />
<img src="https://i.postimg.cc/KjCKVtx2/5605-original-DE.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 5605-original-DE.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<br />
Justine faltete die Zeitung zusammen, aus der sie den Artikes gerade eben noch laut vorgelesen hatte und klemmte sie unter den Rand von Alex‘ Tablett mit Mittagessen. „Die armen Kids“, meinte sie und verzog das Gesicht zu einem Stirnrunzeln, „Conner ist schon wirklich herzig. Er ist vorbei gekommen, um nach dir zu sehen und er war so völlig aufgelöst. Aber er hat versucht, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span> zu beruhigen.“<br />
<br />
„Er ist ein echt anständiger Junge“, stimmte Alex zu. Waren sie eigentlich alle. Er drehte den Kopf so weit, wie die Halskrause es ihm erlaubte, und sah zu der Reihe von Karten und Vasen, die sich entlang der Fensterbank erstreckte. Schon witzig; man wusste nie, wie beliebt man eigentlich war, bis alle dachten, dass man im Sterben lag. „Ich kann immer noch nicht glauben, dass er mit einem Promi zusammen ist“, lachte er in sich hinein, „Da hat‘s der Dorfjunge wohl zu was gebracht, schätze ich.“<br />
<br />
„Er hat übrigens noch keine Karte geschickt“, meinte Justine. Lorelei zupfte an ihrem Hosenbein, so dass sie sich zu ihr hinunter beugte und sie auf das Bett hob, wo sie zwischen Alex‘ Füßen sitzen konnte. „Eine Karte von dieser Frau ist da – seiner Tante, hast du gesagt? Sie hat auch noch Marmelade oder sowas mitgeschickt. Irgendwas Eingemachtes.“<br />
<br />
Alex schnitt eine Grimasse. „Warum hast du mir das nicht gesagt, bevor ich diesen widerlichen Hackbraten gegessen hab? Ich hätte dich drum gebeten, unten noch ein paar Brötchen zu holen oder so.“<br />
<br />
„Hey!“<br />
<br />
Alex sah die Länge des Betts hinunter zu dem Mädchen, das im Grunde seine Stieftochter war. Ihre Mutter hatte ihr die Haare heute zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, der im Sonnenlicht kupferfarben glänzte. „Ja, Sweetie?“<br />
<br />
„Darf ich dein Jello essen?“<br />
<br />
Justine schnaubte amüsiert und zog den Rolltisch in Richtung ihrer Tochter. „Hau rein, Kleine“, antwortete sie ihr und drückte ihr einen Göffel in die Hand.<br />
<br />
Loreleis Gesicht erhellte sich und sie hieb auch sofort begeistert auf die zitternde grüne Masse ein.<br />
<br />
„Weißt du, woraus das gemacht ist?“, fragte Alex grinsend.<br />
<br />
„Kuhfüße und Schweineknochen“, gab sie gelangweilt zurück, „Das hast du mir schon gesagt. Aber es schmeckt trotzdem gut.“<br />
<br />
Alex lachte leise und verzog das Gesicht, als er dabei schmerzhaft seine Rippen spürte. „Ich finde deinen Pragmatismus höchst bewundernswert, junge Dame“, sagte er.<br />
<br />
Lorelei schlürfte demonstrativ das Jello durch ihre Zähne ein.<br />
<br />
Es klopfte an der Tür, bevor eine der Krankenschwestern ihren Kopf ins Zimmer streckte. Alex hoffte, es war kein schlechtes Zeichen, dass er ihren Namen nicht mehr wusste. „Sie haben nochmal was vorbei gebracht bekommen“, verkündete sie.<br />
<br />
Justine atmete hörbar aus und sah sich um. „Ich glaube nicht, dass hier noch Platz ist für weitere Blumen. Denkst du, sie meinen, dass sie dafür Bonuspunkte oder so bekommen?“<br />
<br />
„Es sind keine Blumen“, erwiderte die Krankenschwester. Sie trat ins Zimmer, eine kleine, flache, braune Schachtel in Händen. „Sondern ein kleines Päckchen.“<br />
<br />
„Vielleicht noch mehr Kekse!“, rief Lorelei aufgeregt.<br />
<br />
„Du hast doch schon Jello“, gab Justine geistesabwesend zurück, während sie die Schachtel entgegen nahm. Darauf stand ‚ZERBRECHLICH‘, weshalb sie sie lieber nicht schüttelte. „Soll ich sie aufmachen?“<br />
<br />
Alex hob seine Hände an, die über seinen Verbrühungen immer noch locker einbandagiert waren. „Ich denke, das solltest lieber du machen, ja.“<br />
<br />
„Nein, ich“, quietschte Lorelei und streckte schon die Hände nach dem Päckchen aus, doch ihre Mutter nahm es ihr lieber wieder weg.<br />
<br />
„Honey, da steht ‚zerbrechlich‘. Das bedeutet, dass darin etwas ist, das kaputt gehen kann.” Sie fuhr mit dem Fingernagel unter das Paketband und hielt inne. Ihr Blick ruhte auf der Schachtel, ihr Lächeln sarkastisch. „Alex? Hast du etwa Briefe an Supermodels geschrieben?”<br />
<br />
An… „Was?“, fragte er.<br />
<br />
„Der Absender lautet ‚Kory Anders‘.“<br />
<br />
Kory Anders? <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Was?</span> Alex versuchte sich aufzusetzen, nur um sofort seine Freundin und die Krankenschwester um sich zu finden. Justine half ihm, das Bett etwas nach oben zu fahren und hielt ihm die Schachtel entgegen, als sie sie öffnete. Darin lag eine Karte mit einem gezeichneten Wissenschaftler darauf sowie ein kleines gerahmtes Foto von Anders im Bikini unter einem Wasserfall, mit Autogramm und einem Lippenstift-Abdruck. Alex musste grinsen, als er an die Kommentare dachte, die er von seinen Schülern bekommen würde, wenn er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">das</span> auf seinem Schreibtisch stellte.<br />
<br />
„Oh, wie geschmackvoll“, meinte Justine trocken, zog das Foto aus der Schachtel und schob es unter eine Decke, bevor Lorelei es sähe. Die Schachtel klapperte und Dalton sah, dass unter dem Bild zwei kleine Ampullen verstaut gewesen waren.<br />
<br />
Justine hielt sie für ihn in die Höhe, so dass er sie untersuchen könnte. Eine enthielt eine dickflüssige, dunkle, leuchtend orange Flüssigkeit; in der anderen befand sich eine Locke rötlich braunes Haar.<br />
<br />
„Oh mein Gott“, stieß Alex schwer atmend aus, „Das sind <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Proben</span>.“<br />
<br />
„Was?... Warte!“, schimpfte Justine, als er mit seinen schmerzenden, geschwollenen Fingern nach der Karte tastete, „Ich lese sie dir vor.“<br />
<br />
Die Karte beinhaltete keine vorgedruckte Nachricht. Stattdessen standen ein paar Zeilen in graziler, geschwungener Schrift darin, die mit lila Tinte geschrieben worden waren.<br />
<br />
„‚Lieber Alex‘“, las Justine vor, „‚ein Freund hat mir eine ganze Menge über dich erzählt und ich wollte dir einfach eine baldige Genesung wünschen. Mein Freund meinte, du hast schon genug Blumen, also hat er mich gebeten, etwas ein bisschen Persönlicheres mitzuschicken, mit Grüßen von ihm. Viel Glück, Kory Anders. P.S.: Ich würde mich über eine Kopie der Arbeit freuen, wenn du damit fertig bist. Du kannst sie Conner geben‘. Und dann hat sie das Papier geküsst. Man sollte meinen, das Foto hätte schon gereicht.“<br />
<br />
Alex juckten die Finger unter den Verbänden. „Oh mein Gott“, sagte er erneut. Er wandte sich hastig an die Krankenschwester. „War das Päckchen lange am Empfang gelegen? Ich muss wissen, wie alt diese Blutprobe ist.“ Ihm wurde das Herz schwer. „Die Post ist doch sicher schon <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">vor Stunden</span> gekommen.“<br />
<br />
„Ist nicht mit der Post gekommen“, gab die Schwester zurück und nahm die Karte, um einen Blick darüber zu werfen. „Dieser eine Junge hat es gerade eben erst zur Schwesternstation gebracht. Hab ihn kaum gesehen, so schnell ist er wieder verschwunden.“<br />
<br />
„Könnten Sie mir etwas Eis besorgen? Trockeneis, meine ich. Und eine Isolierbox. Die gibt es hier sicher im Phlebotomie- oder Histologie-Labor—”<br />
<br />
„Mister Dalton“, mahnte die Schwester ihn plötzlich, „Beruhigen Sie sich! Ihr Monitor spielt ja völlig verrückt.“<br />
<br />
Alex atmete tief durch und zwang sich, sich wieder in seine Kissen zu legen. „Aber können Sie das Eis besorgen?“<br />
<br />
„Ich hab da einen Freund im Labor“, meinte sie. Sie trat an sein Bett und rückte seine Infusion wieder gerade. „Ich geh und spreche mit ihm, aber Sie müssen ruhig bleiben, okay?“<br />
<br />
„Okay“, stimmte Alex zu. Er versuchte angestrengt, ruhig zu atmen. „Ruhig. Okay. Liebling, kannst du Charles anrufen? Sag ihm, dass er Co-Autor sein kann, wenn ich sein Labor benutzen kann. Oh fuck! Ich kann ja nicht mal meine Hände benutzen.“<br />
<br />
„Alex!“, fuhr Justine ihn an, als sie ihrer Tochter die Hände über die Ohren legte.<br />
<br />
Er verstummte betreten.<br />
<br />
Justine seufzte und schenkte ihm einen liebevoll entnervten Blick. „Sie werden dich hier nicht raus lassen, wenn du dir selber noch einen Herzinfarkt bescherst. Ich rufe Charles an. Aber beruhige dich erst mal, okay?“<br />
<br />
„Ja, Liebling“, stimmte Alex zu, auch wenn seine Gedanken rasten.<br />
<br />
Alien-DNA! Alex musste grinsen. Oh, das war so viel besser als noch eine Topfpflanze. Was für ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">aufmerksamer</span> Junge!<br />
<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N:</span> And that's all, folks! <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /> Ich hoffe, die Story hat euch ein bisschen gefesselt und gefallen. Lasst mir doch gern einen Kommentar da - egal ob zur Übersetzung oder zum gemeinsamen Fangirlen/Aufregen/whatever... <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Epilog</span><br />
<br />
<img src="https://i.postimg.cc/KjCKVtx2/5605-original-DE.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 5605-original-DE.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<br />
Justine faltete die Zeitung zusammen, aus der sie den Artikes gerade eben noch laut vorgelesen hatte und klemmte sie unter den Rand von Alex‘ Tablett mit Mittagessen. „Die armen Kids“, meinte sie und verzog das Gesicht zu einem Stirnrunzeln, „Conner ist schon wirklich herzig. Er ist vorbei gekommen, um nach dir zu sehen und er war so völlig aufgelöst. Aber er hat versucht, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span> zu beruhigen.“<br />
<br />
„Er ist ein echt anständiger Junge“, stimmte Alex zu. Waren sie eigentlich alle. Er drehte den Kopf so weit, wie die Halskrause es ihm erlaubte, und sah zu der Reihe von Karten und Vasen, die sich entlang der Fensterbank erstreckte. Schon witzig; man wusste nie, wie beliebt man eigentlich war, bis alle dachten, dass man im Sterben lag. „Ich kann immer noch nicht glauben, dass er mit einem Promi zusammen ist“, lachte er in sich hinein, „Da hat‘s der Dorfjunge wohl zu was gebracht, schätze ich.“<br />
<br />
„Er hat übrigens noch keine Karte geschickt“, meinte Justine. Lorelei zupfte an ihrem Hosenbein, so dass sie sich zu ihr hinunter beugte und sie auf das Bett hob, wo sie zwischen Alex‘ Füßen sitzen konnte. „Eine Karte von dieser Frau ist da – seiner Tante, hast du gesagt? Sie hat auch noch Marmelade oder sowas mitgeschickt. Irgendwas Eingemachtes.“<br />
<br />
Alex schnitt eine Grimasse. „Warum hast du mir das nicht gesagt, bevor ich diesen widerlichen Hackbraten gegessen hab? Ich hätte dich drum gebeten, unten noch ein paar Brötchen zu holen oder so.“<br />
<br />
„Hey!“<br />
<br />
Alex sah die Länge des Betts hinunter zu dem Mädchen, das im Grunde seine Stieftochter war. Ihre Mutter hatte ihr die Haare heute zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, der im Sonnenlicht kupferfarben glänzte. „Ja, Sweetie?“<br />
<br />
„Darf ich dein Jello essen?“<br />
<br />
Justine schnaubte amüsiert und zog den Rolltisch in Richtung ihrer Tochter. „Hau rein, Kleine“, antwortete sie ihr und drückte ihr einen Göffel in die Hand.<br />
<br />
Loreleis Gesicht erhellte sich und sie hieb auch sofort begeistert auf die zitternde grüne Masse ein.<br />
<br />
„Weißt du, woraus das gemacht ist?“, fragte Alex grinsend.<br />
<br />
„Kuhfüße und Schweineknochen“, gab sie gelangweilt zurück, „Das hast du mir schon gesagt. Aber es schmeckt trotzdem gut.“<br />
<br />
Alex lachte leise und verzog das Gesicht, als er dabei schmerzhaft seine Rippen spürte. „Ich finde deinen Pragmatismus höchst bewundernswert, junge Dame“, sagte er.<br />
<br />
Lorelei schlürfte demonstrativ das Jello durch ihre Zähne ein.<br />
<br />
Es klopfte an der Tür, bevor eine der Krankenschwestern ihren Kopf ins Zimmer streckte. Alex hoffte, es war kein schlechtes Zeichen, dass er ihren Namen nicht mehr wusste. „Sie haben nochmal was vorbei gebracht bekommen“, verkündete sie.<br />
<br />
Justine atmete hörbar aus und sah sich um. „Ich glaube nicht, dass hier noch Platz ist für weitere Blumen. Denkst du, sie meinen, dass sie dafür Bonuspunkte oder so bekommen?“<br />
<br />
„Es sind keine Blumen“, erwiderte die Krankenschwester. Sie trat ins Zimmer, eine kleine, flache, braune Schachtel in Händen. „Sondern ein kleines Päckchen.“<br />
<br />
„Vielleicht noch mehr Kekse!“, rief Lorelei aufgeregt.<br />
<br />
„Du hast doch schon Jello“, gab Justine geistesabwesend zurück, während sie die Schachtel entgegen nahm. Darauf stand ‚ZERBRECHLICH‘, weshalb sie sie lieber nicht schüttelte. „Soll ich sie aufmachen?“<br />
<br />
Alex hob seine Hände an, die über seinen Verbrühungen immer noch locker einbandagiert waren. „Ich denke, das solltest lieber du machen, ja.“<br />
<br />
„Nein, ich“, quietschte Lorelei und streckte schon die Hände nach dem Päckchen aus, doch ihre Mutter nahm es ihr lieber wieder weg.<br />
<br />
„Honey, da steht ‚zerbrechlich‘. Das bedeutet, dass darin etwas ist, das kaputt gehen kann.” Sie fuhr mit dem Fingernagel unter das Paketband und hielt inne. Ihr Blick ruhte auf der Schachtel, ihr Lächeln sarkastisch. „Alex? Hast du etwa Briefe an Supermodels geschrieben?”<br />
<br />
An… „Was?“, fragte er.<br />
<br />
„Der Absender lautet ‚Kory Anders‘.“<br />
<br />
Kory Anders? <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Was?</span> Alex versuchte sich aufzusetzen, nur um sofort seine Freundin und die Krankenschwester um sich zu finden. Justine half ihm, das Bett etwas nach oben zu fahren und hielt ihm die Schachtel entgegen, als sie sie öffnete. Darin lag eine Karte mit einem gezeichneten Wissenschaftler darauf sowie ein kleines gerahmtes Foto von Anders im Bikini unter einem Wasserfall, mit Autogramm und einem Lippenstift-Abdruck. Alex musste grinsen, als er an die Kommentare dachte, die er von seinen Schülern bekommen würde, wenn er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">das</span> auf seinem Schreibtisch stellte.<br />
<br />
„Oh, wie geschmackvoll“, meinte Justine trocken, zog das Foto aus der Schachtel und schob es unter eine Decke, bevor Lorelei es sähe. Die Schachtel klapperte und Dalton sah, dass unter dem Bild zwei kleine Ampullen verstaut gewesen waren.<br />
<br />
Justine hielt sie für ihn in die Höhe, so dass er sie untersuchen könnte. Eine enthielt eine dickflüssige, dunkle, leuchtend orange Flüssigkeit; in der anderen befand sich eine Locke rötlich braunes Haar.<br />
<br />
„Oh mein Gott“, stieß Alex schwer atmend aus, „Das sind <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Proben</span>.“<br />
<br />
„Was?... Warte!“, schimpfte Justine, als er mit seinen schmerzenden, geschwollenen Fingern nach der Karte tastete, „Ich lese sie dir vor.“<br />
<br />
Die Karte beinhaltete keine vorgedruckte Nachricht. Stattdessen standen ein paar Zeilen in graziler, geschwungener Schrift darin, die mit lila Tinte geschrieben worden waren.<br />
<br />
„‚Lieber Alex‘“, las Justine vor, „‚ein Freund hat mir eine ganze Menge über dich erzählt und ich wollte dir einfach eine baldige Genesung wünschen. Mein Freund meinte, du hast schon genug Blumen, also hat er mich gebeten, etwas ein bisschen Persönlicheres mitzuschicken, mit Grüßen von ihm. Viel Glück, Kory Anders. P.S.: Ich würde mich über eine Kopie der Arbeit freuen, wenn du damit fertig bist. Du kannst sie Conner geben‘. Und dann hat sie das Papier geküsst. Man sollte meinen, das Foto hätte schon gereicht.“<br />
<br />
Alex juckten die Finger unter den Verbänden. „Oh mein Gott“, sagte er erneut. Er wandte sich hastig an die Krankenschwester. „War das Päckchen lange am Empfang gelegen? Ich muss wissen, wie alt diese Blutprobe ist.“ Ihm wurde das Herz schwer. „Die Post ist doch sicher schon <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">vor Stunden</span> gekommen.“<br />
<br />
„Ist nicht mit der Post gekommen“, gab die Schwester zurück und nahm die Karte, um einen Blick darüber zu werfen. „Dieser eine Junge hat es gerade eben erst zur Schwesternstation gebracht. Hab ihn kaum gesehen, so schnell ist er wieder verschwunden.“<br />
<br />
„Könnten Sie mir etwas Eis besorgen? Trockeneis, meine ich. Und eine Isolierbox. Die gibt es hier sicher im Phlebotomie- oder Histologie-Labor—”<br />
<br />
„Mister Dalton“, mahnte die Schwester ihn plötzlich, „Beruhigen Sie sich! Ihr Monitor spielt ja völlig verrückt.“<br />
<br />
Alex atmete tief durch und zwang sich, sich wieder in seine Kissen zu legen. „Aber können Sie das Eis besorgen?“<br />
<br />
„Ich hab da einen Freund im Labor“, meinte sie. Sie trat an sein Bett und rückte seine Infusion wieder gerade. „Ich geh und spreche mit ihm, aber Sie müssen ruhig bleiben, okay?“<br />
<br />
„Okay“, stimmte Alex zu. Er versuchte angestrengt, ruhig zu atmen. „Ruhig. Okay. Liebling, kannst du Charles anrufen? Sag ihm, dass er Co-Autor sein kann, wenn ich sein Labor benutzen kann. Oh fuck! Ich kann ja nicht mal meine Hände benutzen.“<br />
<br />
„Alex!“, fuhr Justine ihn an, als sie ihrer Tochter die Hände über die Ohren legte.<br />
<br />
Er verstummte betreten.<br />
<br />
Justine seufzte und schenkte ihm einen liebevoll entnervten Blick. „Sie werden dich hier nicht raus lassen, wenn du dir selber noch einen Herzinfarkt bescherst. Ich rufe Charles an. Aber beruhige dich erst mal, okay?“<br />
<br />
„Ja, Liebling“, stimmte Alex zu, auch wenn seine Gedanken rasten.<br />
<br />
Alien-DNA! Alex musste grinsen. Oh, das war so viel besser als noch eine Topfpflanze. Was für ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">aufmerksamer</span> Junge!<br />
<br />
<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N:</span> And that's all, folks! <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /> Ich hoffe, die Story hat euch ein bisschen gefesselt und gefallen. Lasst mir doch gern einen Kommentar da - egal ob zur Übersetzung oder zum gemeinsamen Fangirlen/Aufregen/whatever... <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Close To Home (von iesika) | Teil 17/18]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-123.html</link>
			<pubDate>Wed, 28 Oct 2020 11:57:10 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-123.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Samstag</span><br />
<br />
Kon lag in seinem Bett und starrte hinauf zu den Brandflecken an der Decke, die noch aus einer Zeit stammten, bevor er seinen Hitzeblick unter Kontrolle hatte. Unten konnte er bereits alle herumwuseln hören. Clark war draußen in der Scheune und machte die Farmarbeiten, die Kon an diesem Morgen glücklicherweise nicht machen müsste. Martha stand am Herd und kochte etwas, das einfach nur köstlich roch. Tim und Lois saßen mit Ausnahme des Klackerns auf Tastaturen still am Küchentisch. Immer wieder einmal trank einer von beiden einen Schluck Kaffee oder kommentierte kurz etwas. Tim hatte Lois schon zweimal zum Lachen gebracht, seit Kon aufgewacht war. Eigentlich war klar gewesen, dass die beiden sich verstehen würden.<br />
<br />
Aber Kon hatte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> genug Schlaf bekommen, um sich schon mit den Frotzeleien auseinanderzusetzen, die er sicher bekommen würde, wenn er nach unten ging. Er hatte die halbe Nacht damit verbracht, Tims Hand in der Notfallmedizin in Smallville zu halten, während Tim abgetastet und geröntgt und untersucht wurde. Tim – Tim <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wayne</span> – hatte Kon die ganze Zeit in seiner Nähe haben wollen, bis Martha schließlich Dr. Gomer überredet hatte, sie gehen zu lassen, egal ob Tim noch ein MRT, CT, PET und jede andere medizinische Abkürzung, die ihm anscheinend noch einfiel, wollte.<br />
<br />
Als sie schließlich nach Hause kamen, hatte Lois bereits einen Artikel über die Ereignisse des Abends abgeschickt – was bedeutete, dass Kon zu spät war um sie aufzuhalten, selbst wenn sie ihm immer noch ein wenig Angst einjagte, wenn sie wütend war. Martha hatte es aufgegeben, aus ihm und Tim etwas herauszubekommen und die ganze Geschichte schließlich Clark aus der Nase gezogen – und prompt auch darauf bestanden, dass Tim auf der Couch schlafen würde, vielen Dank – selbst als Tim sie darauf hinwies, dass er doch besser über Nacht unter Beobachtung bleiben sollte. Martha hatte ihn ihrerseits daran erinnert, dass sie dafür zwei Leute mit Supersinnen im Haus hätten.<br />
<br />
Kon hatte nicht gewusst, was er ihr sagen sollte, als sie ihn danach in die Enge getrieben und gefragt hatte, was denn zwischen ihm und Tim passiert war. Er konnte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ma</span> nicht anlügen – hatte er noch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nie</span> gekonnt. Was aber auch bedeutete, dass er ihr nicht versichern konnte, dass da nichts lief. Er hatte es versucht – sogar schon den Mund geöffnet, um seine Unschuld zu beteuern – aber im selben Moment hatte er sich an das Gefühl von Tims schlankem, muskulösem Oberschenkel erinnert, der sich zwischen seine eigenen schob. Von Tims Zunge, die sein Ohr entlang fuhr. Und er hatte kein Wort herausgebracht.<br />
<br />
Kon hatte es ihr nicht sagen können, weil er es auch nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wusste</span>. Tim war ein verflucht guter Schauspieler – er wurde wirklich zu seinen Undercover-Rollen – aber selbst das Wissen darum hatte Kon nicht darauf vorbereitet, wie es sich anfühlen würde, wenn <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> dabei in den Blickpunkt geriet. Tim hatte verdammt nochmal sehr so gewirkt wie jemand, der Kon an die Wäsche wollte – genug, dass sogar Kon ihm vorübergehend auf den Leim gegangen war.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das</span> war geschauspielert gewesen, da war Kon sich jetzt, bei Tageslicht, sicher. Es war seine eigene Reaktion darauf, die ihn verunsicherte.<br />
<br />
Tim und Lois stritten sich inzwischen über irgendwas, weshalb Kon sie ausblendete und stattdessen Clark dabei zuhörte, wie er sich den Dreck von den Stiefeln stampfte. Im Gegensatz zu Kon verwendete er seine Kräfte nie für so etwas Triviales wie das Umgehen von Hühnerdreck. Clark kam ins Haus.<br />
<br />
„Clark, Schatz“, hörte er Martha sagen, „Geh und sieh doch bitte nach, ob Conner schon wach ist.“<br />
<br />
Was wahrscheinlich hieß, dass sie alle bereits wussten, dass er wach war. Kon seufzte und drehte sich um, damit er an seine Hosen kam. Er schwebte weit genug nach oben, um sie sich über seine Boxershorts zu ziehen, bevor er sich an die Bettkante setzte und mit den Händen durch seine Haare wuschelte.<br />
<br />
Clark klopfte am Türrahmen an, als er die Tür bereits aufdrückte, was Kon wahrscheinlich genervt hätte, wenn das Anklopfen nicht sowieso ein absoluter Witz gewesen wäre. Immerhin konnten sie sich gegenseitig sowieso durch das Holz hindurch sehen. „Hey“, begrüßte er ihn und streckte den Kopf zur Tür herein, „Kommst du runter zum Frühstück?“<br />
<br />
Einen Augenblick lang überlegte Kon, einfach nein zu sagen. Er könnte sich den ganzen Tag hier oben verstecken, vielleicht könnte er zum Fenster hinaus fliegen und entkommen. Vielleicht bräuchten sie ja einen Superhelden in Abu Dhabi oder so.<br />
<br />
Clark schlüpfte ins Zimmer und schloss hinter sich die Tür. „Oder… wir könnten reden?“<br />
<br />
Frühstück klang mit einem Mal wie eine fantastische Idee. Aber da war es schon zu spät – Clark kam bereits zu ihm herüber, um sich neben Kon auf die Bettkante zu setzen. Kon glättete die Decke und beförderte eine Unterhose so heimlich wie möglich mit seinem Fuß unters Bett.<br />
<br />
„Ähm“, machte Clark, sein Blick auf die Wand gerichtet, „Ich will nicht, dass du denkst, dass ich irgendwas vor dir versteckt hab, weil das hab ich nicht. Es ist nur… Einige Dinge liegen in der Vergangenheit und es wird nicht oft drüber gesprochen. Es gab nie einen Grund, es anzusprechen.“<br />
<br />
„Klar“, stimmte Kon zu, in der Hoffnung, das schnell hinter sich zu bringen.<br />
<br />
„Und… Ich wollte dich nicht beleidigen. Oder Tim. Als ich gesagt hab…” Clark schluckte. „Als ich dir erzählt hab, dass ich dachte, es war seine Idee, dich in den Club einzuschleusen, sollte das genauso sehr ein Kommentar zu Bruces Methoden sein wie alles andere. Und auch zu Tims Fähigkeiten als Undercover-Agent. Es war nicht wertend gemeint. Es war…” Er seufzte. „Ich hab deine Ehrlichkeit immer bewundert“, versicherte er hastig, „Deine Offenheit, deine Aufrichtigkeit, wie wohl du dich mit dem fühlst, wer und was du bist.“<br />
<br />
Kon sah überrascht zu ihm auf: „Echt?“<br />
<br />
Endlich begegnete Clark auch seinem Blick. „Ja, Conner. Ich schätze… weißt du, ich hab mich immer fremd gefühlt, egal, auf welchem Planeten ich war. Auf der Erde gehöre ich nicht dazu wegen meiner Kräfte. Auf New Krypton gehörte ich nicht dazu, weil ich anders aufgewachsen bin.“ Clark zuckte die Schultern. „Natürlich ist es einfacher mit Leuten, die mich als Clark und als Superman kennen – mit meiner Familie, zu der du auch gehörst. Auch mit Tims Familie. Vor allem mit Tims Familie, weil… tja, Ma kennt mich sehr gut. Aber sie wird nie wissen, wie es sich anfühlt, Menschenleben in den Händen zu halten.”<br />
<br />
Zumindest nicht, seit Clark zu groß geworden war, um getragen zu werden, ging es Kon durch den Kopf.<br />
<br />
„Vom ersten Tag an, als ich dich getroffen hab, warst du immer so ehrlich“, fuhr Clark fort, „Du hast nie einen Grund gesehen, dich zu verstecken, bis ich dich in eine zivile Identität gezwungen hab, gegen die du dich mit Händen und Füßen gewehrt hast. Du warst einfach du selber – und du bist am meisten du selber, wenn du da draußen bist und das tust, was du am besten kannst. Wenn du mit deinen Freunden zusammen bist. Offen gesagt bin ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">neidisch</span>. Als Teenager war ich ganz <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">alleine</span>, Kon. Ich musste sie alle anlügen. Ich hab nicht mal Ma und Pa alles erzählt, was mit mir passiert ist, weil ich Angst hatte, dass sie eines Tages einfach beschließen würden, dass das alles zu viel für sie ist und dass sie ohne mich besser dran sind.“<br />
<br />
Kon zog seine Beine an und drehte sich auf dem Bett so, dass er Clark zugewandt war, sein Rücken gegen das Kopfende gelehnt. „Sie haben dich geliebt. Lieben dich noch. Du bist ihr <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sohn</span>. Für immer. Egal, was ist.”<br />
<br />
Clark lächelte, auch wenn sein Blick traurig war. „So etwas übersieht man recht leicht als Teenager. Man denkt leicht, Familie wäre etwas, das an Bedingungen geknüpft ist.“<br />
<br />
Kon sah auf seine Hände hinunter.<br />
<br />
„Wenn ich wütend war…“ Clark seufzte erneut. Kon hatte den Eindruck, dass das vielleicht eine Hinhaltetaktik war, während er nach den richtigen Worten suchte. „Ich glaube nicht, dass es Zufall ist, dass ausgerechnet Tim dir Rückendeckung gibt, als du das erste Mal in deinem Leben diejenigen Leute, denen du wichtig bist, wirklich angelogen hast. Nein“, redete er weiter, als Kon seine Hände zu Fäusten ballte, „lass mich bitte diesmal ausreden. Ich glaube, wir hatten schon genug Missverständnisse. Ich verurteile Tim hier nicht als Person. Ich weiß, dass die Dinge in Gotham anders laufen. Bruce und Tim und sogar Dick müssen lügen, um auch nur zu funktionieren, um das tun zu können, was sie tun. Die Leute müssen glauben, dass sie etwas Anderes sind als sie in Wirklichkeit sind – und zwar den ganzen Tag und die ganze Nacht, die ganze Zeit, weil sie ansonsten ziemlich sicher umgebracht würden. Ich kenne Bruce jetzt schon sehr lange, Kon, und ich weiß, wie <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">anstrengend</span> das ist, aber für sie alle ist das zu ihrer zweiten Natur geworden. Sie können eben nicht durch Wände sehen oder von der Stratosphäre aus lauschen und dann eine ganze Bande auf einen Schlag ausschalten – sie müssen sie unterwandern, sie abhören, Monate lang Handelsmanifeste und Verbrechensmuster verfolgen und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dann</span> schlagen sie zu. Und… sie bitten extrem selten um Hilfe.“<br />
<br />
“Tim bittet <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span> um Hilfe”, protestierte Kon. Einen Moment später allerdings, als ihm auffiel, wie extrem ungleich das Verhältnis von Gefallen war, die sie einander schuldeten, fügte er noch hinzu: „Manchmal.“<br />
<br />
„So oft wie du bereit wärst zu helfen?“<br />
<br />
„Naja“, erwiderte Kon und sein Blick ging zur Wand, „Nein. Aber auch nur, weil ich ihm immer helfen würde, wenn er mich darum bitten würde. Das ist… Wir sind Freunde. Dafür sind Freunde da.” Als Kon wieder zu Clark sah, lächelte er. „Was?”<br />
<br />
„Nichts“, gab Clark unbeschwert zurück, „Ich glaub, mir wird gerade erst so richtig bewusst, dass du echt ziemlich erwachsen geworden bist.“<br />
<br />
Kon wandte schnell den Blick wieder ab. „Nicht so schnell“, gab er zurück, „Super<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">boy</span>, du erinnerst dich? Erwarte jetzt bloß nicht, dass ich mich total reif und erwachsen verhalte.“<br />
<br />
„Oh“, antwortete Clark, „Ich werde versuchen, keine unverhältnismäßig hohen Erwartungen an dich zu haben.“ Er lachte leise. „Nicht dass ich dir unterstellen wollte, dass du <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verantwortungsbewusst</span> oder sowas wärst.“<br />
<br />
„Oh, Gott, nein“, grinste Kon, „Und bitte, bitte erwähn das nicht Ma gegenüber, ansonsten gibt sie mir noch extra Farmarbeit auf oder so.“<br />
<br />
Clark lachte und das Geräusch wirkte irgendwie zu groß für das kleine Zimmer unterm Dach – dasselbe Zimmer, in dem er selbst geschlafen hatte, bevor Kon überhaupt auch nur ein Gedanke im Kopf eines verrückten Wissenschaftlers gewesen war. „Was denn noch? Du hälst doch schon die gesamte Farm am Laufen. Das ist ein Vollzeitjob, der da noch zur Schule und deiner Tätigkeit als Superboy dazu kommt, und du scheinst damit ganz gut klar zu kommen.“<br />
<br />
„Weil ich aber auch schummle“, gab Kon zu. Er legte seine Hand auf die Decke und sie ordnete sich in sauberen Reihen an, wie der Mais draußen vor seinem Fenster.<br />
<br />
„Du klingst gerade, als hätte Pa jemals wirklich noch den Pflug an den Traktor angehängt, nachdem ich 15 geworden bin.“<br />
<br />
Kon lächelte und ließ seinen Kopf gegen das Kopfende des Betts ruhen. Das hier war gar nicht so übel. Normalerweise wenn er versuchte mit Clark zu reden, machte das Kon entweder sprachlos oder wütend. Bis jetzt hatte er zum größten Teil beides vermieden.<br />
<br />
„Was ich aber sagen wollte“, meinte Clark, „wegen Tim. Es ist nicht, dass ich ihm nicht vertraue oder ihn nicht mag oder irgendwas in der Art. Ich bin nur… gewissermaßen schon da gewesen, wo du jetzt bist. Bruce hasst es noch mehr als Tim, um etwas zu bitten, aber das bedeutet nicht, dass er nicht Mittel und Wege hat, uns alle dazu zu bekommen, dass wir tun, was er will. Er kann manchmal ein ziemlich hinterhältiger, manipulativer Bastard sein. Er ist neben Lois mein bester Freund, aber manchmal treibt er mich echt in den Wahnsinn.“<br />
<br />
„Tim ist nicht…“, setzte Kon an, ließ dann den Satz aber unbeendet. Er hätte ihn jedenfalls nicht als Bastard bezeichnet. Außer natürlich, wenn er gerade in einen von Tims besonders hinterhältigen und manipulativen Tricks hineingezogen worden war. Hmmm. „Batman ist auch so?“<br />
<br />
„Oh ja“, stimmte Clark zu und sein Augenrollen dazu hatte wirklich epische Ausmaße, „Zum Beispiel bringt er seinen Presseagenten dazu, dass er Perry überredet, mich zu einer Veranstaltung zu schicken, bei der er ist.“<br />
<br />
Kon zog die Stirn in Falten. „Wenn er meint, dass er vielleicht Unterstützung braucht?“<br />
<br />
„Manchmal.“ Clark zuckte die Schultern. „Meistens macht er das, um jemanden zu haben, mit dem er sich unterhalten kann. Denn Gott bewahre, dass er mal zum Telefon greift und mich anruft. Oder mich einfach so ruft.“ Er neigte den Kopf und sah Kon durchdringend an. „Jedenfalls ist das alles mein Versuch dir zu sagen: Wenn du meinst, Tim könnte Hintergedanken bei seinem Trick gestern Abend gehabt haben, dann heißt das wahrscheinlich, dass dem auch so ist.“<br />
<br />
Oh. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Oh</span>. Kon spürte die Hitze in sein Gesicht steigen und wandte den Blick ab. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Oh.</span> Clark dachte… <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Clark</span> dachte…<br />
<br />
Was wenn er Recht hatte?<br />
<br />
„Ich lass dich mal in Ruhe anziehen“, sagte Clark und stand bereits auf. Er hielt auf die Tür zu, drehte sich aber im Türrahmen nochmal um. „Conner. Kon. Du weißt, dass du immer mit mir reden kannst? Ich meine, ich war nicht immer der beste…“ Er ließ den Satz unvollendet in der Luft hängen.<br />
<br />
„Ja“, antwortete Kon mit rauer Stimme, „Ja, weiß ich.“<br />
<br />
Sobald Clark die Tür hinter sich geschlossen hatte, ließ Kon sich auf das Bett fallen und drückte sein Gesicht ins Kissen. Oh Gott. Hatte Clark Recht? Was wenn ja? Was würde das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bedeuten</span>? Er könnte Tim <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">so</span> auf gar keinen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Fall</span> gegenüber treten!<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*</div>
<br />
Schließlich war er frisch geduscht und hatte sich die Zähne geputzt – selbst wenn er eine eher peinlich lange Zeit mit seiner Frisur verbracht hatte, wenn man bedachte, dass er nur nach unten zum <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Frühstück</span> ging. Also zog Kon sich ein frisches Paar Jeans und den blauen Pullover an, von dem Martha meinte, dass er seine Augen hübsch hervorhob, und ging nach unten.<br />
<br />
„Na hallo, du Schlafmütze“, begrüßte Martha ihn, als er die Küche betrat, „Ich dachte schon, du würdest da oben den gesamten Tag verbummeln.“<br />
<br />
„Hm“, machte Tim, ohne von seinem Laptop aufzusehen. Sein Veilchen sah heute Morgen noch schlimmer aus. „Ich hätte ihn einfach so mit nach San Francisco nehmen können, so fest wie er geschlafen hat.” Tim nahm einen Schluck von seinem Kaffee. „Ich hab ihn sogar umgezogen, ohne dass er aufgewacht ist.“<br />
<br />
Martha lachte leise, aber Clark sah verunsichert zwischen Kon und Tim hin und her und auf Lois‘ Gesicht lag ein leises Schmunzeln. An jedem anderen Morgen ihres Lebens hätte Kon jetzt eine spitze Bemerkung auf Lager gehabt, aber etwas daran, wie Tim ihn nicht ansah, ließ Kon sich kommentarlos setzen.<br />
<br />
Tim saß am Kopfende des kleinen rechteckigen Tischs, so weit von Clark und Lois weg, wie er nur konnte. Dieser Umstand ließ Kon seinen eigenen Stuhl etwas näher zu ihm rücken und er berührte absichtlich mit seinem Fuß den von Tim, auch wenn er dafür Krypto aus dem Weg scheuchen musste. „Hey“, sagte er unsicher.<br />
<br />
Tim klappte seinen Laptop zu. „Ich hatte gehofft, dass wir nach dem Frühstück zum Tower aufbrechen.“<br />
<br />
„Okay“, meinte Kon, weil das vielleicht nicht das war, worüber er eigentlich hatte reden wollen, aber er wollte dieses Gespräch, das sie anscheinend führen mussten, sowieso nicht vor seiner ganzen Familie führen.<br />
<br />
Martha stellte einen vollen Teller und einen Becher Kaffee vor Kon ab und ging sich dann ihr eigenes Frühstück bereiten. Kon schnappte sich den Kaffee und hielt sich wie an einer warmen, duftenden Rettungsleine daran fest. Als er auf seinen Teller sah, fand er darauf einen Stapel Blaubeer-Pfannkuchen. Er sah zu Tim, auf dessen Teller eine Portion Essen fehlte, die wahrscheinlich das mathematisch exakt berechnete Minimum dessen darstellte, was er essen müsste ohne unhöflich zu wirken. Die anhimmelnden Blicke, die Tim von Krypto bekam, ergaben auf einmal deutlich mehr Sinn.<br />
<br />
Tim stellte seine Kaffeetasse ab. „Lois hat einige interessante Informationen aus einem der Deputys des Sheriffs heraus bekommen, während wir den Leuten in der Notaufnahme Unbehagen bereitet haben“, erzählte er mit einem Nicken in ihre Richtung.<br />
<br />
„Mmh“, schluckte Lois den Bissen Pfannkuchen in ihrem Mund hinunter. Dann meinte sie fröhlich: „Sie haben ein komplettes Geständnis bekommen. Euer fanatischer Spinner hat alle drei von euch vermuteten Verbrechen gestanden und noch ein paar weitere.“<br />
<br />
Kons Gabel fiel klirrend auf seinen Teller. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Weitere</span>?“<br />
<br />
„Einige Morde, die vorher für Unfälle gehalten worden waren“, erklärte Tim, „und der ungeklärte Mord an einem Landstreicher letztes Jahr.“<br />
<br />
Kon stützte seine Ellbogen auf den Tisch und vergrub sein Gesicht in den Händen.<br />
<br />
„Ellbogen“, schimpfte Martha, ohne von ihrem Teller aufzusehen.<br />
<br />
Kon ließ seine Hände in den Schoß fallen. „Also… sperren sie ihn wenigstens weg? Ich nehme an Iron Heights? Bart könnte ihn im Auge behalten.”<br />
<br />
„Falls die Geständnisse anerkannt werden“, gab Tim zurück, „dann vielleicht.“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vielleicht</span>?“<br />
<br />
„Die Chancen sind recht hoch, dass er als schuldunfähig eingestuft wird.“<br />
<br />
Kon fluchte.<br />
<br />
„Conner Kent!“, herrschte Martha ihn an. Sie und Clark sahen beide gleich empört drein. „Keine Schimpfworte am Frühstückstisch!“<br />
<br />
„Ich finde ja, das ist eine angemessene Stellungnahme“, meinte Lois trocken. Sie nahm noch einen Schluck Kaffee. „Es wird noch eine Weile dauern, bis sie mit den Tests und den Anhörungen fertig sind, aber momentan ist er erst mal zur Feststellung in Keystone.“<br />
<br />
„Er wird so oder so weggesperrt“, versicherte Clark ihm, „Weg von allen, denen er sonst noch wehtun könnte. Und vielleicht bekommt er ja die Hilfe, die er braucht. Er ist noch jung.“<br />
<br />
Tim schnaubte verächtlich. „Selbst wenn wir mal annehmen, dass diese Hochsicherheits-Einrichtung für die kriminell Geisteskranken auch nur irgendwie besser als Arkham ist…“ Er schüttelte den Kopf. „Meiner Erfahrung nach ist es sehr schwer, jemanden von Religion zu heilen.“<br />
<br />
Martha sah ihn missbilligend an, aber es war Clark, der meinte: „Das ist schon furchtbar zynisch, Tim. Selbst für dich.“<br />
<br />
„Hm“, machte Tim düster, „Hast du denn jemals Valley auch nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">getroffen</span>?“<br />
<br />
„Wen?“, fragte Kon.<br />
<br />
Tim richtete seinen Blick nach oben, bevor er Kon einen amüsierten Blick zuwarf. „Erzähle ich dir später. Die Sache ist die, dass wir in Gotham unseren fairen Anteil an religiösen Spinnern haben – wahrscheinlich sogar mehr als das. Und es geht nie gut aus.“ Er machte eine Pause und grinste. „Nachdem ich selbst ja nie im Zentrum einer Sekte gestanden habe…“<br />
<br />
Martha räusperte sich, bevor Clark oder Kon auf diese so offensichtliche Provokation eingehen konnten. „Ich denke, das war jetzt genug Mord und Religion am Tisch für einen Morgen. Als nächstes wollt ihr noch über Politik streiten!“<br />
<br />
„Hm“, machte Tim mit einem Funkeln in den Augen, „Lois – bezüglich dieses <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Exposés</span>, das du über Senator Kaseys Missbrauch von Wahlkampfmitteln geschrieben hast…“<br />
<br />
„Meinst du das über die Yacht oder das über die minderjährigen Prostituierten?“<br />
<br />
Kons Fuß stieß im selben Moment gegen Tims Knöchel, in dem Clark etwas machte, das Lois zusammenzucken ließ. Martha seufzte nur, den Blick zur Decke gerichtet.<br />
<br />
Als Kon ein wohlbekanntes Rumpeln von etwas weiter die Straße hinauf hörte, setzte er sich mit einem Ruck auf.<br />
<br />
„Was?“, fragte Tim, augenblicklich wachsam.<br />
<br />
Clark legte den Kopf leicht schief. „Ma“, fragte er, „erwartest du jemanden?“<br />
<br />
„Oh“, antwortete sie beiläufig, „Hab ich das nicht gesagt? Jake hat angerufen. Hat gesagt, er würde vorbeischauen.“ Sie warf Kon einen Blick zu, der ihn sein Besteck gerade noch festhalten ließ. „Er hat sich solche Sorgen gemacht. Ich hab ihm gesagt, er sollte dich am besten selbst besuchen kommen.“<br />
<br />
„Oh, wie nett“, meinte Tim tonlos. Er stand auf. „Ich geh mich mal umziehen.“<br />
<br />
„Was?“, stieß Kon aus und stand ebenfalls auf, „Warum? Du siehst—“ wie Tim aus, begriff er, als er sein T-Shirt und die leicht ausgebeulten Jeans registrierte.<br />
<br />
„Tja, Darling“, gab Tim in einem Ton zurück, der Martha leicht die Augen verengen ließ, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Niemand</span> sollte mich sehen, wenn ich mich nicht von meiner besten Seite zeige.“ Lois lachte, als er aus dem Raum schlenderte, auch wenn Martha weiterhin mürrisch aussah.<br />
<br />
Kon schnappte sich seinen und Tims Teller und ging zur Spüle hinüber. Krypto folgte ihm und sah bettelnd zu ihm auf, so dass Kon den Rest von Tims Frühstück in den Hundenapf kippte. Dann stellte er die beiden Teller in die Spüle und gab etwas Spülwasser darüber. Er wusch sich die Hände und trocknete sie ab. Als er hörte, wie Jake den Motor abstellte, ging er, um ihn zu begrüßen.<br />
<br />
Als Kon hinaus auf die Veranda trat, stieg Jake gerade aus dem Truck aus. Er griff nochmal über den Sitz hinweg und nahm eine flache weiße Schachtel auf, bevor er schnell die Stufen herauf kam. Vor Kon blieb er stehen, die weiße Schachtel wie eine Opfergabe von sich gestreckt.<br />
<br />
„Wie, äh. Wie geht‘s Tim?“, fragte er nervös.<br />
<br />
„Oh“, meinte Kon, „Ihm geht‘s gut. Ich mein – also, er hat noch eine recht große Sache draus gemacht, aber Doc Gomer sagt, es geht ihm gut. Was ist, äh…“<br />
<br />
„Kuchen“, gab Jake hastig zurück. Er schob ihm die Schachtel noch etwas weiter entgegen und Kon nahm sie. „Es ist ein, äh, Kirschkuchen. Nell hat ihn gebacken. Er ist wirklich lecker.“<br />
<br />
Kon sah zu der Schachtel in seinen Händen. „Danke.“<br />
<br />
Jake verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen. „Jedenfalls“, meinte er, „wollte ich nur, äh. Nur sichergehen, dass es dir gut geht. Dass es euch beiden gut geht, meine ich. Tim auch.“<br />
<br />
„Er hat ein verdammt heftiges Veilchen“, lachte Kon leise, „aber er heilt recht schnell.“<br />
<br />
„Oh“, machte Jake und klang dabei, als hätte Kon etwas Überraschendes und gleichzeitig Wichtiges gesagt. Seine Augen verengten sich leicht, aber Kon war sich nicht sicher, was dieser Blick zu bedeuten hatte. Ein paar Sekunden später schüttelte er den Kopf und sein Blick senkte sich wieder zu seinen Füßen. „Ich, äh… hatte den Eindruck, dass er mich nicht besonders mag“, meinte er leise, „Du hast ihm nichts erzählt… ähm…“<br />
<br />
Kon hustete. „Wir haben nicht—“ Er brach ab und änderte nach kurzem Überlegen seine Aussage: „Ich hab nicht viele Geheimnisse vor Tim. Wäre auch ziemlich zwecklos. Er findet‘s ja doch irgendwann raus.“ Er zuckte die Schultern. „Er ist einfach zu schlau für mich.“<br />
<br />
„Sag sowas nicht“, erwiderte Jake und sah, plötzlich grimmig, erneut zu Kon auf, „Sagt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> das etwa?“<br />
<br />
„Was?“, fragte Kon verblüfft, „Nein! Nicht dass – Jake, ich werte mich hier nicht selber ab und ich denke auch nicht, dass ich ein Idiot bin. Tim ist einfach nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">richtig schlau</span>.“<br />
<br />
Jake gab einen unverbindlichen Laut von sich. Er runzelte die Stirn und sah wieder zu seinen Füßen hinunter. Er streifte mit dem Schuh über den Stufenabsatz und klopfte damit einen Klumpen Erde zu Boden. „Ich muss ja zugeben“, sagte er leise, „er… ist nicht ganz das, was ich erwartet hatte.“<br />
<br />
Ehrlich gesagt war er auch nicht ganz das gewesen, was <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kon</span> erwartet hatte, aber das konnte er Jake nicht sagen. Urgh, er hatte Recht gehabt. Alle seine Freunde würden sich fragen, warum zur Hölle er mit einem Arsch wie Tim Wayne zusammen war – und wenn nicht, würden sie sich Chases Vermutung anschließen, dass er nur für das Geld mit ihm zusammen war oder so. „Man muss ihn erst näher kennenlernen“, erklärte Kon, „Er ist anfangs etwas… kratzbürstig, schätz ich. Er hat mich früher in den Wahnsinn getrieben. Wir haben echt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ständig</span> gestritten. Aber wenn er einem mal vertraut… wenn er sich einem mal öffnet, ist er echt ein ganz anderer Mensch. Ein echt toller Mensch.“<br />
<br />
Jake sah nicht überzeugt aus, aber er nickte. „Denkst du, er hat das ernst gemeint? Dass ich nach Gotham kommen soll?“<br />
<br />
„Oh, um Himmels Willen!“, ertönte Tims Stimme von der Tür, was Kon und Jake beide zusammenzucken und sich ertappt zu ihm umdrehen ließ. Er hatte sich elegante und wahrscheinlich teure Kleidung angezogen und seine Frisur gerichtet und… war der Bluterguss etwa <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dunkler</span>? „Conner, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bitte deinen Freund herein</span>.“ Er verdrehte theatralisch die Augen. „Im Ernst, bist du in einer Scheune aufgewachsen?“ Er hob seine Hand. „Sag jetzt nichts darauf.“<br />
<br />
Kon funkelte ihn düster an.<br />
<br />
„Es sei denn“, fügte Tim neckisch hinzu, „ihr beide wolltet lieber allein sein.“<br />
<br />
Kon schüttelte den Kopf und rieb sich mit der Hand, die nicht den Kuchen hielt, den Nasenrücken. „Komm rein“, forderte er Jake auf. Tim hielt ihnen die Tür auf und Kon deutete, dass Jake zuerst gehen sollte, so dass er Tim gegen sein Schienbein treten könnte, ohne Verdacht zu wecken.<br />
<br />
Natürlich wich Tim aus.<br />
<br />
Sie gingen alle zusammen in die Küche, wo Jake wie versteinert innehielt, als er Clark und Lois ihre Pfannkuchen fertig essen sah. „Oh“, gab er leise von sich, „Guten Morgen.“<br />
<br />
„Jacob!“, begrüßte Martha ihn freudig, „Komm und frühstücke mit uns!“<br />
<br />
„Oh, ich – das kann ich aber wirklich nicht“, gab Jake unbeholfen zurück. „Ich wollte nur…“ Seine Augen fingen mit einem Mal an zu leuchten. „Sind das Blaubeeren?“<br />
<br />
Martha schmunzelte und nahm einen weiteren Teller aus dem Schrank.<br />
<br />
„Jake hat einen Kuchen mitgebracht“, erzählte Kon, als er ihn auf der Küchentheke abstellte und die Schachtel öffnete, um einen Blick hinein zu erhaschen. Er sah wirklich gut aus – dunkel wie echte Kirschen und nicht wie das künstliche Rot von Füllung aus der Dose. Er roch auch sehr gut. Kon nahm mit dem Finger einen großen Tropfen Füllung auf und leckte ihn sauber, bis er aufsah und bemerkte, dass alle ihn beobachteten. „Oh“, machte er, „Clark, Lois, das ist Jake. Er ist ein Schulfreund von mir.“<br />
<br />
Clark lächelte breit. „Du bist Carl Jenkins‘ Junge, oder?“ Er stand auf und streckte ihm eine Hand entgegen. „Dachte ich mir doch, dass du mir gestern Abend schon bekannt vorgekommen bist.“<br />
<br />
Jake ließ einfach nur… zu, dass seine Hand genommen und geschüttelt wurde, wobei er geschäftigt überall hin sah, nur nicht zu Clark. „Ja, Mister Kent“, murmelte er und seine Ohren färbten sich rot. Kon sah zwischen ihnen hin und her und merkte, wie seine Augen groß wurden.<br />
<br />
Clark lachte. „Einfach Clark, bitte. Sonst fühle ich mich alt wegen dir. Als wäre das nicht sowieso schon der Fall. Meine Güte, ich habe dich nicht mehr gesehen, seit du—“ Er ließ Jakes Hand los, um etwa die Höhe seines Oberschenkels anzudeuten. „—etwa so groß warst?“<br />
<br />
„Er ist ziemlich in die Höhe geschossen, nicht wahr?“, gab Martha warmherzig zurück. Sie tätschelte Jakes Schulter und drückte ihm einen Teller mit einem großen Stapel Pfannkuchen darauf in die Hand. „Iss nur.“<br />
<br />
„Danke, Mrs. Kent.“<br />
<br />
Martha winkte ab. „Oh, Junge, nenn mich Martha. Ma, wenn du magst. Wie alle anderen auch.“ Sie blickte zu Tim. „Oder die meisten zumindest.“<br />
<br />
„Ja, Ma’am“, murmelte Jake mit einem Lächeln. Er zog sich einen Stuhl hervor und setzte sich. Krypto setzte sich auf seine Füße, um zu betteln – und wurde für seine Bemühungen am Kopf gestreichelt.<br />
<br />
„Um deine Frage zu beantworten“, schaltete Tim sich wieder ein, „Ich hab es absolut ernst gemeint, als ich dich eingeladen hab, uns zu besuchen. Du bist Conners Freund, was bedeutet, dass wir uns besser kennenlernen sollten, und ich denke wirklich, dass Giles <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">begeistert</span> sein wird, dich kennenzulernen.“ Er schob sich eine Haarsträhne zurück. „Die Feier ist nur halbförmlich, du musst also nicht im Smoking erscheinen. Du kannst auch gerne ein Date mitbringen, was aber natürlich keine Notwendigkeit ist.“ Er sah zu Kon und brach ab. „Oh, komm schon her“, meinte er entnervt.<br />
<br />
„Was?“, fragte Kon ertappt und schloss den Deckel der Kuchenschachtel hinter seinem Rücken wieder.<br />
<br />
Tim deutete ihm nur näher zu kommen, weshalb Kon auch ein paar Schritte auf ihn zu ging, bis Tim sich ihm regelrecht entgegen warf und sein Kinn ergriff. Er fischte ein Taschentuch aus seiner Tasche und leckte es ab, bevor er Kons Mundwinkel abwischte, was ihn zusammenzucken ließ.<br />
<br />
Lois verbarg ihr Kichern nur schlecht hinter ihrer Kaffeetasse.<br />
<br />
„Soll ich einen Wagen für euch bestellen?“, fragte Tim, als er von ihm abließ und das – mit Monogramm versehene, bemerkte Kon – Taschentuch zu einem ordentlichen Quadrat faltete, bevor er es wieder einsteckte. „Ich hasse es, daran zu denken, dass du deine arme Tante den ganzen Abend ohne ein Fortbewegungsmittel zurücklässt. Ich würde ja selbst kommen und dich abholen, aber ich komme erst mittags aus Berlin zurück. Das sollte also genug Zeit lassen, den Jet wieder aufzutanken und euch beide in Wellington abzuholen.“<br />
<br />
Kon blinzelte und musste schwer schlucken. „Beide?“, fragte er. Irgendwie war ihm nicht bewusst gewesen, dass er auch dorthin müsste. Und wenn Jake und er beide zu dieser Feier gingen…<br />
<br />
Oh <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gott</span>! Kon begriff mit einem Schlag, was das bedeutete. Mehr Tim Wayne. Mehr Conner Kent, Tim Waynes <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">fester Freund</span>. Das Vorspielen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">war noch nicht zu Ende</span>. Kon war sich, über ein ausgeprägtes Unbehagen in seiner Magengegend hinaus, noch nicht einmal so sicher, was er davon halten sollte. Er konnte auch nicht ablehnen, mit Jake hier neben ihm sitzend, oder es auch nur offen ansprechen – um herauszufinden, was Tim eigentlich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dachte</span>, was er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wollte</span>…<br />
<br />
„Äh“, machte er und hoffte, dass Jake sich zu sehr auf seine Pfannkuchen konzentrierte, um Kons plötzliche Beklommenheit zu bemerkten. „Ähm. Um wie viel Uhr am Donnerstag?“<br />
<br />
Am anderen Ende des Raums seufzte Clark und flüsterte, zu leise für menschliche Ohren: „Ich sag dir wirklich ungern, dass ich es dir ja gesagt habe.“<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ENDE</span></div>
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(ohwohl: Noch nicht ganz, es gibt noch einen <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=124" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Epilog</a>! <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /> )</span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Samstag</span><br />
<br />
Kon lag in seinem Bett und starrte hinauf zu den Brandflecken an der Decke, die noch aus einer Zeit stammten, bevor er seinen Hitzeblick unter Kontrolle hatte. Unten konnte er bereits alle herumwuseln hören. Clark war draußen in der Scheune und machte die Farmarbeiten, die Kon an diesem Morgen glücklicherweise nicht machen müsste. Martha stand am Herd und kochte etwas, das einfach nur köstlich roch. Tim und Lois saßen mit Ausnahme des Klackerns auf Tastaturen still am Küchentisch. Immer wieder einmal trank einer von beiden einen Schluck Kaffee oder kommentierte kurz etwas. Tim hatte Lois schon zweimal zum Lachen gebracht, seit Kon aufgewacht war. Eigentlich war klar gewesen, dass die beiden sich verstehen würden.<br />
<br />
Aber Kon hatte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> genug Schlaf bekommen, um sich schon mit den Frotzeleien auseinanderzusetzen, die er sicher bekommen würde, wenn er nach unten ging. Er hatte die halbe Nacht damit verbracht, Tims Hand in der Notfallmedizin in Smallville zu halten, während Tim abgetastet und geröntgt und untersucht wurde. Tim – Tim <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wayne</span> – hatte Kon die ganze Zeit in seiner Nähe haben wollen, bis Martha schließlich Dr. Gomer überredet hatte, sie gehen zu lassen, egal ob Tim noch ein MRT, CT, PET und jede andere medizinische Abkürzung, die ihm anscheinend noch einfiel, wollte.<br />
<br />
Als sie schließlich nach Hause kamen, hatte Lois bereits einen Artikel über die Ereignisse des Abends abgeschickt – was bedeutete, dass Kon zu spät war um sie aufzuhalten, selbst wenn sie ihm immer noch ein wenig Angst einjagte, wenn sie wütend war. Martha hatte es aufgegeben, aus ihm und Tim etwas herauszubekommen und die ganze Geschichte schließlich Clark aus der Nase gezogen – und prompt auch darauf bestanden, dass Tim auf der Couch schlafen würde, vielen Dank – selbst als Tim sie darauf hinwies, dass er doch besser über Nacht unter Beobachtung bleiben sollte. Martha hatte ihn ihrerseits daran erinnert, dass sie dafür zwei Leute mit Supersinnen im Haus hätten.<br />
<br />
Kon hatte nicht gewusst, was er ihr sagen sollte, als sie ihn danach in die Enge getrieben und gefragt hatte, was denn zwischen ihm und Tim passiert war. Er konnte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Ma</span> nicht anlügen – hatte er noch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nie</span> gekonnt. Was aber auch bedeutete, dass er ihr nicht versichern konnte, dass da nichts lief. Er hatte es versucht – sogar schon den Mund geöffnet, um seine Unschuld zu beteuern – aber im selben Moment hatte er sich an das Gefühl von Tims schlankem, muskulösem Oberschenkel erinnert, der sich zwischen seine eigenen schob. Von Tims Zunge, die sein Ohr entlang fuhr. Und er hatte kein Wort herausgebracht.<br />
<br />
Kon hatte es ihr nicht sagen können, weil er es auch nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wusste</span>. Tim war ein verflucht guter Schauspieler – er wurde wirklich zu seinen Undercover-Rollen – aber selbst das Wissen darum hatte Kon nicht darauf vorbereitet, wie es sich anfühlen würde, wenn <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> dabei in den Blickpunkt geriet. Tim hatte verdammt nochmal sehr so gewirkt wie jemand, der Kon an die Wäsche wollte – genug, dass sogar Kon ihm vorübergehend auf den Leim gegangen war.<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das</span> war geschauspielert gewesen, da war Kon sich jetzt, bei Tageslicht, sicher. Es war seine eigene Reaktion darauf, die ihn verunsicherte.<br />
<br />
Tim und Lois stritten sich inzwischen über irgendwas, weshalb Kon sie ausblendete und stattdessen Clark dabei zuhörte, wie er sich den Dreck von den Stiefeln stampfte. Im Gegensatz zu Kon verwendete er seine Kräfte nie für so etwas Triviales wie das Umgehen von Hühnerdreck. Clark kam ins Haus.<br />
<br />
„Clark, Schatz“, hörte er Martha sagen, „Geh und sieh doch bitte nach, ob Conner schon wach ist.“<br />
<br />
Was wahrscheinlich hieß, dass sie alle bereits wussten, dass er wach war. Kon seufzte und drehte sich um, damit er an seine Hosen kam. Er schwebte weit genug nach oben, um sie sich über seine Boxershorts zu ziehen, bevor er sich an die Bettkante setzte und mit den Händen durch seine Haare wuschelte.<br />
<br />
Clark klopfte am Türrahmen an, als er die Tür bereits aufdrückte, was Kon wahrscheinlich genervt hätte, wenn das Anklopfen nicht sowieso ein absoluter Witz gewesen wäre. Immerhin konnten sie sich gegenseitig sowieso durch das Holz hindurch sehen. „Hey“, begrüßte er ihn und streckte den Kopf zur Tür herein, „Kommst du runter zum Frühstück?“<br />
<br />
Einen Augenblick lang überlegte Kon, einfach nein zu sagen. Er könnte sich den ganzen Tag hier oben verstecken, vielleicht könnte er zum Fenster hinaus fliegen und entkommen. Vielleicht bräuchten sie ja einen Superhelden in Abu Dhabi oder so.<br />
<br />
Clark schlüpfte ins Zimmer und schloss hinter sich die Tür. „Oder… wir könnten reden?“<br />
<br />
Frühstück klang mit einem Mal wie eine fantastische Idee. Aber da war es schon zu spät – Clark kam bereits zu ihm herüber, um sich neben Kon auf die Bettkante zu setzen. Kon glättete die Decke und beförderte eine Unterhose so heimlich wie möglich mit seinem Fuß unters Bett.<br />
<br />
„Ähm“, machte Clark, sein Blick auf die Wand gerichtet, „Ich will nicht, dass du denkst, dass ich irgendwas vor dir versteckt hab, weil das hab ich nicht. Es ist nur… Einige Dinge liegen in der Vergangenheit und es wird nicht oft drüber gesprochen. Es gab nie einen Grund, es anzusprechen.“<br />
<br />
„Klar“, stimmte Kon zu, in der Hoffnung, das schnell hinter sich zu bringen.<br />
<br />
„Und… Ich wollte dich nicht beleidigen. Oder Tim. Als ich gesagt hab…” Clark schluckte. „Als ich dir erzählt hab, dass ich dachte, es war seine Idee, dich in den Club einzuschleusen, sollte das genauso sehr ein Kommentar zu Bruces Methoden sein wie alles andere. Und auch zu Tims Fähigkeiten als Undercover-Agent. Es war nicht wertend gemeint. Es war…” Er seufzte. „Ich hab deine Ehrlichkeit immer bewundert“, versicherte er hastig, „Deine Offenheit, deine Aufrichtigkeit, wie wohl du dich mit dem fühlst, wer und was du bist.“<br />
<br />
Kon sah überrascht zu ihm auf: „Echt?“<br />
<br />
Endlich begegnete Clark auch seinem Blick. „Ja, Conner. Ich schätze… weißt du, ich hab mich immer fremd gefühlt, egal, auf welchem Planeten ich war. Auf der Erde gehöre ich nicht dazu wegen meiner Kräfte. Auf New Krypton gehörte ich nicht dazu, weil ich anders aufgewachsen bin.“ Clark zuckte die Schultern. „Natürlich ist es einfacher mit Leuten, die mich als Clark und als Superman kennen – mit meiner Familie, zu der du auch gehörst. Auch mit Tims Familie. Vor allem mit Tims Familie, weil… tja, Ma kennt mich sehr gut. Aber sie wird nie wissen, wie es sich anfühlt, Menschenleben in den Händen zu halten.”<br />
<br />
Zumindest nicht, seit Clark zu groß geworden war, um getragen zu werden, ging es Kon durch den Kopf.<br />
<br />
„Vom ersten Tag an, als ich dich getroffen hab, warst du immer so ehrlich“, fuhr Clark fort, „Du hast nie einen Grund gesehen, dich zu verstecken, bis ich dich in eine zivile Identität gezwungen hab, gegen die du dich mit Händen und Füßen gewehrt hast. Du warst einfach du selber – und du bist am meisten du selber, wenn du da draußen bist und das tust, was du am besten kannst. Wenn du mit deinen Freunden zusammen bist. Offen gesagt bin ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">neidisch</span>. Als Teenager war ich ganz <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">alleine</span>, Kon. Ich musste sie alle anlügen. Ich hab nicht mal Ma und Pa alles erzählt, was mit mir passiert ist, weil ich Angst hatte, dass sie eines Tages einfach beschließen würden, dass das alles zu viel für sie ist und dass sie ohne mich besser dran sind.“<br />
<br />
Kon zog seine Beine an und drehte sich auf dem Bett so, dass er Clark zugewandt war, sein Rücken gegen das Kopfende gelehnt. „Sie haben dich geliebt. Lieben dich noch. Du bist ihr <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sohn</span>. Für immer. Egal, was ist.”<br />
<br />
Clark lächelte, auch wenn sein Blick traurig war. „So etwas übersieht man recht leicht als Teenager. Man denkt leicht, Familie wäre etwas, das an Bedingungen geknüpft ist.“<br />
<br />
Kon sah auf seine Hände hinunter.<br />
<br />
„Wenn ich wütend war…“ Clark seufzte erneut. Kon hatte den Eindruck, dass das vielleicht eine Hinhaltetaktik war, während er nach den richtigen Worten suchte. „Ich glaube nicht, dass es Zufall ist, dass ausgerechnet Tim dir Rückendeckung gibt, als du das erste Mal in deinem Leben diejenigen Leute, denen du wichtig bist, wirklich angelogen hast. Nein“, redete er weiter, als Kon seine Hände zu Fäusten ballte, „lass mich bitte diesmal ausreden. Ich glaube, wir hatten schon genug Missverständnisse. Ich verurteile Tim hier nicht als Person. Ich weiß, dass die Dinge in Gotham anders laufen. Bruce und Tim und sogar Dick müssen lügen, um auch nur zu funktionieren, um das tun zu können, was sie tun. Die Leute müssen glauben, dass sie etwas Anderes sind als sie in Wirklichkeit sind – und zwar den ganzen Tag und die ganze Nacht, die ganze Zeit, weil sie ansonsten ziemlich sicher umgebracht würden. Ich kenne Bruce jetzt schon sehr lange, Kon, und ich weiß, wie <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">anstrengend</span> das ist, aber für sie alle ist das zu ihrer zweiten Natur geworden. Sie können eben nicht durch Wände sehen oder von der Stratosphäre aus lauschen und dann eine ganze Bande auf einen Schlag ausschalten – sie müssen sie unterwandern, sie abhören, Monate lang Handelsmanifeste und Verbrechensmuster verfolgen und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dann</span> schlagen sie zu. Und… sie bitten extrem selten um Hilfe.“<br />
<br />
“Tim bittet <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span> um Hilfe”, protestierte Kon. Einen Moment später allerdings, als ihm auffiel, wie extrem ungleich das Verhältnis von Gefallen war, die sie einander schuldeten, fügte er noch hinzu: „Manchmal.“<br />
<br />
„So oft wie du bereit wärst zu helfen?“<br />
<br />
„Naja“, erwiderte Kon und sein Blick ging zur Wand, „Nein. Aber auch nur, weil ich ihm immer helfen würde, wenn er mich darum bitten würde. Das ist… Wir sind Freunde. Dafür sind Freunde da.” Als Kon wieder zu Clark sah, lächelte er. „Was?”<br />
<br />
„Nichts“, gab Clark unbeschwert zurück, „Ich glaub, mir wird gerade erst so richtig bewusst, dass du echt ziemlich erwachsen geworden bist.“<br />
<br />
Kon wandte schnell den Blick wieder ab. „Nicht so schnell“, gab er zurück, „Super<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">boy</span>, du erinnerst dich? Erwarte jetzt bloß nicht, dass ich mich total reif und erwachsen verhalte.“<br />
<br />
„Oh“, antwortete Clark, „Ich werde versuchen, keine unverhältnismäßig hohen Erwartungen an dich zu haben.“ Er lachte leise. „Nicht dass ich dir unterstellen wollte, dass du <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verantwortungsbewusst</span> oder sowas wärst.“<br />
<br />
„Oh, Gott, nein“, grinste Kon, „Und bitte, bitte erwähn das nicht Ma gegenüber, ansonsten gibt sie mir noch extra Farmarbeit auf oder so.“<br />
<br />
Clark lachte und das Geräusch wirkte irgendwie zu groß für das kleine Zimmer unterm Dach – dasselbe Zimmer, in dem er selbst geschlafen hatte, bevor Kon überhaupt auch nur ein Gedanke im Kopf eines verrückten Wissenschaftlers gewesen war. „Was denn noch? Du hälst doch schon die gesamte Farm am Laufen. Das ist ein Vollzeitjob, der da noch zur Schule und deiner Tätigkeit als Superboy dazu kommt, und du scheinst damit ganz gut klar zu kommen.“<br />
<br />
„Weil ich aber auch schummle“, gab Kon zu. Er legte seine Hand auf die Decke und sie ordnete sich in sauberen Reihen an, wie der Mais draußen vor seinem Fenster.<br />
<br />
„Du klingst gerade, als hätte Pa jemals wirklich noch den Pflug an den Traktor angehängt, nachdem ich 15 geworden bin.“<br />
<br />
Kon lächelte und ließ seinen Kopf gegen das Kopfende des Betts ruhen. Das hier war gar nicht so übel. Normalerweise wenn er versuchte mit Clark zu reden, machte das Kon entweder sprachlos oder wütend. Bis jetzt hatte er zum größten Teil beides vermieden.<br />
<br />
„Was ich aber sagen wollte“, meinte Clark, „wegen Tim. Es ist nicht, dass ich ihm nicht vertraue oder ihn nicht mag oder irgendwas in der Art. Ich bin nur… gewissermaßen schon da gewesen, wo du jetzt bist. Bruce hasst es noch mehr als Tim, um etwas zu bitten, aber das bedeutet nicht, dass er nicht Mittel und Wege hat, uns alle dazu zu bekommen, dass wir tun, was er will. Er kann manchmal ein ziemlich hinterhältiger, manipulativer Bastard sein. Er ist neben Lois mein bester Freund, aber manchmal treibt er mich echt in den Wahnsinn.“<br />
<br />
„Tim ist nicht…“, setzte Kon an, ließ dann den Satz aber unbeendet. Er hätte ihn jedenfalls nicht als Bastard bezeichnet. Außer natürlich, wenn er gerade in einen von Tims besonders hinterhältigen und manipulativen Tricks hineingezogen worden war. Hmmm. „Batman ist auch so?“<br />
<br />
„Oh ja“, stimmte Clark zu und sein Augenrollen dazu hatte wirklich epische Ausmaße, „Zum Beispiel bringt er seinen Presseagenten dazu, dass er Perry überredet, mich zu einer Veranstaltung zu schicken, bei der er ist.“<br />
<br />
Kon zog die Stirn in Falten. „Wenn er meint, dass er vielleicht Unterstützung braucht?“<br />
<br />
„Manchmal.“ Clark zuckte die Schultern. „Meistens macht er das, um jemanden zu haben, mit dem er sich unterhalten kann. Denn Gott bewahre, dass er mal zum Telefon greift und mich anruft. Oder mich einfach so ruft.“ Er neigte den Kopf und sah Kon durchdringend an. „Jedenfalls ist das alles mein Versuch dir zu sagen: Wenn du meinst, Tim könnte Hintergedanken bei seinem Trick gestern Abend gehabt haben, dann heißt das wahrscheinlich, dass dem auch so ist.“<br />
<br />
Oh. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Oh</span>. Kon spürte die Hitze in sein Gesicht steigen und wandte den Blick ab. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Oh.</span> Clark dachte… <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Clark</span> dachte…<br />
<br />
Was wenn er Recht hatte?<br />
<br />
„Ich lass dich mal in Ruhe anziehen“, sagte Clark und stand bereits auf. Er hielt auf die Tür zu, drehte sich aber im Türrahmen nochmal um. „Conner. Kon. Du weißt, dass du immer mit mir reden kannst? Ich meine, ich war nicht immer der beste…“ Er ließ den Satz unvollendet in der Luft hängen.<br />
<br />
„Ja“, antwortete Kon mit rauer Stimme, „Ja, weiß ich.“<br />
<br />
Sobald Clark die Tür hinter sich geschlossen hatte, ließ Kon sich auf das Bett fallen und drückte sein Gesicht ins Kissen. Oh Gott. Hatte Clark Recht? Was wenn ja? Was würde das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bedeuten</span>? Er könnte Tim <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">so</span> auf gar keinen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Fall</span> gegenüber treten!<br />
<br />
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<br />
Schließlich war er frisch geduscht und hatte sich die Zähne geputzt – selbst wenn er eine eher peinlich lange Zeit mit seiner Frisur verbracht hatte, wenn man bedachte, dass er nur nach unten zum <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Frühstück</span> ging. Also zog Kon sich ein frisches Paar Jeans und den blauen Pullover an, von dem Martha meinte, dass er seine Augen hübsch hervorhob, und ging nach unten.<br />
<br />
„Na hallo, du Schlafmütze“, begrüßte Martha ihn, als er die Küche betrat, „Ich dachte schon, du würdest da oben den gesamten Tag verbummeln.“<br />
<br />
„Hm“, machte Tim, ohne von seinem Laptop aufzusehen. Sein Veilchen sah heute Morgen noch schlimmer aus. „Ich hätte ihn einfach so mit nach San Francisco nehmen können, so fest wie er geschlafen hat.” Tim nahm einen Schluck von seinem Kaffee. „Ich hab ihn sogar umgezogen, ohne dass er aufgewacht ist.“<br />
<br />
Martha lachte leise, aber Clark sah verunsichert zwischen Kon und Tim hin und her und auf Lois‘ Gesicht lag ein leises Schmunzeln. An jedem anderen Morgen ihres Lebens hätte Kon jetzt eine spitze Bemerkung auf Lager gehabt, aber etwas daran, wie Tim ihn nicht ansah, ließ Kon sich kommentarlos setzen.<br />
<br />
Tim saß am Kopfende des kleinen rechteckigen Tischs, so weit von Clark und Lois weg, wie er nur konnte. Dieser Umstand ließ Kon seinen eigenen Stuhl etwas näher zu ihm rücken und er berührte absichtlich mit seinem Fuß den von Tim, auch wenn er dafür Krypto aus dem Weg scheuchen musste. „Hey“, sagte er unsicher.<br />
<br />
Tim klappte seinen Laptop zu. „Ich hatte gehofft, dass wir nach dem Frühstück zum Tower aufbrechen.“<br />
<br />
„Okay“, meinte Kon, weil das vielleicht nicht das war, worüber er eigentlich hatte reden wollen, aber er wollte dieses Gespräch, das sie anscheinend führen mussten, sowieso nicht vor seiner ganzen Familie führen.<br />
<br />
Martha stellte einen vollen Teller und einen Becher Kaffee vor Kon ab und ging sich dann ihr eigenes Frühstück bereiten. Kon schnappte sich den Kaffee und hielt sich wie an einer warmen, duftenden Rettungsleine daran fest. Als er auf seinen Teller sah, fand er darauf einen Stapel Blaubeer-Pfannkuchen. Er sah zu Tim, auf dessen Teller eine Portion Essen fehlte, die wahrscheinlich das mathematisch exakt berechnete Minimum dessen darstellte, was er essen müsste ohne unhöflich zu wirken. Die anhimmelnden Blicke, die Tim von Krypto bekam, ergaben auf einmal deutlich mehr Sinn.<br />
<br />
Tim stellte seine Kaffeetasse ab. „Lois hat einige interessante Informationen aus einem der Deputys des Sheriffs heraus bekommen, während wir den Leuten in der Notaufnahme Unbehagen bereitet haben“, erzählte er mit einem Nicken in ihre Richtung.<br />
<br />
„Mmh“, schluckte Lois den Bissen Pfannkuchen in ihrem Mund hinunter. Dann meinte sie fröhlich: „Sie haben ein komplettes Geständnis bekommen. Euer fanatischer Spinner hat alle drei von euch vermuteten Verbrechen gestanden und noch ein paar weitere.“<br />
<br />
Kons Gabel fiel klirrend auf seinen Teller. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Weitere</span>?“<br />
<br />
„Einige Morde, die vorher für Unfälle gehalten worden waren“, erklärte Tim, „und der ungeklärte Mord an einem Landstreicher letztes Jahr.“<br />
<br />
Kon stützte seine Ellbogen auf den Tisch und vergrub sein Gesicht in den Händen.<br />
<br />
„Ellbogen“, schimpfte Martha, ohne von ihrem Teller aufzusehen.<br />
<br />
Kon ließ seine Hände in den Schoß fallen. „Also… sperren sie ihn wenigstens weg? Ich nehme an Iron Heights? Bart könnte ihn im Auge behalten.”<br />
<br />
„Falls die Geständnisse anerkannt werden“, gab Tim zurück, „dann vielleicht.“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Vielleicht</span>?“<br />
<br />
„Die Chancen sind recht hoch, dass er als schuldunfähig eingestuft wird.“<br />
<br />
Kon fluchte.<br />
<br />
„Conner Kent!“, herrschte Martha ihn an. Sie und Clark sahen beide gleich empört drein. „Keine Schimpfworte am Frühstückstisch!“<br />
<br />
„Ich finde ja, das ist eine angemessene Stellungnahme“, meinte Lois trocken. Sie nahm noch einen Schluck Kaffee. „Es wird noch eine Weile dauern, bis sie mit den Tests und den Anhörungen fertig sind, aber momentan ist er erst mal zur Feststellung in Keystone.“<br />
<br />
„Er wird so oder so weggesperrt“, versicherte Clark ihm, „Weg von allen, denen er sonst noch wehtun könnte. Und vielleicht bekommt er ja die Hilfe, die er braucht. Er ist noch jung.“<br />
<br />
Tim schnaubte verächtlich. „Selbst wenn wir mal annehmen, dass diese Hochsicherheits-Einrichtung für die kriminell Geisteskranken auch nur irgendwie besser als Arkham ist…“ Er schüttelte den Kopf. „Meiner Erfahrung nach ist es sehr schwer, jemanden von Religion zu heilen.“<br />
<br />
Martha sah ihn missbilligend an, aber es war Clark, der meinte: „Das ist schon furchtbar zynisch, Tim. Selbst für dich.“<br />
<br />
„Hm“, machte Tim düster, „Hast du denn jemals Valley auch nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">getroffen</span>?“<br />
<br />
„Wen?“, fragte Kon.<br />
<br />
Tim richtete seinen Blick nach oben, bevor er Kon einen amüsierten Blick zuwarf. „Erzähle ich dir später. Die Sache ist die, dass wir in Gotham unseren fairen Anteil an religiösen Spinnern haben – wahrscheinlich sogar mehr als das. Und es geht nie gut aus.“ Er machte eine Pause und grinste. „Nachdem ich selbst ja nie im Zentrum einer Sekte gestanden habe…“<br />
<br />
Martha räusperte sich, bevor Clark oder Kon auf diese so offensichtliche Provokation eingehen konnten. „Ich denke, das war jetzt genug Mord und Religion am Tisch für einen Morgen. Als nächstes wollt ihr noch über Politik streiten!“<br />
<br />
„Hm“, machte Tim mit einem Funkeln in den Augen, „Lois – bezüglich dieses <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Exposés</span>, das du über Senator Kaseys Missbrauch von Wahlkampfmitteln geschrieben hast…“<br />
<br />
„Meinst du das über die Yacht oder das über die minderjährigen Prostituierten?“<br />
<br />
Kons Fuß stieß im selben Moment gegen Tims Knöchel, in dem Clark etwas machte, das Lois zusammenzucken ließ. Martha seufzte nur, den Blick zur Decke gerichtet.<br />
<br />
Als Kon ein wohlbekanntes Rumpeln von etwas weiter die Straße hinauf hörte, setzte er sich mit einem Ruck auf.<br />
<br />
„Was?“, fragte Tim, augenblicklich wachsam.<br />
<br />
Clark legte den Kopf leicht schief. „Ma“, fragte er, „erwartest du jemanden?“<br />
<br />
„Oh“, antwortete sie beiläufig, „Hab ich das nicht gesagt? Jake hat angerufen. Hat gesagt, er würde vorbeischauen.“ Sie warf Kon einen Blick zu, der ihn sein Besteck gerade noch festhalten ließ. „Er hat sich solche Sorgen gemacht. Ich hab ihm gesagt, er sollte dich am besten selbst besuchen kommen.“<br />
<br />
„Oh, wie nett“, meinte Tim tonlos. Er stand auf. „Ich geh mich mal umziehen.“<br />
<br />
„Was?“, stieß Kon aus und stand ebenfalls auf, „Warum? Du siehst—“ wie Tim aus, begriff er, als er sein T-Shirt und die leicht ausgebeulten Jeans registrierte.<br />
<br />
„Tja, Darling“, gab Tim in einem Ton zurück, der Martha leicht die Augen verengen ließ, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Niemand</span> sollte mich sehen, wenn ich mich nicht von meiner besten Seite zeige.“ Lois lachte, als er aus dem Raum schlenderte, auch wenn Martha weiterhin mürrisch aussah.<br />
<br />
Kon schnappte sich seinen und Tims Teller und ging zur Spüle hinüber. Krypto folgte ihm und sah bettelnd zu ihm auf, so dass Kon den Rest von Tims Frühstück in den Hundenapf kippte. Dann stellte er die beiden Teller in die Spüle und gab etwas Spülwasser darüber. Er wusch sich die Hände und trocknete sie ab. Als er hörte, wie Jake den Motor abstellte, ging er, um ihn zu begrüßen.<br />
<br />
Als Kon hinaus auf die Veranda trat, stieg Jake gerade aus dem Truck aus. Er griff nochmal über den Sitz hinweg und nahm eine flache weiße Schachtel auf, bevor er schnell die Stufen herauf kam. Vor Kon blieb er stehen, die weiße Schachtel wie eine Opfergabe von sich gestreckt.<br />
<br />
„Wie, äh. Wie geht‘s Tim?“, fragte er nervös.<br />
<br />
„Oh“, meinte Kon, „Ihm geht‘s gut. Ich mein – also, er hat noch eine recht große Sache draus gemacht, aber Doc Gomer sagt, es geht ihm gut. Was ist, äh…“<br />
<br />
„Kuchen“, gab Jake hastig zurück. Er schob ihm die Schachtel noch etwas weiter entgegen und Kon nahm sie. „Es ist ein, äh, Kirschkuchen. Nell hat ihn gebacken. Er ist wirklich lecker.“<br />
<br />
Kon sah zu der Schachtel in seinen Händen. „Danke.“<br />
<br />
Jake verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen. „Jedenfalls“, meinte er, „wollte ich nur, äh. Nur sichergehen, dass es dir gut geht. Dass es euch beiden gut geht, meine ich. Tim auch.“<br />
<br />
„Er hat ein verdammt heftiges Veilchen“, lachte Kon leise, „aber er heilt recht schnell.“<br />
<br />
„Oh“, machte Jake und klang dabei, als hätte Kon etwas Überraschendes und gleichzeitig Wichtiges gesagt. Seine Augen verengten sich leicht, aber Kon war sich nicht sicher, was dieser Blick zu bedeuten hatte. Ein paar Sekunden später schüttelte er den Kopf und sein Blick senkte sich wieder zu seinen Füßen. „Ich, äh… hatte den Eindruck, dass er mich nicht besonders mag“, meinte er leise, „Du hast ihm nichts erzählt… ähm…“<br />
<br />
Kon hustete. „Wir haben nicht—“ Er brach ab und änderte nach kurzem Überlegen seine Aussage: „Ich hab nicht viele Geheimnisse vor Tim. Wäre auch ziemlich zwecklos. Er findet‘s ja doch irgendwann raus.“ Er zuckte die Schultern. „Er ist einfach zu schlau für mich.“<br />
<br />
„Sag sowas nicht“, erwiderte Jake und sah, plötzlich grimmig, erneut zu Kon auf, „Sagt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> das etwa?“<br />
<br />
„Was?“, fragte Kon verblüfft, „Nein! Nicht dass – Jake, ich werte mich hier nicht selber ab und ich denke auch nicht, dass ich ein Idiot bin. Tim ist einfach nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">richtig schlau</span>.“<br />
<br />
Jake gab einen unverbindlichen Laut von sich. Er runzelte die Stirn und sah wieder zu seinen Füßen hinunter. Er streifte mit dem Schuh über den Stufenabsatz und klopfte damit einen Klumpen Erde zu Boden. „Ich muss ja zugeben“, sagte er leise, „er… ist nicht ganz das, was ich erwartet hatte.“<br />
<br />
Ehrlich gesagt war er auch nicht ganz das gewesen, was <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kon</span> erwartet hatte, aber das konnte er Jake nicht sagen. Urgh, er hatte Recht gehabt. Alle seine Freunde würden sich fragen, warum zur Hölle er mit einem Arsch wie Tim Wayne zusammen war – und wenn nicht, würden sie sich Chases Vermutung anschließen, dass er nur für das Geld mit ihm zusammen war oder so. „Man muss ihn erst näher kennenlernen“, erklärte Kon, „Er ist anfangs etwas… kratzbürstig, schätz ich. Er hat mich früher in den Wahnsinn getrieben. Wir haben echt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ständig</span> gestritten. Aber wenn er einem mal vertraut… wenn er sich einem mal öffnet, ist er echt ein ganz anderer Mensch. Ein echt toller Mensch.“<br />
<br />
Jake sah nicht überzeugt aus, aber er nickte. „Denkst du, er hat das ernst gemeint? Dass ich nach Gotham kommen soll?“<br />
<br />
„Oh, um Himmels Willen!“, ertönte Tims Stimme von der Tür, was Kon und Jake beide zusammenzucken und sich ertappt zu ihm umdrehen ließ. Er hatte sich elegante und wahrscheinlich teure Kleidung angezogen und seine Frisur gerichtet und… war der Bluterguss etwa <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dunkler</span>? „Conner, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bitte deinen Freund herein</span>.“ Er verdrehte theatralisch die Augen. „Im Ernst, bist du in einer Scheune aufgewachsen?“ Er hob seine Hand. „Sag jetzt nichts darauf.“<br />
<br />
Kon funkelte ihn düster an.<br />
<br />
„Es sei denn“, fügte Tim neckisch hinzu, „ihr beide wolltet lieber allein sein.“<br />
<br />
Kon schüttelte den Kopf und rieb sich mit der Hand, die nicht den Kuchen hielt, den Nasenrücken. „Komm rein“, forderte er Jake auf. Tim hielt ihnen die Tür auf und Kon deutete, dass Jake zuerst gehen sollte, so dass er Tim gegen sein Schienbein treten könnte, ohne Verdacht zu wecken.<br />
<br />
Natürlich wich Tim aus.<br />
<br />
Sie gingen alle zusammen in die Küche, wo Jake wie versteinert innehielt, als er Clark und Lois ihre Pfannkuchen fertig essen sah. „Oh“, gab er leise von sich, „Guten Morgen.“<br />
<br />
„Jacob!“, begrüßte Martha ihn freudig, „Komm und frühstücke mit uns!“<br />
<br />
„Oh, ich – das kann ich aber wirklich nicht“, gab Jake unbeholfen zurück. „Ich wollte nur…“ Seine Augen fingen mit einem Mal an zu leuchten. „Sind das Blaubeeren?“<br />
<br />
Martha schmunzelte und nahm einen weiteren Teller aus dem Schrank.<br />
<br />
„Jake hat einen Kuchen mitgebracht“, erzählte Kon, als er ihn auf der Küchentheke abstellte und die Schachtel öffnete, um einen Blick hinein zu erhaschen. Er sah wirklich gut aus – dunkel wie echte Kirschen und nicht wie das künstliche Rot von Füllung aus der Dose. Er roch auch sehr gut. Kon nahm mit dem Finger einen großen Tropfen Füllung auf und leckte ihn sauber, bis er aufsah und bemerkte, dass alle ihn beobachteten. „Oh“, machte er, „Clark, Lois, das ist Jake. Er ist ein Schulfreund von mir.“<br />
<br />
Clark lächelte breit. „Du bist Carl Jenkins‘ Junge, oder?“ Er stand auf und streckte ihm eine Hand entgegen. „Dachte ich mir doch, dass du mir gestern Abend schon bekannt vorgekommen bist.“<br />
<br />
Jake ließ einfach nur… zu, dass seine Hand genommen und geschüttelt wurde, wobei er geschäftigt überall hin sah, nur nicht zu Clark. „Ja, Mister Kent“, murmelte er und seine Ohren färbten sich rot. Kon sah zwischen ihnen hin und her und merkte, wie seine Augen groß wurden.<br />
<br />
Clark lachte. „Einfach Clark, bitte. Sonst fühle ich mich alt wegen dir. Als wäre das nicht sowieso schon der Fall. Meine Güte, ich habe dich nicht mehr gesehen, seit du—“ Er ließ Jakes Hand los, um etwa die Höhe seines Oberschenkels anzudeuten. „—etwa so groß warst?“<br />
<br />
„Er ist ziemlich in die Höhe geschossen, nicht wahr?“, gab Martha warmherzig zurück. Sie tätschelte Jakes Schulter und drückte ihm einen Teller mit einem großen Stapel Pfannkuchen darauf in die Hand. „Iss nur.“<br />
<br />
„Danke, Mrs. Kent.“<br />
<br />
Martha winkte ab. „Oh, Junge, nenn mich Martha. Ma, wenn du magst. Wie alle anderen auch.“ Sie blickte zu Tim. „Oder die meisten zumindest.“<br />
<br />
„Ja, Ma’am“, murmelte Jake mit einem Lächeln. Er zog sich einen Stuhl hervor und setzte sich. Krypto setzte sich auf seine Füße, um zu betteln – und wurde für seine Bemühungen am Kopf gestreichelt.<br />
<br />
„Um deine Frage zu beantworten“, schaltete Tim sich wieder ein, „Ich hab es absolut ernst gemeint, als ich dich eingeladen hab, uns zu besuchen. Du bist Conners Freund, was bedeutet, dass wir uns besser kennenlernen sollten, und ich denke wirklich, dass Giles <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">begeistert</span> sein wird, dich kennenzulernen.“ Er schob sich eine Haarsträhne zurück. „Die Feier ist nur halbförmlich, du musst also nicht im Smoking erscheinen. Du kannst auch gerne ein Date mitbringen, was aber natürlich keine Notwendigkeit ist.“ Er sah zu Kon und brach ab. „Oh, komm schon her“, meinte er entnervt.<br />
<br />
„Was?“, fragte Kon ertappt und schloss den Deckel der Kuchenschachtel hinter seinem Rücken wieder.<br />
<br />
Tim deutete ihm nur näher zu kommen, weshalb Kon auch ein paar Schritte auf ihn zu ging, bis Tim sich ihm regelrecht entgegen warf und sein Kinn ergriff. Er fischte ein Taschentuch aus seiner Tasche und leckte es ab, bevor er Kons Mundwinkel abwischte, was ihn zusammenzucken ließ.<br />
<br />
Lois verbarg ihr Kichern nur schlecht hinter ihrer Kaffeetasse.<br />
<br />
„Soll ich einen Wagen für euch bestellen?“, fragte Tim, als er von ihm abließ und das – mit Monogramm versehene, bemerkte Kon – Taschentuch zu einem ordentlichen Quadrat faltete, bevor er es wieder einsteckte. „Ich hasse es, daran zu denken, dass du deine arme Tante den ganzen Abend ohne ein Fortbewegungsmittel zurücklässt. Ich würde ja selbst kommen und dich abholen, aber ich komme erst mittags aus Berlin zurück. Das sollte also genug Zeit lassen, den Jet wieder aufzutanken und euch beide in Wellington abzuholen.“<br />
<br />
Kon blinzelte und musste schwer schlucken. „Beide?“, fragte er. Irgendwie war ihm nicht bewusst gewesen, dass er auch dorthin müsste. Und wenn Jake und er beide zu dieser Feier gingen…<br />
<br />
Oh <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gott</span>! Kon begriff mit einem Schlag, was das bedeutete. Mehr Tim Wayne. Mehr Conner Kent, Tim Waynes <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">fester Freund</span>. Das Vorspielen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">war noch nicht zu Ende</span>. Kon war sich, über ein ausgeprägtes Unbehagen in seiner Magengegend hinaus, noch nicht einmal so sicher, was er davon halten sollte. Er konnte auch nicht ablehnen, mit Jake hier neben ihm sitzend, oder es auch nur offen ansprechen – um herauszufinden, was Tim eigentlich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">dachte</span>, was er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wollte</span>…<br />
<br />
„Äh“, machte er und hoffte, dass Jake sich zu sehr auf seine Pfannkuchen konzentrierte, um Kons plötzliche Beklommenheit zu bemerkten. „Ähm. Um wie viel Uhr am Donnerstag?“<br />
<br />
Am anderen Ende des Raums seufzte Clark und flüsterte, zu leise für menschliche Ohren: „Ich sag dir wirklich ungern, dass ich es dir ja gesagt habe.“<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ENDE</span></div>
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">(ohwohl: Noch nicht ganz, es gibt noch einen <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=124" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Epilog</a>! <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /> )</span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Close To Home (von iesika) | Teil 16/18]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-122.html</link>
			<pubDate>Mon, 26 Oct 2020 09:08:32 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Kon schluckte schwer und wandte sich bewusst ab, um sich nach etwas zu trinken umzusehen. Als er die Bowle gefunden hatte, hielt er geradewegs auf sie zu und schüttete sich zwei kleine Plastikbecher voll die Kehle hinunter, bevor er überhaupt etwas davon schmeckte. Nachdem er sich seinen Becher zum dritten Mal wiederaufgefüllt hatte, wurde ihm die Schöpfkelle aus der Hand genommen. Von großen Händen. Er sah auf.<br />
<br />
„Alles okay bei dir?“, fragte Clark.<br />
<br />
Kon kniff die Augen zu. Wenn sein Gesicht vorher noch nicht rot gewesen war, dann war es das auf jeden Fall jetzt. „Mir geht’s gut.“<br />
<br />
„Conner—“<br />
<br />
„Das ist alles nur Show“, flüsterte Kon leise genug, dass nur Clark es hören konnte, „Wir lenken von den anderen Kids ab. Um sie zu beschützen.“<br />
<br />
Clark antwortete nicht, weshalb Kon noch einen Schluck von seiner Bowle nahm und dann einfach seinen Blick darauf gerichtet ließ. Er beobachtete, wie die Kohlensäurebläschen an den Seiten hingen, bevor sie langsam aufstiegen und an der Oberfläche platzten. Es schmeckte nach Ananas und möglicherweise Ginger-Ale und noch irgendwas, das er gerade nicht einordnen konnte. Alles, was in diesem Moment zählte, war, dass es kalt und feucht war. Er stürzte den Rest hinunter und zerdrückte den durchsichtigen Plastikbecker, bis er zerbrach und in seiner Hand zusammenfiel.<br />
<br />
„Conner“, sagte Clark erneut, diesmal mit einer Hand auf Kons Schulter, die sich selbst durch das Jackett warm und nach Sonnenschein anfühlte.<br />
<br />
Nur für einen Augenblick lehnte er sich einfach dieser Berührung entgegen, bevor er sich daraus befreite. Er wusste nicht, worüber Clark reden wollte, aber er war sich ziemlich sicher, dass er dieses Gespräch lieber vermeiden würde. Alles, worüber er mit Clark redete, ließ ihn sich immer unbeholfen und seltsam fühlen und er glaubte nicht, dass er dabei in diesem Moment auch noch Hilfe bräuchte.<br />
<br />
„Ich wollte dich nur warnen, vorsichtig zu sein. Du weißt, ich mag Tim…“<br />
<br />
Kon gab einen leisen abweisenden Laut von sich. „Ich bin doch nicht wirklich mit ihm zusammen“, flüsterte er zurück, „Das ist nur geschauspielert.“<br />
<br />
„Conner, bitte, hör mir zu“, meinte Clark und packte ihn am Arm, seine Stimme leise aber ernst. Mit dem Gesicht, das Clark gerade zog, würde jeder Beobachter bestimmt davon ausgehen, dass er für ihre öffentlichen Liebesbekundungen Ärger bekam – was Kon als Freibrief nahm, finster dreinzublicken und wegzusehen. „Du weißt, dass ich Bruce schon sehr lange kenne.“<br />
<br />
„Was hat das denn damit zu tun?“, zischte Kon, „Du vögelst nicht mit ihm auch noch rum, oder?“<br />
<br />
Etwas in Clarks Augen flackerte und er wich zurück, ließ dabei aber Kons Arm nicht los. „Wovon redest du überhaupt?“<br />
<br />
„Ich rede von <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nightwing</span>. Verdammt!“<br />
<br />
„Tim hat dir davon erzählt“, meinte Clark und es war keine Frage, auch wenn Erstaunen in seiner Stimme lag. Er schluckte schwer. „Das war vor langer Zeit. Damals war er nicht Nightwing. Noch nicht.”<br />
<br />
Kon merkte, wie seinen Augen ganz von selbst größer wurden. Er stolperte einen Schritt zurück, so weit wie er nur konnte, ohne zu sehr gegen Clark anzukämpfen. „Verdammt!“, wiederholte er, „Verdammte Hölle und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Scheiße</span>! Du – er war <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Robin</span>? Du warst—” Ihm wurde schwummrig. Eigentlich sollte er damit ein für alle Mal fertig sein, mit dem Hinterfragen, damit, dass er sich ständig mit Clark verglich, aber mein Gott! Wenn Superman und – und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Robin</span>…<br />
<br />
“Nein! Ich – das war dazwischen”, erklärte Clark nervös, „Vor Lois.“<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dazwischen</span>? Was sollte das denn überhaupt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">heißen</span>? Zwischen Robin und Nightwing? Hatte Dick sich zeitweise mal zur Ruhe gesetzt oder so? „Weiß sie‘s? Dass du auch auf Kerle stehst?“<br />
<br />
Clark atmete durch die Nase aus. „Ja.“<br />
<br />
„Und du hättest mir da nicht mal was davon sagen können? Vielleicht, als du mir einen Vortrag drüber gehalten hast, bei einer Schwulenrechtsgruppe mitzumachen?“<br />
<br />
„Ich hab nicht— Du hast wirklich gedacht, dass ich deshalb verärgert war?“ Clark seufzte. „Conner, ich dachte, du <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">täuschst</span> das alles nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">vor</span>. Ich wusste, dass du es gut meinst, aber… Tut mir leid. Ich hab das alles missverstanden und war unglücklich über die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Täuschung</span>, die ich dachte, gesehen zu haben.“<br />
<br />
„Mein Gott“, gab Kon beleidigt zurück, „Du verdammter Riesen-Heuchler!“ Er streckte die Hand aus und schnappte sich Clarks Brille. Clarks Hand schnellte in die Höhe und sie stritten sich ein paar Sekunden lang darum. Clarks Hände tasteten gegen Kons Aura, bis Kon nachgab und sie ihn wieder nehmen ließ, sobald er das Gefühl hatte, dass er seinen Standpunkt klargemacht hatte. Clark senkte den Kopf und schob sich die Brille wieder auf die Nase. Dann sah er sich besorgt um, als ob in dieser kurzen Zeit auch nur irgendjemand zu ihnen herüber gesehen und die Verbindung hergestellt hatte. „Du lügst doch genauso viel wie ich. Wahrscheinlich sogar mehr.“<br />
<br />
„Das ist nicht dasselbe und das weißt du auch. Ich gebe nicht großartig vor, irgendwas zu sein, außer harmlos. Das ist etwas ganz anderes als sich als Mitglied einer Minderheitengruppe auszugeben—“<br />
<br />
„Ich kann echt nicht glauben, dass du auch nur denken kannst, dass ich sowas <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">tun würde</span>“, zischte Kon, „Du glaubst echt, dass ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">keinerlei</span> Integrität hab, oder?“<br />
<br />
„Das ist es nicht!“, beharrte Clark, „Ich weiß, dass du es gut meinst. Das hab ich nie bezweifelt.“<br />
<br />
„Was dann?“<br />
<br />
Clark sah zur anderen Seite des Raums, wo sich Tim gerade in der Nähe der Seitentür mit Jake und Russel unterhielt. „Ich dachte, Tim hätte dich dazu angestiftet“, gestand er. Mit einem Mal wirkte er verlegen.<br />
<br />
„Du—“, setzte Kon an und merkte, dass er leiser sprechen sollte, „Du hast gedacht – was, dass ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">es gut meine</span>, aber blöd genug bin…“, knurrte er und riss seinen Arm aus Clarks Griff. „Ganz offensichtlich ist es also Tims schlechter Einfluss, wenn ich mich wie ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Arschloch</span> verhalte? Hältst du wirklich so wenig von ihm? Oder von <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mir</span>, dass du denkst, ich würde einfach tun, was auch immer er mir sagt, und mein eigener moralischer Kompass wäre mir völlig egal?“<br />
<br />
„Nein!“, flüsterte Clark zurück, seine Augen groß und aufrichtig, „Conner, ich hab doch nur versucht—“<br />
<br />
„Weißt du was?“, sprach Kon einfach über ihn hinweg, indem er seine Stimme wieder auf normale Lautstärke anhob. Er goss Bowle in einen frischen Becher. „Ich bring jetzt meinem <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Date</span> etwas von der Bowle.“<br />
<br />
„Conner—“<br />
<br />
„Du kannst mich mal“, meinte er im Plauderton und ging davon. Zum Glück versuchte Clark nicht, ihn aufzuhalten oder, was noch schöner gewesen wäre, ihm zu folgen. Kon hätte die Bowle nur sehr ungern verschwendet, indem er sie ihm in sein dummes, verficktes Gesicht schüttete. Was fiel ihm eigentlich ein? Hierher zu kommen, Kon zu beleidigen, seinen besten Freund zu beleidigen. Und dann so zu tun, als erwartete er, dass Kon damit einverstanden wäre. Als würde er von Kon erwarten, dass er einfach daneben stand und es <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">annahm</span>, nur weil er fucking <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Superman</span> war.<br />
<br />
Kon grummelte wütend vor sich hin, während er den Saal durchquerte und sich nach seinen Freunden umsah. Gina und Lisa wurden angegafft, aber das schien ihnen nichts auszumachen. Chases Hand lag auf Hamiltons Hintern und Hamilton erhob keinerlei Einspruch dagegen. Alle schienen sich gut zu amüsieren. Außer dem Ärger an der Tür gab es bis jetzt keine Probleme. Kon hoffte, dass ihr Glück anhalten würde.<br />
<br />
Pete Miller tanzte mit einer von Carolines Cheerleader-Freundinnen und starrte zornig über ihre Schulter zu Delilah und Carson hinüber. Die beiden standen gegen eine Wand gelehnt, tranken Bowle und lachten mit Clarence. Als Kon an ihm vorbei ging, streckte er seine Aura den Boden entlang aus und zog an seinen Füßen, was ihn ungeschickt schlingern und gegen seine Tanzpartnerin stolpern ließ. Miller landete mit dem Gesicht voran in ihrem Ausschnitt, was ihm ein Wegschubsen und eine Ohrfeige einbrachte. Das besserte Kons Laune gleich ein wenig. Er straffte die Schultern und legte ein Lächeln auf, bevor er Jake retten ging.<br />
<br />
Tim hatte ihn anscheinend in die Enge getrieben und es sah aus, als hätte Russell es endlich geschafft zu entwischen, um ihnen Bowle zu holen. Jake stand also nicht weit von der Wand entfernt einfach nur da und sah ein wenig verschreckt aus, während Tim zu nahe bei ihm stand und beim Reden ausschweifend gestikulierte. Die Musik war laut genug, dass Kon nicht viel hören konnte, bis er etwas näher heran ging. Er war sich nicht sicher, was genau er zu hören erwartet hatte, aber es war definitiv nicht das, was er vorfand.<br />
<br />
„—aber wenn du willst, könnte ich mit Giles sprechen. Er ist immer auf der Suche nach frischen Talenten – es ist ziemlich prestigeträchtig, derjenige zu sein, der einen neuen Künstler entdeckt, weißt du.“<br />
<br />
„Ähm“, machte Jake einen halben Schritt zurück, als Tim sein Gewicht nach vorne verlagerte und ihn so weiter aus dem Gleichgewicht brachte.<br />
<br />
„Oder ich könnte euch einfach einander vorstellen. Bruce gibt nächste Woche eine Feier – irgendso ein Wohltätigkeits-Ding, ich weiß nicht mal genau, was – und Giles lehnt nie eine Einladung ab. Ich bin sicher, dass er auch da sein wird. Du könntest also auch gleich mitkommen; ich schicke sowieso den Jet für Conner.“<br />
<br />
„Du machst was?“, fragte Kon, als er an Tim heran trat. Auf gar keinen Fall hatte er sich wirklich an ihn angeschlichen, aber Tim fuhr herum und fasste sich an die Kehle, als wäre er eine melodramatische viktorianische Romanfigur.<br />
<br />
„Conner!“, sagte er und klang dabei durch und durch überrascht, „Wenn man vom Teufel spricht.“ Er trat augenblicklich neben Kon und griff nach seinem Handgelenk, dann drehte er sich so, dass Kons Arm um seine Taille geschlungen lag. „Jake hat mir gerade erzählt, dass er alles in diesem Diner selbst gemalt hat! Wusstest du das?“<br />
<br />
Kon begegnete Jakes Blick, dann sah er zur Decke hoch. „Ja, Tim.“<br />
<br />
„Und wir sind ins Reden gekommen und, oh, ich muss ihn einfach ein paar Leuten vorstellen, also hab ich ihn zu Bruces kleinem Empfang eingeladen.“<br />
<br />
„Welchem kleinen Empfang?“<br />
<br />
Tims düsterer Blick in diesem Augenblick hatte keinerlei Ähnlichkeit mit dem, den er Bösewichten zuwarf. Normalerweise schmollte er um vieles weniger dabei. „Du hast es doch nicht etwa <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">vergessen</span>?“<br />
<br />
„Äh.“ Kon blickte hilfesuchend zu Jake, erhielt von ihm aber keinerlei Anhaltspunkte. „Hilf mir auf die Sprünge?“<br />
<br />
„Es ist – ach, verdammt, ich hab keine Ahnung, wofür es ist. Donnerstag. Irgendsoein Wohltätigkeits-Ding. Erinnerst du dich?” Tim legte seine Hand zurück auf Kons Schulter. „Waisenkinder, verletzte Kätzchen, rettet die Babyrobben, sowas eben.“<br />
<br />
„Tut mir leid“, gab Kon zurück und verzog das Gesicht, „muss ich wohl vergessen haben.“<br />
<br />
Tim wedelte wegwerfend mit einer Hand vor seinem Gesicht herum. „Ach, macht nichts. Aber ich meinte gerade, Jake hier sollte unbedingt kommen, weil Bruce ja so <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gut</span> befreundet ist mit diesem einen Typen – Giles Coltsworth, hast du ihn schon mal getroffen?“<br />
<br />
Gott, seine Freunde würden alle denken, dass er jemand war, der mit so jemandem wie Tim Wayne zusammen sein konnte, ohne verrückt zu werden! Jake fixierte ihn bereits misstrauisch. „Nein”, antwortete Kon.<br />
<br />
„Wahrscheinlich auch besser so. Du bist genau sein Typ; er würde dich wahrscheinlich fragen, ob du für ihn <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Modell</span> stehst… Na jedenfalls leitet er die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Top</span>-Galerie der Stadt. Alle aufstrebenden jungen Künstler haben dort ihren Anfang. Ich würde die beiden nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">zu gerne</span> miteinander bekannt machen, Jake hier helfen, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Er erscheint mir so ein—“ Er musterte Jake einen Augenblick. „—<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">aufrichtiger</span> junger Mann.“<br />
<br />
Kon blinzelte. Daran hatte er nicht einmal gedacht, aber Tim könnte Jake wahrscheinlich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirklich</span> unterstützen. In Gotham gab es ganz bestimmt die verschiedensten Leute, die einem Wayne gerne einen Gefallen tun wollten. Und hatte Tim ihm nicht sogar einmal erzählt, dass Bruce ständig irgendwelche Stipendien vergab? Er hatte es liebevoll, wenn auch distanziert erzählt, wie eine Mutter, die von der Angewohnheit ihres Sohns erzählte, in seinen Taschen Frösche mit nach Hause zu bringen. „Das ist eine Spitzenidee!“<br />
<br />
„Oh“, machte Jake, „Ich kann doch nicht – ich meine, ich bin nicht – ich hab es noch nicht mal <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">studiert</span>—“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Studiert</span>“, höhnte Tim, „Ich hab am Montag ein Handelstreffen mit dem deutschen Vizekanzler und hab nicht mal wirklich die High School abgeschlossen.“<br />
<br />
„Du—“ Kon brach ab. Er wusste, dass Tim einen GED-Test abgelegt hatte, anstatt zurück zur Schule zu gehen, nachdem er nach Gotham zurückgekehrt war. Den Rest erfand Tim aber sicher für ihr Publikum. „Was?“<br />
<br />
„Na, wir haben großes Interesse an der Region. Bruce hat über die letzten zehn Jahre etwa ein halbes Dutzend Technologie- und Optikfirmen aufgekauft, aber Guido ist so gegen Gewerkschaften. Und das ist eben was, an dem Bruce sehr viel liegt, aber er hat leider eine ganz <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">schreckliche</span> Grippe. Alfred hat ihm strenge Bettruhe verordnet und Dick ist einfach fürchterlich bei Verhandlungen.“ Tim seufzte schwer. „Ich hasse deutsches Essen. Ich hasse es wirklich.“ Er verzog das Gesicht: „Wurst und Kohlköpfe.“<br />
<br />
„Du magst doch Wurst“, erinnerte Kon ihn.<br />
<br />
Tim gab ein amüsiertes Brummen von sich und drehte sein Gesicht so, dass es gegen Kons Kiefer ruhte. Er spürte die Vibrationen seines Lachens und sein Atem kitzelte Kon – und beides jagte ihm leichte Schauer über den Körper. „Mmmh“, machte er, „Stimmt.“ Er drückte seine Lippen gegen die Haut direkt unter seinem Kiefer, über seinen Puls, und zog mit seinen Lippen eine Spur Kons Kiefer entlang zu seinem Ohr hinauf. „Lass uns eine Runde spazieren gehen“, hauchte er, wobei seine Lippen über Kons Ohrmuschel strichen.<br />
<br />
„Aber—“, protestierte Kon. Er war selbst überrascht, wie kratzig seine Stimme klang.<br />
<br />
„Bevor wir wegen mir noch rausgeworfen werden“, beharrte Tim und oh, das war seine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zunge</span>. Kon kniff seine Augen fest zusammen und wand sich in seinen Schuhen. Zähne. Oh Gott! Okay, wenn Tim so sehr darauf bestand, dass sie gingen, wollte er vielleicht ungestört über etwas reden, über den Fall oder… oder sowas. Kon verkniff sich ein leises Fiepen und ließ sich von Tim führen. Er sah entschuldigend zurück zu Jake, als Tim ihn auch bereits zur Seitentür hinaus in die Nacht zog.<br />
<br />
Um die Türen herum standen überall Leute und so gingen sie weiter die Straße hinunter, vorbei an schmusenden und knutschenden Pärchen sowie etwas abseits stehenden Rauchern. Die Stille und die kühle Abendluft war eine Wohltat nach der Hitze und der Geräuschkulisse drinnen. Kon erwartete, dass Tim ihm endlich erklären würde, wohin sie gingen und warum sie die vielen Leute drinnen verließen – aber er blieb stumm. Kon bemerkte nicht einmal, dass sie immer noch Händchen hielten, bis Tim ihn mit sich vom Weg weg und um eine Ecke zog, in eine schmale Gasse, die zwischen dem Gebäude und einem hohen Holzzaun entlang führte. Es war ein ausgesprochen unromantischer Ort, die Wand voller Rohrleitungen und Versorgungsanschlüsse, das Gras spärlich und fleckig, so dass sich hier glücklicherweise keine Pärchen vor der Aufsicht versteckten.<br />
<br />
Die Stelle war so gut wie jede andere. Tim war vermutlich innerlich komplett im Detektiv-Modus gewesen und hatte die Leute beobachtet, ob sich irgendjemand auffällig verhielt. Vielleicht hatte er sogar einen Verdächtigen, den sie mal belästigen gehen könnten. Kon kickte einen Plastikbecher unter dem Zaun hindurch und drehte sich zu ihm um. „Also, was wolltest du mir sagen?“, fragte er.<br />
<br />
Tim trat nahe an ihn heran und hob beide Hände zu Kons Oberkörper. Kon sah verwirrt zu ihm hinunter, als er plötzlich entschlossen nach hinten gedrückt wurde und zurück stolperte, bis seine Schultern gegen die Ziegelwand prallten.<br />
<br />
„Was—“, setzte Kon an, doch der Rest verlor sich in Tims Mund. Kon gab einen überraschten Laut von sich und hielt Tims Schultern, konnte sich aber nicht wirklich dazu überwinden, die Kraft aufzuwenden, die nötig gewesen wäre, um sich zu befreien. Tims Lippen bewegten sich gegen Kons, schlossen sich um seine Unterlippe und zogen sanft. Ohne nachzudenken entspannte Kon sich und gewährte Tims Zunge bereits beim ersten prüfenden Lecken Einlass. Der Kuss war ganz und gar nicht wie der auf der Tanzfläche und doch war das Zittern und das Zusammenziehen in Kons Brustkorb genau dasselbe.<br />
<br />
Tim stöhnte weit hinten in seiner Kehle und drängte sich gegen ihn, bis ihre Körper sich lückenlos aneinander schmiegten. Er vertiefte den Kuss und seine Hände wanderten hinunter zu Kons Bauch und wieder nach oben zu Kons Brust, sein Hemd mit sich nach oben und halb aus seiner Hose schiebend.<br />
<br />
Kon keuchte in den Kuss hinein und hielt seine Hände fest. „Was machst du da?“, rang er nach Luft.<br />
<br />
„Weißt du das denn nicht?“, murmelte Tim. Er beugte sich ihm entgegen zu einem weiteren Kuss, aber Kon drehte den Kopf weg. Scheinbar unbeirrt leckte er eine feuchte Spur von Kons Schlüsselbein hinauf zu seinem Ohr und saugte sein Ohrläppchen zwischen seine Zähne ein.<br />
<br />
„Tim“, keuchte Kon. Tims Knie schob sich zwischen Kons Oberschenkel. Kon stöhnte, seine Stimme erschreckend laut in der abendlichen Stille.<br />
<br />
„Conner“, raunte Tim und ließ seine Zunge an der Rückseite von Kons Ohr entlang fahren.<br />
<br />
„Gott“, keuchte Kon. Was ging hier überhaupt vor sich? Meinte Tim – meinte Tim das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirklich</span> ernst? Bestimmt nicht. Es musste Teil dieses ganzen Schauspiels sein, oder vielleicht ärgerte er Kon auch einfach, weil er vorhin seine Erektion mitbekommen hatte. Tim könnte doch nicht wirklich – auf keinen Fall konnte Tim—<br />
<br />
„Du machst mich so wahnsinnig“, keuchte Tim ihm ins Ohr, sein Atem heiß und feucht, „Gott, Conner, du hast ja keine Ahnung…“ Er zog seinen Mund über Kons Wange, um erneut Besitz von seinen Lippen zu ergreifen. „So so…“, murmelte er in Kons Mund hinein, bevor seine Stimme verhallte.<br />
<br />
„Aber—“ Kon brachte kein weiteres Wort heraus. Tims Zunge strich gegen seine eigene und Kon erwiderte den Kuss, konnte sich dessen nicht erwehren. Oh Gott, er schmeckte gut! Kon hatte schon seit sehr langer Zeit nicht mehr daran gedacht Tim zu küssen, schon seit bevor sie Freunde geworden waren. Er hatte gedacht, dass er seiner verdammten hormongesteuerten Phase entwachsen wäre, dass er erwachsen genug geworden wäre, um ihre Freundschaft auch ehrlich zu schätzen, anstatt Tim die ganze Zeit <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">herausfordern</span> zu wollen.<br />
<br />
Tim war schon seit langem der wichtigste Mensch in seinem Leben; diejenige Person, zu der er mit seinen Problemen kam; diejenige Person, auf deren Unterstützung er sich verlassen konnte, egal was wäre. Aber das hier – Kon hatte keine Ahnung, was er tun sollte. Er klammerte sich in Tims Rücken, seine Finger gruben sich in massive Muskeln, er spürte Tims Stöhnen um seine Zunge herum nachhallen. Als Tim sich wieder löste, um seine Zähne in sein Kinn zu vergraben, unvermittelt und tückisch, keuchte Kon auf und warf seinen Kopf in den Nacken. „Stopp“, keuchte er. Wenn das hier nicht echt war, würde er sterben. „Tim, nein. Hör auf!“<br />
<br />
“Warum?”, fragte Tim. Er drückte seine Zähne gegen Kons Hals, leckte breit und feucht darüber. „Du willst es doch.“ Er zog sein Bein nach oben, bis sein Oberschenkel gegen Kons Leiste gepresst war, drückte es genau mit der richtigen Anspannung gegen seine Hoden.<br />
<br />
Kons Keuchen klang in seinen eigenen Ohren eher wie ein Schluchzen. „Tim…“<br />
<br />
Tim zog sein Bein minimal nach oben und griff zwischen sie, um Kons Hemd aus seiner Hose zu ziehen. „Und ich will es auch.“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Fuck</span>.“<br />
<br />
„Ich will dich. Hab ich immer schon—“ Er drückte seine Lippen erneut gegen Kons Ohr und mit einem Mal wurde seine Stimme tonlos und ernst, als er dagegen hauchte: „Geh zu Boden!“<br />
<br />
„Wa—“, schnappte Kon nach Luft, aber Tim verschwand bereits mit einem entsetzlichen Knacken und einer plötzlichen Bewegung, wurde wie eine Puppe beiseite geschleudert. Er prallte an der Wand ab und schlug auf dem Boden auf, dann lag er bewegungslos da.<br />
<br />
Baumhauer stand vor Kon, das pickelige Gesicht zu einer zähnefletschenden Grimasse verzogen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Baumhauer</span>, das dürre kleine Arschloch aus Kons Biologiekurs. Er griff nach Kons Kehle – und Kons Hände hoben sich ganz von selbst, um ihn am Handgelenk zu packen, aber er erinnerte sich an Tims Worte und riss dem Typen nicht den Arm aus. Wenn Tim einen Plan hatte… Aber Tims Pläne beinhalteten normalerweise, dass er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bei Bewusstsein</span> war.<br />
<br />
„Du beschissene, verfickte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Schwuchtel</span>“, zischte Baumhauer, „unnatürlicher, gottloser <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dreck</span>!“ Eine Vene oder ein Muskel zuckte an seiner Wange und in seinen Augen schimmerte Wahnsinn. Kon konnte überall um seine blassgrauen Iriden herum Weiß sehen und seine Pupillen waren trotz der Dunkelheit zu winzigen Punkten verengt.<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span>“, gab Kon zurück und kam sich wie ein Idiot vor. Gott, es erschien ihm jetzt so offensichtlich! Er hatte es nicht wegen des Clubs auf Dalton abgesehen… „Du krankes <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Schwein</span>!“<br />
<br />
Baumhauers Griff an Kons Hals wurde fester und er riss ihn ein Stück zu sich. „Du nennst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span> krank. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span>.” Er lachte.<br />
<br />
Kon sah zu Tim hinunter, der ein paar Meter entfernt in sich zusammengesunken auf dem Boden lag, sein Gesicht im Dreck. Sein Herz schug, aber er bewegte sich nicht. „Wenn du ihm weh tust—“<br />
<br />
„Dann <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">was</span>?“, spottete Baumhauer, „Du kannst mir nichts anhaben. Ich bin das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Schwert Gottes</span>.“<br />
<br />
„Du bist verrückt“, korrigierte Kon. Er wurde für seinen Einwurf durchgeschüttelt und beinahe bis auf die Zehenspitzen angehoben, bis er auf Baumhauers leicht fettige Haare hinunter sah.<br />
<br />
„Wie kannst du es <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wagen</span>“, zischte er, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span>, der du Leute für die homosexuelle Agenda anwirbst und gute Kirchengänger zu euren bösen Werken verführst. Weißt du eigentlich, wie lange ich drauf gewartet hab, dich allein anzutreffen? Deine arme Tante ist eine gute, gottesfürchtige Frau. Ich konnte dich doch nicht in ihrem <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Heim</span> ausmerzen. Aber <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">jetzt</span> – tja“, lachte er leise und streckte sein Bein aus, um mit seinem Schuh gegen Tims Bein zu stupsen. „Zwei auf einen Streich.“<br />
<br />
Wo zur Hölle blieb Clark? War er gegangen, nachdem Kon ihn so verflucht hatte? War er ihm so beleidigt? Er könnte dieses Psycho-Ekel leicht abschütteln, aber das würde Fragen aufwerfen. Tim hatte gewollt, dass er sich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht wehrte</span>, weshalb auch immer – aber das ergab nur Sinn, wenn Clark auftauchen würde. „Du bist doch krank im Kopf“, meinte Kon und versuchte sich an Baumhauers Vornamen zu erinnern. „Thomas“, fügte er hinzu, in der Hoffnung, dass er sich richtig erinnerte, „Du brauchst echt Hilfe.“<br />
<br />
„Von deinesgleichen oder denen deines feinen Schwuchtel-Freunds brauche ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gar nichts</span>. Gott hat mir die Stärke gegeben, um die Welt von Leuten wie dir zu befreien!“<br />
<br />
Sollte er um Hilfe rufen? Würde ihn jemand hören? Auf keinen Wall fürde ihn jemand drinnen hören und bei den Türen war es wahrscheinlich auch laut genug, um ihn zu übertönen. Es würde Hilfe für Tim bedeuten, aber auch mehr Leute, die in einem Kampf verletzt werden könnten. Und mehr Leute, die dabei wären, wenn Kon doch noch gezwungen wäre, seine Kräfte zu benutzen. Da war es besser, den Wichser weiter anzustacheln: „Ich fühl mich ja geschmeichelt, dass du mich mit Dalton in einen Topf wirfst. Er ist ein außergewöhnlicher Mensch.“<br />
<br />
„Er war im Auftrag des Verderbers unterwegs!“, knurrte Baumhauer wütend, „Genauso wie du und die Anderen. Unruhestifter, die Menschen verführen und vom Pfad der Tugend abbringen—“<br />
<br />
„Ach, jetzt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verführe</span> ich also?“<br />
<br />
Baumhauer schlug ihn mit genug Wucht gegen die Wand, dass Kon wahrscheinlich das Bewusstsein verloren hätte, wäre er ein normaler Mensch gewesen. „Schämst du dich denn überhaupt nicht für deine Sünden?“<br />
<br />
„Ja klar“, gab Kon zurück, „Wenn ich was <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Falsches</span> getan hab. Wie jemandem <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wehzutun</span>.“ Baumhauer schlug ihn erneut gegen die Wand, aber Kon redete weiter: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass in der Bibel ziemlich strenge Sachen zum Töten von Menschen stehen. Schämst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">du</span> dich denn?“<br />
<br />
„Ich führe Gottes Willen aus“, zischte Baumhauer, „Ich zerschlage die Gottlosen in Seinem Namen. Aber du solltest wissen, dass Er alle Seine Kinder liebt. Selbst jetzt bist du Ihm lieb und teuer, wenn du nur deinen Sünden abschwörst und auf Seine Seite gehst. Tue Buße!“, stieß er aus und zog seine Faust zurück, „Denn das Himmelreich naht!“ Seine Faust flog auf Kons Gesicht zu. Die Muskeln in seiner Schulter spannten sich an, als er sein ganzes Gewicht in diesen Schlag legte. Kon ließ zu, dass er traf. Er hörte Knochen splittern, als Baumhauers Faust etwas Härteres als Stahl traf. Baumhauer ließ ihn los und stolperte rückwärts, zusammengekrümmt und sich die gebrochene Hand haltend. Er wandte sich heulen ab und schloss vor Schmerz die Augen.<br />
<br />
Kon nutzte den Moment und trat vor, um einen Schlag auszuteilen, der Baumhauer von den Füßen riss und durch den Holzzaun befürderte, als bestünde er aus nichts weiter als Streichhölzer. Er kam allerdings nie am Boden auf, denn Superman fing ihn an seinem Hemd auf und hielt ihn so schlaff und bewusstlos fest. Blut tropfte aus seiner Nase und seinem Mund.<br />
<br />
Kon verlor keine Zeit, um neben seinem Freund auf die Knie zu gehen. „Tim“, sagte er sanft und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Er hatte Angst, ihn zu bewegen. Man sollte ja Leute nicht bewegen, wenn man nicht wusste, wo sie verletzt waren, oder? „Tim, Mann, komm schon…“<br />
<br />
Tim drehte ihm sein Gesicht zu und öffnete die Augen. Seine Lippe war aufgeplatzt und seine Wange war rot vom Anflug einer Prellung, die noch zu einem eindrucksvollen blauen Auge werden würde. „Du solltest doch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">zu Boden gehen</span>“, meinte er etwas zu kratzig und schwach, als dass Kon ihm hätte beleidigt sein können, „Es hat einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Grund</span>, warum ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Superman</span> eingeladen hab.“<br />
<br />
„Wo zur Hölle warst du überhaupt so lange?!“, verlangte Kon zu wissen, „Tim hätte ernsthaft <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verletzt</span> werden können.“<br />
<br />
Clark landete leichtfüßig neben ihm. „Ich hab <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">versucht</span>, euch beiden etwas Privatsphäre zu geben“, antwortete er, wobei eine leichte Röte in seine Wangen stieg, „Nach dem ersten Bisschen, das ich mitgehört hab, hab ich nicht angenommen, dass ihr von mir abgehört werden wollt, also hab ich mich bemüht, meine Aufmerksamkeit auf was anderes zu richten. Dann hab ich ihn—“ Er schüttelte leicht Baumhauers leblose Gestalt. „—aufschreien hören, also…“ Er trat abrupt einen Schritt zurück. „Wenn es euch gut geht, werde ich diesen jungen Mann hier bei den entsprechenden Behörden abliefern?“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Geht‘s</span> dir denn gut?“, fragte Kon. Er half Tim dabei, sich aufzusetzen. Scheinbar hatte er ein wenig Mühe, sich aufrecht zu halten. „Shit, dieses <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Geräusch</span>, als er dich geschlagen hat. Geht‘s dir wirklich gut? Ich sollte dich zu einem Arzt bringen—“<br />
<br />
„Du willst doch nur, dass sie meinen Kopf durchchecken“, gab Tim mit einem leisen Schmunzeln zurück, „Wir sollten einen Krankenwagen rufen, aber mir geht es gut. Sehr gut sogar. Gerade böse zugerichtet genug.“<br />
<br />
Kon blinzelte verwirrt. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Genug</span>? Genug <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wofür</span>?“<br />
<br />
Tim griff sich Kons Krawatte, die Baumhauer halb gelöst hatte. „Um Anklage zu erheben“, murmelte er, „Komm her, okay?“<br />
<br />
„Du—“, setzte Kon an, aber dann zog Tim ihn bereits für einen Kuss zu sich. Er erwiderte ihn bereitwillig und seine Hände legten sich um Tims Gesicht. Tim ging es gut. Es ging ihm gut und sein bescheuerter Plan hatte funktioniert, auch wenn Kon improvisiert hatte. Sie hatten den Bösewicht geschnappt und den Tag gerettet, ohne mehr als ein blaues Auge davonzutragen. Kon konnte eine leichte Spur Blut in Tims Mund schmecken, wo seine Lippe gegen seine Zähne geprallt war, aber irgendwie machte es das auch besser – erfüllt von dem Wissen, dass Tim am Leben war und es ihm gut ging.<br />
<br />
Es gab einen Lichtblitz und Kon ließ blinzelnd von ihm ab. „Was—“, murmelte er und sah sich um. Lois stand an der Hausecke mit einer Kamera in der Hand. „Hey!“<br />
<br />
„Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass sich jemand an dich herangeschlichen hat, während du mich küsst“, betonte Tim wenig hilfreich, „Daran solltest du besser arbeiten.“ Er wandte sich Lois zu: „Hast du schon die Polizei gerufen?“<br />
<br />
„Nicht bevor du mir kein Exklusivinterview versprichst“, gab Lois zurück und steckte ihre Kamera ein, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Hübsches</span> Veilchen übrigens. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sehr</span> fotogen.“<br />
<br />
„Moment mal“, mischte Kon sich ein, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Exklusivinterview</span>?“ Er sah zu Tim und erwartete bereits, dass er unumwundern ablehnen würde. Schließlich war er derjenige, der sich damals eine komplett neue Identität erfunden hatte, als Young Justice im Fernsehen sein sollten.<br />
<br />
„Schätzchen“, meinte Tim Wayne und streckte Kon eine Hand entgegen, so dass er ihm auf die Beine half, „Ich zähle drauf, dass du mich auf die Titelseite bringst.“<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">~&gt; tbc in <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=123" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Teil 17</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Kon schluckte schwer und wandte sich bewusst ab, um sich nach etwas zu trinken umzusehen. Als er die Bowle gefunden hatte, hielt er geradewegs auf sie zu und schüttete sich zwei kleine Plastikbecher voll die Kehle hinunter, bevor er überhaupt etwas davon schmeckte. Nachdem er sich seinen Becher zum dritten Mal wiederaufgefüllt hatte, wurde ihm die Schöpfkelle aus der Hand genommen. Von großen Händen. Er sah auf.<br />
<br />
„Alles okay bei dir?“, fragte Clark.<br />
<br />
Kon kniff die Augen zu. Wenn sein Gesicht vorher noch nicht rot gewesen war, dann war es das auf jeden Fall jetzt. „Mir geht’s gut.“<br />
<br />
„Conner—“<br />
<br />
„Das ist alles nur Show“, flüsterte Kon leise genug, dass nur Clark es hören konnte, „Wir lenken von den anderen Kids ab. Um sie zu beschützen.“<br />
<br />
Clark antwortete nicht, weshalb Kon noch einen Schluck von seiner Bowle nahm und dann einfach seinen Blick darauf gerichtet ließ. Er beobachtete, wie die Kohlensäurebläschen an den Seiten hingen, bevor sie langsam aufstiegen und an der Oberfläche platzten. Es schmeckte nach Ananas und möglicherweise Ginger-Ale und noch irgendwas, das er gerade nicht einordnen konnte. Alles, was in diesem Moment zählte, war, dass es kalt und feucht war. Er stürzte den Rest hinunter und zerdrückte den durchsichtigen Plastikbecker, bis er zerbrach und in seiner Hand zusammenfiel.<br />
<br />
„Conner“, sagte Clark erneut, diesmal mit einer Hand auf Kons Schulter, die sich selbst durch das Jackett warm und nach Sonnenschein anfühlte.<br />
<br />
Nur für einen Augenblick lehnte er sich einfach dieser Berührung entgegen, bevor er sich daraus befreite. Er wusste nicht, worüber Clark reden wollte, aber er war sich ziemlich sicher, dass er dieses Gespräch lieber vermeiden würde. Alles, worüber er mit Clark redete, ließ ihn sich immer unbeholfen und seltsam fühlen und er glaubte nicht, dass er dabei in diesem Moment auch noch Hilfe bräuchte.<br />
<br />
„Ich wollte dich nur warnen, vorsichtig zu sein. Du weißt, ich mag Tim…“<br />
<br />
Kon gab einen leisen abweisenden Laut von sich. „Ich bin doch nicht wirklich mit ihm zusammen“, flüsterte er zurück, „Das ist nur geschauspielert.“<br />
<br />
„Conner, bitte, hör mir zu“, meinte Clark und packte ihn am Arm, seine Stimme leise aber ernst. Mit dem Gesicht, das Clark gerade zog, würde jeder Beobachter bestimmt davon ausgehen, dass er für ihre öffentlichen Liebesbekundungen Ärger bekam – was Kon als Freibrief nahm, finster dreinzublicken und wegzusehen. „Du weißt, dass ich Bruce schon sehr lange kenne.“<br />
<br />
„Was hat das denn damit zu tun?“, zischte Kon, „Du vögelst nicht mit ihm auch noch rum, oder?“<br />
<br />
Etwas in Clarks Augen flackerte und er wich zurück, ließ dabei aber Kons Arm nicht los. „Wovon redest du überhaupt?“<br />
<br />
„Ich rede von <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Nightwing</span>. Verdammt!“<br />
<br />
„Tim hat dir davon erzählt“, meinte Clark und es war keine Frage, auch wenn Erstaunen in seiner Stimme lag. Er schluckte schwer. „Das war vor langer Zeit. Damals war er nicht Nightwing. Noch nicht.”<br />
<br />
Kon merkte, wie seinen Augen ganz von selbst größer wurden. Er stolperte einen Schritt zurück, so weit wie er nur konnte, ohne zu sehr gegen Clark anzukämpfen. „Verdammt!“, wiederholte er, „Verdammte Hölle und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Scheiße</span>! Du – er war <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Robin</span>? Du warst—” Ihm wurde schwummrig. Eigentlich sollte er damit ein für alle Mal fertig sein, mit dem Hinterfragen, damit, dass er sich ständig mit Clark verglich, aber mein Gott! Wenn Superman und – und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Robin</span>…<br />
<br />
“Nein! Ich – das war dazwischen”, erklärte Clark nervös, „Vor Lois.“<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dazwischen</span>? Was sollte das denn überhaupt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">heißen</span>? Zwischen Robin und Nightwing? Hatte Dick sich zeitweise mal zur Ruhe gesetzt oder so? „Weiß sie‘s? Dass du auch auf Kerle stehst?“<br />
<br />
Clark atmete durch die Nase aus. „Ja.“<br />
<br />
„Und du hättest mir da nicht mal was davon sagen können? Vielleicht, als du mir einen Vortrag drüber gehalten hast, bei einer Schwulenrechtsgruppe mitzumachen?“<br />
<br />
„Ich hab nicht— Du hast wirklich gedacht, dass ich deshalb verärgert war?“ Clark seufzte. „Conner, ich dachte, du <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">täuschst</span> das alles nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">vor</span>. Ich wusste, dass du es gut meinst, aber… Tut mir leid. Ich hab das alles missverstanden und war unglücklich über die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Täuschung</span>, die ich dachte, gesehen zu haben.“<br />
<br />
„Mein Gott“, gab Kon beleidigt zurück, „Du verdammter Riesen-Heuchler!“ Er streckte die Hand aus und schnappte sich Clarks Brille. Clarks Hand schnellte in die Höhe und sie stritten sich ein paar Sekunden lang darum. Clarks Hände tasteten gegen Kons Aura, bis Kon nachgab und sie ihn wieder nehmen ließ, sobald er das Gefühl hatte, dass er seinen Standpunkt klargemacht hatte. Clark senkte den Kopf und schob sich die Brille wieder auf die Nase. Dann sah er sich besorgt um, als ob in dieser kurzen Zeit auch nur irgendjemand zu ihnen herüber gesehen und die Verbindung hergestellt hatte. „Du lügst doch genauso viel wie ich. Wahrscheinlich sogar mehr.“<br />
<br />
„Das ist nicht dasselbe und das weißt du auch. Ich gebe nicht großartig vor, irgendwas zu sein, außer harmlos. Das ist etwas ganz anderes als sich als Mitglied einer Minderheitengruppe auszugeben—“<br />
<br />
„Ich kann echt nicht glauben, dass du auch nur denken kannst, dass ich sowas <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">tun würde</span>“, zischte Kon, „Du glaubst echt, dass ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">keinerlei</span> Integrität hab, oder?“<br />
<br />
„Das ist es nicht!“, beharrte Clark, „Ich weiß, dass du es gut meinst. Das hab ich nie bezweifelt.“<br />
<br />
„Was dann?“<br />
<br />
Clark sah zur anderen Seite des Raums, wo sich Tim gerade in der Nähe der Seitentür mit Jake und Russel unterhielt. „Ich dachte, Tim hätte dich dazu angestiftet“, gestand er. Mit einem Mal wirkte er verlegen.<br />
<br />
„Du—“, setzte Kon an und merkte, dass er leiser sprechen sollte, „Du hast gedacht – was, dass ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">es gut meine</span>, aber blöd genug bin…“, knurrte er und riss seinen Arm aus Clarks Griff. „Ganz offensichtlich ist es also Tims schlechter Einfluss, wenn ich mich wie ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Arschloch</span> verhalte? Hältst du wirklich so wenig von ihm? Oder von <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mir</span>, dass du denkst, ich würde einfach tun, was auch immer er mir sagt, und mein eigener moralischer Kompass wäre mir völlig egal?“<br />
<br />
„Nein!“, flüsterte Clark zurück, seine Augen groß und aufrichtig, „Conner, ich hab doch nur versucht—“<br />
<br />
„Weißt du was?“, sprach Kon einfach über ihn hinweg, indem er seine Stimme wieder auf normale Lautstärke anhob. Er goss Bowle in einen frischen Becher. „Ich bring jetzt meinem <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Date</span> etwas von der Bowle.“<br />
<br />
„Conner—“<br />
<br />
„Du kannst mich mal“, meinte er im Plauderton und ging davon. Zum Glück versuchte Clark nicht, ihn aufzuhalten oder, was noch schöner gewesen wäre, ihm zu folgen. Kon hätte die Bowle nur sehr ungern verschwendet, indem er sie ihm in sein dummes, verficktes Gesicht schüttete. Was fiel ihm eigentlich ein? Hierher zu kommen, Kon zu beleidigen, seinen besten Freund zu beleidigen. Und dann so zu tun, als erwartete er, dass Kon damit einverstanden wäre. Als würde er von Kon erwarten, dass er einfach daneben stand und es <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">annahm</span>, nur weil er fucking <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Superman</span> war.<br />
<br />
Kon grummelte wütend vor sich hin, während er den Saal durchquerte und sich nach seinen Freunden umsah. Gina und Lisa wurden angegafft, aber das schien ihnen nichts auszumachen. Chases Hand lag auf Hamiltons Hintern und Hamilton erhob keinerlei Einspruch dagegen. Alle schienen sich gut zu amüsieren. Außer dem Ärger an der Tür gab es bis jetzt keine Probleme. Kon hoffte, dass ihr Glück anhalten würde.<br />
<br />
Pete Miller tanzte mit einer von Carolines Cheerleader-Freundinnen und starrte zornig über ihre Schulter zu Delilah und Carson hinüber. Die beiden standen gegen eine Wand gelehnt, tranken Bowle und lachten mit Clarence. Als Kon an ihm vorbei ging, streckte er seine Aura den Boden entlang aus und zog an seinen Füßen, was ihn ungeschickt schlingern und gegen seine Tanzpartnerin stolpern ließ. Miller landete mit dem Gesicht voran in ihrem Ausschnitt, was ihm ein Wegschubsen und eine Ohrfeige einbrachte. Das besserte Kons Laune gleich ein wenig. Er straffte die Schultern und legte ein Lächeln auf, bevor er Jake retten ging.<br />
<br />
Tim hatte ihn anscheinend in die Enge getrieben und es sah aus, als hätte Russell es endlich geschafft zu entwischen, um ihnen Bowle zu holen. Jake stand also nicht weit von der Wand entfernt einfach nur da und sah ein wenig verschreckt aus, während Tim zu nahe bei ihm stand und beim Reden ausschweifend gestikulierte. Die Musik war laut genug, dass Kon nicht viel hören konnte, bis er etwas näher heran ging. Er war sich nicht sicher, was genau er zu hören erwartet hatte, aber es war definitiv nicht das, was er vorfand.<br />
<br />
„—aber wenn du willst, könnte ich mit Giles sprechen. Er ist immer auf der Suche nach frischen Talenten – es ist ziemlich prestigeträchtig, derjenige zu sein, der einen neuen Künstler entdeckt, weißt du.“<br />
<br />
„Ähm“, machte Jake einen halben Schritt zurück, als Tim sein Gewicht nach vorne verlagerte und ihn so weiter aus dem Gleichgewicht brachte.<br />
<br />
„Oder ich könnte euch einfach einander vorstellen. Bruce gibt nächste Woche eine Feier – irgendso ein Wohltätigkeits-Ding, ich weiß nicht mal genau, was – und Giles lehnt nie eine Einladung ab. Ich bin sicher, dass er auch da sein wird. Du könntest also auch gleich mitkommen; ich schicke sowieso den Jet für Conner.“<br />
<br />
„Du machst was?“, fragte Kon, als er an Tim heran trat. Auf gar keinen Fall hatte er sich wirklich an ihn angeschlichen, aber Tim fuhr herum und fasste sich an die Kehle, als wäre er eine melodramatische viktorianische Romanfigur.<br />
<br />
„Conner!“, sagte er und klang dabei durch und durch überrascht, „Wenn man vom Teufel spricht.“ Er trat augenblicklich neben Kon und griff nach seinem Handgelenk, dann drehte er sich so, dass Kons Arm um seine Taille geschlungen lag. „Jake hat mir gerade erzählt, dass er alles in diesem Diner selbst gemalt hat! Wusstest du das?“<br />
<br />
Kon begegnete Jakes Blick, dann sah er zur Decke hoch. „Ja, Tim.“<br />
<br />
„Und wir sind ins Reden gekommen und, oh, ich muss ihn einfach ein paar Leuten vorstellen, also hab ich ihn zu Bruces kleinem Empfang eingeladen.“<br />
<br />
„Welchem kleinen Empfang?“<br />
<br />
Tims düsterer Blick in diesem Augenblick hatte keinerlei Ähnlichkeit mit dem, den er Bösewichten zuwarf. Normalerweise schmollte er um vieles weniger dabei. „Du hast es doch nicht etwa <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">vergessen</span>?“<br />
<br />
„Äh.“ Kon blickte hilfesuchend zu Jake, erhielt von ihm aber keinerlei Anhaltspunkte. „Hilf mir auf die Sprünge?“<br />
<br />
„Es ist – ach, verdammt, ich hab keine Ahnung, wofür es ist. Donnerstag. Irgendsoein Wohltätigkeits-Ding. Erinnerst du dich?” Tim legte seine Hand zurück auf Kons Schulter. „Waisenkinder, verletzte Kätzchen, rettet die Babyrobben, sowas eben.“<br />
<br />
„Tut mir leid“, gab Kon zurück und verzog das Gesicht, „muss ich wohl vergessen haben.“<br />
<br />
Tim wedelte wegwerfend mit einer Hand vor seinem Gesicht herum. „Ach, macht nichts. Aber ich meinte gerade, Jake hier sollte unbedingt kommen, weil Bruce ja so <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gut</span> befreundet ist mit diesem einen Typen – Giles Coltsworth, hast du ihn schon mal getroffen?“<br />
<br />
Gott, seine Freunde würden alle denken, dass er jemand war, der mit so jemandem wie Tim Wayne zusammen sein konnte, ohne verrückt zu werden! Jake fixierte ihn bereits misstrauisch. „Nein”, antwortete Kon.<br />
<br />
„Wahrscheinlich auch besser so. Du bist genau sein Typ; er würde dich wahrscheinlich fragen, ob du für ihn <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Modell</span> stehst… Na jedenfalls leitet er die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Top</span>-Galerie der Stadt. Alle aufstrebenden jungen Künstler haben dort ihren Anfang. Ich würde die beiden nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">zu gerne</span> miteinander bekannt machen, Jake hier helfen, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Er erscheint mir so ein—“ Er musterte Jake einen Augenblick. „—<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">aufrichtiger</span> junger Mann.“<br />
<br />
Kon blinzelte. Daran hatte er nicht einmal gedacht, aber Tim könnte Jake wahrscheinlich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirklich</span> unterstützen. In Gotham gab es ganz bestimmt die verschiedensten Leute, die einem Wayne gerne einen Gefallen tun wollten. Und hatte Tim ihm nicht sogar einmal erzählt, dass Bruce ständig irgendwelche Stipendien vergab? Er hatte es liebevoll, wenn auch distanziert erzählt, wie eine Mutter, die von der Angewohnheit ihres Sohns erzählte, in seinen Taschen Frösche mit nach Hause zu bringen. „Das ist eine Spitzenidee!“<br />
<br />
„Oh“, machte Jake, „Ich kann doch nicht – ich meine, ich bin nicht – ich hab es noch nicht mal <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">studiert</span>—“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Studiert</span>“, höhnte Tim, „Ich hab am Montag ein Handelstreffen mit dem deutschen Vizekanzler und hab nicht mal wirklich die High School abgeschlossen.“<br />
<br />
„Du—“ Kon brach ab. Er wusste, dass Tim einen GED-Test abgelegt hatte, anstatt zurück zur Schule zu gehen, nachdem er nach Gotham zurückgekehrt war. Den Rest erfand Tim aber sicher für ihr Publikum. „Was?“<br />
<br />
„Na, wir haben großes Interesse an der Region. Bruce hat über die letzten zehn Jahre etwa ein halbes Dutzend Technologie- und Optikfirmen aufgekauft, aber Guido ist so gegen Gewerkschaften. Und das ist eben was, an dem Bruce sehr viel liegt, aber er hat leider eine ganz <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">schreckliche</span> Grippe. Alfred hat ihm strenge Bettruhe verordnet und Dick ist einfach fürchterlich bei Verhandlungen.“ Tim seufzte schwer. „Ich hasse deutsches Essen. Ich hasse es wirklich.“ Er verzog das Gesicht: „Wurst und Kohlköpfe.“<br />
<br />
„Du magst doch Wurst“, erinnerte Kon ihn.<br />
<br />
Tim gab ein amüsiertes Brummen von sich und drehte sein Gesicht so, dass es gegen Kons Kiefer ruhte. Er spürte die Vibrationen seines Lachens und sein Atem kitzelte Kon – und beides jagte ihm leichte Schauer über den Körper. „Mmmh“, machte er, „Stimmt.“ Er drückte seine Lippen gegen die Haut direkt unter seinem Kiefer, über seinen Puls, und zog mit seinen Lippen eine Spur Kons Kiefer entlang zu seinem Ohr hinauf. „Lass uns eine Runde spazieren gehen“, hauchte er, wobei seine Lippen über Kons Ohrmuschel strichen.<br />
<br />
„Aber—“, protestierte Kon. Er war selbst überrascht, wie kratzig seine Stimme klang.<br />
<br />
„Bevor wir wegen mir noch rausgeworfen werden“, beharrte Tim und oh, das war seine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zunge</span>. Kon kniff seine Augen fest zusammen und wand sich in seinen Schuhen. Zähne. Oh Gott! Okay, wenn Tim so sehr darauf bestand, dass sie gingen, wollte er vielleicht ungestört über etwas reden, über den Fall oder… oder sowas. Kon verkniff sich ein leises Fiepen und ließ sich von Tim führen. Er sah entschuldigend zurück zu Jake, als Tim ihn auch bereits zur Seitentür hinaus in die Nacht zog.<br />
<br />
Um die Türen herum standen überall Leute und so gingen sie weiter die Straße hinunter, vorbei an schmusenden und knutschenden Pärchen sowie etwas abseits stehenden Rauchern. Die Stille und die kühle Abendluft war eine Wohltat nach der Hitze und der Geräuschkulisse drinnen. Kon erwartete, dass Tim ihm endlich erklären würde, wohin sie gingen und warum sie die vielen Leute drinnen verließen – aber er blieb stumm. Kon bemerkte nicht einmal, dass sie immer noch Händchen hielten, bis Tim ihn mit sich vom Weg weg und um eine Ecke zog, in eine schmale Gasse, die zwischen dem Gebäude und einem hohen Holzzaun entlang führte. Es war ein ausgesprochen unromantischer Ort, die Wand voller Rohrleitungen und Versorgungsanschlüsse, das Gras spärlich und fleckig, so dass sich hier glücklicherweise keine Pärchen vor der Aufsicht versteckten.<br />
<br />
Die Stelle war so gut wie jede andere. Tim war vermutlich innerlich komplett im Detektiv-Modus gewesen und hatte die Leute beobachtet, ob sich irgendjemand auffällig verhielt. Vielleicht hatte er sogar einen Verdächtigen, den sie mal belästigen gehen könnten. Kon kickte einen Plastikbecher unter dem Zaun hindurch und drehte sich zu ihm um. „Also, was wolltest du mir sagen?“, fragte er.<br />
<br />
Tim trat nahe an ihn heran und hob beide Hände zu Kons Oberkörper. Kon sah verwirrt zu ihm hinunter, als er plötzlich entschlossen nach hinten gedrückt wurde und zurück stolperte, bis seine Schultern gegen die Ziegelwand prallten.<br />
<br />
„Was—“, setzte Kon an, doch der Rest verlor sich in Tims Mund. Kon gab einen überraschten Laut von sich und hielt Tims Schultern, konnte sich aber nicht wirklich dazu überwinden, die Kraft aufzuwenden, die nötig gewesen wäre, um sich zu befreien. Tims Lippen bewegten sich gegen Kons, schlossen sich um seine Unterlippe und zogen sanft. Ohne nachzudenken entspannte Kon sich und gewährte Tims Zunge bereits beim ersten prüfenden Lecken Einlass. Der Kuss war ganz und gar nicht wie der auf der Tanzfläche und doch war das Zittern und das Zusammenziehen in Kons Brustkorb genau dasselbe.<br />
<br />
Tim stöhnte weit hinten in seiner Kehle und drängte sich gegen ihn, bis ihre Körper sich lückenlos aneinander schmiegten. Er vertiefte den Kuss und seine Hände wanderten hinunter zu Kons Bauch und wieder nach oben zu Kons Brust, sein Hemd mit sich nach oben und halb aus seiner Hose schiebend.<br />
<br />
Kon keuchte in den Kuss hinein und hielt seine Hände fest. „Was machst du da?“, rang er nach Luft.<br />
<br />
„Weißt du das denn nicht?“, murmelte Tim. Er beugte sich ihm entgegen zu einem weiteren Kuss, aber Kon drehte den Kopf weg. Scheinbar unbeirrt leckte er eine feuchte Spur von Kons Schlüsselbein hinauf zu seinem Ohr und saugte sein Ohrläppchen zwischen seine Zähne ein.<br />
<br />
„Tim“, keuchte Kon. Tims Knie schob sich zwischen Kons Oberschenkel. Kon stöhnte, seine Stimme erschreckend laut in der abendlichen Stille.<br />
<br />
„Conner“, raunte Tim und ließ seine Zunge an der Rückseite von Kons Ohr entlang fahren.<br />
<br />
„Gott“, keuchte Kon. Was ging hier überhaupt vor sich? Meinte Tim – meinte Tim das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirklich</span> ernst? Bestimmt nicht. Es musste Teil dieses ganzen Schauspiels sein, oder vielleicht ärgerte er Kon auch einfach, weil er vorhin seine Erektion mitbekommen hatte. Tim könnte doch nicht wirklich – auf keinen Fall konnte Tim—<br />
<br />
„Du machst mich so wahnsinnig“, keuchte Tim ihm ins Ohr, sein Atem heiß und feucht, „Gott, Conner, du hast ja keine Ahnung…“ Er zog seinen Mund über Kons Wange, um erneut Besitz von seinen Lippen zu ergreifen. „So so…“, murmelte er in Kons Mund hinein, bevor seine Stimme verhallte.<br />
<br />
„Aber—“ Kon brachte kein weiteres Wort heraus. Tims Zunge strich gegen seine eigene und Kon erwiderte den Kuss, konnte sich dessen nicht erwehren. Oh Gott, er schmeckte gut! Kon hatte schon seit sehr langer Zeit nicht mehr daran gedacht Tim zu küssen, schon seit bevor sie Freunde geworden waren. Er hatte gedacht, dass er seiner verdammten hormongesteuerten Phase entwachsen wäre, dass er erwachsen genug geworden wäre, um ihre Freundschaft auch ehrlich zu schätzen, anstatt Tim die ganze Zeit <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">herausfordern</span> zu wollen.<br />
<br />
Tim war schon seit langem der wichtigste Mensch in seinem Leben; diejenige Person, zu der er mit seinen Problemen kam; diejenige Person, auf deren Unterstützung er sich verlassen konnte, egal was wäre. Aber das hier – Kon hatte keine Ahnung, was er tun sollte. Er klammerte sich in Tims Rücken, seine Finger gruben sich in massive Muskeln, er spürte Tims Stöhnen um seine Zunge herum nachhallen. Als Tim sich wieder löste, um seine Zähne in sein Kinn zu vergraben, unvermittelt und tückisch, keuchte Kon auf und warf seinen Kopf in den Nacken. „Stopp“, keuchte er. Wenn das hier nicht echt war, würde er sterben. „Tim, nein. Hör auf!“<br />
<br />
“Warum?”, fragte Tim. Er drückte seine Zähne gegen Kons Hals, leckte breit und feucht darüber. „Du willst es doch.“ Er zog sein Bein nach oben, bis sein Oberschenkel gegen Kons Leiste gepresst war, drückte es genau mit der richtigen Anspannung gegen seine Hoden.<br />
<br />
Kons Keuchen klang in seinen eigenen Ohren eher wie ein Schluchzen. „Tim…“<br />
<br />
Tim zog sein Bein minimal nach oben und griff zwischen sie, um Kons Hemd aus seiner Hose zu ziehen. „Und ich will es auch.“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Fuck</span>.“<br />
<br />
„Ich will dich. Hab ich immer schon—“ Er drückte seine Lippen erneut gegen Kons Ohr und mit einem Mal wurde seine Stimme tonlos und ernst, als er dagegen hauchte: „Geh zu Boden!“<br />
<br />
„Wa—“, schnappte Kon nach Luft, aber Tim verschwand bereits mit einem entsetzlichen Knacken und einer plötzlichen Bewegung, wurde wie eine Puppe beiseite geschleudert. Er prallte an der Wand ab und schlug auf dem Boden auf, dann lag er bewegungslos da.<br />
<br />
Baumhauer stand vor Kon, das pickelige Gesicht zu einer zähnefletschenden Grimasse verzogen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Baumhauer</span>, das dürre kleine Arschloch aus Kons Biologiekurs. Er griff nach Kons Kehle – und Kons Hände hoben sich ganz von selbst, um ihn am Handgelenk zu packen, aber er erinnerte sich an Tims Worte und riss dem Typen nicht den Arm aus. Wenn Tim einen Plan hatte… Aber Tims Pläne beinhalteten normalerweise, dass er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bei Bewusstsein</span> war.<br />
<br />
„Du beschissene, verfickte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Schwuchtel</span>“, zischte Baumhauer, „unnatürlicher, gottloser <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dreck</span>!“ Eine Vene oder ein Muskel zuckte an seiner Wange und in seinen Augen schimmerte Wahnsinn. Kon konnte überall um seine blassgrauen Iriden herum Weiß sehen und seine Pupillen waren trotz der Dunkelheit zu winzigen Punkten verengt.<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span>“, gab Kon zurück und kam sich wie ein Idiot vor. Gott, es erschien ihm jetzt so offensichtlich! Er hatte es nicht wegen des Clubs auf Dalton abgesehen… „Du krankes <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Schwein</span>!“<br />
<br />
Baumhauers Griff an Kons Hals wurde fester und er riss ihn ein Stück zu sich. „Du nennst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span> krank. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span>.” Er lachte.<br />
<br />
Kon sah zu Tim hinunter, der ein paar Meter entfernt in sich zusammengesunken auf dem Boden lag, sein Gesicht im Dreck. Sein Herz schug, aber er bewegte sich nicht. „Wenn du ihm weh tust—“<br />
<br />
„Dann <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">was</span>?“, spottete Baumhauer, „Du kannst mir nichts anhaben. Ich bin das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Schwert Gottes</span>.“<br />
<br />
„Du bist verrückt“, korrigierte Kon. Er wurde für seinen Einwurf durchgeschüttelt und beinahe bis auf die Zehenspitzen angehoben, bis er auf Baumhauers leicht fettige Haare hinunter sah.<br />
<br />
„Wie kannst du es <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wagen</span>“, zischte er, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span>, der du Leute für die homosexuelle Agenda anwirbst und gute Kirchengänger zu euren bösen Werken verführst. Weißt du eigentlich, wie lange ich drauf gewartet hab, dich allein anzutreffen? Deine arme Tante ist eine gute, gottesfürchtige Frau. Ich konnte dich doch nicht in ihrem <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Heim</span> ausmerzen. Aber <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">jetzt</span> – tja“, lachte er leise und streckte sein Bein aus, um mit seinem Schuh gegen Tims Bein zu stupsen. „Zwei auf einen Streich.“<br />
<br />
Wo zur Hölle blieb Clark? War er gegangen, nachdem Kon ihn so verflucht hatte? War er ihm so beleidigt? Er könnte dieses Psycho-Ekel leicht abschütteln, aber das würde Fragen aufwerfen. Tim hatte gewollt, dass er sich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht wehrte</span>, weshalb auch immer – aber das ergab nur Sinn, wenn Clark auftauchen würde. „Du bist doch krank im Kopf“, meinte Kon und versuchte sich an Baumhauers Vornamen zu erinnern. „Thomas“, fügte er hinzu, in der Hoffnung, dass er sich richtig erinnerte, „Du brauchst echt Hilfe.“<br />
<br />
„Von deinesgleichen oder denen deines feinen Schwuchtel-Freunds brauche ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gar nichts</span>. Gott hat mir die Stärke gegeben, um die Welt von Leuten wie dir zu befreien!“<br />
<br />
Sollte er um Hilfe rufen? Würde ihn jemand hören? Auf keinen Wall fürde ihn jemand drinnen hören und bei den Türen war es wahrscheinlich auch laut genug, um ihn zu übertönen. Es würde Hilfe für Tim bedeuten, aber auch mehr Leute, die in einem Kampf verletzt werden könnten. Und mehr Leute, die dabei wären, wenn Kon doch noch gezwungen wäre, seine Kräfte zu benutzen. Da war es besser, den Wichser weiter anzustacheln: „Ich fühl mich ja geschmeichelt, dass du mich mit Dalton in einen Topf wirfst. Er ist ein außergewöhnlicher Mensch.“<br />
<br />
„Er war im Auftrag des Verderbers unterwegs!“, knurrte Baumhauer wütend, „Genauso wie du und die Anderen. Unruhestifter, die Menschen verführen und vom Pfad der Tugend abbringen—“<br />
<br />
„Ach, jetzt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verführe</span> ich also?“<br />
<br />
Baumhauer schlug ihn mit genug Wucht gegen die Wand, dass Kon wahrscheinlich das Bewusstsein verloren hätte, wäre er ein normaler Mensch gewesen. „Schämst du dich denn überhaupt nicht für deine Sünden?“<br />
<br />
„Ja klar“, gab Kon zurück, „Wenn ich was <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Falsches</span> getan hab. Wie jemandem <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wehzutun</span>.“ Baumhauer schlug ihn erneut gegen die Wand, aber Kon redete weiter: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass in der Bibel ziemlich strenge Sachen zum Töten von Menschen stehen. Schämst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">du</span> dich denn?“<br />
<br />
„Ich führe Gottes Willen aus“, zischte Baumhauer, „Ich zerschlage die Gottlosen in Seinem Namen. Aber du solltest wissen, dass Er alle Seine Kinder liebt. Selbst jetzt bist du Ihm lieb und teuer, wenn du nur deinen Sünden abschwörst und auf Seine Seite gehst. Tue Buße!“, stieß er aus und zog seine Faust zurück, „Denn das Himmelreich naht!“ Seine Faust flog auf Kons Gesicht zu. Die Muskeln in seiner Schulter spannten sich an, als er sein ganzes Gewicht in diesen Schlag legte. Kon ließ zu, dass er traf. Er hörte Knochen splittern, als Baumhauers Faust etwas Härteres als Stahl traf. Baumhauer ließ ihn los und stolperte rückwärts, zusammengekrümmt und sich die gebrochene Hand haltend. Er wandte sich heulen ab und schloss vor Schmerz die Augen.<br />
<br />
Kon nutzte den Moment und trat vor, um einen Schlag auszuteilen, der Baumhauer von den Füßen riss und durch den Holzzaun befürderte, als bestünde er aus nichts weiter als Streichhölzer. Er kam allerdings nie am Boden auf, denn Superman fing ihn an seinem Hemd auf und hielt ihn so schlaff und bewusstlos fest. Blut tropfte aus seiner Nase und seinem Mund.<br />
<br />
Kon verlor keine Zeit, um neben seinem Freund auf die Knie zu gehen. „Tim“, sagte er sanft und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Er hatte Angst, ihn zu bewegen. Man sollte ja Leute nicht bewegen, wenn man nicht wusste, wo sie verletzt waren, oder? „Tim, Mann, komm schon…“<br />
<br />
Tim drehte ihm sein Gesicht zu und öffnete die Augen. Seine Lippe war aufgeplatzt und seine Wange war rot vom Anflug einer Prellung, die noch zu einem eindrucksvollen blauen Auge werden würde. „Du solltest doch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">zu Boden gehen</span>“, meinte er etwas zu kratzig und schwach, als dass Kon ihm hätte beleidigt sein können, „Es hat einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Grund</span>, warum ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Superman</span> eingeladen hab.“<br />
<br />
„Wo zur Hölle warst du überhaupt so lange?!“, verlangte Kon zu wissen, „Tim hätte ernsthaft <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">verletzt</span> werden können.“<br />
<br />
Clark landete leichtfüßig neben ihm. „Ich hab <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">versucht</span>, euch beiden etwas Privatsphäre zu geben“, antwortete er, wobei eine leichte Röte in seine Wangen stieg, „Nach dem ersten Bisschen, das ich mitgehört hab, hab ich nicht angenommen, dass ihr von mir abgehört werden wollt, also hab ich mich bemüht, meine Aufmerksamkeit auf was anderes zu richten. Dann hab ich ihn—“ Er schüttelte leicht Baumhauers leblose Gestalt. „—aufschreien hören, also…“ Er trat abrupt einen Schritt zurück. „Wenn es euch gut geht, werde ich diesen jungen Mann hier bei den entsprechenden Behörden abliefern?“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Geht‘s</span> dir denn gut?“, fragte Kon. Er half Tim dabei, sich aufzusetzen. Scheinbar hatte er ein wenig Mühe, sich aufrecht zu halten. „Shit, dieses <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Geräusch</span>, als er dich geschlagen hat. Geht‘s dir wirklich gut? Ich sollte dich zu einem Arzt bringen—“<br />
<br />
„Du willst doch nur, dass sie meinen Kopf durchchecken“, gab Tim mit einem leisen Schmunzeln zurück, „Wir sollten einen Krankenwagen rufen, aber mir geht es gut. Sehr gut sogar. Gerade böse zugerichtet genug.“<br />
<br />
Kon blinzelte verwirrt. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Genug</span>? Genug <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wofür</span>?“<br />
<br />
Tim griff sich Kons Krawatte, die Baumhauer halb gelöst hatte. „Um Anklage zu erheben“, murmelte er, „Komm her, okay?“<br />
<br />
„Du—“, setzte Kon an, aber dann zog Tim ihn bereits für einen Kuss zu sich. Er erwiderte ihn bereitwillig und seine Hände legten sich um Tims Gesicht. Tim ging es gut. Es ging ihm gut und sein bescheuerter Plan hatte funktioniert, auch wenn Kon improvisiert hatte. Sie hatten den Bösewicht geschnappt und den Tag gerettet, ohne mehr als ein blaues Auge davonzutragen. Kon konnte eine leichte Spur Blut in Tims Mund schmecken, wo seine Lippe gegen seine Zähne geprallt war, aber irgendwie machte es das auch besser – erfüllt von dem Wissen, dass Tim am Leben war und es ihm gut ging.<br />
<br />
Es gab einen Lichtblitz und Kon ließ blinzelnd von ihm ab. „Was—“, murmelte er und sah sich um. Lois stand an der Hausecke mit einer Kamera in der Hand. „Hey!“<br />
<br />
„Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass sich jemand an dich herangeschlichen hat, während du mich küsst“, betonte Tim wenig hilfreich, „Daran solltest du besser arbeiten.“ Er wandte sich Lois zu: „Hast du schon die Polizei gerufen?“<br />
<br />
„Nicht bevor du mir kein Exklusivinterview versprichst“, gab Lois zurück und steckte ihre Kamera ein, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Hübsches</span> Veilchen übrigens. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sehr</span> fotogen.“<br />
<br />
„Moment mal“, mischte Kon sich ein, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Exklusivinterview</span>?“ Er sah zu Tim und erwartete bereits, dass er unumwundern ablehnen würde. Schließlich war er derjenige, der sich damals eine komplett neue Identität erfunden hatte, als Young Justice im Fernsehen sein sollten.<br />
<br />
„Schätzchen“, meinte Tim Wayne und streckte Kon eine Hand entgegen, so dass er ihm auf die Beine half, „Ich zähle drauf, dass du mich auf die Titelseite bringst.“<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">~&gt; tbc in <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=123" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Teil 17</a></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Close To Home (von iesika) | Teil 15/18]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-120.html</link>
			<pubDate>Tue, 13 Oct 2020 08:26:26 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-120.html</guid>
			<description><![CDATA[„Hey, Cowboy“, rief Clarence vom Gehsteig herüber, „komm und lass uns deinen Freund kennenlernen.“<br />
<br />
Kon nahm das als Ausrede dafür, sich von Tim zu lösen und einen Schritt zurück zu machen. „Äh“, machte er.<br />
<br />
„Cowboy“, sagte Tim und es klang nicht wirklich wie eine Frage.<br />
<br />
„Wegen der Farm und – ach, es ist doof.“ Er drehte sich zu Clarence, der ihn neugierig und erwartungsvoll ansah. Hinter ihm hielt Jake immer noch Carolines Handtasche, sein Mund immer noch offen stehend. „Ähm. Das ist mein – ich meine, das hier ist—“ Er spürte, wie Tims Hand über seinen Rücken strich und dann federleicht Kons Arm berührte, als er ebenfalls auf den Gehsteig trat. „Tim“, beendete er den Satz.<br />
<br />
Tims Art zu gehen war vollkommen anders – irgendwie lockerer, besonders um die Hüften – und einen Moment lang konnte Kon nichts anderes tun als zu starren. Er beobachtete, wie Tim sich umsah, zur dunklen Straße, zu den Ladenfronten, zu der Ansammlung Teenager. Als wäre er ein Tourist in einem fremdartigen Land. Obwohl er nichts sagte, schrie seine ganze Haltung das Wort ‚drollig‘, als ob Smallville irgendein Drittwelt-Dorf mit interessantem örtlichem Brauchtum wäre.<br />
<br />
Die anderen Clubmitglieder starrten auch direkt zurück, als ob <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> vielleicht der Außerirdische in ihrer Mitte war. Kon räusperte sich und deutete jeweils auf sie. „Das ist Clarence“, stellte er vor, „Lilah, äh, Carson? Richtig? Hi. Und Katie und Mel. Caroline. Und das hier ist—“<br />
<br />
Tim trat ein paar Schritte auf Jake zu und kam ihm dabei deutlich näher als er müsste, was diesen einen halben Schritt zurückweichen ließ. „Du musst Jake sein“, meinte er und schüttelte seine Hand mit genug Kraft, dass Jake leicht zusammenzuckte, „Conner hat mir schon <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">so viel</span> von dir erzählt.“<br />
<br />
Jake seinerseits wirkte ein wenig wie ein Reh, das in die Scheinwerfer eines heran nahenden Schwertransporters blickte. Kon meinte, dass er ihm das ziemlich gut nachfühlen konnte. Er stand dumm da und sah hilflos zu, wie Tim Jake unverholen von oben bis unten musterte, ohne seine Hand loszulassen. Sein Blick blieb an Carolines Handtasche hängen und ein süffisantes Grinsen legte sich auf seine Lippen: „Was für eine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bezaubernde</span> Handtasche“, sagte er freundlich, bevor er sich abrupt zurück zu Kon drehte und Jakes Hand losließ, ohne auch nur einen weiteren Gedanken an ihn zu verschwenden. „Tut mir so leid, dass ich spät dran bin“, entschuldigte er sich, sein Tonfall sanft, „Ist noch genug Zeit, dass ich mich kurz frischmache, bevor wir aufbrechen? Mit dem Flug und dann der Fahrt…“ Er streifte sich ein verirrtes Haar aus dem Gesicht. „…sehe ich sicher grässlich zerzaust aus.“<br />
<br />
Himmel, seine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Stimme</span>! Sie war tief und träge, kehlig und mit einem viel deutlicheren gehobenen Gotham-Akzent als sonst – und er klang, als könnte er sich nicht zwischen kokettierend und beleidigend entscheiden. „Äh, nein, du siehst—“ Kon schluckte. „gut aus. Aber, ähm, wir haben trotzdem noch ein bisschen Zeit.”<br />
<br />
„Ich nehme an, dieses…“ Tim sah hinauf zum Schild über der Tür, „…edle Etablissement hat Toiletten, die ich nutzen könnte?“<br />
<br />
„Was? Oh. Äh, klar. Hier, gleich nach—“ Er hielt Tim die Tür auf, bevor er bemerkte, was er da gerade tat und überlegte, sich selbst eine zu verpassen – das würde seinem Hirn sicher weniger weh tun –, aber Tim ging einfach hinein, als wäre es das Natürlichste auf der Welt, wobei er im Vorbeigehen Kon leicht am Handgelenk packte und ihn subtil mit sich zog.<br />
<br />
„Wenn du nicht gerade ‚liebestoll ohne Hoffnung auf Erlösung‘ erscheinen willst“, murmelte Tim leise vor sich hin, „solltest du lieber an deinem schockierten Gesichtsausdruck arbeiten. Ich meine, ich weiß, dass ich heute Abend absolut <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">hinreißend</span> aussehe—“<br />
<br />
„Ach hör doch auf“, zischte Kon zurück, „Warum zur Hölle bist du als du selber hier?“<br />
<br />
„Bin ich nicht“, klärte Tim ihn mit einem kurzen, harten kleinen Lächeln auf, so dass er für den Bruchteil eines Augenblicks auch wie er selbst wirkte, bevor sie die Tür zu den Toiletten erreichten. Das Lächeln ging in das träge, schiefe kleine Lächeln über, das anscheinend Tim Wayne, Partylöwe, bedeutete und seine Augen gingen in stiller Anweisung zur Tür. Kon seufzte und drückte sie für ihn auf. Schließlich ließ er sie wieder los und drehte sich zu seinen Freunden um, die ihnen nach drinnen gefolgt waren.<br />
<br />
Kaum dass die Tür sich wieder geschlossen hatte, packte Chase Kon am Arm und zog ihn in eine Tischnische. „Wie verdammt nochmal kann es sein, dass du mit Tim Wayne zusammen bist?“, verlangte er halblaut, als er sich ihm gegenüber setzte. Clarence und Lilah scharten sich ebenfalls um sie, während Jake lieber ein paar Meter weiter am Tresen verharrte. Er stapelte Teller und Tassen, um seiner Schwester zu helfen, die immer noch in der Küche war. Caroline erzählte einem Kreis von Leuten beim Eingang eifrig, wer da gerade ins Diner gekommen war.<br />
<br />
So nahe an der Wahrheit wie möglich, richtig? „Ich, äh. Hab gefragt.“<br />
<br />
„Du—“ Chases Mund blieb offen stehen und er starrte Kon einfach nur an. „Verflucht! Du hast echt Eier in der Hose.“<br />
<br />
Delilah schubste Chase so lange, bis er neben sich genug Platz für sie gemacht hatte. „Wo hast du ihn überhaupt kennengelernt?“<br />
<br />
„Äh. Gotham.“ Tim kam wieder heraus, seine Haare nun ordentlich nach hinten gekämmt und mit Gel fixiert. Alle waren so auf Kon fokussiert, dass sie ihn gar nicht bemerkten.<br />
<br />
„Okay“, gab Delilah zurück, „aber <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wie</span>?“<br />
<br />
Tim trat vor und legte seine Hände auf die Lehne der Tischnische, zu beiden Seiten von Delilahs Schultern. Als sie seine Anwesenheit immer noch nicht bemerkte, beugte er sich ein wenig nach vorne. „Naja“, meinte er und sie zuckte leicht zusammen, „Sein Cousin ist ein Freund der Familie. Ich habe eines Tages Clarks Hilfe gebraucht und stattdessen kam schließlich Conner.“<br />
<br />
Was absolut der Wahrheit entsprach, obwohl Superbösewichte beteiligt gewesen waren. Kon biss sich von innen auf die Lippe, um nicht loszulachen.<br />
<br />
„Und er hat so einen bleibenden Eindruck hinterlassen, dass ich ihn einfach ausfindig machen musste.“<br />
<br />
So einen bleibenden Eindruck im <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gehsteig</span>. Ivy hatte ihn in ihre Klauen bekommen und Tim hatte sie mit einem Brocken Kryptonit bis nach Hawaii verfolgt. Aber in Ordnung, wenn Tim dieses Spiel spielen wollte… „Du mochtest es nur nicht, dass ich mit dieser heißen Rothaarigen abgehauen bin.“<br />
<br />
Chase drehte sich auf seinem Platz vor und zurück, als würde er gerade ein besonders fesselndes Tennismatch verfolgen. Delilah versuchte sich möglichst nicht anmerken zu lassen, wie ehrlich genervt sie davon war, dass Tim sich so über sie beugte.<br />
<br />
Tims Augen verengten sich leicht. „Ich hab lediglich auf dich aufgepasst. Sie hatte da einen gewissen… Ruf.“<br />
<br />
„Also“, gab Kon zurück und glaubte, so langsam den Dreh heraus zu haben, „bist du uns zurück zu mir gefolgt und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">hast mir ins Gesicht geschlagen</span>…“<br />
<br />
Tims Augen verengten sich noch weiter und mit einem Mal erkannte Kon den Gesichtsausdruck als ein winzig kleines Robin-Lächeln, das sich unter dem versnobten Grinsen versteckte. „Ich behaupte immer noch, dass das absolut gerechtfertigt war“, antwortete Tim, wobei er so sehr wie er selbst klang wie die ganze Zeit seit er hier angekommen war nicht. Kon musste grinsen. Tim war immer noch da, unter dem ganzen hochmütigen und seltsam kokettierenden Gehabe. Solange er Tim unter der Verkleidung erkennen konnte, konnte er sich auch in Erinnerung rufen, dass es eine Verkleidung war. Und hoffentlich die nächsten paar Stunden überstehen, ohne dass ihm eine Ader platzte.<br />
<br />
Chase drehte sich seitlich auf der Bank und rutschte etwas zurück, so dass er sie beide im Blick hatte. „Ich hab jegliches Vertrauen in den International Querier verloren“, verkündete er mit leichter Bewunderung in der Stimme, „Wie zur Hölle habt ihr <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sowas</span> aus der Klatschpresse raus gehalten?“<br />
<br />
„Damals war er noch kein Wayne“, meinte Kon, „Stimmt doch, oder? Sweetheart?“<br />
<br />
„Nicht dem Namen nach, nein“, stimmte Tim zu. Er neigte den Kopf und warf Kon einen überraschend heißen Blick aus halb geschlossenen Augen zu. „Darling.“<br />
<br />
Er und Tim fixierten sich einen langen Moment mit Blicken, bis Jake sich leise vom Tresen aus einschaltete: „Also… Tut mir leid, wenn das jetzt unhöflich klingt, aber... Du bist wirklich Bruce Waynes Sohn?“<br />
<br />
„Adoptiert“, antwortete Tim und wandte Jake, der sich immer noch die Hände an seinen Hosen abwischte, sein gefährlich träges Lächeln zu.<br />
<br />
Jakes Blick wanderte hastig mehrmals von Tim zu Kon und zurück, als dachte er, dass er irgendwas verpasst hatte. Vielleicht sowas wie eine Pointe.<br />
<br />
„Ich hab ja immer gedacht, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wayne</span> ist schwul“, sagte Chase, „Ich mein, bist du nicht schon der dritte oder vierte Typ, der bei ihm eingezogen ist?“<br />
<br />
Tim verzog das Gesicht. „Ich würde es vorziehen, nicht über sein Liebesleben nachzudenken, danke.“<br />
<br />
„Aber es gibt ziemlich viele Gerüchte“, fuhr Chase fort, „Hat er denn nie—“<br />
<br />
„Igitt“, unterbrach Kon ihn laut, „Chase, im Ernst, hör auf damit. Er ist—“ Er sah zu Tim. „Er ist—“ Batman. „Sowas wie Tims <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dad</span>, okay?“<br />
<br />
„Weiß er‘s?“, fragte Clarence, „Das mit euch, mein ich?“<br />
<br />
Tim lachte, bevor Kon etwas erwidern konnte: „Oh, definitiv. Wir sind schon öfter als ich zählen kann wegen Conner aneinander geraten.“<br />
<br />
Clarence runzelte die Stirn: „Er mag‘s nicht, dass du mit einem Kerl zusammen bist?“<br />
<br />
Jetzt war es Kon, der lachte. Die Antwort <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">darauf</span> kannte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> nur zu gut. „Er mag einfach nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span> nicht.“<br />
<br />
„Ach, komm schon“, meinte Tim lächelnd, „Er hat sich mit dem Gedanken angefreundet. Und nach den ganzen Reisen, die ich letzten Herbst gemacht hab, hat er mir sogar gesagt, wie froh er ist, dass du für mich da warst, als ich dich gebraucht hab.“<br />
<br />
Kon lehnte sich verwirrt blinzelnd zurück. Das konnte man gar nicht anders als wie ein Kompliment auffassen. Ein Kompliment von Batman!<br />
<br />
„Jedenfalls reden wir nicht viel miteinander über unsere <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gefühle</span>, aber er leiht mir den Jet, wenn ich Conner besuchen will. Das muss doch was heißen, meinst du nicht?“<br />
<br />
„Jet?“, quiekte Jake.<br />
<br />
Tim rollte seine Schultern zurück und seufzte: „Ich hab keine Ahnung, wie jemand ohne einen Jet eine Long-Distance-Beziehung führen kann. Und bevor ich selber meinen Pilotenschein hatte, hat mein Bruder mich hierher geflogen—“<br />
<br />
„Dein… <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Bruder</span>?“, fragte Chase interessiert, “Du hast also Brüder.”<br />
<br />
„Drei“, stimmte Tim zu.<br />
<br />
„Einer von ihnen single?“<br />
<br />
Das Lachen, das explosionsartig aus Kon heraus brach, überraschte sogar ihn selbst. Er zog die Aufmerksamkeit des gesamten Diners auf sich, aber er konnte einfach nicht aufhören. Er hielt sich die Hände vor den Mund, um das Lachen zumindest zu dämpfen, und beugte sich tiefer über den Tisch. Als er sich schließlich wieder unter Kontrolle hatte, hatte er Tränen in den Augen. „Du – ha!“ Er wischte sich übers Gesicht. „Oh Gott. Tut mir leid, Chase, aber schlechte Nachrichten. Einer ist grad mal elf, einer ist ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Psycho</span> und der einzige, der‘s überhaupt wert wäre, mit ihm zu reden, ist nur sowas wie der passionierteste Hetero-Kerl, den ich je <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">getroffen</span> hab.“<br />
<br />
Tims Schmunzeln wurde schärfer, bis er schließlich wie er selbst aussah. „Warum glaubst du, dass Dick hetero ist?“<br />
<br />
„Ähm“, machte Kon verdutzt, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kory</span>?“<br />
<br />
„Du solltest mal mehr mit deinem Cousin reden“, gab Tim zurück und richtete sich von seiner lehnenden Position auf. „Sollten wir nicht langsam losfahren? Ich meine, ich verstehe, dass es schick ist, zu spät zu sein, aber man kann auch zu weit gehen…“<br />
<br />
„Warte“, meinte Kon betroffen, aber alle stimmten Tim bereits zu und schnappten sich ihre Taschen und Jacken, als sie aufstanden. „Nein, warte, Mann – Tim!“<br />
<br />
Tim drehte sich zu ihm um.<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Clark</span>?“<br />
<br />
Tim zuckte die Schultern.<br />
<br />
„Ja klar.“<br />
<br />
Jake war der Einzige, der ihnen noch zuhörte und er starrte Tim mit großen Augen und offenem Mund an. Er hatte gesagt, dass er Clark kannte, erinnerte sich Kon. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Natürlich</span> war er also total verblüfft. Weil Tim das sowas von erfunden hatte! Das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">musste</span> er einfach haben.<br />
<br />
„Ja <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">klar</span>“, wiederholte Kon, „Ha ha, sehr lustig.“<br />
<br />
„Ich hab Fotos“, meinte Tim beiläufig, als Russell kam und Jake von ihnen weg und Richtung Tür führte. „Und jetzt komm schon, bevor sie uns zurücklassen. Ich hab schließlich keine Ahnung, wo wir hin müssen.“<br />
<br />
„Fotos?“ <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Fotos</span>? Tim hatte – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">was</span>? Welche <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Art</span> Fotos? Kon saß in der Bewegung erstarrt, halb aufgestanden.<br />
<br />
„Wenn du dich nicht beeilst, zeig ich sie dir noch“, drohte Tim.<br />
<br />
Kon beeilte sich lieber.<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*</div>
<br />
Die Anderen stiegen alle in Autos und Minivans. Nachdem Katie kurzzeitig noch versucht hatte, ihn zum Tauschen zu überreden, saß Kon inzwischen ungelenk hinter Tim auf dessen Ducati und versuchte herauszufinden, was zur Hölle er mit seinen Händen machen sollte. Er war noch nie wirklich auf einem Motorrad mitgefahren – zumindest keinem richtigen. Er glaubte nicht, dass das Supercycle zählte. Das hatte eine Art Fahrgastraum im hinteren Teil gehabt – und überhaupt hatte es ein eigenes Bewusstsein gehabt. Und war mit mehreren hundert Meilen pro Stunde geflogen.<br />
<br />
Kon <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">musste</span> sich nicht wirklich festhalten, aber es würde seltsam aussehen, wenn er es nicht tat. Aber das brachte alle möglichen neuen Probleme mit sich. Sollte er sich an Tim festhalten oder am Sitz oder wo? Es gab keine Rückenlehne und selbst wenn doch, dann waren Tim und er schließlich angeblich ein Paar, oder?<br />
<br />
„Halt dich an mir fest“, flüsterte Tim leise.<br />
<br />
Kon legte seine Hände auf Tims Hüften.<br />
<br />
„Fest“, beharrte Tim, bevor er kurz für einen Kickstart des Motors aufstand. Kon war nicht wirklich darauf vorbereitet gewesen, wie sich das Brummen des Motorrads zwischen seinen Beinen anfühlen würde. Schließlich schlang er seine Arme um Tims Brust, als das Motorrad sich in Bewegung setzte. Die Frage, wo er seine Hände hin tun sollte, war also kein so großes Problem wie er befürchtet hatte.<br />
<br />
Wäre Kon auf einem Motorrad hinter jemandem mitgefahren, mit dem er wirklich zusammen war, war er sich ziemlich sicher, dass er es als sexuelle Erfahrung gesehen hätte. Er konnte Tims Herzschlag gegen seine Brust und unter seinen Händen fühlen, genauso wie das Zucken seiner Muskeln, wenn sie sich in die Kurven legten, ihre Körper eng gegeneinander gepresst. Nachdem das hier allerdings Tim war, versuchte Kon sehr, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> daran zu denken, wie eng er gegen Tims Hintern gedrückt war und wie der Sitz unter ihm vibrierte. Er versuchte nicht einmal zu ertasten, wo genau seine Hände lagen.<br />
<br />
Sie würden miteinander tanzen müssen, ging es Kon mit einem Mal auf. Tanzte Tim überhaupt? Kon fand es schon schwer, sich vorzustellen, wie er auch nur den typischen Schüler-Stehblues tanzte, aber Tim Wayne… Kon konnte nur hoffen, dass er nicht in irgendein schickes Gesellschaftstanz-Ding hineingezogen würde, von dem er keine Ahnung hatte. Das wäre schon ein großartiger Weg, ihn wie einen Idioten aussehen zu lassen.<br />
<br />
Das Gemeindezentrum lag nur ein paar Blocks entfernt. Als sie dort ankamen, war es hell erleuchtet und darum herum standen jede Menge Autos und Gruppen von Teenagern in Anzügen und Kleidern. Das Heulen der Ducati ließ die meisten davon zu ihnen sehen – und sie anstarren. Auch wenn Kon nicht so recht wusste, ob sie beide oder das Motorrad mehr Aufmerksamkeit auf sich zogen – zumindest bis sie abstiegen und ihnen alle Blicke folgten.<br />
<br />
Der Rest des Clubs stieg aus den Vans aus wie Clowns aus einem Zirkuswagen, obwohl sie erst dann Aufmerksamkeit auf sich zogen, als sie anfingen sich in Paaren zusammenzufinden. Tim legte einen Arm um Kons Hüfte, wobei seine Hand besitzergreifend in Kons Rücken lag. Er ging auf die Zehenspitzen und drückte seine Lippen gegen Kons Ohr: „Showtime, Loverboy!“<br />
<br />
Oh, das war so unfair! Kon war – Kon hatte sehr empfindliche Ohren! Und ein Supergehör, Tim hätte also gar nicht so nah kommen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">müssen</span>! Er erschauderte und schloss sich dann den anderen an, die sich in einer lockeren Zweierreihe aufgestellt hatten, mit Clarence wie ein Tambourmajor allein an der Spitze. Von den anderen Schülern um sie herum waren ein paar Buhrufe und Auspfeifen zu hören, und Kon konnte einige Leute hören, die ungehalten vor sich hin murmelten, und noch einige mehr, die lachten. Aber niemand näherte sich ihnen direkt, als sie durch die Doppeltür hinein in die Lobby gingen. Kon konnte das nur als ein gutes Zeichen werten.<br />
<br />
Allerdings wurden sie an den Türen zum Ballsaal von einem älteren Mann aufgehalten, den Kon nicht kannte und der anscheinend ein Problem mit Daniels Date hatte. „Wenn du kein Schüler bist, kann ich dich nicht rein lassen.“<br />
<br />
„Aber ich hab ihm ein Date-Ticket besorgt“, protestierte Daniel.<br />
<br />
Kon und Tim gingen zum vorderen Ende der Schlange, vorbei an den restlichen umherlaufenden Schülern.<br />
<br />
„Date-Tickets sind für <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dates</span>, junger Mann, nicht für deine Freunde von anderen Schulen.“<br />
<br />
„Er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ist</span> mein Date“, gab Daniel zurück.<br />
<br />
Der Mann blinzelte verwirrt und trat einen Schritt zurück. „Nein, das – das ist unvertretbar.“<br />
<br />
„Warum?“, fragte Kon, „Sie haben auch Lilahs Freund rein gelassen und er ist nicht mal mehr auf der High School.“<br />
<br />
„Pssst“, zischte Russell hinter ihm.<br />
<br />
„Wir könnten uns ein bisschen umsortieren, wenn das hilft“, schlug Katie vor. Sie hakte sich bei Kon unter. „Dein Freund kann mit Mel rein gehen. Caroline und Daniel können tauschen—“<br />
<br />
„Nein“, meinte Kon, „Er wird uns gefälligst rein lassen. Wir haben Date-Tickets gekauft, wir haben Dates dabei. Basta.“<br />
<br />
Der Blick des Mannes ging über die Menge an gleichgeschlechtlichen Paaren, die inzwischen die halbe Lobby füllten. „Ist das irgendein Trick? Oder ein Streich?“<br />
<br />
Tim schob verärgert Katie von Kons Arm und ergriff ihn selbst. „Ist dieses Dorf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirklich</span> so rückständig?“<br />
<br />
„Das hier ist ein Schulball!“, beharrte Kon, „Alle stehen sowieso nur rum, reden und trinken Bowle. Was glauben Sie denn, was wir <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">machen</span> werden?“<br />
<br />
„Ganz offensichtlich ist er sich bewusst, dass du deine Finger nicht von mir lassen kannst“, meinte Tim in gelangweiltem Ton, „Natürlich fangen wir mit der homosexuellen Orgie an, sobald er nicht hinsieht.“<br />
<br />
Kon war zu sehr damit beschäftigt, sich möglichst nicht an seinem Lachen zu verschlucken – das mit dem entsetzten Gesichtsausdruck des Türstehers nur noch schlimmer wurde –, um zu bemerken, wer aus dem Ballsaal heraus zu ihnen trat, bevor es zu spät war. Er sah, wie eine riesige Hand klatschend auf der Schulter des Kerls landete, bevor er in Clarks leicht belustigtes Gesicht blickte.<br />
<br />
Kon war sich sehr sicher, dass er sterben würde.<br />
<br />
„Stimmt was nicht, Earl?“, fragte Clark den Türsteher mit der vollen, sanftmütigen Ernsthaftigkeit eines Clark Kent. „Oh, hi, Conner! Ich hatte mich schon gefragt, wo ihr bleibt.“<br />
<br />
„Was machst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">du</span> denn hier?“, platzte es unwillkürlich aus Kon heraus. Oh Gott! Er konnte Clark nichtmal ins <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gesicht</span> sehen, weil er immer noch an Tim <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Fotos</span> denken musste.<br />
<br />
„Tja, die Schule hat mich auf der Suche nach Aufsichtspersonen angeschrieben und ich dachte mir, es wäre schön, Ma übers Wochenende zu besuchen. Lois ist hier auch irgendwo – sie versteckt sich aber. Eine der Englischlehrerinnen hat versucht, sie zu einem Gastvortrag zu überreden und mit einem Mal hat sie eine Blasenschwäche entwickelt. Oh, aber wir halten hier alle auf. Kommt schon rein und blockiert nicht weiter die Tür.“<br />
<br />
„Aber“, protestierte Earl.<br />
<br />
„Tim“, meinte Clark und hielt ihm seine Hand zum Schütteln entgegen, „Schön, dich zu sehen. Wie läuft das Übernahmeangebot?”<br />
<br />
„Wenn du davon hättest wissen sollen“, gab Tim zurück, „hätte Bruce dir davon erzählt.“<br />
<br />
„Ha! Okay, na gut.“ Er gab die Tür frei und deutete Kon und den Anderen, dasselbe zu tun. „Ich musste es zumindest versuchen. Irgendwie muss man ja seinen Lebensunterhalt verdienen. Trotzdem schön, dich zu sehen. Übernachtest du auf der Farm?“<br />
<br />
„Tja“, machte Tim, mit einem Mal verschlagen. Er schlang einen Arm um Kons Taille, obwohl Kon versuchte ihn möglichst unbemerkt wegzudrücken. „Das kommt drauf an.“<br />
<br />
„Worauf?“<br />
<br />
„Darauf, ob du und Lois das Gästezimmer nehmen. Du <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">weißt</span>, dass ich nichts dagegen hab, bei Conner zu schlafen…“<br />
<br />
Kon hielt es nicht länger aus. Er packte Tim am Arm und marschierte mit ihm weg in Richtung Tanzfläche, wo die anderen Clubmitglieder bereits herumstanden. „Was zur Hölle?“, verlangte er.<br />
<br />
„Sweetie“, antwortete Tim in seinem bescheuerten, schrecklichen Tim-Wayne-Ton, „Du weißt doch, dass ich nur Spaß mach.“ Er griff nach Kons Hand und verschränkte ihre Finger ineinander, bevor er seine freie Hand auf Kons Schulter legte. „Tanzt du mit mir?“ Sein Blick ging zur Seite und Kon drehte sich um, wo er Jake sah, der sie über Russells Schulter hinweg beobachtete.<br />
<br />
„Du—“, zischte Kon. Bevor er aber noch ein weiteres Wort herausbrachte, hatte Tim ihn bereits zu sich gezogen, so dass ihre Oberkörper sich berührten, und legte einen Arm um Kons Schultern. Kon tat es ihm gleich, ohne auch nur darüber nachzudenken, so dass seine Hand zwischen Tims Schulterblättern zu liegen kam.<br />
<br />
„Oh, sei nicht sauer, Babe. Clark weiß, dass es nur Spaß war.“<br />
<br />
„Bist du sicher?“, fragte Kon mit Nachdruck, wenn auch leise, jetzt wo sie so eng beisammen standen. Er merkte, dass sehr viele Leute zu ihnen sahen. „Warum ist er überhaupt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">hier</span>?“<br />
<br />
Tim fing an, sich im Takt der Musik zu wiegen und drängte Kon so mit sich, einen langsamen Bogen beschreibend. „Dir ist schon klar“, meinte er halblaut und klang dabei glücklicherweise wie er selbst, trotz des Tim-Wayne-Lächelns, „dass die Chancen recht hoch sind, dass der Mörder heute Abend hier ist? Und deine Freunde—“ Dabei nickte er zu Katie und Mel, die nicht weit von ihnen entfernt tanzten, Mels Wange in Katies Ausschnitt gepresst, „—verhalten sich absichtlich provozierend?“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Provozierend</span>“, höhnte Kon, „Sie <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">tanzen</span> doch einfach nur.“<br />
<br />
„Sie beziehen Stellung“, verbesserte Tim, „sozial und politisch. Sie weigern sich, sich einschüchtern zu lassen. Das ist bewundernswert, aber es eröffnet die Möglichkeit, dass es die Aufmerksamkeit deines Killers erregt.“<br />
<br />
Kon stolperte leicht, als Tim sie herum drehte. Es war seltsam, sich mit ihm zu unterhalten, während ihre Gesichter so nah aneinander waren, aber hey, wenigstens hatte Tim sich kürzlich erst die Zähne geputzt. „Glaubst du wirklich, dass der Killer hier was versuchen würde, so gerammelt voll wie‘s hier ist?“<br />
<br />
„Wenn er aufgebracht genug ist? Vielleicht.“ Tim verlagerte seine Hand an Kons Rücken und zog ihn noch etwas enger an sich. Er roch anders als sonst – schwach nach Aftershave und etwas, das sein Haargel sein könnte, anstatt nach sauberem Schweiß und Waschmittel. „Und es ist wahrscheinlich am besten, wenn Superboy möglichst nicht in Erscheinung tritt.“<br />
<br />
Kon hielt in der Bewegung inne.<br />
<br />
„Als jemand, der wirklich schon mal vor den Augen seiner Klassenkameraden <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">kämpfen</span> musste – naja, dachte ich mir, du würdest dir die Erfahrung wahrscheinlich lieber ersparen.“<br />
<br />
„Du hast ihn drum <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gebeten</span> zu kommen!“<br />
<br />
Tim zog an ihm, bis Kon wieder in Tanzhaltung zurückfiel und sie einen groben Kreis beschrieben. „Ehrlich gesagt“, flüsterte er viel zu nah an Kons Ohr, „versuchen Schulen immer, ihre weltberühmten Ehemaligen mit Pulitzerpreis dazu zu bringen, bei Schulfesten dabei zu sein. Und er musste nicht besonders überredet werden.“<br />
<br />
Kon kochte innerlich. „Warum führst du überhaupt?“<br />
<br />
„Weil du dich nicht bewegt hast?“ Tim verlagerte seine Hand erneut. „Hier, wenn du willst, kannst du führen. Du bist sowieso größer.“ Er trat etwas zurück und dann wieder näher, während sie ihre Arme und Beine neu ordneten – und zu seiner Überraschung vermisste Kon in diesem kurzen Moment, in dem Tim nicht mehr da war, seine Wärme und Berührung. „Ich hab ihn nicht eingeladen, um dich zu blamieren“, fuhr Tim fort, „Er ist unsere <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Verstärkung</span>.“<br />
<br />
„Seit wann—“ Kon merkte, dass seine Stimme viel zu laut war und senkte sie zu einem harten, raschen Flüstern: „Seit wann brauchen wir beide Verstärkung, um mit einem einzigen niedrigstufen Meta fertig zu werden?“<br />
<br />
Tim warf ihm einen verschlagenen Blick zu, irgendwo zwischen Red Robin und Tim Wayne. Es war gelinde gesagt befremdlich. Er drückte sich enger an Kon und legte den Kopf auf Kons Schulter, sein Atem warm gegen Kons Hals. „Seit wir die verlockendsten Ziele im Raum geworden sind.“<br />
<br />
„Seit—“, wiederholte Kon, bevor er abbrach. „Was?“<br />
<br />
Kon hätte es für unmöglich gehalten, aber Tim schmiegte sich definitiv noch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">enger</span> an, bis seine Lippen beim Sprechen federleicht Kons Haut berührten. „Sieh dich um, Loverboy. Alle Blicke ruhen auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">uns</span>.“<br />
<br />
Kon sah auf. Jake und Russell tanzten immer noch nicht allzu weit von ihnen entfernt, aber mit erheblich mehr Abstand zwischen ihnen als Tim und Kon. Jake sah definitiv zu ihnen – er sah hastig weg, als er bemerkte, dass Kon seinen Blick hob. Überall um sie herum aber sahen die Leute mindestens immer wieder einmal in ihre Richtung. Er erweiterte für einen Augenblick seine Wahrnehmung, insbesondere sein Supergehör, und ja, unter der lauten Musik und dem allgemeinen Gebrummel von Gesprächen hörte er viele Leute über Tim Wayne und Conner Kent reden.<br />
<br />
„Du finsteres <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Genie</span>“, flüsterte Kon voller Bewunderung. Er war so daran gewöhnt, Tim als Experten darin zu sehen, unbemerkt zu bleiben. Aber heute Abend hatte er diesen Umstand komplett auf den Kopf gestellt. Es war auf sonderbare Weise wirklich wie damals bei Mister Sacastic. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deshalb</span> bist du so? Deshalb hast du dich nicht verkleidet? Deshalb bist du so…“ Unausstehlich? Kokettierend?<br />
<br />
„Teilweise. Liest du die Klatschpresse?“, fragte Tim, „Siehst die Promisendungen an?“<br />
<br />
„Äh, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nein</span>.“<br />
<br />
Tim drückte mit einem leisen Lachen sein Gesicht gegen Kons Schulter. „Hm. Kein Wunder, dass du dann so geplättet warst, wenn du noch nie Brucie in Aktion gesehen hast.“<br />
<br />
Kon verzog den Mund. „Brucie?“, fragte er. Er konnte nicht Batman meinen, denn nie im Leben würde jemand Batman so einen bescheuerten Spitznamen geben.<br />
<br />
Tim löste sich etwas von ihm, griff um und… schien wie ausgewechselt; seine ganze Haltung war anders. „Ha ha ha, Tiger!“ Er riss Kon in einer unangenehmen Drehung herum und zog ihn in fassungslosen, stolpernden Schritten mit sich. „Du bist einfach ein umwerfender Tänzer, weißt du das?“ Er trat Kon auf den Fuß – fest genug, dass Kon dankbar für seine Unverwundbarkeit war. „Ups. Sorry, Schätzchen, das kommt von dem ganzen Champagner! Weißt du, du solltest mal mit mir und den Jungs zum Skifahren kommen. Es gibt da dieses <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">entzückende</span> kleine Chalet in der Schweiz – oder war‘s Schweden? Welches davon hat das Skifahren? Ich bring die beiden immer durcheinander. Eins davon hat Skipisten und das andere hat Fleischklopse.“<br />
<br />
„Gott, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">hör auf</span>!“, zischte Kon. Er riss Tim wieder zu sich und drückte mit einer Hand seinen Kopf zurück an seine Schulter, in dem Versuch, ihn zurück in die andere Rolle zu zwingen. Am anderen Ende des Raums konnte er Clark lachen hören, als wäre es das Lustigste der Welt. „Du bist manchmal echt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">unheimlich</span>!“<br />
<br />
Tim zuckte die Schultern, bevor er sich wieder an Kon schmiegte. „Das ist mein Job.“<br />
<br />
„So unheimlich“, wiederholte Kon voller Zuneigung. Tims Haare kitzelten beim Sprechen an seinen Lippen. „Wie bist du eigentlich so gut drin geworden, andere Leute zu sein?“<br />
<br />
Tims Hand glitt Kons Rücken nach unten, bis sie in seinem Kreuz zu liegen kam. „Hm. Ich bin mir nicht sicher? Ein Teil ist gelernt. Bruce und Alfred sind beide vollendete Schauspieler. Aber… naja, ich war schon immer gut drin… mich zu verstecken, schätze ich.”<br />
<br />
„Dich verstecken?“, fragte Kon. Er drehte den Kopf leicht, um seinen Mund aus Tims Haaren zu bekommen, und legte stattdessen seine Wange dagegen. Seine Gedanken wanderten zur alten Robin-Maske – der grünen, die Tim getragen hatte, als sie sich das erste Mal getroffen hatten, und die die Augen hinter weißen Linsen versteckte. Er hatte so lange nicht gesehen, was sich hinter dieser Maske versteckte. Sie waren Freunde und Teamkameraden gewesen, hatten gemeinsam gekämpft und gestritten, hatten Leben gerettet, hatten sich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gegenseitig</span> das Leben gerettet und er hatte nicht gewusst, welche Augenfarbe Tim hatte. Hatte seinen Namen nicht gekannt. Hatte nicht einmal gewusst, dass er eine Familie hatte, bis lange nachdem seine halbe Familie schon tot war. Nicht einmal Tims eigene Eltern hatten ihn gekannt – nicht wirklich. Vielleicht bis zum Schluss nicht. „Ja“, machte er und ihm wurde ein wenig eng ums Herz, warum auch immer.<br />
<br />
„Es geht immer nur darum, die Geheimnisse zu schützen“, fuhr Tim gegen Kons Schulter fort, scheinbar Kons plötzlichen Stimmungsumschwung nicht wahrnehmend. „Das, was wir tun – wir armen verrückten Normalos in Masken und Strumpfhosen, meine ich – naja, es ist eben auf Furcht angewiesen. Und auf Heimlichkeit. Es würde ohne das ganze Schauspielern nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">funktionieren</span>. Also ist Red Robin nicht ich. Aber ich bin auch nicht immer Tim. Oder Tim ist nicht immer ich.“ Er hielt inne und schüttelte den Kopf, als er sich ein Stück löste und Kon ansah. „Das ergibt wahrscheinlich gerade keinerlei Sinn.“<br />
<br />
„Bei mir kannst du aber du selbst sein“, meinte Kon ernst, „Das weißt du, oder? Wir – du und ich – es gibt nichts, das du je vor mir verstecken müsstest.“<br />
<br />
Tims Gesichtsausdruck veränderte sich nicht – nicht wirklich –, doch sein Blick wurde für einen Moment seltsam sanft. Seine Augen waren wirklich blau, so aus nächster Nähe – wirklich verblüffend. Tims Pupillen waren groß im schwachen Licht, mit nur einem dünnen farbigen Ring darum. Dann blinzelte Tim zweimal und wandte das Gesicht ein winziges Stück ab. Er schluckte. „Im Moment sind wir aber nicht allein.“<br />
<br />
Kon sah sich um. Ein paar Leute sahen auf jeden Fall immer noch zu ihnen herüber, aber es war nicht annähernd so schlimm wie vorher. „Ja, aber ich glaub, so langsam wird allen langweilig.“<br />
<br />
Tim gab einen kleinen misbilligenden Laut von sich. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das</span> können wir so aber nicht belassen.“<br />
<br />
Kon lachte leise. „Also, Mister Experte, was schlägst du vor, dass wir dagegen tun?“<br />
<br />
Einen Augenblick schwieg Tim, bevor er den Kopf einen Bruchteil eines Zentimeters neigte und in sein Tim-Wayne-Lächeln zurückfiel. „Dipp mich!“<br />
<br />
„Was?“<br />
<br />
„Dipp mich!“, verlangte Tim.<br />
<br />
Kon verdrehte die Augen, aber als die Musik an eine Stelle kam, wo es nicht allzu unpassend wirkte, bugsierte er Tim in einer übertrieben überschwänglichen Drehung an seinen Arm und dippte ihn tief, bis nur noch seine Telekinese und Tims verrückter Gleichgewichtssinn ihn auf den Füßen hielten. Tim lachte laut – nicht sein echtes Lachen, sondern etwas Grelles, Künstliches – und warf mit funkelnden Augen den Kopf in den Nacken.<br />
<br />
Er sah wirklich aus, als amüsierte er sich gerade wunderbar. Kon fragte sich einen langen Moment, ob er mit Spoiler so gewesen war, damals, bevor sie ihm das Herz gebrochen hatte. Er glaubte nicht, dass er Tim jemals verliebt miterlebt hatte, was ihm mit einem Mal schrecklich schade vorkam. Tim war inzwischen die ganze Zeit so verschlossen. Kon hätte ihn nur zu gerne ehrlich so offen und fröhlich erlebt, und nicht nur als Teil einer Rolle.<br />
<br />
Er zog Tim wieder nach oben und in eine weitere Drehung, bevor er ihn wieder auffing und mit genug Schwung an sich zog, dass Tim sich mit den Händen an Kons Oberkörper abstützen musste. Er spürte sie über sein Hemd nach oben gleiten und dachte, Tim würde seine Hände auf seine Schultern legen – bis Tims Finger direkt weiter seinen Hals hinauf strichen, sich um seinen Kiefer legten und ihn zu ihm zogen. Er erkannte gerade rechtzeitig, was hier passierte, um nicht direkt zusammenzuzucken, als Tims Lippen sich auf seine legten, solide und fordernd gegen Kons, sein Atem warm und schwach minzig.<br />
<br />
Kon erstarrte vor Schreck, sämtliche Muskeln in seinem Körper unbeweglich und angespannt. Um sie herum konnte er die Reaktionen der anderen Tänzer wie durch einen Nebel hören – Schock und Empörung und, im Falle ein paar seiner Freunde, Entzücken. Am anderen Ende des Ballsaals konnte er Clark sich an seiner Bowle verschlucken hören, bevor Lois <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">lachte</span> – und irgendwie war das genau der Anstoß, den er brauchte, um seine Arme eng um Tims Taille zu schlingen und den Kuss zu erwidern.<br />
<br />
Wenn sowieso alle sie schon anstarrten, dann konnten sie ihnen genauso gut auch eine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Show</span> bieten. Kon beugte Tim über seinen Arm nach hinten, der Kuss innig und feucht und so obszön, wie er ihn nur machen konnten. Er leckte über Tims Lippen, dominant und schmuddelig wie etwas aus einem Porno, leckte über seine Zähne und seine Zunge. Er drückte ihre Körper eng aneinander und ging einfach ran. Er küsste Tim, als würden sie gleich hier und jetzt auf der Tanzfläche vögeln, schwer atmend und mit offenem Mund – und Tim teilte ebenso heftig aus wie er einsteckte, biss Kon auf die Lippe, saugte an seiner Zunge, tief und fest. Tim stöhnte, eine Hand an Kons Hinterkopf, die andere weiter nach unten wandernd, um sich an seinem Hintern festzuhalten und ihre Hüften gegeneinander zu pressen.<br />
<br />
Was Kon zu schaffen machte, war das Stöhnen, wie es in Tims Brust nachhallte, dann grollend seinen Weg hinauf in Tims Kehle fand und schließlich in Kons Mund überlief. Kon schluckte es gierig, denn auch wenn er wusste, dass das alles nur geschauspielert war, nur ein weiterer perfekter Charaktermoment von Tim Wayne, dem schwulen Partylöwen, so fühlte es sich trotzdem real an. Es fühlte sich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gut</span> an. In seiner Brust stieg wieder einmal dieses übersprudelnde Gefühl auf, dasselbe Gefühl, das er hatte, wenn er es schaffte, Tim wirklich zum <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Lachen</span> zu bringen und—oh. Shit. Fuck. Kon steigerte sich gerade ein wenig zu sehr hinein, denn – er spürte ein Zittern durch seinen ganzen Körper gehen, als Tims Zähne seine Zunge entlang schabten – denn er wurde langsam <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">steif</span>. Er versuchte sich ein wenig zurückzunehmen, lockerzulassen, aber Tim wollte davon nichts wissen. Er wollte ihn nicht loslassen – wollte ihn sich nicht zurückziehen lassen.<br />
<br />
Tim würde es sicher <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">spüren</span>, so eng wie ihre Hüften gegeneinander gedrückt lagen. Jede Sekunde wäre es soweit. Kon zog, fester diesmal. Er konnte fühlen, wie sich Tims Griff etwas lockerte, aber er ließ immer noch nicht los. Kon hatte keine Ahnung, wie er aus dieser Situation wieder heraus kommen sollte – er konnte schließlich nicht einfach Tim wegstoßen. Sie gaben vor, ein Paar zu sein – und Tim würde so oder so wahrscheinlich erraten, warum Kon sich mit einem Mal sträubte, dieses Spiel weiter aufrecht zu erhalten. Gott, er würde Kon auf ewig damit aufziehen!<br />
<br />
„Gentlemen!“<br />
<br />
Kon löste sich keuchend aus dem Kuss und stolperte einen Schritt rückwärts, als Tims Griff sich so plötzlich lockerte. Ein paar lange Sekunden stand er einfach nur da, schwer atmend, und starrte Tim an, der die Augen geschlossen hatte. Sein Mund stand immer noch leicht offen und er atmete schwer und unregelmäßig. Kon konnte ihn nur dumm anstarren, als Rektor Cross eine Hand auf Kons Schulter legte.<br />
<br />
„Mister Kent, Ihr Verhalten erstaunt mich“, meinte Cross  leise und kaum hörbar über das Rauschen in Kons Ohren, „Das hier ist ein Schulfest. Und bevor Sie jetzt etwas sagen: Solches Verhalten wäre Ihnen so oder so nicht gestattet, egal wer Ihr Date ist.“<br />
<br />
„Ich…“, setzte Kon an. Er schüttelte den Kopf und blinzelte ein paarmal heftig. „Entschuldigung, Sir. Ich wollte nicht – ähm…“ Als er den Satz so unvollendet ließ, öffnete Tim langsam die Augen etwas, gerade genug, dass Kon erkannte, wie dunkel sie unter seinen flatternden Wimpern waren. Er hatte keine Ahnung mehr, was er eigentlich hatte sagen wollen.<br />
<br />
„Gehen Sie sich etwas Bowle holen“, wies Cross ihn an und tätschelte ihm die Schulter, „Schnappen Sie etwas frische Luft. Kühlen Sie sich ein wenig ab.“<br />
<br />
„Ja“, machte Kon, ohne richtig mitzubekommen, was er denn da zugestimmt hatte. Er beobachtete, wie Tims Zungenspitze über seine Lippe huschte und wieder verschwand, und Kon leckte sich aus Sympathie ebenfalls die Lippen. Gott, das war… Kon glaubte nicht, dass er jemals zuvor jemanden so geküsst hatte, und er war sich nicht einmal sicher, was daran diesen Kuss denn nun so anders machte. Es hatte sich angefühlt wie… Ein angenehmes Schaudern erfasste seinen ganzen Körper, und er schüttelte erneut den Kopf. Tim beobachtete ihn aus halb geschlossenen Augen, sein Blick huschte abwärts und dann zurück zu Kons Gesicht.<br />
<br />
Fuck! Kon widerstand dem Bedürfnis, selbst an sich hinab zu sehen. Das hatte ihn definitiv mehr erregt als es sollte. Es war wahrscheinlich nicht für alle <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">offensichtlich</span>, aber Tim konnte ziemlich sicher sehen, welche Wirkung dieser Kuss auf ihn gehabt hatte. Ein einzelner Kuss. Kon hatte schon seit <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Jahren</span> keinen Steifen mehr von einem einfachen Kuss bekommen. Er fühlte sich wieder einmal, als käme er ganz frisch aus dem Labor, ohne jegliche Kontrolle über seine Hormone. Er fühlte sich…<br />
<br />
Hatte Tim schon immer so gut ausgesehen?<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">~&gt; tbc in <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=122" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Teil 16</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[„Hey, Cowboy“, rief Clarence vom Gehsteig herüber, „komm und lass uns deinen Freund kennenlernen.“<br />
<br />
Kon nahm das als Ausrede dafür, sich von Tim zu lösen und einen Schritt zurück zu machen. „Äh“, machte er.<br />
<br />
„Cowboy“, sagte Tim und es klang nicht wirklich wie eine Frage.<br />
<br />
„Wegen der Farm und – ach, es ist doof.“ Er drehte sich zu Clarence, der ihn neugierig und erwartungsvoll ansah. Hinter ihm hielt Jake immer noch Carolines Handtasche, sein Mund immer noch offen stehend. „Ähm. Das ist mein – ich meine, das hier ist—“ Er spürte, wie Tims Hand über seinen Rücken strich und dann federleicht Kons Arm berührte, als er ebenfalls auf den Gehsteig trat. „Tim“, beendete er den Satz.<br />
<br />
Tims Art zu gehen war vollkommen anders – irgendwie lockerer, besonders um die Hüften – und einen Moment lang konnte Kon nichts anderes tun als zu starren. Er beobachtete, wie Tim sich umsah, zur dunklen Straße, zu den Ladenfronten, zu der Ansammlung Teenager. Als wäre er ein Tourist in einem fremdartigen Land. Obwohl er nichts sagte, schrie seine ganze Haltung das Wort ‚drollig‘, als ob Smallville irgendein Drittwelt-Dorf mit interessantem örtlichem Brauchtum wäre.<br />
<br />
Die anderen Clubmitglieder starrten auch direkt zurück, als ob <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> vielleicht der Außerirdische in ihrer Mitte war. Kon räusperte sich und deutete jeweils auf sie. „Das ist Clarence“, stellte er vor, „Lilah, äh, Carson? Richtig? Hi. Und Katie und Mel. Caroline. Und das hier ist—“<br />
<br />
Tim trat ein paar Schritte auf Jake zu und kam ihm dabei deutlich näher als er müsste, was diesen einen halben Schritt zurückweichen ließ. „Du musst Jake sein“, meinte er und schüttelte seine Hand mit genug Kraft, dass Jake leicht zusammenzuckte, „Conner hat mir schon <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">so viel</span> von dir erzählt.“<br />
<br />
Jake seinerseits wirkte ein wenig wie ein Reh, das in die Scheinwerfer eines heran nahenden Schwertransporters blickte. Kon meinte, dass er ihm das ziemlich gut nachfühlen konnte. Er stand dumm da und sah hilflos zu, wie Tim Jake unverholen von oben bis unten musterte, ohne seine Hand loszulassen. Sein Blick blieb an Carolines Handtasche hängen und ein süffisantes Grinsen legte sich auf seine Lippen: „Was für eine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bezaubernde</span> Handtasche“, sagte er freundlich, bevor er sich abrupt zurück zu Kon drehte und Jakes Hand losließ, ohne auch nur einen weiteren Gedanken an ihn zu verschwenden. „Tut mir so leid, dass ich spät dran bin“, entschuldigte er sich, sein Tonfall sanft, „Ist noch genug Zeit, dass ich mich kurz frischmache, bevor wir aufbrechen? Mit dem Flug und dann der Fahrt…“ Er streifte sich ein verirrtes Haar aus dem Gesicht. „…sehe ich sicher grässlich zerzaust aus.“<br />
<br />
Himmel, seine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Stimme</span>! Sie war tief und träge, kehlig und mit einem viel deutlicheren gehobenen Gotham-Akzent als sonst – und er klang, als könnte er sich nicht zwischen kokettierend und beleidigend entscheiden. „Äh, nein, du siehst—“ Kon schluckte. „gut aus. Aber, ähm, wir haben trotzdem noch ein bisschen Zeit.”<br />
<br />
„Ich nehme an, dieses…“ Tim sah hinauf zum Schild über der Tür, „…edle Etablissement hat Toiletten, die ich nutzen könnte?“<br />
<br />
„Was? Oh. Äh, klar. Hier, gleich nach—“ Er hielt Tim die Tür auf, bevor er bemerkte, was er da gerade tat und überlegte, sich selbst eine zu verpassen – das würde seinem Hirn sicher weniger weh tun –, aber Tim ging einfach hinein, als wäre es das Natürlichste auf der Welt, wobei er im Vorbeigehen Kon leicht am Handgelenk packte und ihn subtil mit sich zog.<br />
<br />
„Wenn du nicht gerade ‚liebestoll ohne Hoffnung auf Erlösung‘ erscheinen willst“, murmelte Tim leise vor sich hin, „solltest du lieber an deinem schockierten Gesichtsausdruck arbeiten. Ich meine, ich weiß, dass ich heute Abend absolut <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">hinreißend</span> aussehe—“<br />
<br />
„Ach hör doch auf“, zischte Kon zurück, „Warum zur Hölle bist du als du selber hier?“<br />
<br />
„Bin ich nicht“, klärte Tim ihn mit einem kurzen, harten kleinen Lächeln auf, so dass er für den Bruchteil eines Augenblicks auch wie er selbst wirkte, bevor sie die Tür zu den Toiletten erreichten. Das Lächeln ging in das träge, schiefe kleine Lächeln über, das anscheinend Tim Wayne, Partylöwe, bedeutete und seine Augen gingen in stiller Anweisung zur Tür. Kon seufzte und drückte sie für ihn auf. Schließlich ließ er sie wieder los und drehte sich zu seinen Freunden um, die ihnen nach drinnen gefolgt waren.<br />
<br />
Kaum dass die Tür sich wieder geschlossen hatte, packte Chase Kon am Arm und zog ihn in eine Tischnische. „Wie verdammt nochmal kann es sein, dass du mit Tim Wayne zusammen bist?“, verlangte er halblaut, als er sich ihm gegenüber setzte. Clarence und Lilah scharten sich ebenfalls um sie, während Jake lieber ein paar Meter weiter am Tresen verharrte. Er stapelte Teller und Tassen, um seiner Schwester zu helfen, die immer noch in der Küche war. Caroline erzählte einem Kreis von Leuten beim Eingang eifrig, wer da gerade ins Diner gekommen war.<br />
<br />
So nahe an der Wahrheit wie möglich, richtig? „Ich, äh. Hab gefragt.“<br />
<br />
„Du—“ Chases Mund blieb offen stehen und er starrte Kon einfach nur an. „Verflucht! Du hast echt Eier in der Hose.“<br />
<br />
Delilah schubste Chase so lange, bis er neben sich genug Platz für sie gemacht hatte. „Wo hast du ihn überhaupt kennengelernt?“<br />
<br />
„Äh. Gotham.“ Tim kam wieder heraus, seine Haare nun ordentlich nach hinten gekämmt und mit Gel fixiert. Alle waren so auf Kon fokussiert, dass sie ihn gar nicht bemerkten.<br />
<br />
„Okay“, gab Delilah zurück, „aber <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wie</span>?“<br />
<br />
Tim trat vor und legte seine Hände auf die Lehne der Tischnische, zu beiden Seiten von Delilahs Schultern. Als sie seine Anwesenheit immer noch nicht bemerkte, beugte er sich ein wenig nach vorne. „Naja“, meinte er und sie zuckte leicht zusammen, „Sein Cousin ist ein Freund der Familie. Ich habe eines Tages Clarks Hilfe gebraucht und stattdessen kam schließlich Conner.“<br />
<br />
Was absolut der Wahrheit entsprach, obwohl Superbösewichte beteiligt gewesen waren. Kon biss sich von innen auf die Lippe, um nicht loszulachen.<br />
<br />
„Und er hat so einen bleibenden Eindruck hinterlassen, dass ich ihn einfach ausfindig machen musste.“<br />
<br />
So einen bleibenden Eindruck im <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gehsteig</span>. Ivy hatte ihn in ihre Klauen bekommen und Tim hatte sie mit einem Brocken Kryptonit bis nach Hawaii verfolgt. Aber in Ordnung, wenn Tim dieses Spiel spielen wollte… „Du mochtest es nur nicht, dass ich mit dieser heißen Rothaarigen abgehauen bin.“<br />
<br />
Chase drehte sich auf seinem Platz vor und zurück, als würde er gerade ein besonders fesselndes Tennismatch verfolgen. Delilah versuchte sich möglichst nicht anmerken zu lassen, wie ehrlich genervt sie davon war, dass Tim sich so über sie beugte.<br />
<br />
Tims Augen verengten sich leicht. „Ich hab lediglich auf dich aufgepasst. Sie hatte da einen gewissen… Ruf.“<br />
<br />
„Also“, gab Kon zurück und glaubte, so langsam den Dreh heraus zu haben, „bist du uns zurück zu mir gefolgt und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">hast mir ins Gesicht geschlagen</span>…“<br />
<br />
Tims Augen verengten sich noch weiter und mit einem Mal erkannte Kon den Gesichtsausdruck als ein winzig kleines Robin-Lächeln, das sich unter dem versnobten Grinsen versteckte. „Ich behaupte immer noch, dass das absolut gerechtfertigt war“, antwortete Tim, wobei er so sehr wie er selbst klang wie die ganze Zeit seit er hier angekommen war nicht. Kon musste grinsen. Tim war immer noch da, unter dem ganzen hochmütigen und seltsam kokettierenden Gehabe. Solange er Tim unter der Verkleidung erkennen konnte, konnte er sich auch in Erinnerung rufen, dass es eine Verkleidung war. Und hoffentlich die nächsten paar Stunden überstehen, ohne dass ihm eine Ader platzte.<br />
<br />
Chase drehte sich seitlich auf der Bank und rutschte etwas zurück, so dass er sie beide im Blick hatte. „Ich hab jegliches Vertrauen in den International Querier verloren“, verkündete er mit leichter Bewunderung in der Stimme, „Wie zur Hölle habt ihr <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">sowas</span> aus der Klatschpresse raus gehalten?“<br />
<br />
„Damals war er noch kein Wayne“, meinte Kon, „Stimmt doch, oder? Sweetheart?“<br />
<br />
„Nicht dem Namen nach, nein“, stimmte Tim zu. Er neigte den Kopf und warf Kon einen überraschend heißen Blick aus halb geschlossenen Augen zu. „Darling.“<br />
<br />
Er und Tim fixierten sich einen langen Moment mit Blicken, bis Jake sich leise vom Tresen aus einschaltete: „Also… Tut mir leid, wenn das jetzt unhöflich klingt, aber... Du bist wirklich Bruce Waynes Sohn?“<br />
<br />
„Adoptiert“, antwortete Tim und wandte Jake, der sich immer noch die Hände an seinen Hosen abwischte, sein gefährlich träges Lächeln zu.<br />
<br />
Jakes Blick wanderte hastig mehrmals von Tim zu Kon und zurück, als dachte er, dass er irgendwas verpasst hatte. Vielleicht sowas wie eine Pointe.<br />
<br />
„Ich hab ja immer gedacht, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wayne</span> ist schwul“, sagte Chase, „Ich mein, bist du nicht schon der dritte oder vierte Typ, der bei ihm eingezogen ist?“<br />
<br />
Tim verzog das Gesicht. „Ich würde es vorziehen, nicht über sein Liebesleben nachzudenken, danke.“<br />
<br />
„Aber es gibt ziemlich viele Gerüchte“, fuhr Chase fort, „Hat er denn nie—“<br />
<br />
„Igitt“, unterbrach Kon ihn laut, „Chase, im Ernst, hör auf damit. Er ist—“ Er sah zu Tim. „Er ist—“ Batman. „Sowas wie Tims <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dad</span>, okay?“<br />
<br />
„Weiß er‘s?“, fragte Clarence, „Das mit euch, mein ich?“<br />
<br />
Tim lachte, bevor Kon etwas erwidern konnte: „Oh, definitiv. Wir sind schon öfter als ich zählen kann wegen Conner aneinander geraten.“<br />
<br />
Clarence runzelte die Stirn: „Er mag‘s nicht, dass du mit einem Kerl zusammen bist?“<br />
<br />
Jetzt war es Kon, der lachte. Die Antwort <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">darauf</span> kannte <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">er</span> nur zu gut. „Er mag einfach nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">mich</span> nicht.“<br />
<br />
„Ach, komm schon“, meinte Tim lächelnd, „Er hat sich mit dem Gedanken angefreundet. Und nach den ganzen Reisen, die ich letzten Herbst gemacht hab, hat er mir sogar gesagt, wie froh er ist, dass du für mich da warst, als ich dich gebraucht hab.“<br />
<br />
Kon lehnte sich verwirrt blinzelnd zurück. Das konnte man gar nicht anders als wie ein Kompliment auffassen. Ein Kompliment von Batman!<br />
<br />
„Jedenfalls reden wir nicht viel miteinander über unsere <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gefühle</span>, aber er leiht mir den Jet, wenn ich Conner besuchen will. Das muss doch was heißen, meinst du nicht?“<br />
<br />
„Jet?“, quiekte Jake.<br />
<br />
Tim rollte seine Schultern zurück und seufzte: „Ich hab keine Ahnung, wie jemand ohne einen Jet eine Long-Distance-Beziehung führen kann. Und bevor ich selber meinen Pilotenschein hatte, hat mein Bruder mich hierher geflogen—“<br />
<br />
„Dein… <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Bruder</span>?“, fragte Chase interessiert, “Du hast also Brüder.”<br />
<br />
„Drei“, stimmte Tim zu.<br />
<br />
„Einer von ihnen single?“<br />
<br />
Das Lachen, das explosionsartig aus Kon heraus brach, überraschte sogar ihn selbst. Er zog die Aufmerksamkeit des gesamten Diners auf sich, aber er konnte einfach nicht aufhören. Er hielt sich die Hände vor den Mund, um das Lachen zumindest zu dämpfen, und beugte sich tiefer über den Tisch. Als er sich schließlich wieder unter Kontrolle hatte, hatte er Tränen in den Augen. „Du – ha!“ Er wischte sich übers Gesicht. „Oh Gott. Tut mir leid, Chase, aber schlechte Nachrichten. Einer ist grad mal elf, einer ist ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Psycho</span> und der einzige, der‘s überhaupt wert wäre, mit ihm zu reden, ist nur sowas wie der passionierteste Hetero-Kerl, den ich je <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">getroffen</span> hab.“<br />
<br />
Tims Schmunzeln wurde schärfer, bis er schließlich wie er selbst aussah. „Warum glaubst du, dass Dick hetero ist?“<br />
<br />
„Ähm“, machte Kon verdutzt, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kory</span>?“<br />
<br />
„Du solltest mal mehr mit deinem Cousin reden“, gab Tim zurück und richtete sich von seiner lehnenden Position auf. „Sollten wir nicht langsam losfahren? Ich meine, ich verstehe, dass es schick ist, zu spät zu sein, aber man kann auch zu weit gehen…“<br />
<br />
„Warte“, meinte Kon betroffen, aber alle stimmten Tim bereits zu und schnappten sich ihre Taschen und Jacken, als sie aufstanden. „Nein, warte, Mann – Tim!“<br />
<br />
Tim drehte sich zu ihm um.<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Clark</span>?“<br />
<br />
Tim zuckte die Schultern.<br />
<br />
„Ja klar.“<br />
<br />
Jake war der Einzige, der ihnen noch zuhörte und er starrte Tim mit großen Augen und offenem Mund an. Er hatte gesagt, dass er Clark kannte, erinnerte sich Kon. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Natürlich</span> war er also total verblüfft. Weil Tim das sowas von erfunden hatte! Das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">musste</span> er einfach haben.<br />
<br />
„Ja <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">klar</span>“, wiederholte Kon, „Ha ha, sehr lustig.“<br />
<br />
„Ich hab Fotos“, meinte Tim beiläufig, als Russell kam und Jake von ihnen weg und Richtung Tür führte. „Und jetzt komm schon, bevor sie uns zurücklassen. Ich hab schließlich keine Ahnung, wo wir hin müssen.“<br />
<br />
„Fotos?“ <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Fotos</span>? Tim hatte – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">was</span>? Welche <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Art</span> Fotos? Kon saß in der Bewegung erstarrt, halb aufgestanden.<br />
<br />
„Wenn du dich nicht beeilst, zeig ich sie dir noch“, drohte Tim.<br />
<br />
Kon beeilte sich lieber.<br />
<br />
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<br />
Die Anderen stiegen alle in Autos und Minivans. Nachdem Katie kurzzeitig noch versucht hatte, ihn zum Tauschen zu überreden, saß Kon inzwischen ungelenk hinter Tim auf dessen Ducati und versuchte herauszufinden, was zur Hölle er mit seinen Händen machen sollte. Er war noch nie wirklich auf einem Motorrad mitgefahren – zumindest keinem richtigen. Er glaubte nicht, dass das Supercycle zählte. Das hatte eine Art Fahrgastraum im hinteren Teil gehabt – und überhaupt hatte es ein eigenes Bewusstsein gehabt. Und war mit mehreren hundert Meilen pro Stunde geflogen.<br />
<br />
Kon <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">musste</span> sich nicht wirklich festhalten, aber es würde seltsam aussehen, wenn er es nicht tat. Aber das brachte alle möglichen neuen Probleme mit sich. Sollte er sich an Tim festhalten oder am Sitz oder wo? Es gab keine Rückenlehne und selbst wenn doch, dann waren Tim und er schließlich angeblich ein Paar, oder?<br />
<br />
„Halt dich an mir fest“, flüsterte Tim leise.<br />
<br />
Kon legte seine Hände auf Tims Hüften.<br />
<br />
„Fest“, beharrte Tim, bevor er kurz für einen Kickstart des Motors aufstand. Kon war nicht wirklich darauf vorbereitet gewesen, wie sich das Brummen des Motorrads zwischen seinen Beinen anfühlen würde. Schließlich schlang er seine Arme um Tims Brust, als das Motorrad sich in Bewegung setzte. Die Frage, wo er seine Hände hin tun sollte, war also kein so großes Problem wie er befürchtet hatte.<br />
<br />
Wäre Kon auf einem Motorrad hinter jemandem mitgefahren, mit dem er wirklich zusammen war, war er sich ziemlich sicher, dass er es als sexuelle Erfahrung gesehen hätte. Er konnte Tims Herzschlag gegen seine Brust und unter seinen Händen fühlen, genauso wie das Zucken seiner Muskeln, wenn sie sich in die Kurven legten, ihre Körper eng gegeneinander gepresst. Nachdem das hier allerdings Tim war, versuchte Kon sehr, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> daran zu denken, wie eng er gegen Tims Hintern gedrückt war und wie der Sitz unter ihm vibrierte. Er versuchte nicht einmal zu ertasten, wo genau seine Hände lagen.<br />
<br />
Sie würden miteinander tanzen müssen, ging es Kon mit einem Mal auf. Tanzte Tim überhaupt? Kon fand es schon schwer, sich vorzustellen, wie er auch nur den typischen Schüler-Stehblues tanzte, aber Tim Wayne… Kon konnte nur hoffen, dass er nicht in irgendein schickes Gesellschaftstanz-Ding hineingezogen würde, von dem er keine Ahnung hatte. Das wäre schon ein großartiger Weg, ihn wie einen Idioten aussehen zu lassen.<br />
<br />
Das Gemeindezentrum lag nur ein paar Blocks entfernt. Als sie dort ankamen, war es hell erleuchtet und darum herum standen jede Menge Autos und Gruppen von Teenagern in Anzügen und Kleidern. Das Heulen der Ducati ließ die meisten davon zu ihnen sehen – und sie anstarren. Auch wenn Kon nicht so recht wusste, ob sie beide oder das Motorrad mehr Aufmerksamkeit auf sich zogen – zumindest bis sie abstiegen und ihnen alle Blicke folgten.<br />
<br />
Der Rest des Clubs stieg aus den Vans aus wie Clowns aus einem Zirkuswagen, obwohl sie erst dann Aufmerksamkeit auf sich zogen, als sie anfingen sich in Paaren zusammenzufinden. Tim legte einen Arm um Kons Hüfte, wobei seine Hand besitzergreifend in Kons Rücken lag. Er ging auf die Zehenspitzen und drückte seine Lippen gegen Kons Ohr: „Showtime, Loverboy!“<br />
<br />
Oh, das war so unfair! Kon war – Kon hatte sehr empfindliche Ohren! Und ein Supergehör, Tim hätte also gar nicht so nah kommen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">müssen</span>! Er erschauderte und schloss sich dann den anderen an, die sich in einer lockeren Zweierreihe aufgestellt hatten, mit Clarence wie ein Tambourmajor allein an der Spitze. Von den anderen Schülern um sie herum waren ein paar Buhrufe und Auspfeifen zu hören, und Kon konnte einige Leute hören, die ungehalten vor sich hin murmelten, und noch einige mehr, die lachten. Aber niemand näherte sich ihnen direkt, als sie durch die Doppeltür hinein in die Lobby gingen. Kon konnte das nur als ein gutes Zeichen werten.<br />
<br />
Allerdings wurden sie an den Türen zum Ballsaal von einem älteren Mann aufgehalten, den Kon nicht kannte und der anscheinend ein Problem mit Daniels Date hatte. „Wenn du kein Schüler bist, kann ich dich nicht rein lassen.“<br />
<br />
„Aber ich hab ihm ein Date-Ticket besorgt“, protestierte Daniel.<br />
<br />
Kon und Tim gingen zum vorderen Ende der Schlange, vorbei an den restlichen umherlaufenden Schülern.<br />
<br />
„Date-Tickets sind für <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dates</span>, junger Mann, nicht für deine Freunde von anderen Schulen.“<br />
<br />
„Er <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">ist</span> mein Date“, gab Daniel zurück.<br />
<br />
Der Mann blinzelte verwirrt und trat einen Schritt zurück. „Nein, das – das ist unvertretbar.“<br />
<br />
„Warum?“, fragte Kon, „Sie haben auch Lilahs Freund rein gelassen und er ist nicht mal mehr auf der High School.“<br />
<br />
„Pssst“, zischte Russell hinter ihm.<br />
<br />
„Wir könnten uns ein bisschen umsortieren, wenn das hilft“, schlug Katie vor. Sie hakte sich bei Kon unter. „Dein Freund kann mit Mel rein gehen. Caroline und Daniel können tauschen—“<br />
<br />
„Nein“, meinte Kon, „Er wird uns gefälligst rein lassen. Wir haben Date-Tickets gekauft, wir haben Dates dabei. Basta.“<br />
<br />
Der Blick des Mannes ging über die Menge an gleichgeschlechtlichen Paaren, die inzwischen die halbe Lobby füllten. „Ist das irgendein Trick? Oder ein Streich?“<br />
<br />
Tim schob verärgert Katie von Kons Arm und ergriff ihn selbst. „Ist dieses Dorf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wirklich</span> so rückständig?“<br />
<br />
„Das hier ist ein Schulball!“, beharrte Kon, „Alle stehen sowieso nur rum, reden und trinken Bowle. Was glauben Sie denn, was wir <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">machen</span> werden?“<br />
<br />
„Ganz offensichtlich ist er sich bewusst, dass du deine Finger nicht von mir lassen kannst“, meinte Tim in gelangweiltem Ton, „Natürlich fangen wir mit der homosexuellen Orgie an, sobald er nicht hinsieht.“<br />
<br />
Kon war zu sehr damit beschäftigt, sich möglichst nicht an seinem Lachen zu verschlucken – das mit dem entsetzten Gesichtsausdruck des Türstehers nur noch schlimmer wurde –, um zu bemerken, wer aus dem Ballsaal heraus zu ihnen trat, bevor es zu spät war. Er sah, wie eine riesige Hand klatschend auf der Schulter des Kerls landete, bevor er in Clarks leicht belustigtes Gesicht blickte.<br />
<br />
Kon war sich sehr sicher, dass er sterben würde.<br />
<br />
„Stimmt was nicht, Earl?“, fragte Clark den Türsteher mit der vollen, sanftmütigen Ernsthaftigkeit eines Clark Kent. „Oh, hi, Conner! Ich hatte mich schon gefragt, wo ihr bleibt.“<br />
<br />
„Was machst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">du</span> denn hier?“, platzte es unwillkürlich aus Kon heraus. Oh Gott! Er konnte Clark nichtmal ins <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gesicht</span> sehen, weil er immer noch an Tim <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Fotos</span> denken musste.<br />
<br />
„Tja, die Schule hat mich auf der Suche nach Aufsichtspersonen angeschrieben und ich dachte mir, es wäre schön, Ma übers Wochenende zu besuchen. Lois ist hier auch irgendwo – sie versteckt sich aber. Eine der Englischlehrerinnen hat versucht, sie zu einem Gastvortrag zu überreden und mit einem Mal hat sie eine Blasenschwäche entwickelt. Oh, aber wir halten hier alle auf. Kommt schon rein und blockiert nicht weiter die Tür.“<br />
<br />
„Aber“, protestierte Earl.<br />
<br />
„Tim“, meinte Clark und hielt ihm seine Hand zum Schütteln entgegen, „Schön, dich zu sehen. Wie läuft das Übernahmeangebot?”<br />
<br />
„Wenn du davon hättest wissen sollen“, gab Tim zurück, „hätte Bruce dir davon erzählt.“<br />
<br />
„Ha! Okay, na gut.“ Er gab die Tür frei und deutete Kon und den Anderen, dasselbe zu tun. „Ich musste es zumindest versuchen. Irgendwie muss man ja seinen Lebensunterhalt verdienen. Trotzdem schön, dich zu sehen. Übernachtest du auf der Farm?“<br />
<br />
„Tja“, machte Tim, mit einem Mal verschlagen. Er schlang einen Arm um Kons Taille, obwohl Kon versuchte ihn möglichst unbemerkt wegzudrücken. „Das kommt drauf an.“<br />
<br />
„Worauf?“<br />
<br />
„Darauf, ob du und Lois das Gästezimmer nehmen. Du <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">weißt</span>, dass ich nichts dagegen hab, bei Conner zu schlafen…“<br />
<br />
Kon hielt es nicht länger aus. Er packte Tim am Arm und marschierte mit ihm weg in Richtung Tanzfläche, wo die anderen Clubmitglieder bereits herumstanden. „Was zur Hölle?“, verlangte er.<br />
<br />
„Sweetie“, antwortete Tim in seinem bescheuerten, schrecklichen Tim-Wayne-Ton, „Du weißt doch, dass ich nur Spaß mach.“ Er griff nach Kons Hand und verschränkte ihre Finger ineinander, bevor er seine freie Hand auf Kons Schulter legte. „Tanzt du mit mir?“ Sein Blick ging zur Seite und Kon drehte sich um, wo er Jake sah, der sie über Russells Schulter hinweg beobachtete.<br />
<br />
„Du—“, zischte Kon. Bevor er aber noch ein weiteres Wort herausbrachte, hatte Tim ihn bereits zu sich gezogen, so dass ihre Oberkörper sich berührten, und legte einen Arm um Kons Schultern. Kon tat es ihm gleich, ohne auch nur darüber nachzudenken, so dass seine Hand zwischen Tims Schulterblättern zu liegen kam.<br />
<br />
„Oh, sei nicht sauer, Babe. Clark weiß, dass es nur Spaß war.“<br />
<br />
„Bist du sicher?“, fragte Kon mit Nachdruck, wenn auch leise, jetzt wo sie so eng beisammen standen. Er merkte, dass sehr viele Leute zu ihnen sahen. „Warum ist er überhaupt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">hier</span>?“<br />
<br />
Tim fing an, sich im Takt der Musik zu wiegen und drängte Kon so mit sich, einen langsamen Bogen beschreibend. „Dir ist schon klar“, meinte er halblaut und klang dabei glücklicherweise wie er selbst, trotz des Tim-Wayne-Lächelns, „dass die Chancen recht hoch sind, dass der Mörder heute Abend hier ist? Und deine Freunde—“ Dabei nickte er zu Katie und Mel, die nicht weit von ihnen entfernt tanzten, Mels Wange in Katies Ausschnitt gepresst, „—verhalten sich absichtlich provozierend?“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Provozierend</span>“, höhnte Kon, „Sie <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">tanzen</span> doch einfach nur.“<br />
<br />
„Sie beziehen Stellung“, verbesserte Tim, „sozial und politisch. Sie weigern sich, sich einschüchtern zu lassen. Das ist bewundernswert, aber es eröffnet die Möglichkeit, dass es die Aufmerksamkeit deines Killers erregt.“<br />
<br />
Kon stolperte leicht, als Tim sie herum drehte. Es war seltsam, sich mit ihm zu unterhalten, während ihre Gesichter so nah aneinander waren, aber hey, wenigstens hatte Tim sich kürzlich erst die Zähne geputzt. „Glaubst du wirklich, dass der Killer hier was versuchen würde, so gerammelt voll wie‘s hier ist?“<br />
<br />
„Wenn er aufgebracht genug ist? Vielleicht.“ Tim verlagerte seine Hand an Kons Rücken und zog ihn noch etwas enger an sich. Er roch anders als sonst – schwach nach Aftershave und etwas, das sein Haargel sein könnte, anstatt nach sauberem Schweiß und Waschmittel. „Und es ist wahrscheinlich am besten, wenn Superboy möglichst nicht in Erscheinung tritt.“<br />
<br />
Kon hielt in der Bewegung inne.<br />
<br />
„Als jemand, der wirklich schon mal vor den Augen seiner Klassenkameraden <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">kämpfen</span> musste – naja, dachte ich mir, du würdest dir die Erfahrung wahrscheinlich lieber ersparen.“<br />
<br />
„Du hast ihn drum <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gebeten</span> zu kommen!“<br />
<br />
Tim zog an ihm, bis Kon wieder in Tanzhaltung zurückfiel und sie einen groben Kreis beschrieben. „Ehrlich gesagt“, flüsterte er viel zu nah an Kons Ohr, „versuchen Schulen immer, ihre weltberühmten Ehemaligen mit Pulitzerpreis dazu zu bringen, bei Schulfesten dabei zu sein. Und er musste nicht besonders überredet werden.“<br />
<br />
Kon kochte innerlich. „Warum führst du überhaupt?“<br />
<br />
„Weil du dich nicht bewegt hast?“ Tim verlagerte seine Hand erneut. „Hier, wenn du willst, kannst du führen. Du bist sowieso größer.“ Er trat etwas zurück und dann wieder näher, während sie ihre Arme und Beine neu ordneten – und zu seiner Überraschung vermisste Kon in diesem kurzen Moment, in dem Tim nicht mehr da war, seine Wärme und Berührung. „Ich hab ihn nicht eingeladen, um dich zu blamieren“, fuhr Tim fort, „Er ist unsere <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Verstärkung</span>.“<br />
<br />
„Seit wann—“ Kon merkte, dass seine Stimme viel zu laut war und senkte sie zu einem harten, raschen Flüstern: „Seit wann brauchen wir beide Verstärkung, um mit einem einzigen niedrigstufen Meta fertig zu werden?“<br />
<br />
Tim warf ihm einen verschlagenen Blick zu, irgendwo zwischen Red Robin und Tim Wayne. Es war gelinde gesagt befremdlich. Er drückte sich enger an Kon und legte den Kopf auf Kons Schulter, sein Atem warm gegen Kons Hals. „Seit wir die verlockendsten Ziele im Raum geworden sind.“<br />
<br />
„Seit—“, wiederholte Kon, bevor er abbrach. „Was?“<br />
<br />
Kon hätte es für unmöglich gehalten, aber Tim schmiegte sich definitiv noch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">enger</span> an, bis seine Lippen beim Sprechen federleicht Kons Haut berührten. „Sieh dich um, Loverboy. Alle Blicke ruhen auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">uns</span>.“<br />
<br />
Kon sah auf. Jake und Russell tanzten immer noch nicht allzu weit von ihnen entfernt, aber mit erheblich mehr Abstand zwischen ihnen als Tim und Kon. Jake sah definitiv zu ihnen – er sah hastig weg, als er bemerkte, dass Kon seinen Blick hob. Überall um sie herum aber sahen die Leute mindestens immer wieder einmal in ihre Richtung. Er erweiterte für einen Augenblick seine Wahrnehmung, insbesondere sein Supergehör, und ja, unter der lauten Musik und dem allgemeinen Gebrummel von Gesprächen hörte er viele Leute über Tim Wayne und Conner Kent reden.<br />
<br />
„Du finsteres <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Genie</span>“, flüsterte Kon voller Bewunderung. Er war so daran gewöhnt, Tim als Experten darin zu sehen, unbemerkt zu bleiben. Aber heute Abend hatte er diesen Umstand komplett auf den Kopf gestellt. Es war auf sonderbare Weise wirklich wie damals bei Mister Sacastic. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deshalb</span> bist du so? Deshalb hast du dich nicht verkleidet? Deshalb bist du so…“ Unausstehlich? Kokettierend?<br />
<br />
„Teilweise. Liest du die Klatschpresse?“, fragte Tim, „Siehst die Promisendungen an?“<br />
<br />
„Äh, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nein</span>.“<br />
<br />
Tim drückte mit einem leisen Lachen sein Gesicht gegen Kons Schulter. „Hm. Kein Wunder, dass du dann so geplättet warst, wenn du noch nie Brucie in Aktion gesehen hast.“<br />
<br />
Kon verzog den Mund. „Brucie?“, fragte er. Er konnte nicht Batman meinen, denn nie im Leben würde jemand Batman so einen bescheuerten Spitznamen geben.<br />
<br />
Tim löste sich etwas von ihm, griff um und… schien wie ausgewechselt; seine ganze Haltung war anders. „Ha ha ha, Tiger!“ Er riss Kon in einer unangenehmen Drehung herum und zog ihn in fassungslosen, stolpernden Schritten mit sich. „Du bist einfach ein umwerfender Tänzer, weißt du das?“ Er trat Kon auf den Fuß – fest genug, dass Kon dankbar für seine Unverwundbarkeit war. „Ups. Sorry, Schätzchen, das kommt von dem ganzen Champagner! Weißt du, du solltest mal mit mir und den Jungs zum Skifahren kommen. Es gibt da dieses <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">entzückende</span> kleine Chalet in der Schweiz – oder war‘s Schweden? Welches davon hat das Skifahren? Ich bring die beiden immer durcheinander. Eins davon hat Skipisten und das andere hat Fleischklopse.“<br />
<br />
„Gott, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">hör auf</span>!“, zischte Kon. Er riss Tim wieder zu sich und drückte mit einer Hand seinen Kopf zurück an seine Schulter, in dem Versuch, ihn zurück in die andere Rolle zu zwingen. Am anderen Ende des Raums konnte er Clark lachen hören, als wäre es das Lustigste der Welt. „Du bist manchmal echt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">unheimlich</span>!“<br />
<br />
Tim zuckte die Schultern, bevor er sich wieder an Kon schmiegte. „Das ist mein Job.“<br />
<br />
„So unheimlich“, wiederholte Kon voller Zuneigung. Tims Haare kitzelten beim Sprechen an seinen Lippen. „Wie bist du eigentlich so gut drin geworden, andere Leute zu sein?“<br />
<br />
Tims Hand glitt Kons Rücken nach unten, bis sie in seinem Kreuz zu liegen kam. „Hm. Ich bin mir nicht sicher? Ein Teil ist gelernt. Bruce und Alfred sind beide vollendete Schauspieler. Aber… naja, ich war schon immer gut drin… mich zu verstecken, schätze ich.”<br />
<br />
„Dich verstecken?“, fragte Kon. Er drehte den Kopf leicht, um seinen Mund aus Tims Haaren zu bekommen, und legte stattdessen seine Wange dagegen. Seine Gedanken wanderten zur alten Robin-Maske – der grünen, die Tim getragen hatte, als sie sich das erste Mal getroffen hatten, und die die Augen hinter weißen Linsen versteckte. Er hatte so lange nicht gesehen, was sich hinter dieser Maske versteckte. Sie waren Freunde und Teamkameraden gewesen, hatten gemeinsam gekämpft und gestritten, hatten Leben gerettet, hatten sich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gegenseitig</span> das Leben gerettet und er hatte nicht gewusst, welche Augenfarbe Tim hatte. Hatte seinen Namen nicht gekannt. Hatte nicht einmal gewusst, dass er eine Familie hatte, bis lange nachdem seine halbe Familie schon tot war. Nicht einmal Tims eigene Eltern hatten ihn gekannt – nicht wirklich. Vielleicht bis zum Schluss nicht. „Ja“, machte er und ihm wurde ein wenig eng ums Herz, warum auch immer.<br />
<br />
„Es geht immer nur darum, die Geheimnisse zu schützen“, fuhr Tim gegen Kons Schulter fort, scheinbar Kons plötzlichen Stimmungsumschwung nicht wahrnehmend. „Das, was wir tun – wir armen verrückten Normalos in Masken und Strumpfhosen, meine ich – naja, es ist eben auf Furcht angewiesen. Und auf Heimlichkeit. Es würde ohne das ganze Schauspielern nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">funktionieren</span>. Also ist Red Robin nicht ich. Aber ich bin auch nicht immer Tim. Oder Tim ist nicht immer ich.“ Er hielt inne und schüttelte den Kopf, als er sich ein Stück löste und Kon ansah. „Das ergibt wahrscheinlich gerade keinerlei Sinn.“<br />
<br />
„Bei mir kannst du aber du selbst sein“, meinte Kon ernst, „Das weißt du, oder? Wir – du und ich – es gibt nichts, das du je vor mir verstecken müsstest.“<br />
<br />
Tims Gesichtsausdruck veränderte sich nicht – nicht wirklich –, doch sein Blick wurde für einen Moment seltsam sanft. Seine Augen waren wirklich blau, so aus nächster Nähe – wirklich verblüffend. Tims Pupillen waren groß im schwachen Licht, mit nur einem dünnen farbigen Ring darum. Dann blinzelte Tim zweimal und wandte das Gesicht ein winziges Stück ab. Er schluckte. „Im Moment sind wir aber nicht allein.“<br />
<br />
Kon sah sich um. Ein paar Leute sahen auf jeden Fall immer noch zu ihnen herüber, aber es war nicht annähernd so schlimm wie vorher. „Ja, aber ich glaub, so langsam wird allen langweilig.“<br />
<br />
Tim gab einen kleinen misbilligenden Laut von sich. „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das</span> können wir so aber nicht belassen.“<br />
<br />
Kon lachte leise. „Also, Mister Experte, was schlägst du vor, dass wir dagegen tun?“<br />
<br />
Einen Augenblick schwieg Tim, bevor er den Kopf einen Bruchteil eines Zentimeters neigte und in sein Tim-Wayne-Lächeln zurückfiel. „Dipp mich!“<br />
<br />
„Was?“<br />
<br />
„Dipp mich!“, verlangte Tim.<br />
<br />
Kon verdrehte die Augen, aber als die Musik an eine Stelle kam, wo es nicht allzu unpassend wirkte, bugsierte er Tim in einer übertrieben überschwänglichen Drehung an seinen Arm und dippte ihn tief, bis nur noch seine Telekinese und Tims verrückter Gleichgewichtssinn ihn auf den Füßen hielten. Tim lachte laut – nicht sein echtes Lachen, sondern etwas Grelles, Künstliches – und warf mit funkelnden Augen den Kopf in den Nacken.<br />
<br />
Er sah wirklich aus, als amüsierte er sich gerade wunderbar. Kon fragte sich einen langen Moment, ob er mit Spoiler so gewesen war, damals, bevor sie ihm das Herz gebrochen hatte. Er glaubte nicht, dass er Tim jemals verliebt miterlebt hatte, was ihm mit einem Mal schrecklich schade vorkam. Tim war inzwischen die ganze Zeit so verschlossen. Kon hätte ihn nur zu gerne ehrlich so offen und fröhlich erlebt, und nicht nur als Teil einer Rolle.<br />
<br />
Er zog Tim wieder nach oben und in eine weitere Drehung, bevor er ihn wieder auffing und mit genug Schwung an sich zog, dass Tim sich mit den Händen an Kons Oberkörper abstützen musste. Er spürte sie über sein Hemd nach oben gleiten und dachte, Tim würde seine Hände auf seine Schultern legen – bis Tims Finger direkt weiter seinen Hals hinauf strichen, sich um seinen Kiefer legten und ihn zu ihm zogen. Er erkannte gerade rechtzeitig, was hier passierte, um nicht direkt zusammenzuzucken, als Tims Lippen sich auf seine legten, solide und fordernd gegen Kons, sein Atem warm und schwach minzig.<br />
<br />
Kon erstarrte vor Schreck, sämtliche Muskeln in seinem Körper unbeweglich und angespannt. Um sie herum konnte er die Reaktionen der anderen Tänzer wie durch einen Nebel hören – Schock und Empörung und, im Falle ein paar seiner Freunde, Entzücken. Am anderen Ende des Ballsaals konnte er Clark sich an seiner Bowle verschlucken hören, bevor Lois <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">lachte</span> – und irgendwie war das genau der Anstoß, den er brauchte, um seine Arme eng um Tims Taille zu schlingen und den Kuss zu erwidern.<br />
<br />
Wenn sowieso alle sie schon anstarrten, dann konnten sie ihnen genauso gut auch eine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Show</span> bieten. Kon beugte Tim über seinen Arm nach hinten, der Kuss innig und feucht und so obszön, wie er ihn nur machen konnten. Er leckte über Tims Lippen, dominant und schmuddelig wie etwas aus einem Porno, leckte über seine Zähne und seine Zunge. Er drückte ihre Körper eng aneinander und ging einfach ran. Er küsste Tim, als würden sie gleich hier und jetzt auf der Tanzfläche vögeln, schwer atmend und mit offenem Mund – und Tim teilte ebenso heftig aus wie er einsteckte, biss Kon auf die Lippe, saugte an seiner Zunge, tief und fest. Tim stöhnte, eine Hand an Kons Hinterkopf, die andere weiter nach unten wandernd, um sich an seinem Hintern festzuhalten und ihre Hüften gegeneinander zu pressen.<br />
<br />
Was Kon zu schaffen machte, war das Stöhnen, wie es in Tims Brust nachhallte, dann grollend seinen Weg hinauf in Tims Kehle fand und schließlich in Kons Mund überlief. Kon schluckte es gierig, denn auch wenn er wusste, dass das alles nur geschauspielert war, nur ein weiterer perfekter Charaktermoment von Tim Wayne, dem schwulen Partylöwen, so fühlte es sich trotzdem real an. Es fühlte sich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">gut</span> an. In seiner Brust stieg wieder einmal dieses übersprudelnde Gefühl auf, dasselbe Gefühl, das er hatte, wenn er es schaffte, Tim wirklich zum <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Lachen</span> zu bringen und—oh. Shit. Fuck. Kon steigerte sich gerade ein wenig zu sehr hinein, denn – er spürte ein Zittern durch seinen ganzen Körper gehen, als Tims Zähne seine Zunge entlang schabten – denn er wurde langsam <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">steif</span>. Er versuchte sich ein wenig zurückzunehmen, lockerzulassen, aber Tim wollte davon nichts wissen. Er wollte ihn nicht loslassen – wollte ihn sich nicht zurückziehen lassen.<br />
<br />
Tim würde es sicher <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">spüren</span>, so eng wie ihre Hüften gegeneinander gedrückt lagen. Jede Sekunde wäre es soweit. Kon zog, fester diesmal. Er konnte fühlen, wie sich Tims Griff etwas lockerte, aber er ließ immer noch nicht los. Kon hatte keine Ahnung, wie er aus dieser Situation wieder heraus kommen sollte – er konnte schließlich nicht einfach Tim wegstoßen. Sie gaben vor, ein Paar zu sein – und Tim würde so oder so wahrscheinlich erraten, warum Kon sich mit einem Mal sträubte, dieses Spiel weiter aufrecht zu erhalten. Gott, er würde Kon auf ewig damit aufziehen!<br />
<br />
„Gentlemen!“<br />
<br />
Kon löste sich keuchend aus dem Kuss und stolperte einen Schritt rückwärts, als Tims Griff sich so plötzlich lockerte. Ein paar lange Sekunden stand er einfach nur da, schwer atmend, und starrte Tim an, der die Augen geschlossen hatte. Sein Mund stand immer noch leicht offen und er atmete schwer und unregelmäßig. Kon konnte ihn nur dumm anstarren, als Rektor Cross eine Hand auf Kons Schulter legte.<br />
<br />
„Mister Kent, Ihr Verhalten erstaunt mich“, meinte Cross  leise und kaum hörbar über das Rauschen in Kons Ohren, „Das hier ist ein Schulfest. Und bevor Sie jetzt etwas sagen: Solches Verhalten wäre Ihnen so oder so nicht gestattet, egal wer Ihr Date ist.“<br />
<br />
„Ich…“, setzte Kon an. Er schüttelte den Kopf und blinzelte ein paarmal heftig. „Entschuldigung, Sir. Ich wollte nicht – ähm…“ Als er den Satz so unvollendet ließ, öffnete Tim langsam die Augen etwas, gerade genug, dass Kon erkannte, wie dunkel sie unter seinen flatternden Wimpern waren. Er hatte keine Ahnung mehr, was er eigentlich hatte sagen wollen.<br />
<br />
„Gehen Sie sich etwas Bowle holen“, wies Cross ihn an und tätschelte ihm die Schulter, „Schnappen Sie etwas frische Luft. Kühlen Sie sich ein wenig ab.“<br />
<br />
„Ja“, machte Kon, ohne richtig mitzubekommen, was er denn da zugestimmt hatte. Er beobachtete, wie Tims Zungenspitze über seine Lippe huschte und wieder verschwand, und Kon leckte sich aus Sympathie ebenfalls die Lippen. Gott, das war… Kon glaubte nicht, dass er jemals zuvor jemanden so geküsst hatte, und er war sich nicht einmal sicher, was daran diesen Kuss denn nun so anders machte. Es hatte sich angefühlt wie… Ein angenehmes Schaudern erfasste seinen ganzen Körper, und er schüttelte erneut den Kopf. Tim beobachtete ihn aus halb geschlossenen Augen, sein Blick huschte abwärts und dann zurück zu Kons Gesicht.<br />
<br />
Fuck! Kon widerstand dem Bedürfnis, selbst an sich hinab zu sehen. Das hatte ihn definitiv mehr erregt als es sollte. Es war wahrscheinlich nicht für alle <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">offensichtlich</span>, aber Tim konnte ziemlich sicher sehen, welche Wirkung dieser Kuss auf ihn gehabt hatte. Ein einzelner Kuss. Kon hatte schon seit <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Jahren</span> keinen Steifen mehr von einem einfachen Kuss bekommen. Er fühlte sich wieder einmal, als käme er ganz frisch aus dem Labor, ohne jegliche Kontrolle über seine Hormone. Er fühlte sich…<br />
<br />
Hatte Tim schon immer so gut ausgesehen?<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">~&gt; tbc in <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=122" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Teil 16</a></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Close To Home (von iesika) | Teil 14/18]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-119.html</link>
			<pubDate>Tue, 06 Oct 2020 15:44:38 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-119.html</guid>
			<description><![CDATA[Martha zuppelte und schimpfte an seiner Frisur herum und machte ein paar Dutzend Fotos und ließ ihn die Schuhe polieren, bis sie glänzten. Während er in der Schule gewesen war, hatte sie den Truck ausgespritzt und sauber gemacht, um den ganzen Matsch und Dreck von den Sitzen und Fußmatten zu bekommen. Und nachdem sie sichergestellt hatte, dass er auch genug Taschengeld hätte, drückte sie ihm die Schlüssel in die Hand und schob ihn zur Tür hinaus.<br />
<br />
Kon wäre ja geflogen, aber er wusste nicht so recht, wie sie dann alle vom Diner zum Ball kämen. Außerdem konnte er nicht schnell genug fliegen, um nicht bemerkt zu werden, ohne dass er dabei seinen neuen Anzug kaputt machte. Auf dem Weg in den Ort versuchte er es nochmal bei Tim, der allerdings nicht ans Handy ging, weshalb Kon eine Nachricht mit der Adresse des Diners auf seiner Mailbox hinterließ. Er vertraute darauf, dass Tim einen guten Grund hatte, warum er nicht erreichbar war. Mit dem Bat-Jet bräuchte er nur etwa eine Stunde für den Flug von Gotham hierher, schätzungsweise hatte Kon also etwa eine halbe Stunde, bevor Tim ankam.<br />
<br />
Er war sich nicht wirklich sicher, was er erwarten sollte. Tim erfand gerne mal seine kleinen Charaktere – und sie neigten alle dazu, um vieles… kontaktfreudiger… als Tim selbst zu sein, so als würde Tim sich mit Verkleidung freier fühlen als ohne. Alles, was Kon ihm schließlich vorgegeben hatte, war ‚Tim aus Gotham‘. Das konnte so ziemlich alles sein, von einem stillen Nerd aus der Vorstadt bis hin zu Mister Freaking Sarcastic – auch wenn Kon wirklich hoffte, dass es Letzterer nicht werden würde.<br />
<br />
Oh Gott! Deshalb hatte er also so schnell eingewilligt – und warum er am Telefon so gute Laune gehabt hatte. Er würde Kon verdammt blamieren, oder? Die Leute würden noch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wochenlang</span> von seinem Spinner von festem Freund reden. Kon parkte vom Diner ein Stück die Straße hinunter und kramte nochmal sein Handy hervor. Tim ging immer noch nicht ran, also wischte Kon sich seine schwitzigen Handflächen am Sitz ab und kletterte aus dem Truck.<br />
<br />
„Hey“, rief ihm jemand zu. Er sah auf und erkannte Clarence, der ihm auf dem Gehweg entgegen kam. „Cowboy! Verdammt, du siehst echt gut aus.“<br />
<br />
„Ähm, danke“, antwortete Kon. Clarence trug einen dunklen Anzug mit ordentlichen Bügelfalten und dazu ein Anstecksträußchen mit einer rosa Nelke am Jackett. „Du siehst auch gut aus.“<br />
<br />
„Komm schon mit rein, Mann“, scheuchte er Kon weiter in Richtung des Diners, vor dem Beth und ein ihm unbekanntes Mädchen in langen Satinkleidern standen und in der Spiegelung des Schaufensters ihre Haare und ihr Makeup richteten. Beths Ansteckblumen waren an der Schulter ihres Kleids befestigt, die des anderen Mädchens dagegen an ihrem Handgelenk. Die beiden lächelten und sagten hallo, als sie an ihnen vorbei zur Tür gingen.<br />
<br />
Im Diner herrschte ein einziges buntes Chaos. Die Mädchen trugen alle farbenfrohe Kleider – außer Delilah, die hauptsächlich Schwarz trug – und auch recht viele Jungs trugen bunte Hemden und Krawatten, einige davon unter Jacketts. Sie alle hatten rosa Nelken angesteckt bekommen und Clarence führte Kon an all den Leuten vorbei und zu einem Tisch am hinteren Ende des Raums, so dass er auch eine bekäme. Katie steckte sie ihm an. „Du siehst so schick aus“, komplimentierte sie ihn, bevor sie seufzte: „Mel hat mich keinen Hosenanzug tragen lassen.“ Ihre Hand ging zu dem auf ihrem Kopf drapierten, goldenen Lockengewirr und Mel kniete sich auf den Sitz in der Tischnische, um ihr auf die Hand zu klatschen.<br />
<br />
„Du machst es noch kaputt!“<br />
<br />
„Ich kann nicht anders. Das fühlt sich total seltsam an, wenn ich den Kopf bewege—”<br />
<br />
Kon lachte leise über sie und wandte sich um, so dass er sich im Restaurant umsehen konnte. Nicht alle hier waren Teil des Clubs – ein paar Hetero-Pärchen standen auch noch herum und wirkten ein wenig verloren, trugen aber ebenfalls Anstecksträußchen. Ein paar Leute waren auch nur zum Essen hier, unter anderem dieselbe Gruppe Farmer, die auch schon das Wochenende zuvor hier gewesen war, als er Jake hier gesucht hatte, um mit ihm zu reden. Sie starrten auf – Kon musste laut lachen. Auf Chase, der betont beiläufig auf Hamiltons Schoß saß, weil an ihrem Tisch keine Stühle mehr frei waren. Kon ging zu ihnen hinüber. „Du schockierst die alten Leute.”<br />
<br />
„Die können‘s vertragen, mal ein bisschen schockiert zu werden“, gab Chase zurück, ohne von seinem Getränk aufzusehen. Nach einem weiteren Augenblick sah er dann aber doch auf. Und sprang auf. „Das ist doch nicht etwa ein Giselle Giordano!“<br />
<br />
„Was?“, fragte Kon und wich einen Schritt zurück.<br />
<br />
„Oh mein Gott, dreh dich mal um!“ Er packte Kon am Arm und ließ ihn einmal im Kreis trippeln. „Das muss einfach eine Kopie sein. Das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">muss</span> es einfach!“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Was</span>?“, wiederholte Kon.<br />
<br />
„Wer hat deinen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Anzug</span> geschneidert?“<br />
<br />
Kon sah an sich hinunter. „Ähm“, machte er, „Keine Ahnung?“<br />
<br />
„Keine—“ Chase seufzte frustriert, „Oh mein Gott! Hat deine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Mutter</span> ihn für dich gekauft?“<br />
<br />
„Seine Tante“, korrigierte Hamilton.<br />
<br />
„Nein“, gab Kon zurück, „Mein – mein Date.“ Er konnte sich nicht dazu durchringen, ‚fester Freund‘ zu sagen, auch wenn er wusste, dass er sich daran gewöhnen musste.<br />
<br />
„Tja“, meinte Chase mit einem verschmitzten Lächeln, „dass er einen sehr guten Geschmack hat, wussten wir ja eh schon.“ Er drehte Kon wieder von sich weg und strich ihm mit den Händen über die Schultern und den Rücken nach unten. Mit einem ‚uff‘ war die Berührung plötzlich weg und als Kon sich umdrehte, sah er Chase strampelnd wieder auf Hamiltons Schoß.<br />
<br />
„Hände!“, sagte Hamilton in einem Tonfall, als würde er ein kleines Kind an seine Manieren erinnern.<br />
<br />
„Wo <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bleibt</span> dein Freund eigentlich?“, fragte Chase, „Ich muss diesen Jungen mit dem perfekten Kleidungsgeschmack unbedingt kennenlernen.“<br />
<br />
„Er ist, äh, auf dem Weg“, antwortete Kon. Er legte eine Hand in den Nacken.<br />
<br />
„Von woher?“<br />
<br />
Kon musste husten: „Von Gotham. Er ist aufgehalten worden—“<br />
<br />
„Gotham?“, fragte Chase, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gotham</span> Gotham?“<br />
<br />
„Das ist ein ganz schön weiter Weg nur für einen Schulball“, warf Hamilton ein.<br />
<br />
„Wow! Was hast du ihm versprechen müssen?“, grinste Chase anzüglich, „Ich kann echt nicht glauben, dass du einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sugardaddy</span> hast.“<br />
<br />
„Hab ich nicht!“<br />
<br />
„Wenn er dir den Anzug gekauft hat? Hast du wohl, mein Freund. Hast du sowas von. Und jetzt erzähl schon! Ich will wissen, welche Art sexuelle Gefallen einen Designer-Anzug und ein Flugticket von Gotham wert sind.“<br />
<br />
Kon spürte die Hitze in seinem Gesicht aufsteigen. „Ich hab nicht – ich mein – ich hab ihn einfach gefragt. Ich hab ihm gesagt, dass ich ihn gern dabei hätte, also ist er dabei.“<br />
<br />
Chase warf ihm einen verträumten Blick zu. „Du must echt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">umwerfend</span> sein.“<br />
<br />
„Ich – ich werd mal – äh—“ Er sah sich um. Wo zur Hölle war Jake, wenn er ihn brauchte? „Ich muss—“ Er trat die Flucht an. Einer Eingebung folgend, hielt er auf den kleinen Gang zwischen den Toiletten und der Küche zu, wo Jakes Gemälde hingen. Als er näher kam, entdeckte er ihn tatsächlich mit einem Kon unbekannten Typen zusammen dort stehen.<br />
<br />
„Conner!“, rief Jake, als er ihn sah, und machte einen Schritt auf ihn zu, um seine Hand zu nehmen, als ob sie sich nicht erst an diesem Tag beim Mittagessen gesehen hatten. „Hey, Mann. Wow. Du siehst—“ Sein Blick wanderte ein paarmal an Kon auf und ab. „Wow! Wir haben gerade – oh, das ist übrigens Russell. Russell, das ist Conner“, wandte Jake sich um und deutete mit einer Hand zwischen ihnen beiden hin und her. Russell – Jakes Blind Date. Kon musterte ihn kurz. Er war ziemlich gutaussehend, auf eine eher schlacksige Art, mit einem struppigen kleinen Kinnbart und sonnengebräunter Haut.<br />
<br />
„Hi“, begrüßte Kon ihn und schüttelte ihm die Hand.<br />
<br />
Russell hatte einen relativ festen Griff. „Hey“, meinte er, „Freut mich, dich kennenzulernen. Du bist auch ein Freund von Lilah?“<br />
<br />
Kon nickte.<br />
<br />
„Wir haben uns gerade über Pigmente unterhalten“, fuhr Jake fort und klang dabei so glücklich, dass Kon gar nicht anders konnte, als ihn anzugrinsen. „Die bestehen ja großteils aus Mineralien, richtig? Wie Titan für Weiß und Cadmium für Rot- und Gelbtöne, Kobalt für Blau, Kupfer für Grün…“<br />
<br />
„Also“, grinste Kon immer noch, „Steine?“<br />
<br />
Jake schlug seinen Arm mit einem Handrücken. „Wo ist Tim?“<br />
<br />
„Spät“, gab Kon zurück. Er zog sein Handy hervor und tippte eine kurze Nachricht. „Er ist spät dran, das ist er. Ist aber auch eine weite Reise.”<br />
<br />
Die Tür zur Damentoilette ging auf und Caroline kam mit einer Gruppe Mädchen heraus. Sie hielt inne und schlug sich die Hand vor den Mund. „Ist das ein Giselle Giordano?“<br />
<br />
Kon ließ den Kopf in den Nacken fallen und verdrehte die Augen zur Decke hin.<br />
<br />
„Ein wer?“, fragte Jake.<br />
<br />
„Keine Ahnung“, meinte Russell.<br />
<br />
Kons Handy gab ein Ping von sich und er warf einen Blick darauf. „Verlasse gerade den Flughafen?“, las er verwirrt vor.<br />
<br />
„Er ist aber nicht in Wichita, oder?“, fragte Jake, „Das dauert um die 45 Minuten und wir fahren in etwa zwanzig los.“<br />
<br />
„Es gibt doch eine Landebahn in Wellington“, warf Russell ein, „Hat er ein Taxi genommen?“<br />
<br />
Kon sah stirnrunzelnd auf sein Handy. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Flughafen?</span> Was zur Hölle? Auf keinen Fall hatte Tim den Bat-Jet auf einem Flughafen gelandet! Schrieb er etwa in Code? Vielleicht meinte er auch nur, dass er gelandet war und war eben vorsichtig, für den Fall, dass jemand Kon über die Schulter sah oder so. „Keine Ahnung“, antwortete er.<br />
<br />
„Aber in Wellington sind nur Postflugzeuge und so, oder?“, fragte Jake, „Also kleine Flieger.”<br />
<br />
„Ich hab echt keine Ahnung“, gab Kon zurück. Er stieß ein leises Seufzen aus und schob das Handy zurück in seine Tasche. „Wo ist eigentlich deine Schwester, Mann? Ich bin am Verhungern.“<br />
<br />
„Sie macht grad Sandwiches, glaub ich.“ Jake steckte den Kopf zur Küchentür hinein: „Brauchst du Hilfe?“<br />
<br />
„Jacob Lucas Jenkins“, rief Nell von drinnen, „Wenn ich dich auch nur einmal noch hier raus scheuchen muss…“ Sie drückte die Tür auf, eine große Platte mit Sandwiches in jeder Hand. „Du ruinierst dir noch deinen Anzug.“<br />
<br />
„Ich bin doch vorsichtig“, beteuerte Jake, „Jedenfalls könnte ich doch Brot schneiden oder so.“<br />
<br />
„Du hast gerade ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Date</span>“, erinnerte sie ihn. Als er den Mund öffnete, um zu widersprechen, stopfte sie ihm kurzerhand ein Mini-Sandwich hinein. „Hallo, Conner. Du siehst bezaubernd aus.“ Sie sah ihn an, dann zu Jake. „Jake hat mir erzählt, du hast einen Freund“, meinte sie. Kon hoffte, er bildete sich die Kühle in ihrer Stimme nur ein.<br />
<br />
„Ähm“, machte Kon, „Kann ich, äh, ein Sandwich haben?“<br />
<br />
Sie ließ ihn gleich mehrere nehmen, bevor er hastig die Flucht ergriff, um sie in sich hinein zu stopfen. Ein paar der Mädchen rutschten etwas auseinander, so dass er sich hinsetzen könnte – und er ging zu ihnen, froh, dass er zumindest für eine Weile nicht angebaggert werden würde. Daniel kam mit dem Jungen aus dem Park herein und die beiden quetschten sich noch neben Beth und ihr Date. Kon war sich ziemlich sicher, dass er das letzte Clubmitglied war, das noch gefehlt hatte; es würde also bald Zeit aufzubrechen. Er wischte sich die Hände ordentlich an einer Serviette ab, so dass er sich nicht mit Senf vollkleckerte, und stand auf, um nach draußen zu gehen.<br />
<br />
Chase und Delilah standen neben der Tür zusammen beim Rauchen und zogen einander fröhlich auf. Auf der Stoßstange eines nahen Autos saß ein junger Schwarzer, dessen Haare zu kurzen Knoten verdreht waren, und Kon stellte fest, dass er ihn von Rebeccas Weihnachtsfotos wiedererkannte. Das war dann also Carson, Clarences Cousin und Delilahs fester Freund. Kon schätzte, Delilah würde sie vorstellen, sobald sie damit fertig war, Chase zu sagen, was für eine Primadonna er denn war, also lehnte er sich mit dem Rücken gegen die geziegelte Ladenfront und schloss die Augen.<br />
<br />
Oh. Jetzt, wo er nicht mehr mitten unter Leuten war, konnte er Tims Motorrad hören. Er war gar nicht mehr so weit weg und er kam schnell näher. Kon lächelte in sich hinein und ging zurück nach drinnen, um ein weiteres Anstecksträußchen zu holen. Die Mädchen am Tisch gurrten leise, als er es aufnahm. Anscheinend erregte das Geräusch Jakes und Clarences Aufmerksamkeit, denn er fand sich schnell mit einem Arm um die Schulter und einer Hand an seinem Arm wieder. „Also“, meinte Clarence, „Er ist da?“<br />
<br />
„Auf dem Weg“, entgegnete Kon schnell.<br />
<br />
Jake sagte gar nichts – er folgte ihnen lediglich zur Tür hinaus. Kon fühlte sich ein wenig idiotisch, wie er da so auf dem Gehweg stand und ein winziges Blumensträußchen hielt, wobei ihn eine kleine Menschenmenge anstarrte. Er wusste, ihm stieg unvermittelt die Röte ins Gesicht. Tim war inzwischen nur noch ein paar Blocks entfernt. Warum war er denn auf einmal so verdammt nervös? Das war nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tim</span>. Er sah Tim mindestens jedes Wochenende, meistens sogar öfter. Er redete praktisch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">täglich</span> mit ihm.<br />
<br />
Hinter ihm öffnete sich die Tür und ein paar Mädchen fielen beinahe lachend nach draußen. Kon ergriff Katies Arm und verhinderte so, dass sie in ihren hohen Absätzen noch stolperte. Neben ihm hob Jake Carolines Handtasche vom Boden auf. „Seid ihr etwa betrunken?“, fragte Kon Katie, während er sie stützte.<br />
<br />
„Das sind diese gottverdammten, bescheuerten Drecks-Schuhe!“, zischte sie und trat nach der Tür. „Ich würde ja nur zu gern sehen, wie ihr versucht, damit zu laufen.“<br />
<br />
„Willst du tauschen?“, fragte Chase mit einem verschmitzten Grinsen, „Wir würden damit ein verdammt krasses Statement setzen.“<br />
<br />
„Nein“, warf Mel ein und zog an Katies Arm, „Keine Chance! Du hast es <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">versprochen</span>.“<br />
<br />
Katie grollte. „Ich kann dir nur sagen, der Sex mit dir sollte besser gut werden. Au!“, rief sie, als Mels Handtasche sie traf, was sie aber beide zum Lachen brachte.<br />
<br />
Tim bog auf ihre Straße ein. Kon wusste ganz genau, in welchem Moment alle anderen das Motorrad auch hörten, denn einige Köpfe drehten sich und blickten die dunkle Allee hinunter. Nur ein paar Sekunden später fuhr das Motorrad zu ihnen heran, bis auf den Gehsteig, und hielt direkt neben ihnen an, bevor Tim den Motorradständer ausklappte.<br />
<br />
„Ich verlass dich für das Motorrad“, erklärte Katie feierlich.<br />
<br />
Tim trug eine Lederjacke über einem dunklen Anzug, mit einem weißen Hemd und einer schmalen schwarzen Krawatte. Seine Hände gingen zu seinem kirschroten Helm, den er sich vom Kopf zog und unter den Arm klemmte, während er sich die Haare ausschüttelte.<br />
<br />
Kon erstarrte.<br />
<br />
Tim hatte seine Haare nicht gefärbt. Er trug keinen Bart oder Koteletten oder Augenbrauenpiercings oder eine falsche Nase oder Selbstbräuner oder… oder irgendwas anderes. Er hatte nicht einmal seine Frisur geändert. Er war einfach… Tim.<br />
<br />
„Hey“, sagte Tim und lächelte ihn an wie – Kon schluckte. Er trat vom Bordstein herunter auf ihn zu.<br />
<br />
„Oh mein Gott!“, flüsterte Chase hinter ihm, „Oh mein Gott oh mein Gott oh mein Gott das ist <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tim Wayne</span>.“<br />
<br />
„Was?“, fragte Clarence, „Nie im Leben.“<br />
<br />
„Wer?“<br />
<br />
„Ich glaub, das ist er.“<br />
<br />
„Was machst du denn?“, zischte Kon, als er nahe genug war, um nicht dabei belauscht zu werden, „Du – ich dachte, du würdest eine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Rolle</span> spielen oder sowas. Du—“<br />
<br />
„Richte mir die Haare“, hauchte Tim durch sein Lächeln.<br />
<br />
„Was?“<br />
<br />
„Meine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Haare</span>“, wiederholte Tim. Er schüttelte leicht den Kopf. „Helmfrisur. Sei ein guter Freund.“<br />
<br />
„Oh mein Gott“, hauchte Kon zurück, „Ich werd dich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">umbringen</span>!“<br />
<br />
Als Tim ihn zur Antwort nur liebenswürdig anlächelte, gab Kon nach und richtete mit den Fingern Tims Haare ein wenig, wo sie verstrubbelt waren. „So“, zischte er, „bist du jetzt zufri—“ Er brach ab, als Tim seine Hand packte und ihn zu sich zog, um ihm ins Ohr zu flüstern.<br />
<br />
„Du hast mich gebeten, dein Date für den Schulball zu sein. Wenn du nicht Tim Wayne gewollt hättest, hättest du das sagen müssen.“ Er küsste Kon federleicht, direkt vor seinem Ohr, die Berührung sanft und nachklingend. „Also“, flüsterte er gegen seine Haut, „sind die Blumen für mich?“<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">~&gt; tbc in <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=120" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Teil 15</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Martha zuppelte und schimpfte an seiner Frisur herum und machte ein paar Dutzend Fotos und ließ ihn die Schuhe polieren, bis sie glänzten. Während er in der Schule gewesen war, hatte sie den Truck ausgespritzt und sauber gemacht, um den ganzen Matsch und Dreck von den Sitzen und Fußmatten zu bekommen. Und nachdem sie sichergestellt hatte, dass er auch genug Taschengeld hätte, drückte sie ihm die Schlüssel in die Hand und schob ihn zur Tür hinaus.<br />
<br />
Kon wäre ja geflogen, aber er wusste nicht so recht, wie sie dann alle vom Diner zum Ball kämen. Außerdem konnte er nicht schnell genug fliegen, um nicht bemerkt zu werden, ohne dass er dabei seinen neuen Anzug kaputt machte. Auf dem Weg in den Ort versuchte er es nochmal bei Tim, der allerdings nicht ans Handy ging, weshalb Kon eine Nachricht mit der Adresse des Diners auf seiner Mailbox hinterließ. Er vertraute darauf, dass Tim einen guten Grund hatte, warum er nicht erreichbar war. Mit dem Bat-Jet bräuchte er nur etwa eine Stunde für den Flug von Gotham hierher, schätzungsweise hatte Kon also etwa eine halbe Stunde, bevor Tim ankam.<br />
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Er war sich nicht wirklich sicher, was er erwarten sollte. Tim erfand gerne mal seine kleinen Charaktere – und sie neigten alle dazu, um vieles… kontaktfreudiger… als Tim selbst zu sein, so als würde Tim sich mit Verkleidung freier fühlen als ohne. Alles, was Kon ihm schließlich vorgegeben hatte, war ‚Tim aus Gotham‘. Das konnte so ziemlich alles sein, von einem stillen Nerd aus der Vorstadt bis hin zu Mister Freaking Sarcastic – auch wenn Kon wirklich hoffte, dass es Letzterer nicht werden würde.<br />
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Oh Gott! Deshalb hatte er also so schnell eingewilligt – und warum er am Telefon so gute Laune gehabt hatte. Er würde Kon verdammt blamieren, oder? Die Leute würden noch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">wochenlang</span> von seinem Spinner von festem Freund reden. Kon parkte vom Diner ein Stück die Straße hinunter und kramte nochmal sein Handy hervor. Tim ging immer noch nicht ran, also wischte Kon sich seine schwitzigen Handflächen am Sitz ab und kletterte aus dem Truck.<br />
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„Hey“, rief ihm jemand zu. Er sah auf und erkannte Clarence, der ihm auf dem Gehweg entgegen kam. „Cowboy! Verdammt, du siehst echt gut aus.“<br />
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„Ähm, danke“, antwortete Kon. Clarence trug einen dunklen Anzug mit ordentlichen Bügelfalten und dazu ein Anstecksträußchen mit einer rosa Nelke am Jackett. „Du siehst auch gut aus.“<br />
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„Komm schon mit rein, Mann“, scheuchte er Kon weiter in Richtung des Diners, vor dem Beth und ein ihm unbekanntes Mädchen in langen Satinkleidern standen und in der Spiegelung des Schaufensters ihre Haare und ihr Makeup richteten. Beths Ansteckblumen waren an der Schulter ihres Kleids befestigt, die des anderen Mädchens dagegen an ihrem Handgelenk. Die beiden lächelten und sagten hallo, als sie an ihnen vorbei zur Tür gingen.<br />
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Im Diner herrschte ein einziges buntes Chaos. Die Mädchen trugen alle farbenfrohe Kleider – außer Delilah, die hauptsächlich Schwarz trug – und auch recht viele Jungs trugen bunte Hemden und Krawatten, einige davon unter Jacketts. Sie alle hatten rosa Nelken angesteckt bekommen und Clarence führte Kon an all den Leuten vorbei und zu einem Tisch am hinteren Ende des Raums, so dass er auch eine bekäme. Katie steckte sie ihm an. „Du siehst so schick aus“, komplimentierte sie ihn, bevor sie seufzte: „Mel hat mich keinen Hosenanzug tragen lassen.“ Ihre Hand ging zu dem auf ihrem Kopf drapierten, goldenen Lockengewirr und Mel kniete sich auf den Sitz in der Tischnische, um ihr auf die Hand zu klatschen.<br />
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„Du machst es noch kaputt!“<br />
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„Ich kann nicht anders. Das fühlt sich total seltsam an, wenn ich den Kopf bewege—”<br />
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Kon lachte leise über sie und wandte sich um, so dass er sich im Restaurant umsehen konnte. Nicht alle hier waren Teil des Clubs – ein paar Hetero-Pärchen standen auch noch herum und wirkten ein wenig verloren, trugen aber ebenfalls Anstecksträußchen. Ein paar Leute waren auch nur zum Essen hier, unter anderem dieselbe Gruppe Farmer, die auch schon das Wochenende zuvor hier gewesen war, als er Jake hier gesucht hatte, um mit ihm zu reden. Sie starrten auf – Kon musste laut lachen. Auf Chase, der betont beiläufig auf Hamiltons Schoß saß, weil an ihrem Tisch keine Stühle mehr frei waren. Kon ging zu ihnen hinüber. „Du schockierst die alten Leute.”<br />
<br />
„Die können‘s vertragen, mal ein bisschen schockiert zu werden“, gab Chase zurück, ohne von seinem Getränk aufzusehen. Nach einem weiteren Augenblick sah er dann aber doch auf. Und sprang auf. „Das ist doch nicht etwa ein Giselle Giordano!“<br />
<br />
„Was?“, fragte Kon und wich einen Schritt zurück.<br />
<br />
„Oh mein Gott, dreh dich mal um!“ Er packte Kon am Arm und ließ ihn einmal im Kreis trippeln. „Das muss einfach eine Kopie sein. Das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">muss</span> es einfach!“<br />
<br />
„<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Was</span>?“, wiederholte Kon.<br />
<br />
„Wer hat deinen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Anzug</span> geschneidert?“<br />
<br />
Kon sah an sich hinunter. „Ähm“, machte er, „Keine Ahnung?“<br />
<br />
„Keine—“ Chase seufzte frustriert, „Oh mein Gott! Hat deine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Mutter</span> ihn für dich gekauft?“<br />
<br />
„Seine Tante“, korrigierte Hamilton.<br />
<br />
„Nein“, gab Kon zurück, „Mein – mein Date.“ Er konnte sich nicht dazu durchringen, ‚fester Freund‘ zu sagen, auch wenn er wusste, dass er sich daran gewöhnen musste.<br />
<br />
„Tja“, meinte Chase mit einem verschmitzten Lächeln, „dass er einen sehr guten Geschmack hat, wussten wir ja eh schon.“ Er drehte Kon wieder von sich weg und strich ihm mit den Händen über die Schultern und den Rücken nach unten. Mit einem ‚uff‘ war die Berührung plötzlich weg und als Kon sich umdrehte, sah er Chase strampelnd wieder auf Hamiltons Schoß.<br />
<br />
„Hände!“, sagte Hamilton in einem Tonfall, als würde er ein kleines Kind an seine Manieren erinnern.<br />
<br />
„Wo <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">bleibt</span> dein Freund eigentlich?“, fragte Chase, „Ich muss diesen Jungen mit dem perfekten Kleidungsgeschmack unbedingt kennenlernen.“<br />
<br />
„Er ist, äh, auf dem Weg“, antwortete Kon. Er legte eine Hand in den Nacken.<br />
<br />
„Von woher?“<br />
<br />
Kon musste husten: „Von Gotham. Er ist aufgehalten worden—“<br />
<br />
„Gotham?“, fragte Chase, „<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Gotham</span> Gotham?“<br />
<br />
„Das ist ein ganz schön weiter Weg nur für einen Schulball“, warf Hamilton ein.<br />
<br />
„Wow! Was hast du ihm versprechen müssen?“, grinste Chase anzüglich, „Ich kann echt nicht glauben, dass du einen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sugardaddy</span> hast.“<br />
<br />
„Hab ich nicht!“<br />
<br />
„Wenn er dir den Anzug gekauft hat? Hast du wohl, mein Freund. Hast du sowas von. Und jetzt erzähl schon! Ich will wissen, welche Art sexuelle Gefallen einen Designer-Anzug und ein Flugticket von Gotham wert sind.“<br />
<br />
Kon spürte die Hitze in seinem Gesicht aufsteigen. „Ich hab nicht – ich mein – ich hab ihn einfach gefragt. Ich hab ihm gesagt, dass ich ihn gern dabei hätte, also ist er dabei.“<br />
<br />
Chase warf ihm einen verträumten Blick zu. „Du must echt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">umwerfend</span> sein.“<br />
<br />
„Ich – ich werd mal – äh—“ Er sah sich um. Wo zur Hölle war Jake, wenn er ihn brauchte? „Ich muss—“ Er trat die Flucht an. Einer Eingebung folgend, hielt er auf den kleinen Gang zwischen den Toiletten und der Küche zu, wo Jakes Gemälde hingen. Als er näher kam, entdeckte er ihn tatsächlich mit einem Kon unbekannten Typen zusammen dort stehen.<br />
<br />
„Conner!“, rief Jake, als er ihn sah, und machte einen Schritt auf ihn zu, um seine Hand zu nehmen, als ob sie sich nicht erst an diesem Tag beim Mittagessen gesehen hatten. „Hey, Mann. Wow. Du siehst—“ Sein Blick wanderte ein paarmal an Kon auf und ab. „Wow! Wir haben gerade – oh, das ist übrigens Russell. Russell, das ist Conner“, wandte Jake sich um und deutete mit einer Hand zwischen ihnen beiden hin und her. Russell – Jakes Blind Date. Kon musterte ihn kurz. Er war ziemlich gutaussehend, auf eine eher schlacksige Art, mit einem struppigen kleinen Kinnbart und sonnengebräunter Haut.<br />
<br />
„Hi“, begrüßte Kon ihn und schüttelte ihm die Hand.<br />
<br />
Russell hatte einen relativ festen Griff. „Hey“, meinte er, „Freut mich, dich kennenzulernen. Du bist auch ein Freund von Lilah?“<br />
<br />
Kon nickte.<br />
<br />
„Wir haben uns gerade über Pigmente unterhalten“, fuhr Jake fort und klang dabei so glücklich, dass Kon gar nicht anders konnte, als ihn anzugrinsen. „Die bestehen ja großteils aus Mineralien, richtig? Wie Titan für Weiß und Cadmium für Rot- und Gelbtöne, Kobalt für Blau, Kupfer für Grün…“<br />
<br />
„Also“, grinste Kon immer noch, „Steine?“<br />
<br />
Jake schlug seinen Arm mit einem Handrücken. „Wo ist Tim?“<br />
<br />
„Spät“, gab Kon zurück. Er zog sein Handy hervor und tippte eine kurze Nachricht. „Er ist spät dran, das ist er. Ist aber auch eine weite Reise.”<br />
<br />
Die Tür zur Damentoilette ging auf und Caroline kam mit einer Gruppe Mädchen heraus. Sie hielt inne und schlug sich die Hand vor den Mund. „Ist das ein Giselle Giordano?“<br />
<br />
Kon ließ den Kopf in den Nacken fallen und verdrehte die Augen zur Decke hin.<br />
<br />
„Ein wer?“, fragte Jake.<br />
<br />
„Keine Ahnung“, meinte Russell.<br />
<br />
Kons Handy gab ein Ping von sich und er warf einen Blick darauf. „Verlasse gerade den Flughafen?“, las er verwirrt vor.<br />
<br />
„Er ist aber nicht in Wichita, oder?“, fragte Jake, „Das dauert um die 45 Minuten und wir fahren in etwa zwanzig los.“<br />
<br />
„Es gibt doch eine Landebahn in Wellington“, warf Russell ein, „Hat er ein Taxi genommen?“<br />
<br />
Kon sah stirnrunzelnd auf sein Handy. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Flughafen?</span> Was zur Hölle? Auf keinen Fall hatte Tim den Bat-Jet auf einem Flughafen gelandet! Schrieb er etwa in Code? Vielleicht meinte er auch nur, dass er gelandet war und war eben vorsichtig, für den Fall, dass jemand Kon über die Schulter sah oder so. „Keine Ahnung“, antwortete er.<br />
<br />
„Aber in Wellington sind nur Postflugzeuge und so, oder?“, fragte Jake, „Also kleine Flieger.”<br />
<br />
„Ich hab echt keine Ahnung“, gab Kon zurück. Er stieß ein leises Seufzen aus und schob das Handy zurück in seine Tasche. „Wo ist eigentlich deine Schwester, Mann? Ich bin am Verhungern.“<br />
<br />
„Sie macht grad Sandwiches, glaub ich.“ Jake steckte den Kopf zur Küchentür hinein: „Brauchst du Hilfe?“<br />
<br />
„Jacob Lucas Jenkins“, rief Nell von drinnen, „Wenn ich dich auch nur einmal noch hier raus scheuchen muss…“ Sie drückte die Tür auf, eine große Platte mit Sandwiches in jeder Hand. „Du ruinierst dir noch deinen Anzug.“<br />
<br />
„Ich bin doch vorsichtig“, beteuerte Jake, „Jedenfalls könnte ich doch Brot schneiden oder so.“<br />
<br />
„Du hast gerade ein <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Date</span>“, erinnerte sie ihn. Als er den Mund öffnete, um zu widersprechen, stopfte sie ihm kurzerhand ein Mini-Sandwich hinein. „Hallo, Conner. Du siehst bezaubernd aus.“ Sie sah ihn an, dann zu Jake. „Jake hat mir erzählt, du hast einen Freund“, meinte sie. Kon hoffte, er bildete sich die Kühle in ihrer Stimme nur ein.<br />
<br />
„Ähm“, machte Kon, „Kann ich, äh, ein Sandwich haben?“<br />
<br />
Sie ließ ihn gleich mehrere nehmen, bevor er hastig die Flucht ergriff, um sie in sich hinein zu stopfen. Ein paar der Mädchen rutschten etwas auseinander, so dass er sich hinsetzen könnte – und er ging zu ihnen, froh, dass er zumindest für eine Weile nicht angebaggert werden würde. Daniel kam mit dem Jungen aus dem Park herein und die beiden quetschten sich noch neben Beth und ihr Date. Kon war sich ziemlich sicher, dass er das letzte Clubmitglied war, das noch gefehlt hatte; es würde also bald Zeit aufzubrechen. Er wischte sich die Hände ordentlich an einer Serviette ab, so dass er sich nicht mit Senf vollkleckerte, und stand auf, um nach draußen zu gehen.<br />
<br />
Chase und Delilah standen neben der Tür zusammen beim Rauchen und zogen einander fröhlich auf. Auf der Stoßstange eines nahen Autos saß ein junger Schwarzer, dessen Haare zu kurzen Knoten verdreht waren, und Kon stellte fest, dass er ihn von Rebeccas Weihnachtsfotos wiedererkannte. Das war dann also Carson, Clarences Cousin und Delilahs fester Freund. Kon schätzte, Delilah würde sie vorstellen, sobald sie damit fertig war, Chase zu sagen, was für eine Primadonna er denn war, also lehnte er sich mit dem Rücken gegen die geziegelte Ladenfront und schloss die Augen.<br />
<br />
Oh. Jetzt, wo er nicht mehr mitten unter Leuten war, konnte er Tims Motorrad hören. Er war gar nicht mehr so weit weg und er kam schnell näher. Kon lächelte in sich hinein und ging zurück nach drinnen, um ein weiteres Anstecksträußchen zu holen. Die Mädchen am Tisch gurrten leise, als er es aufnahm. Anscheinend erregte das Geräusch Jakes und Clarences Aufmerksamkeit, denn er fand sich schnell mit einem Arm um die Schulter und einer Hand an seinem Arm wieder. „Also“, meinte Clarence, „Er ist da?“<br />
<br />
„Auf dem Weg“, entgegnete Kon schnell.<br />
<br />
Jake sagte gar nichts – er folgte ihnen lediglich zur Tür hinaus. Kon fühlte sich ein wenig idiotisch, wie er da so auf dem Gehweg stand und ein winziges Blumensträußchen hielt, wobei ihn eine kleine Menschenmenge anstarrte. Er wusste, ihm stieg unvermittelt die Röte ins Gesicht. Tim war inzwischen nur noch ein paar Blocks entfernt. Warum war er denn auf einmal so verdammt nervös? Das war nur <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tim</span>. Er sah Tim mindestens jedes Wochenende, meistens sogar öfter. Er redete praktisch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">täglich</span> mit ihm.<br />
<br />
Hinter ihm öffnete sich die Tür und ein paar Mädchen fielen beinahe lachend nach draußen. Kon ergriff Katies Arm und verhinderte so, dass sie in ihren hohen Absätzen noch stolperte. Neben ihm hob Jake Carolines Handtasche vom Boden auf. „Seid ihr etwa betrunken?“, fragte Kon Katie, während er sie stützte.<br />
<br />
„Das sind diese gottverdammten, bescheuerten Drecks-Schuhe!“, zischte sie und trat nach der Tür. „Ich würde ja nur zu gern sehen, wie ihr versucht, damit zu laufen.“<br />
<br />
„Willst du tauschen?“, fragte Chase mit einem verschmitzten Grinsen, „Wir würden damit ein verdammt krasses Statement setzen.“<br />
<br />
„Nein“, warf Mel ein und zog an Katies Arm, „Keine Chance! Du hast es <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">versprochen</span>.“<br />
<br />
Katie grollte. „Ich kann dir nur sagen, der Sex mit dir sollte besser gut werden. Au!“, rief sie, als Mels Handtasche sie traf, was sie aber beide zum Lachen brachte.<br />
<br />
Tim bog auf ihre Straße ein. Kon wusste ganz genau, in welchem Moment alle anderen das Motorrad auch hörten, denn einige Köpfe drehten sich und blickten die dunkle Allee hinunter. Nur ein paar Sekunden später fuhr das Motorrad zu ihnen heran, bis auf den Gehsteig, und hielt direkt neben ihnen an, bevor Tim den Motorradständer ausklappte.<br />
<br />
„Ich verlass dich für das Motorrad“, erklärte Katie feierlich.<br />
<br />
Tim trug eine Lederjacke über einem dunklen Anzug, mit einem weißen Hemd und einer schmalen schwarzen Krawatte. Seine Hände gingen zu seinem kirschroten Helm, den er sich vom Kopf zog und unter den Arm klemmte, während er sich die Haare ausschüttelte.<br />
<br />
Kon erstarrte.<br />
<br />
Tim hatte seine Haare nicht gefärbt. Er trug keinen Bart oder Koteletten oder Augenbrauenpiercings oder eine falsche Nase oder Selbstbräuner oder… oder irgendwas anderes. Er hatte nicht einmal seine Frisur geändert. Er war einfach… Tim.<br />
<br />
„Hey“, sagte Tim und lächelte ihn an wie – Kon schluckte. Er trat vom Bordstein herunter auf ihn zu.<br />
<br />
„Oh mein Gott!“, flüsterte Chase hinter ihm, „Oh mein Gott oh mein Gott oh mein Gott das ist <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Tim Wayne</span>.“<br />
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„Was?“, fragte Clarence, „Nie im Leben.“<br />
<br />
„Wer?“<br />
<br />
„Ich glaub, das ist er.“<br />
<br />
„Was machst du denn?“, zischte Kon, als er nahe genug war, um nicht dabei belauscht zu werden, „Du – ich dachte, du würdest eine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Rolle</span> spielen oder sowas. Du—“<br />
<br />
„Richte mir die Haare“, hauchte Tim durch sein Lächeln.<br />
<br />
„Was?“<br />
<br />
„Meine <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Haare</span>“, wiederholte Tim. Er schüttelte leicht den Kopf. „Helmfrisur. Sei ein guter Freund.“<br />
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„Oh mein Gott“, hauchte Kon zurück, „Ich werd dich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">umbringen</span>!“<br />
<br />
Als Tim ihn zur Antwort nur liebenswürdig anlächelte, gab Kon nach und richtete mit den Fingern Tims Haare ein wenig, wo sie verstrubbelt waren. „So“, zischte er, „bist du jetzt zufri—“ Er brach ab, als Tim seine Hand packte und ihn zu sich zog, um ihm ins Ohr zu flüstern.<br />
<br />
„Du hast mich gebeten, dein Date für den Schulball zu sein. Wenn du nicht Tim Wayne gewollt hättest, hättest du das sagen müssen.“ Er küsste Kon federleicht, direkt vor seinem Ohr, die Berührung sanft und nachklingend. „Also“, flüsterte er gegen seine Haut, „sind die Blumen für mich?“<br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">~&gt; tbc in <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=120" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Teil 15</a></span>]]></content:encoded>
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