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		<title><![CDATA[We Can Be Heroes - Expecto Patronum]]></title>
		<link>https://wecanbeheroes.de/</link>
		<description><![CDATA[We Can Be Heroes - https://wecanbeheroes.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 06 May 2026 11:21:37 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Eggnogg for Two - Teil 1/1]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-143.html</link>
			<pubDate>Mon, 21 Dec 2020 19:25:05 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=5">Estefania</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-143.html</guid>
			<description><![CDATA[Und hier wäre mein heutiges Türchen:<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">Eggnogg for Two</span></span></div>
<br />
Es war Weihnachten und Hogwarts war wie leergefegt. Abgesehen von einigen Ausnahmen, die entweder über die Ferien keine andere Wahl hatten oder einfach den Aufenthalt im Schloss weiterhin genießen wollten. So wie Potter und seine Jungs. Und Lily und Marlene. Wobei Lily eigentlich nur aus Solidarität ihrer Freundin gegenüber blieb, weil diese dieses Weihnachten keine andere Wahl gehabt hatte. Snape fuhr nachhause. „Zum Glück“, schnaubte Lily zu Mary, als sie ihn dabei beobachteten, wie er mit seinem Koffer die Eingangshalle durchschritt.<br />
<br />
Und als hätte die Treppe, auf denen die Mädchen standen, Evans‘ Gedanken wahrgenommen, wechselte sie so abrupt die Richtung, dass sie sich aneinander festhalten mussten, um nicht ins Stolpern zu geraten. Und kaum, dass die Treppe wieder neu angedockt hatte, zog Marlene ihre Freundin in einen der Gänge. „Los komm“. Und geradewegs steuerten die Mädchen den Gemeinschaftsraum der Gryffindors an. Dort wollte Marlene ihrer Freundin ganz offensichtlich dringend etwas zeigen.<br />
„Passwort“, forderte die fette Dame am Eingang des Gemeinschaftsraumes. „Flubberwurmschleim“, antworteten die Mädchen im Chor und das Portrait der fetten Dame schob sich zur Seite, um den Eingang für die Mädchen frei zu machen. Drinnen angekommen, hörten sie vom Kamin her aufgeregtes Getuschel, welches aber sonderbarerweise sofort verstummte, als die vier Jungs die beiden bemerkten. Lily und Marlene blieben stehen und beobachteten das Gespann. Sirius bekam  wohl plötzlich einen Ohrwurm, denn er pfiff augenblicklich irgendeine sinnlose Melodie. Remus, der am Fenster stand, vergrub seine Hände tief in den Hosentaschen und fand draußen scheinbar etwas außerordentlich Spannendes, was es zu beobachten galt. Peter kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Und hinter der Rückenlehne des Sessels war ein unverkennbarer Wuschelkopf sichtbar, der in den Nacken geworfen wurde, damit ein verschmitztes Augenpaar sie ansehen konnte. „Hey Mädels“. Zum Gruß hob James eine Hand in die Höhe. Lily und Marlene reagierten nicht weiter darauf und gingen weiter in Richtung ihres Schlafsaals. „Ich frage mich, was die schon wieder aushecken“, flüsterte Lily während sie die Treppe erklommen. „Ist doch egal. Wen interessiert es?“ Marlene öffnete die Tür des Schlafraumes und beide traten ein. „Mich interessiert es. Die treiben bestimmt wieder irgendeinen Unfug, der uns wieder Punkte kostet“. Lily warf schloss die Tür wieder hinter sich. Marlene war inzwischen zu ihrem Schrank geeilt und öffnete diesen. Anschließend richtete sie ihren Zauberstab auf zwei übereinander gelegte Pullover, murmelte einen Enttarnungszauber und schon hatten sich die Pullover in zwei Flaschen mit gelblichem Inhalt verwandelt. Marlene griff danach und drehte sich mit einem triumphierenden „Tadaaaa“ wieder zu Lily um. „Hab ich letztens in Hogsmeade mitgehen lassen“, erklärte sie verschwörerisch. „Marlene“, kam es vorwurfsvoll aus Lilys Mund, während sie beide Hände in die Hüften stemmte. „Keiner hat was gemerkt“, zuckte Marlene gleichgültig mit den Schultern und grinste. „Aber wir sollten das Beweismaterial vorsichtshalber vernichten“. Lily seufzte ergeben und die beiden verließen den Schlafraum wieder, durchquerten den Gemeinschaftsraum und stellten fest, dass die Jungs sich dort nicht mehr aufhielten.<br />
<br />
Sie hatten beschlossen, eine abgelegene Stelle am Rand des Waldes anzustreben und liefen so schnell sie konnten eben dort hin. Ihre Stiefel versanken im tiefen Schnee doch das machte ihnen nichts aus, waren sie doch warm genug eingepackt. Zudem würde der Eggnogg seinen Teil dazu beitragen. So zögerten sie auch nicht lange, öffneten jede ihre Flasche und nahmen gleich darauf jeweils einen großen Schluck. Lily schüttelte sich und blickte nachdenklich zum See hinüber und darüber hinweg. „Jetzt sitzt er bestimmt längst im Zug“. Marlene stupste sie an. „Aaach. Denk doch nicht an den Idioten“. Lily nickte. „Du hast recht. Snape ist scheiße“. Marlene nickte zustimmend. „Black auch“. Und weitere Schlucke folgten, bevor Lily ihre Freundin fragend anblickte. Sie wirkte irgendwie betrübt bei ihrer Feststellung, dass Black scheiße sei. Hatte Lily irgendetwas verpasst?<br />
Aber da Marlene nicht den Anschein machte, darüber reden zu wollen, ließ Lily es gut sein. „Und Potter ist scheiße“. „Alle Jungs sind scheiße“. Die Mädchen sahen sich an und nickten ernsthaft, blickten entsprechend grimmig drein. Zu grimmig vielleicht, denn als sie sich gegenseitig betrachteten, kamen sie sich selbst so albern vor, dass sie los prusten mussten. „Jedenfalls lassen wir uns von den Idioten nicht unsere Laune verderben“, beschloss Lily mit überzeugtem Kopfnicken und sparzierte ein paar Schritte, während sie ihre Flasche abermals zum Trinken ansetzte. Als …<br />
<br />
„Hey Lily, schau mal“. Marlene deutete auf einen Hirsch, der in einiger Entfernung aus dem Wald heraustrat. Lily blieb stehen und bewunderte das durchaus stattliche Tier aus einiger Entfernung. „Ein wunderschönes Tier“, stellte sie fest und ging etwas näher auf ihn zu. „Nicht. Du verscheuchst ihn noch“. Doch Lily hörte nicht auf ihre Freundin und ging weiter und weiter und … Der Hirsch tat es ihr gleich. Er kam auf sie zu. Ernsthaft? Verunsichert blieb Lily stehen. Seit waren verhielten sich Hirsche so? „Sei vorsichtig“, hörte sie auch schon aus dem Hintergrund. „Komm lieber wieder zurück“. Doch Lily blieb wie angewurzelt stehen, bis der Hirsch nur noch einen Schritt von ihr entfernt war. Vorsichtig streckte sie eine behandschuhte Hand nach ihm aus und ließ ihn daran schnuppern. „Das glaub ich jetzt nicht“, flüsterte Marlene, die sich inzwischen auch näher herangetraut hatte. Unterdessen wurde Lily mutiger und strich über das rötliche Fell des Halses, was dem Tier ein leichtes Schnauben entlockte. Und als seine Nase gegen ihre Wange stupste, musste sie Lächeln. „Hirsche sind nicht scheiße“, erklärte sie ihrer Freundin. „Sie sind toll“. Marlene für ihren Teil nickte. „Da hast Du wohl recht“. Und während Lily inzwischen in unmittelbarer Körpernähe zu diesem prachtvollen Tier stand und immer noch seinen Hals tätschelte, kicherte sie, beschwipst vom Eggnogg, bevor sie so ernsthaft wie möglich verkündete: „Ich werde einmal einen Hirsch heiraten“. Und wieder prusteten beide los.<br />
Sie lachten laut und herzhaft, bis …<br />
<br />
„Evans! McKinnon!“ Erschrocken drehten sich die beiden in die Richtung, aus der sie die verheißungsvolle Stimme vernommen hatten. „Minnie!“ Schnell versteckten sie ihre Flaschen hinter ihren Rücken, als würde McGonagall sie dann nicht sehen. Doch nach einem kurzen Schwenk ihres Zauberstabes hielt die Professorin auch schon beide Flaschen in ihren Händen. „Also … Ich muss doch sehr bitten“, empörte sie sich. „5 Punkte Abzug für jede von ihnen“. Dann zog sie wieder von dannen und ließ zwei ertappte Schülerinnen mit hochroten Köpfen allein zurück. Und sie waren tatsächlich allein. Der Hirsch war verschwunden. Aber stattdessen traten ihre vier Lieblingsmitschüler aus dem Wald heraus. Mit einer Geste seiner Hand deutete Sirius in die Richtung, in der McGonagall am verschwinden war. „Was habt Ihr denn nun wieder angestellt? Haben wir jetzt wegen Euch Punkte eingebüßt?“, witzelte er. „Halt die Klappe, Black“, zischte Marlene finster zurück.<br />
<br />
Die Mädchen warteten, bis sich die vier wieder verzogen, dann trotteten auch sie wieder zurück zum Schloss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Und hier wäre mein heutiges Türchen:<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">Eggnogg for Two</span></span></div>
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Es war Weihnachten und Hogwarts war wie leergefegt. Abgesehen von einigen Ausnahmen, die entweder über die Ferien keine andere Wahl hatten oder einfach den Aufenthalt im Schloss weiterhin genießen wollten. So wie Potter und seine Jungs. Und Lily und Marlene. Wobei Lily eigentlich nur aus Solidarität ihrer Freundin gegenüber blieb, weil diese dieses Weihnachten keine andere Wahl gehabt hatte. Snape fuhr nachhause. „Zum Glück“, schnaubte Lily zu Mary, als sie ihn dabei beobachteten, wie er mit seinem Koffer die Eingangshalle durchschritt.<br />
<br />
Und als hätte die Treppe, auf denen die Mädchen standen, Evans‘ Gedanken wahrgenommen, wechselte sie so abrupt die Richtung, dass sie sich aneinander festhalten mussten, um nicht ins Stolpern zu geraten. Und kaum, dass die Treppe wieder neu angedockt hatte, zog Marlene ihre Freundin in einen der Gänge. „Los komm“. Und geradewegs steuerten die Mädchen den Gemeinschaftsraum der Gryffindors an. Dort wollte Marlene ihrer Freundin ganz offensichtlich dringend etwas zeigen.<br />
„Passwort“, forderte die fette Dame am Eingang des Gemeinschaftsraumes. „Flubberwurmschleim“, antworteten die Mädchen im Chor und das Portrait der fetten Dame schob sich zur Seite, um den Eingang für die Mädchen frei zu machen. Drinnen angekommen, hörten sie vom Kamin her aufgeregtes Getuschel, welches aber sonderbarerweise sofort verstummte, als die vier Jungs die beiden bemerkten. Lily und Marlene blieben stehen und beobachteten das Gespann. Sirius bekam  wohl plötzlich einen Ohrwurm, denn er pfiff augenblicklich irgendeine sinnlose Melodie. Remus, der am Fenster stand, vergrub seine Hände tief in den Hosentaschen und fand draußen scheinbar etwas außerordentlich Spannendes, was es zu beobachten galt. Peter kratzte sich verlegen am Hinterkopf. Und hinter der Rückenlehne des Sessels war ein unverkennbarer Wuschelkopf sichtbar, der in den Nacken geworfen wurde, damit ein verschmitztes Augenpaar sie ansehen konnte. „Hey Mädels“. Zum Gruß hob James eine Hand in die Höhe. Lily und Marlene reagierten nicht weiter darauf und gingen weiter in Richtung ihres Schlafsaals. „Ich frage mich, was die schon wieder aushecken“, flüsterte Lily während sie die Treppe erklommen. „Ist doch egal. Wen interessiert es?“ Marlene öffnete die Tür des Schlafraumes und beide traten ein. „Mich interessiert es. Die treiben bestimmt wieder irgendeinen Unfug, der uns wieder Punkte kostet“. Lily warf schloss die Tür wieder hinter sich. Marlene war inzwischen zu ihrem Schrank geeilt und öffnete diesen. Anschließend richtete sie ihren Zauberstab auf zwei übereinander gelegte Pullover, murmelte einen Enttarnungszauber und schon hatten sich die Pullover in zwei Flaschen mit gelblichem Inhalt verwandelt. Marlene griff danach und drehte sich mit einem triumphierenden „Tadaaaa“ wieder zu Lily um. „Hab ich letztens in Hogsmeade mitgehen lassen“, erklärte sie verschwörerisch. „Marlene“, kam es vorwurfsvoll aus Lilys Mund, während sie beide Hände in die Hüften stemmte. „Keiner hat was gemerkt“, zuckte Marlene gleichgültig mit den Schultern und grinste. „Aber wir sollten das Beweismaterial vorsichtshalber vernichten“. Lily seufzte ergeben und die beiden verließen den Schlafraum wieder, durchquerten den Gemeinschaftsraum und stellten fest, dass die Jungs sich dort nicht mehr aufhielten.<br />
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Sie hatten beschlossen, eine abgelegene Stelle am Rand des Waldes anzustreben und liefen so schnell sie konnten eben dort hin. Ihre Stiefel versanken im tiefen Schnee doch das machte ihnen nichts aus, waren sie doch warm genug eingepackt. Zudem würde der Eggnogg seinen Teil dazu beitragen. So zögerten sie auch nicht lange, öffneten jede ihre Flasche und nahmen gleich darauf jeweils einen großen Schluck. Lily schüttelte sich und blickte nachdenklich zum See hinüber und darüber hinweg. „Jetzt sitzt er bestimmt längst im Zug“. Marlene stupste sie an. „Aaach. Denk doch nicht an den Idioten“. Lily nickte. „Du hast recht. Snape ist scheiße“. Marlene nickte zustimmend. „Black auch“. Und weitere Schlucke folgten, bevor Lily ihre Freundin fragend anblickte. Sie wirkte irgendwie betrübt bei ihrer Feststellung, dass Black scheiße sei. Hatte Lily irgendetwas verpasst?<br />
Aber da Marlene nicht den Anschein machte, darüber reden zu wollen, ließ Lily es gut sein. „Und Potter ist scheiße“. „Alle Jungs sind scheiße“. Die Mädchen sahen sich an und nickten ernsthaft, blickten entsprechend grimmig drein. Zu grimmig vielleicht, denn als sie sich gegenseitig betrachteten, kamen sie sich selbst so albern vor, dass sie los prusten mussten. „Jedenfalls lassen wir uns von den Idioten nicht unsere Laune verderben“, beschloss Lily mit überzeugtem Kopfnicken und sparzierte ein paar Schritte, während sie ihre Flasche abermals zum Trinken ansetzte. Als …<br />
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„Hey Lily, schau mal“. Marlene deutete auf einen Hirsch, der in einiger Entfernung aus dem Wald heraustrat. Lily blieb stehen und bewunderte das durchaus stattliche Tier aus einiger Entfernung. „Ein wunderschönes Tier“, stellte sie fest und ging etwas näher auf ihn zu. „Nicht. Du verscheuchst ihn noch“. Doch Lily hörte nicht auf ihre Freundin und ging weiter und weiter und … Der Hirsch tat es ihr gleich. Er kam auf sie zu. Ernsthaft? Verunsichert blieb Lily stehen. Seit waren verhielten sich Hirsche so? „Sei vorsichtig“, hörte sie auch schon aus dem Hintergrund. „Komm lieber wieder zurück“. Doch Lily blieb wie angewurzelt stehen, bis der Hirsch nur noch einen Schritt von ihr entfernt war. Vorsichtig streckte sie eine behandschuhte Hand nach ihm aus und ließ ihn daran schnuppern. „Das glaub ich jetzt nicht“, flüsterte Marlene, die sich inzwischen auch näher herangetraut hatte. Unterdessen wurde Lily mutiger und strich über das rötliche Fell des Halses, was dem Tier ein leichtes Schnauben entlockte. Und als seine Nase gegen ihre Wange stupste, musste sie Lächeln. „Hirsche sind nicht scheiße“, erklärte sie ihrer Freundin. „Sie sind toll“. Marlene für ihren Teil nickte. „Da hast Du wohl recht“. Und während Lily inzwischen in unmittelbarer Körpernähe zu diesem prachtvollen Tier stand und immer noch seinen Hals tätschelte, kicherte sie, beschwipst vom Eggnogg, bevor sie so ernsthaft wie möglich verkündete: „Ich werde einmal einen Hirsch heiraten“. Und wieder prusteten beide los.<br />
Sie lachten laut und herzhaft, bis …<br />
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„Evans! McKinnon!“ Erschrocken drehten sich die beiden in die Richtung, aus der sie die verheißungsvolle Stimme vernommen hatten. „Minnie!“ Schnell versteckten sie ihre Flaschen hinter ihren Rücken, als würde McGonagall sie dann nicht sehen. Doch nach einem kurzen Schwenk ihres Zauberstabes hielt die Professorin auch schon beide Flaschen in ihren Händen. „Also … Ich muss doch sehr bitten“, empörte sie sich. „5 Punkte Abzug für jede von ihnen“. Dann zog sie wieder von dannen und ließ zwei ertappte Schülerinnen mit hochroten Köpfen allein zurück. Und sie waren tatsächlich allein. Der Hirsch war verschwunden. Aber stattdessen traten ihre vier Lieblingsmitschüler aus dem Wald heraus. Mit einer Geste seiner Hand deutete Sirius in die Richtung, in der McGonagall am verschwinden war. „Was habt Ihr denn nun wieder angestellt? Haben wir jetzt wegen Euch Punkte eingebüßt?“, witzelte er. „Halt die Klappe, Black“, zischte Marlene finster zurück.<br />
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Die Mädchen warteten, bis sich die vier wieder verzogen, dann trotteten auch sie wieder zurück zum Schloss.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Der Geist der zukünftigen Weihnacht]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-142.html</link>
			<pubDate>Sun, 20 Dec 2020 14:33:55 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=6">Reynis</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-142.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #E82A1F;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Triggerwarnung:</span> Der nachfolgende Text thematisiert Themen wie Verlust, Trauer, Depression und Suizidgedanken. Sollte ihr selbst Probleme mit diesen Themen haben oder euch psychisch labil fühlen, lest die Story bitte <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">nicht</span></span>. <br />
<br />
Suizidgedanken sind eine häufige Folge von psychischen Erkrankungen, die mit professioneller Hilfe gelindert und geheilt werden können. Hilfsangebote findet ihr bei der Deutschen Depressionshilfe <a href="https://www.deutsche-depressionshilfe.de" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">[Klick]</a> und der Telefonseelsorge unter der 0800 - 111 0 333 (für Kinder &amp; Jugendliche) oder der 0800 - 111 0 111. Der Anruf ist kostenlos, anonym und rund um dir Uhr möglich. Bleibt nicht allein damit, sondern wendet euch an Menschen, denen ihr vertrauen könnt. Selbst wenn es schwierig ist: Verliert nicht den Mut!</span></span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N:</span> Eigentlich sollte der dritte Teil der drei Weihnachtsgeister eine Fortführung meiner bisherigen Adventskalendergeschichte darstellen, die aufgrund des fehlenden Fandomsbezugs direkt im Discord gepostet wurde. Eines Abends kam mir jedoch auf Tumblr die Fanart zutiefst traurigen Remus unter - eine Szene, die ich zu Anfang aufgreife. Um ehrlich zu sein, war ich nicht darauf gefasst, in welche Richtung sich die Geschichte weiterentwickeln würde und wie existentiell die Geschichte doch für den jungen Remus werden würde. Concrits Welcome <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" /> <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-size: xx-large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Serif;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">D</span>er <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">G</span>eist <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">d</span>er <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">z</span>ukünftigen <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">W</span>eihnacht</span></span></span></div>
<hr class="mycode_hr" />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">24. Dezember 1981 – Christmas Eve</span><br />
<br />
Remus fühlte sich müde und leer. Zusammengekauert, die Beine nah an seine Brust gezogen, welche er mit seinen Armen fest umschlungen hatte, lag er in einem aufgewühlten Bett. Er trug noch immer das T-Shirt, das er vor fünf Tagen angezogen hatte; es waren noch immer dieselben grob gestrickten Wollsocken und dieselbe graue, löchrige Jogginghose, die ihm ein wohliges Gefühl hatten geben sollen. Seine Haltung, in die er sich zusammengezogen, als könne er die Scherben, in die er drohte zu zerfallen durch reine Willenskraft wieder zu einem Ganzen fügen, half nur leider nicht. Mit geschlossenen Augen versuchte er sich im sicheren Dunkeln seiner selbst zu verlieren und nicht mehr zu denken – nicht mehr Bilder vor seinem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen, die er nie gesehen hatte.<br />
 <br />
Fühlte es sich so an? <br />
War das die Leere, von der so viele berichteten?<br />
In den vergangenen Wochen war so viel Euphorie durch die Zaubererschaft geflossen, dass sie angesichts des hinterlassenen Chaos durch Du-weißt-schon-wer mittlerweile bei vielen wieder abgeebbt war. So viele Jahre der Angst, des Terrors, der Zerstörung – und alles war mit einem Mal vorbei. Mit einem Mal schien egal was geschehen war, oder auf welcher Seite man gestanden hatte, als gehöre es einer weit entfernten Vergangenheit an oder sei nie passiert. Arthur meinte zwar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, ehe das Ministerium die verbliebenen Todesser gefangen und dingfest gemacht haben würde. Doch Remus glaubte nicht daran; Molly noch weniger.<br />
Eine merkwürdige Normalität hatte wieder Einzug gehalten, die Remus zuletzt nur zu seinen Schulzeiten erlebt zu haben glaubte. Er wusste, dass er diese Zeit im Nachhinein vermutlich deutlich idealisierte, war das Leben für einen Werwolf wie er es war doch nie einfach gewesen. <br />
<br />
Doch damals hatte er seine Freunde noch gehabt. Damals hatte James noch gelebt und hatte liebestrunken seiner angebeteten Lily nachgestellt. Damals hatte Sirius noch nicht seine besten Freunde verraten. Damals war Peter noch nicht durch Sirius gejagt und mitsamt weiterer zwölf Muggel in die Luft gesprengt worden, bis einzig noch ein Finger von ihm hatte gefunden werden können. <br />
Eine Träne lief Remus Wange hinunter und glitt in den Stoff des Kissens unter seinem Kopf, während er einen harten Stich an der Stelle spürte, die sich noch wie ein großes Loch anfühlte. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Es klopfte leise an der Tür und Remus schlug seine Augen auf. Er fühlte sich nicht weniger müde und dennoch wach genug, um nicht schlafen zu können. Noch ehe er die Tür in seinen Blick fassen konnte, fiel er auf den Tagespropheten, der neben ihm lag. Auf der Titelseite prangte das Bild von Sirius, gekleidet in der Gefangenenuniform Askaban mit einem Schild in seiner Hand, wie es so viele Gefangene bekamen, wenn man begann, sie auf eine Nummer zu reduzieren, in der Hoffnung, ihnen ihre Persönlichkeit und Individualität zu entreißen als hätten sie ihr Recht auf diese auf immer verwirkt. Die Zeitung war schon einige Woche alt und war mittlerweile zerknittert. Hier und da gab es einige Eselsohren. Doch Sirius schrie ihn noch immer aus dem Bild heraus an. Seine langen Haare, auf die er so stolz war, hatte sie ihm abgeschoren. Aus seinen Augen sprangen ihm immer wieder aufs Neue Angst und Panik entgegen… und Hass. Eine merkwürdige Mischung, die vermutlich nur jene identifizieren konnten, die Sirius wirklich gekannt hatten. Nur war Remus offenbar der Letzte, der noch übrig war und zweifelte selbst daran, ob er sich nicht vielleicht geirrt hatte. <br />
<br />
Die Tür seines Zimmers öffnete sich und Remus griff rasch zu der Zeitung und steckte sie schnell, aber keinesfalls rücksichtsvoll unter sein Kissen. Herein kam Molly – wieder mit einem kleinen Tablett, dass sie neben Remus aufs Bett stellte. Dann setzte sie sich an seine Seite. In der Zwischenzeit hatte er wieder seine Augen geschlossen. Warum er das Spiel immer wieder abzog, war ihm selbst unklar. Er war kein Kind mehr – vor allem war er nicht Mollys oder Arthurs Sohn. <br />
<br />
„Heiße Schokolade?“ fragte sie mit warmer Stimme. Sie wusste, dass er wach war. <br />
„Oder willst du etwas essen?“ schlug sie vor. Remus roch die Sandwiches, noch ehe er die Augen öffnete. <br />
Nur reagierte er nicht. <br />
Er reagierte nie und so vernahm er wieder ein leichtes Seufzen und spürte, wie Molly die Decke, die hinab gerutscht war, wieder über seine Schultern zog. <br />
„MUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUM“, schrie es aus dem Treppenhaus heraus zu ihnen hinauf und ließ Molly aufschrecken, ehe sie leise seufzte. Sechs Jungen waren nicht einfach. <br />
<br />
Remus war wieder allein und ließ sich sanft von der Dunkelheit seines Zimmers umfangen. Der Kakao und die Sandwiches standen noch unberührt auf dem Tablett neben ihm. Der Geruch, der ihm die Nase stieg, sorgte dafür, dass ihm übel wurde, sodass er sich nur noch umdrehte und die Decke ein Stück weiter über seine Schultern zog. Nur wenig später war er endlich wieder eingeschlafen.<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Am Morgen des 25. Dezembers war Molly bereits sehr früh im Fuchsbau zugange. Acht Männer im Alter zwischen einem und 40 Jahren mussten erst einmal verköstigt werden und den Luxus eines Hauselfen vermochten sie sich noch nicht zu leisten. Es war noch einmal acht Uhr als die ersten Füße die Treppe herunter tapsten und mit einem aufgeregten „Guten Morgen“ Richtung Wohnzimmer tappsten. Ein aufgeregtes und ehrfurchtsvolles „Ohhh“ erschall und wenig später stand der neunjährige Charly bereits bei Molly in der Küche. Diese war bereits von vielen unterschiedlichen weihnachtlich Gerüchen erfüllt, die der Kleine zu erhaschen versuchte. Weihnachten war immer etwas ganz besonderes und Molly genoss die Zeit, in der sie ihre Familie noch gemeinsam beisammenhalten konnte, ehe in ein paar Jahren ihr erster Sprössling nach Hogwarts gehen würde. Es war eine eigenartige, neue Normalität nach dem Sturz von Du-weißt-schon-wer. Doch nun fühlte es sich nicht mehr wie ein Wunschtraum an.<br />
<br />
„Sind deine Brüder auch schon wach?“ fragte Molly ihren Sohn, während sie Teig in einer Pastetenform ausbreitete.<br />
„Ja, sind sie. Bill liest schon wieder und Papa ist bei Fred und George. Darf ich mir ein Geschenk aussuchen? Bitte!!“ <br />
Ein aufgeregtes Funkeln sprang Molly aus den Augen des Kindes entgegen. Eine milde und doch amüsierte Strenge legte sich auf ihre Züge.<br />
„Nach dem Frühstück. Würdest du bitte bei Onkel Remus klopfen und fragen, ob er beim Frühstück dabei sein will? Sag ihm, dass wir uns freuen würden, wenn er dabei wäre“.<br />
Charly nickte eifrig und düste die Treppe hinauf. Bald darauf rief Charly jedoch bereits nach ihr, kam zur ihr zurückgelaufen: „Mum, Onkel Remus ist weg!“<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Remus hatte lief einen engen, verschneiten Pfad am Rande eines Waldes entlang. Die Hände hatte er in die tiefen Taschen seines Mantels gesteckt, den er vor Beginn seines Undercover-Einsatzes vor vielen Jahren mal von einem Ordensmitglied geschenkt bekommen hatte. Hätte ihn ein Muggel gesehen, wäre er vielleicht eher als Relikt einer anderen Zeit durchgegangen. Andererseits hatte es ihm noch nie getaugt, über Oberflächlichkeiten wie diese nachzudenken. Der Pfad führte zu dem kleinen Muggeldorf Ottery St. Catchpole. Zu Anfang war er mit Arthur jeden Tag hier entlanggelaufen, bis ihm die Energie ausgegangen war. Bis es ihm Tag für Tag schwerer gefallen war, überhaupt noch aufzustehen. <br />
<br />
Heute hatte ihn jedoch eine eigenartige Klarheit ergriffen. Der Gedanke war ihm nicht gerade neu, stellte er sich doch schon seit einiger Zeit vor, wie es sein würde. Ob das Wasser kalt war (ja, war es). Oder ob wie tief der Fluss war (tief genug). Ob man ihn schnell genug finden würden (nein, das hoffte er nicht). Ob er auf Passanten aufpassen musste (deshalb hatte er sich für heute entschieden). <br />
Remus verließ den Pfad und stapfte in den Wald hinein runter zum Fluss. Sein Weg führte ihn nicht mehr näher zu dem Dorf, sondern vielmehr weg von diesem zu Gefilden, die vermutlich so schnell von anderen aufgesucht werden würden. Lange hatte er nicht mehr so zielstrebig und derart kalkulierend ein Ziel verfolgt, wie er es diesmal tat. Der kalte Winterwind schien seine Gedanken zu klären; das Geräusch des knackenden Schnees verbunden mit dem starren Herbstlaub unter seinen Füßen beruhigte seine Sinne. Er fühlte eine besinnlich, ja sogar erlösende Stille in sich und bedachte er, was er vorhatte, schien die aufgehende Wintersonne, die sich hier und da im Schnee reflektierte ein merkwürdig unpassendes Zeichen zu sein. Eigenartiger Weise fiel ihm nun so viel mehr auf als seien seine Sinne doch gerade wieder zum Leben erweckt worden. Hier, wo er so weit weg von all dem anderen sein konnte, wirkte die Welt wieder ein klein wenig ganzer.<br />
<br />
Dennoch ging er weiter, denn ihm ein Grund, was er stattdessen tun sollte, fiel ihm ebenso wenig ein. Irgendwann würden Molly oder Arthur merken, dass er gegangen war. Er hatte sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, eine Nachricht zu verfassen. Vielleicht auch, weil der damit gerechnet hatte, dass einer der Jungen ihn finden würde. Doch wenn er ehrlich zu sich selbst war, war das nicht der Grund gewesen. Er hatte eine plötzliche Klarheit erfahren und der folgte er, weil er sie doch befreiend war – ihn befreien würde.<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Vor sich sah Remus nunmehr Fluss, der nach dem kleinen Ort zu einem großen Fluss mit der ein oder anderen Stromschnell herauswuchs. Eine Brücke spannte sich unweit von seinem Standpunkt über den Fluss und dank des Weihnachtsfestes, war keiner zu sein. Der junge Mann lief an der Uferböschung entlang zu der Brücke. Mit einer aufkeimenden Nervosität blickte Remus sich um. Von Zeit zu Zeit kamen hier auch Muggel in ihren fahrenden Kisten vorbei. Jetzt hörte er jedoch keine nahenden Metallgeräusche. Mit einem Satz kletterte er auf das Geländer der Brücke und hielt sich an einem der Stahlseile fest. Jetzt erst merkte er, wie stark der Wind tatsächlich zu sein schien. Tatsächlich hatte er große Mühe einen festen Stand zu finden, während darüber hinaus der Fluss unter ihm in einem wilden, tosenden Rauschen an ihm vorbeizog. <br />
<br />
Remus verlor sich im Anblick des Wassers unter ihm. Hier und da meinte er sogar ein leises Flüstern zu hören. Einen Lockruf, der ihn bestärken sollte. Und doch wirkte es auf seine eigene Art und Weise befreiend und hypnotisierend zugleich.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Remus, nicht!“</span>, drängte eine helle, intelligente Frauenstimme aus den reißenden Untiefen an sein Ohr. Fasziniert beobachtete er das Spiel aus eisblauen, grauen und hellgrünen Farben unter sich und dennoch hielt er überrascht inne. Die Stimme kam ihm bekannt vor – so bekannt, dass es ihm Tränen in die Augen trieb. <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Moons“</span>, vernahm er die Stimme seines besten, toten Freundes. Der Schock traf ihn tief. Er musste sich irren. Das konnte nicht James sein. James war tot. Lily war tot.. Peter war…<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Remus, mein Schatz. Tu es nicht. Geh zurück zu ihnen. Es ist zu früh – viel zu früh! Du wirst noch gebraucht!“</span><br />
Die Stimme seiner erst kürzlich verstorbenen Mutter säuselte um sein Ohr. Ein leichter Schneefall hatte eingesetzt und benetzte nunmehr sachte seine Haut. Hier und da landeten die kleinen Flocken auf seinem Ärmel und zersetzten sich sofort zu kleinen Wassertropfen. Das Flüstern der drei Stimmen erschwoll zu einem vielstimmigen Chor in seinem Kopf, bis ihn eine reale Stimme herausriss. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
„REMUS!“<br />
Ein Blick verriet ihn, dass Arthur ihn gefunden hatte. Blankes Entsetzen spiegelt sich auf seinem Gesicht wider, als er in sicherer Entfernung stehen blieb. Offenbar wollte er Remus nicht auch noch zu einer Kurzschlussreaktion verleiten.<br />
„Arthur“, erwiderte Remus und ließ den Blick über die Flussebene vor sich gleiten.<br />
„Remus, tu mir den Gefallen. Kommst du… Kommst du bitte herunter“.<br />
Es wunderte Remus nicht, dass Arthur allein gekommen war. Vielleicht hatte er sogar ziemlich genau gewusst, wo suchen musste. Er zögerte noch. <br />
„Remus, ich… was soll ich den Kindern sagen? Charly wollte dich holen“.<br />
Der kleine Charly – aufgeweckter Junge. Er hatte ihn so sehr an James erinnert. Aufgeweckt war er; absolut fasziniert von Quidditch. <br />
„Du bist nicht allein Remus. Nicht heute und auch sonst nicht, wenn du das nicht willst. Es ist hart – für dich besonders. Aber es…“<br />
„Es geht weiter, meinst du?“ erwiderte Remus zweifelnd. Er hatte eine Ahnung wie das Leben eines Werwolfes aussehen würde. Nicht zuletzt des Ministeriums hatte dafür gesorgt, dass Werwölfe mehr und mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden.<br />
„Ja… irgendwie. Aber das hier… James hätte das nicht gewollt. Lily und Peter…“<br />
„Lily und Peter auch nicht“, ergänzte Remus und macht nun doch Anstalten, von dem Geländer zu klettern. Arthur überwand die letzten Meter, half ihm herunter und ehe es beide recht verstanden, umarmten sie einander, um sich Halt zu geben. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Als Arthur und Remus wieder am Fuchsbau ankamen, hatte Molly bereits das Mittagessen angerichtet. Beide wirkten noch mitgenommen von Geschehnissen an der Brücke, doch Remus hatte Arthur das versprechen abgenommen, dass die Ereignisse unter ihnen bleiben würden. Dennoch empfing Molly Remus mit einer mütterlichen Umarmung, die ihm zeigte, wie froh sie offenbar war, dass er unversehrt zurückgekehrt war. Den vielsagenden Blickwechsel zwischen ihr und Arthur übersah er jedoch.<br />
„Wo warst du denn, Onkel Remus?“ fragte ihn der Charly aufgeregt, der aufgeregt auf seinem Stuhl herumturnte.<br />
„Ich“, er sah zu Arthur, „war am Fluss spazieren“, erwiderte er nur, ehe er sich zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder an den Tisch der Weasleys setzte. Offenbar reichte die Erklärung für Charly aus, denn nur kurz darauf rang er seinem <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Onkel</span> das Versprechen ab, mit ihm und seinem Spielzeug-Hogwarts-Express zu spielen. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§* </div>
<br />
Der Weihnachtsnachmittag verlief noch recht harmonisch. Die Jungen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Onkel beschäftigt zu halten. Während im Radio die größten Hits von Celestin Warbeck dudelten und Arthur bei jedem weiteren Hit besonders leidend wirkt, summte Molly die Melodie ihres Lieblingshits <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‘Ein Kessel von heißer, starker Liebe‘</span> mit.  Von Zeit zu Zeit drohte auch der Gnom (die Weasleys verkleidete jedes Jahr einen Gnom als Weihnachtsengel, der ihren Christbaum zierte) aus seiner Starre wieder zu erwachen, doch meist war einer von Ihnen schnell genug, um den Zauber aufrecht zu erhalten. <br />
<br />
Der Abend war schon weit vorangeschritten, als die Jungs, einer nach dem anderen, ins Bett geschickt worden waren. Remus und Arthur saßen noch schweigend im Wohnzimmer, beide mit einem Eierpunch in der Hand und hingen ihren eigenen Gedanken nach. <br />
„Ein ehemaliger Kollege sucht noch jemanden, der ihm beim Binden alter Bücher behilflich sein könnte. Wäre das was für dich?“ fragte er schließlich ziemlich unvermittelt, während sich Molly wieder zu ihnen gesellte. Sie ließ sich in einen großen Ohrensessel fallen und wirklich sehr erledigt.<br />
„Rodrick, meinst du?“ fragte sie neugierig nach und blickte den ebenso zu Remus, der sich noch nicht geäußert hatte.<br />
Ein wildes Toben herrschte unter seiner Oberfläche und ließ den Tag in all seinen grotesken Ausformungen Revue passieren. Schließlich nickte er.<br />
„Danke, Arthur“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="color: #E82A1F;" class="mycode_color"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Triggerwarnung:</span> Der nachfolgende Text thematisiert Themen wie Verlust, Trauer, Depression und Suizidgedanken. Sollte ihr selbst Probleme mit diesen Themen haben oder euch psychisch labil fühlen, lest die Story bitte <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">nicht</span></span>. <br />
<br />
Suizidgedanken sind eine häufige Folge von psychischen Erkrankungen, die mit professioneller Hilfe gelindert und geheilt werden können. Hilfsangebote findet ihr bei der Deutschen Depressionshilfe <a href="https://www.deutsche-depressionshilfe.de" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">[Klick]</a> und der Telefonseelsorge unter der 0800 - 111 0 333 (für Kinder &amp; Jugendliche) oder der 0800 - 111 0 111. Der Anruf ist kostenlos, anonym und rund um dir Uhr möglich. Bleibt nicht allein damit, sondern wendet euch an Menschen, denen ihr vertrauen könnt. Selbst wenn es schwierig ist: Verliert nicht den Mut!</span></span><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N:</span> Eigentlich sollte der dritte Teil der drei Weihnachtsgeister eine Fortführung meiner bisherigen Adventskalendergeschichte darstellen, die aufgrund des fehlenden Fandomsbezugs direkt im Discord gepostet wurde. Eines Abends kam mir jedoch auf Tumblr die Fanart zutiefst traurigen Remus unter - eine Szene, die ich zu Anfang aufgreife. Um ehrlich zu sein, war ich nicht darauf gefasst, in welche Richtung sich die Geschichte weiterentwickeln würde und wie existentiell die Geschichte doch für den jungen Remus werden würde. Concrits Welcome <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" /> <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-size: xx-large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Serif;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">D</span>er <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">G</span>eist <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">d</span>er <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">z</span>ukünftigen <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">W</span>eihnacht</span></span></span></div>
<hr class="mycode_hr" />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">24. Dezember 1981 – Christmas Eve</span><br />
<br />
Remus fühlte sich müde und leer. Zusammengekauert, die Beine nah an seine Brust gezogen, welche er mit seinen Armen fest umschlungen hatte, lag er in einem aufgewühlten Bett. Er trug noch immer das T-Shirt, das er vor fünf Tagen angezogen hatte; es waren noch immer dieselben grob gestrickten Wollsocken und dieselbe graue, löchrige Jogginghose, die ihm ein wohliges Gefühl hatten geben sollen. Seine Haltung, in die er sich zusammengezogen, als könne er die Scherben, in die er drohte zu zerfallen durch reine Willenskraft wieder zu einem Ganzen fügen, half nur leider nicht. Mit geschlossenen Augen versuchte er sich im sicheren Dunkeln seiner selbst zu verlieren und nicht mehr zu denken – nicht mehr Bilder vor seinem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen, die er nie gesehen hatte.<br />
 <br />
Fühlte es sich so an? <br />
War das die Leere, von der so viele berichteten?<br />
In den vergangenen Wochen war so viel Euphorie durch die Zaubererschaft geflossen, dass sie angesichts des hinterlassenen Chaos durch Du-weißt-schon-wer mittlerweile bei vielen wieder abgeebbt war. So viele Jahre der Angst, des Terrors, der Zerstörung – und alles war mit einem Mal vorbei. Mit einem Mal schien egal was geschehen war, oder auf welcher Seite man gestanden hatte, als gehöre es einer weit entfernten Vergangenheit an oder sei nie passiert. Arthur meinte zwar, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, ehe das Ministerium die verbliebenen Todesser gefangen und dingfest gemacht haben würde. Doch Remus glaubte nicht daran; Molly noch weniger.<br />
Eine merkwürdige Normalität hatte wieder Einzug gehalten, die Remus zuletzt nur zu seinen Schulzeiten erlebt zu haben glaubte. Er wusste, dass er diese Zeit im Nachhinein vermutlich deutlich idealisierte, war das Leben für einen Werwolf wie er es war doch nie einfach gewesen. <br />
<br />
Doch damals hatte er seine Freunde noch gehabt. Damals hatte James noch gelebt und hatte liebestrunken seiner angebeteten Lily nachgestellt. Damals hatte Sirius noch nicht seine besten Freunde verraten. Damals war Peter noch nicht durch Sirius gejagt und mitsamt weiterer zwölf Muggel in die Luft gesprengt worden, bis einzig noch ein Finger von ihm hatte gefunden werden können. <br />
Eine Träne lief Remus Wange hinunter und glitt in den Stoff des Kissens unter seinem Kopf, während er einen harten Stich an der Stelle spürte, die sich noch wie ein großes Loch anfühlte. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Es klopfte leise an der Tür und Remus schlug seine Augen auf. Er fühlte sich nicht weniger müde und dennoch wach genug, um nicht schlafen zu können. Noch ehe er die Tür in seinen Blick fassen konnte, fiel er auf den Tagespropheten, der neben ihm lag. Auf der Titelseite prangte das Bild von Sirius, gekleidet in der Gefangenenuniform Askaban mit einem Schild in seiner Hand, wie es so viele Gefangene bekamen, wenn man begann, sie auf eine Nummer zu reduzieren, in der Hoffnung, ihnen ihre Persönlichkeit und Individualität zu entreißen als hätten sie ihr Recht auf diese auf immer verwirkt. Die Zeitung war schon einige Woche alt und war mittlerweile zerknittert. Hier und da gab es einige Eselsohren. Doch Sirius schrie ihn noch immer aus dem Bild heraus an. Seine langen Haare, auf die er so stolz war, hatte sie ihm abgeschoren. Aus seinen Augen sprangen ihm immer wieder aufs Neue Angst und Panik entgegen… und Hass. Eine merkwürdige Mischung, die vermutlich nur jene identifizieren konnten, die Sirius wirklich gekannt hatten. Nur war Remus offenbar der Letzte, der noch übrig war und zweifelte selbst daran, ob er sich nicht vielleicht geirrt hatte. <br />
<br />
Die Tür seines Zimmers öffnete sich und Remus griff rasch zu der Zeitung und steckte sie schnell, aber keinesfalls rücksichtsvoll unter sein Kissen. Herein kam Molly – wieder mit einem kleinen Tablett, dass sie neben Remus aufs Bett stellte. Dann setzte sie sich an seine Seite. In der Zwischenzeit hatte er wieder seine Augen geschlossen. Warum er das Spiel immer wieder abzog, war ihm selbst unklar. Er war kein Kind mehr – vor allem war er nicht Mollys oder Arthurs Sohn. <br />
<br />
„Heiße Schokolade?“ fragte sie mit warmer Stimme. Sie wusste, dass er wach war. <br />
„Oder willst du etwas essen?“ schlug sie vor. Remus roch die Sandwiches, noch ehe er die Augen öffnete. <br />
Nur reagierte er nicht. <br />
Er reagierte nie und so vernahm er wieder ein leichtes Seufzen und spürte, wie Molly die Decke, die hinab gerutscht war, wieder über seine Schultern zog. <br />
„MUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUM“, schrie es aus dem Treppenhaus heraus zu ihnen hinauf und ließ Molly aufschrecken, ehe sie leise seufzte. Sechs Jungen waren nicht einfach. <br />
<br />
Remus war wieder allein und ließ sich sanft von der Dunkelheit seines Zimmers umfangen. Der Kakao und die Sandwiches standen noch unberührt auf dem Tablett neben ihm. Der Geruch, der ihm die Nase stieg, sorgte dafür, dass ihm übel wurde, sodass er sich nur noch umdrehte und die Decke ein Stück weiter über seine Schultern zog. Nur wenig später war er endlich wieder eingeschlafen.<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Am Morgen des 25. Dezembers war Molly bereits sehr früh im Fuchsbau zugange. Acht Männer im Alter zwischen einem und 40 Jahren mussten erst einmal verköstigt werden und den Luxus eines Hauselfen vermochten sie sich noch nicht zu leisten. Es war noch einmal acht Uhr als die ersten Füße die Treppe herunter tapsten und mit einem aufgeregten „Guten Morgen“ Richtung Wohnzimmer tappsten. Ein aufgeregtes und ehrfurchtsvolles „Ohhh“ erschall und wenig später stand der neunjährige Charly bereits bei Molly in der Küche. Diese war bereits von vielen unterschiedlichen weihnachtlich Gerüchen erfüllt, die der Kleine zu erhaschen versuchte. Weihnachten war immer etwas ganz besonderes und Molly genoss die Zeit, in der sie ihre Familie noch gemeinsam beisammenhalten konnte, ehe in ein paar Jahren ihr erster Sprössling nach Hogwarts gehen würde. Es war eine eigenartige, neue Normalität nach dem Sturz von Du-weißt-schon-wer. Doch nun fühlte es sich nicht mehr wie ein Wunschtraum an.<br />
<br />
„Sind deine Brüder auch schon wach?“ fragte Molly ihren Sohn, während sie Teig in einer Pastetenform ausbreitete.<br />
„Ja, sind sie. Bill liest schon wieder und Papa ist bei Fred und George. Darf ich mir ein Geschenk aussuchen? Bitte!!“ <br />
Ein aufgeregtes Funkeln sprang Molly aus den Augen des Kindes entgegen. Eine milde und doch amüsierte Strenge legte sich auf ihre Züge.<br />
„Nach dem Frühstück. Würdest du bitte bei Onkel Remus klopfen und fragen, ob er beim Frühstück dabei sein will? Sag ihm, dass wir uns freuen würden, wenn er dabei wäre“.<br />
Charly nickte eifrig und düste die Treppe hinauf. Bald darauf rief Charly jedoch bereits nach ihr, kam zur ihr zurückgelaufen: „Mum, Onkel Remus ist weg!“<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Remus hatte lief einen engen, verschneiten Pfad am Rande eines Waldes entlang. Die Hände hatte er in die tiefen Taschen seines Mantels gesteckt, den er vor Beginn seines Undercover-Einsatzes vor vielen Jahren mal von einem Ordensmitglied geschenkt bekommen hatte. Hätte ihn ein Muggel gesehen, wäre er vielleicht eher als Relikt einer anderen Zeit durchgegangen. Andererseits hatte es ihm noch nie getaugt, über Oberflächlichkeiten wie diese nachzudenken. Der Pfad führte zu dem kleinen Muggeldorf Ottery St. Catchpole. Zu Anfang war er mit Arthur jeden Tag hier entlanggelaufen, bis ihm die Energie ausgegangen war. Bis es ihm Tag für Tag schwerer gefallen war, überhaupt noch aufzustehen. <br />
<br />
Heute hatte ihn jedoch eine eigenartige Klarheit ergriffen. Der Gedanke war ihm nicht gerade neu, stellte er sich doch schon seit einiger Zeit vor, wie es sein würde. Ob das Wasser kalt war (ja, war es). Oder ob wie tief der Fluss war (tief genug). Ob man ihn schnell genug finden würden (nein, das hoffte er nicht). Ob er auf Passanten aufpassen musste (deshalb hatte er sich für heute entschieden). <br />
Remus verließ den Pfad und stapfte in den Wald hinein runter zum Fluss. Sein Weg führte ihn nicht mehr näher zu dem Dorf, sondern vielmehr weg von diesem zu Gefilden, die vermutlich so schnell von anderen aufgesucht werden würden. Lange hatte er nicht mehr so zielstrebig und derart kalkulierend ein Ziel verfolgt, wie er es diesmal tat. Der kalte Winterwind schien seine Gedanken zu klären; das Geräusch des knackenden Schnees verbunden mit dem starren Herbstlaub unter seinen Füßen beruhigte seine Sinne. Er fühlte eine besinnlich, ja sogar erlösende Stille in sich und bedachte er, was er vorhatte, schien die aufgehende Wintersonne, die sich hier und da im Schnee reflektierte ein merkwürdig unpassendes Zeichen zu sein. Eigenartiger Weise fiel ihm nun so viel mehr auf als seien seine Sinne doch gerade wieder zum Leben erweckt worden. Hier, wo er so weit weg von all dem anderen sein konnte, wirkte die Welt wieder ein klein wenig ganzer.<br />
<br />
Dennoch ging er weiter, denn ihm ein Grund, was er stattdessen tun sollte, fiel ihm ebenso wenig ein. Irgendwann würden Molly oder Arthur merken, dass er gegangen war. Er hatte sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, eine Nachricht zu verfassen. Vielleicht auch, weil der damit gerechnet hatte, dass einer der Jungen ihn finden würde. Doch wenn er ehrlich zu sich selbst war, war das nicht der Grund gewesen. Er hatte eine plötzliche Klarheit erfahren und der folgte er, weil er sie doch befreiend war – ihn befreien würde.<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Vor sich sah Remus nunmehr Fluss, der nach dem kleinen Ort zu einem großen Fluss mit der ein oder anderen Stromschnell herauswuchs. Eine Brücke spannte sich unweit von seinem Standpunkt über den Fluss und dank des Weihnachtsfestes, war keiner zu sein. Der junge Mann lief an der Uferböschung entlang zu der Brücke. Mit einer aufkeimenden Nervosität blickte Remus sich um. Von Zeit zu Zeit kamen hier auch Muggel in ihren fahrenden Kisten vorbei. Jetzt hörte er jedoch keine nahenden Metallgeräusche. Mit einem Satz kletterte er auf das Geländer der Brücke und hielt sich an einem der Stahlseile fest. Jetzt erst merkte er, wie stark der Wind tatsächlich zu sein schien. Tatsächlich hatte er große Mühe einen festen Stand zu finden, während darüber hinaus der Fluss unter ihm in einem wilden, tosenden Rauschen an ihm vorbeizog. <br />
<br />
Remus verlor sich im Anblick des Wassers unter ihm. Hier und da meinte er sogar ein leises Flüstern zu hören. Einen Lockruf, der ihn bestärken sollte. Und doch wirkte es auf seine eigene Art und Weise befreiend und hypnotisierend zugleich.<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">“Remus, nicht!“</span>, drängte eine helle, intelligente Frauenstimme aus den reißenden Untiefen an sein Ohr. Fasziniert beobachtete er das Spiel aus eisblauen, grauen und hellgrünen Farben unter sich und dennoch hielt er überrascht inne. Die Stimme kam ihm bekannt vor – so bekannt, dass es ihm Tränen in die Augen trieb. <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Moons“</span>, vernahm er die Stimme seines besten, toten Freundes. Der Schock traf ihn tief. Er musste sich irren. Das konnte nicht James sein. James war tot. Lily war tot.. Peter war…<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">„Remus, mein Schatz. Tu es nicht. Geh zurück zu ihnen. Es ist zu früh – viel zu früh! Du wirst noch gebraucht!“</span><br />
Die Stimme seiner erst kürzlich verstorbenen Mutter säuselte um sein Ohr. Ein leichter Schneefall hatte eingesetzt und benetzte nunmehr sachte seine Haut. Hier und da landeten die kleinen Flocken auf seinem Ärmel und zersetzten sich sofort zu kleinen Wassertropfen. Das Flüstern der drei Stimmen erschwoll zu einem vielstimmigen Chor in seinem Kopf, bis ihn eine reale Stimme herausriss. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
„REMUS!“<br />
Ein Blick verriet ihn, dass Arthur ihn gefunden hatte. Blankes Entsetzen spiegelt sich auf seinem Gesicht wider, als er in sicherer Entfernung stehen blieb. Offenbar wollte er Remus nicht auch noch zu einer Kurzschlussreaktion verleiten.<br />
„Arthur“, erwiderte Remus und ließ den Blick über die Flussebene vor sich gleiten.<br />
„Remus, tu mir den Gefallen. Kommst du… Kommst du bitte herunter“.<br />
Es wunderte Remus nicht, dass Arthur allein gekommen war. Vielleicht hatte er sogar ziemlich genau gewusst, wo suchen musste. Er zögerte noch. <br />
„Remus, ich… was soll ich den Kindern sagen? Charly wollte dich holen“.<br />
Der kleine Charly – aufgeweckter Junge. Er hatte ihn so sehr an James erinnert. Aufgeweckt war er; absolut fasziniert von Quidditch. <br />
„Du bist nicht allein Remus. Nicht heute und auch sonst nicht, wenn du das nicht willst. Es ist hart – für dich besonders. Aber es…“<br />
„Es geht weiter, meinst du?“ erwiderte Remus zweifelnd. Er hatte eine Ahnung wie das Leben eines Werwolfes aussehen würde. Nicht zuletzt des Ministeriums hatte dafür gesorgt, dass Werwölfe mehr und mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden.<br />
„Ja… irgendwie. Aber das hier… James hätte das nicht gewollt. Lily und Peter…“<br />
„Lily und Peter auch nicht“, ergänzte Remus und macht nun doch Anstalten, von dem Geländer zu klettern. Arthur überwand die letzten Meter, half ihm herunter und ehe es beide recht verstanden, umarmten sie einander, um sich Halt zu geben. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§*</div>
<br />
Als Arthur und Remus wieder am Fuchsbau ankamen, hatte Molly bereits das Mittagessen angerichtet. Beide wirkten noch mitgenommen von Geschehnissen an der Brücke, doch Remus hatte Arthur das versprechen abgenommen, dass die Ereignisse unter ihnen bleiben würden. Dennoch empfing Molly Remus mit einer mütterlichen Umarmung, die ihm zeigte, wie froh sie offenbar war, dass er unversehrt zurückgekehrt war. Den vielsagenden Blickwechsel zwischen ihr und Arthur übersah er jedoch.<br />
„Wo warst du denn, Onkel Remus?“ fragte ihn der Charly aufgeregt, der aufgeregt auf seinem Stuhl herumturnte.<br />
„Ich“, er sah zu Arthur, „war am Fluss spazieren“, erwiderte er nur, ehe er sich zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder an den Tisch der Weasleys setzte. Offenbar reichte die Erklärung für Charly aus, denn nur kurz darauf rang er seinem <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Onkel</span> das Versprechen ab, mit ihm und seinem Spielzeug-Hogwarts-Express zu spielen. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">*§* </div>
<br />
Der Weihnachtsnachmittag verlief noch recht harmonisch. Die Jungen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Onkel beschäftigt zu halten. Während im Radio die größten Hits von Celestin Warbeck dudelten und Arthur bei jedem weiteren Hit besonders leidend wirkt, summte Molly die Melodie ihres Lieblingshits <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">‘Ein Kessel von heißer, starker Liebe‘</span> mit.  Von Zeit zu Zeit drohte auch der Gnom (die Weasleys verkleidete jedes Jahr einen Gnom als Weihnachtsengel, der ihren Christbaum zierte) aus seiner Starre wieder zu erwachen, doch meist war einer von Ihnen schnell genug, um den Zauber aufrecht zu erhalten. <br />
<br />
Der Abend war schon weit vorangeschritten, als die Jungs, einer nach dem anderen, ins Bett geschickt worden waren. Remus und Arthur saßen noch schweigend im Wohnzimmer, beide mit einem Eierpunch in der Hand und hingen ihren eigenen Gedanken nach. <br />
„Ein ehemaliger Kollege sucht noch jemanden, der ihm beim Binden alter Bücher behilflich sein könnte. Wäre das was für dich?“ fragte er schließlich ziemlich unvermittelt, während sich Molly wieder zu ihnen gesellte. Sie ließ sich in einen großen Ohrensessel fallen und wirklich sehr erledigt.<br />
„Rodrick, meinst du?“ fragte sie neugierig nach und blickte den ebenso zu Remus, der sich noch nicht geäußert hatte.<br />
Ein wildes Toben herrschte unter seiner Oberfläche und ließ den Tag in all seinen grotesken Ausformungen Revue passieren. Schließlich nickte er.<br />
„Danke, Arthur“.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Driving home for christmas (1/1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-131.html</link>
			<pubDate>Mon, 07 Dec 2020 20:04:50 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=6">Reynis</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-131.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N:</span> Nach langer Zeit mal wieder eine Fanfiction, die im Rahmen des Adventskalenders 2020 unter dem Thema "Driving home for christmas" entstanden ist. Concrits Welcome <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" /> <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-size: xx-large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Serif;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">D</span>riving <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">h</span>ome <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">f</span>or <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">c</span>hristmas</span></span></span></div>
<hr class="mycode_hr" />
<br />
Vor dem Fenster des kleinen Cottage rieselten große Schneeflocken zu Boden, die sich nach und nach zu einer ebenen, silbrig glitzernden Decke vereinigten, die den Rasen des kleinen Gartens unter sich bedeckte. Der Winter hatte Einzug in Godrics Hollow gehalten und hüllte das Dorf in ein gezuckertes Kleid. Es war kaum zu glauben, wie friedlich es hier wirkte, wo es doch alles andere als das war. <br />
Die Zeiten waren äußerst dunkel geworden. Kaum ein Tag verging, ohne die Vermisstenmeldung eines liebenden Anverwandten, eine Traueranzeige eines Ordensmitglieds oder Schlagzeilen von Terrorangriffen auf Muggelhotspots. Unsicherheit und Angst lag in der Luft und keiner fühlte sich mehr sicher. Doch ihre Angst machte keinen Halt vor der eigenen Sicherheit. Schlimmer noch als alles andere war das Gefühl, keinem mehr trauen zu dürfen. Jeder konnte in dieser Zeit ein Spion für die eine oder die andere Seite sein (sie wie er es selbst mittlerweile für den Orden geworden war) oder schlimmer noch, unter dem Imperiusfluch stehen. Nur konnte man einem Mensch nicht ansehen, ob und aus welchem Grund er zum Opportunist geworden oder ob er verhext geworden. Vielleicht war aber auch gar nichts von beidem der Fall, sodass man nicht nur Gefahr lief, verraten zu werden, sondern auch mit dem eigenen Misstrauen Beziehungen und Freundschaften zu gefährden.<br />
<br />
Obgleich es Remus in den letzten Monaten, die er im Rudel verbracht hatte, immer schwerer fiel, Dinge zu finden, die ihn bei Kräften hielten, schätzte er sich doch froh, dass es in seinem Leben noch jene Menschen gab, für die sich all das lohnen würde. Das letzte Mal, dass er sich glücklich gefühlt hatte, war allerdings schon eine kleine Ewigkeit her und langsam glaubte er, es nicht mehr wirklich fühlen zu können. Umso wichtiger war dieser Tag. Er musste hier endlich weg. Keinen einzigen Tag hielt es länger in diesem dunklen, kalten Wald aus. Keinen Tag länger wollte er sich weiterhin einer Prüfung nach der anderen unterziehen müssen, mit Hilfe derer ihn Greyback auffliegen lassen wollten. Einen einzigen Tag musste er hier weg und glücklicherweise bot Greyback ihn den richtigen Anreiz: eine Patrouille. Der Gedanke, dass es eine Falle hätte sein können, war auch ihm gekommen. Doch bisher hatte Remus nichts entdecken können – gefolgt war ihm offenbar keiner und eigentlich wunderte es ihn nicht einmal, denn die wenigsten Rudelmitglieder taugten zu mehr, als zum reißen ihrer Beute.  <br />
<br />
So schnell es eben ging, hatte Remus so viel Distanz wie möglich zwischen sich und denn Forest of Dean gebracht. Durch mehrmalige, zufällige Ortswechsel hatte er seine Spur verwischt, ehe er nach Godrics Hollow gekommen waren. Doch selbst hier hätte ihn vermutlich keiner erkannt, sah er dem jungen Zauberer mit den intelligenten Augen, der einst als Vertrauensschüler mit Bestnoten in Hogwarts abgeschlossen hatte schon länger nicht mehr ähnlich. Seine Augenringe war dunkler und tiefer geworden, sein Haar dunkler vom Schmutz, seine Haut fahler, bleicher und gezeichneter von den Narben und den Anstrengungen der Verwandlungen. Erst kürzlich war einer neue Narbe über seinem rechten Augen hinzu gekommen – die Retourcouche eines Betawolfes, der Remus nach wie vor nicht über den Weg traute. <br />
<br />
Remus stellte den Kragen seines Mantels auf, ehe er das kleine Tor vor dem Haus der Potters aufschob und in den weiß geglänzten Vorgarten trat. Als er jedoch vor der kleinen Tür stand, hielt Remus inne. Es war ein merkwürdiges Gefühl, nach Hause zu kommen. Zweifel kochten in ihm auf: Wenn er nun doch aus Eigennutz Gefahr anschleppte? Einige Minuten später kam wieder Leben in seine von Panik erstarrten Knochen und statt zu Klopfen, schlich er um das Haus herum. Eine dumme Idee war das und dennoch warf er hier und da einen Blick durch die von Eisblumen verzierten Fenster. <br />
<br />
Gleich sein erster Blick fiel in das Wohnzimmer des kleinen Cottages. Es wirkte so vertraut, waren sie doch früher oft hier gewesen – auch als Euphemia und Fleamont noch am Leben gewesen waren. Wie sie gemeinsam geflachst und gelacht hatten, um für ein paar Momente die Grausamkeiten des Krieges vergessen zu dürfen.  Doch irgendwie fühlte es sich auch an, als warf er einen Blick in ein altes, ein anderes Leben. Just in diesem Moment vernahm er den gedämpften Schrei eines Säuglings und nur kurz darauf betrat Lily mit einem Spucktuch über der Schulter und Baby Harry auf dem Arm, das Zimmer. Etwas verzweifelt schien sie damit beschäftigt zu sein, ihren Sohn zu beruhigen und lief deshalb wippend durch das kleine Zimmer. <br />
<br />
Ein warmes Lächeln schob sich bei diesem Anblick auf Remus Gesicht. Lily sah trotz allem gut aus – und gesund. Und Harry – sah er ihn nicht gerade zum ersten Mal? Den Sohn seines besten Freundes und der Frau, die er so viele Jahre lang versucht hatte, davon zu überzeugen, dass er doch kein so schlechter Typ war. <br />
Da war es – ein kleiner Lichtblick; etwas Gutes in dunklen Zeiten. <br />
<br />
Remus riss sich von dem Anblick los und lief weiter, um das Haus herum zum nächsten Fenster. Der Trubel drang bereits aus den inneren der Küche heraus, sodass vermutlich sogar die Nachbarn der Potters mitbekamen, dass deren Küche im Chaos versank. Offenbar stand im Kern des Trubels ausgerechnet ein armer, toter Vogel, der in einem mitleidserregend in seinem Bräter lag und von Sirius und James angestarrt wurde, als würde er allein dadurch gar werden. Remus Herz machte einen kleinen Hüpfer als er Sirius anhand seiner wilden Strubelfrisur erkannte, die er neuerdings offenbar unter zur Hilfenahme seines Zauberstabs bändigte. <br />
Wie lange hat er ihn nicht mehr gesehen? <br />
Remus vermochte es kaum mehr zu sagen. <br />
<br />
„Sollten wir nicht… Lily holen?“, fragte eine unsichere, pipsige Stimme vom Küchentisch aus. Erst jetzt fiel Remus auf, dass Peter ja auch noch da war. Manchmal war es beängstigend wie wenig Peter doch auffiel – das hätte ihn von ihnen allen wohl noch zum besten Spion gemacht.  <br />
„Ah pff… wir haben hier ein Rezept. Das schaffen wir“, wunk Sirius ab, ohne sich Peter zu zuwenden. Remus schwante Böses bei der Aussage. Seines Wissens nach, war Kochen weder Sirius noch James Stärke. <br />
Sirius fuhr fort, den Vogel anzustarren.<br />
James auch. <br />
<br />
„Müssen wir da noch was… reinstecken?“ fragte James etwa unsicher und legte den Kopf leicht schief. <br />
„Wir haben immer Pflaumen reingemacht. Und Äpfel!“ fiebte Peter so leise, dass Sirius und James es auf Garantie überhören würden. Ein Babyschrei drang in den Küche, sodass sogar Remus es hören konnte.<br />
„Hier steht was von… Äpfeln… und Backpflaumen. Was beim Merlin sind ‚Backpflaumen‘?“ fragte Sirius zweifelnd, der mittlerweile doch mal die Nase ins Buch gesteckt hatte. Remus schritt weiter zu einer kleinen Tür. Kurz klopfte er und…<br />
<br />
… spürte in nächsten Moment, wie ihn etwas mit großer Wucht im Gesicht traf. Erst bekam  er den brennenden Schmerz seiner Wange mit, dann schmerzenden Kälte und Wassertropfen, die seinen Hals hinab liefen. Kurzum riss Remus die Augen:<br />
Ein Schneeball?<br />
<br />
Überrascht stellte Remus fest, dass es dunkel war… und kalt. Noch ehe sich seine Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt hatte, hörte er den grauenvoll Vielklang eines dreckigen, wiehernden Lachens. Dann traf ihn ein zweiter Schneeball – heftiger noch als vorher. Mühevoll rappelte sich Remus auf und blinzelnde die beiden Todesser böse an, ehe er nicht nur den Schnee, sondern auch seinen Traum abschüttelte. Sauer stellte er den Kragen seines Mantels auf und desapparierte außer Sichtweite der beiden. <br />
Daraufhin rückte er den Zauberstab und flüsterte „Incarcerus“. Aus dem Nichts erschienen einige Seile, die sich fest um Schultern, Arme, Rumpfe, Oberschenkel, Knie und Füße der beiden Schneeballschießer schlingen und sie somit zu Fall brachten. <br />
„Silencio“, schob Remus nach und verhinderte somit alarmierender Schreie. <br />
<br />
Daraufhin desapparierte Remus ein letztes Mal – diesmal nach Godrics Hollow.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N:</span> Nach langer Zeit mal wieder eine Fanfiction, die im Rahmen des Adventskalenders 2020 unter dem Thema "Driving home for christmas" entstanden ist. Concrits Welcome <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" /> <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-size: xx-large;" class="mycode_size"><span style="font-family: Serif;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">D</span>riving <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">h</span>ome <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">f</span>or <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">c</span>hristmas</span></span></span></div>
<hr class="mycode_hr" />
<br />
Vor dem Fenster des kleinen Cottage rieselten große Schneeflocken zu Boden, die sich nach und nach zu einer ebenen, silbrig glitzernden Decke vereinigten, die den Rasen des kleinen Gartens unter sich bedeckte. Der Winter hatte Einzug in Godrics Hollow gehalten und hüllte das Dorf in ein gezuckertes Kleid. Es war kaum zu glauben, wie friedlich es hier wirkte, wo es doch alles andere als das war. <br />
Die Zeiten waren äußerst dunkel geworden. Kaum ein Tag verging, ohne die Vermisstenmeldung eines liebenden Anverwandten, eine Traueranzeige eines Ordensmitglieds oder Schlagzeilen von Terrorangriffen auf Muggelhotspots. Unsicherheit und Angst lag in der Luft und keiner fühlte sich mehr sicher. Doch ihre Angst machte keinen Halt vor der eigenen Sicherheit. Schlimmer noch als alles andere war das Gefühl, keinem mehr trauen zu dürfen. Jeder konnte in dieser Zeit ein Spion für die eine oder die andere Seite sein (sie wie er es selbst mittlerweile für den Orden geworden war) oder schlimmer noch, unter dem Imperiusfluch stehen. Nur konnte man einem Mensch nicht ansehen, ob und aus welchem Grund er zum Opportunist geworden oder ob er verhext geworden. Vielleicht war aber auch gar nichts von beidem der Fall, sodass man nicht nur Gefahr lief, verraten zu werden, sondern auch mit dem eigenen Misstrauen Beziehungen und Freundschaften zu gefährden.<br />
<br />
Obgleich es Remus in den letzten Monaten, die er im Rudel verbracht hatte, immer schwerer fiel, Dinge zu finden, die ihn bei Kräften hielten, schätzte er sich doch froh, dass es in seinem Leben noch jene Menschen gab, für die sich all das lohnen würde. Das letzte Mal, dass er sich glücklich gefühlt hatte, war allerdings schon eine kleine Ewigkeit her und langsam glaubte er, es nicht mehr wirklich fühlen zu können. Umso wichtiger war dieser Tag. Er musste hier endlich weg. Keinen einzigen Tag hielt es länger in diesem dunklen, kalten Wald aus. Keinen Tag länger wollte er sich weiterhin einer Prüfung nach der anderen unterziehen müssen, mit Hilfe derer ihn Greyback auffliegen lassen wollten. Einen einzigen Tag musste er hier weg und glücklicherweise bot Greyback ihn den richtigen Anreiz: eine Patrouille. Der Gedanke, dass es eine Falle hätte sein können, war auch ihm gekommen. Doch bisher hatte Remus nichts entdecken können – gefolgt war ihm offenbar keiner und eigentlich wunderte es ihn nicht einmal, denn die wenigsten Rudelmitglieder taugten zu mehr, als zum reißen ihrer Beute.  <br />
<br />
So schnell es eben ging, hatte Remus so viel Distanz wie möglich zwischen sich und denn Forest of Dean gebracht. Durch mehrmalige, zufällige Ortswechsel hatte er seine Spur verwischt, ehe er nach Godrics Hollow gekommen waren. Doch selbst hier hätte ihn vermutlich keiner erkannt, sah er dem jungen Zauberer mit den intelligenten Augen, der einst als Vertrauensschüler mit Bestnoten in Hogwarts abgeschlossen hatte schon länger nicht mehr ähnlich. Seine Augenringe war dunkler und tiefer geworden, sein Haar dunkler vom Schmutz, seine Haut fahler, bleicher und gezeichneter von den Narben und den Anstrengungen der Verwandlungen. Erst kürzlich war einer neue Narbe über seinem rechten Augen hinzu gekommen – die Retourcouche eines Betawolfes, der Remus nach wie vor nicht über den Weg traute. <br />
<br />
Remus stellte den Kragen seines Mantels auf, ehe er das kleine Tor vor dem Haus der Potters aufschob und in den weiß geglänzten Vorgarten trat. Als er jedoch vor der kleinen Tür stand, hielt Remus inne. Es war ein merkwürdiges Gefühl, nach Hause zu kommen. Zweifel kochten in ihm auf: Wenn er nun doch aus Eigennutz Gefahr anschleppte? Einige Minuten später kam wieder Leben in seine von Panik erstarrten Knochen und statt zu Klopfen, schlich er um das Haus herum. Eine dumme Idee war das und dennoch warf er hier und da einen Blick durch die von Eisblumen verzierten Fenster. <br />
<br />
Gleich sein erster Blick fiel in das Wohnzimmer des kleinen Cottages. Es wirkte so vertraut, waren sie doch früher oft hier gewesen – auch als Euphemia und Fleamont noch am Leben gewesen waren. Wie sie gemeinsam geflachst und gelacht hatten, um für ein paar Momente die Grausamkeiten des Krieges vergessen zu dürfen.  Doch irgendwie fühlte es sich auch an, als warf er einen Blick in ein altes, ein anderes Leben. Just in diesem Moment vernahm er den gedämpften Schrei eines Säuglings und nur kurz darauf betrat Lily mit einem Spucktuch über der Schulter und Baby Harry auf dem Arm, das Zimmer. Etwas verzweifelt schien sie damit beschäftigt zu sein, ihren Sohn zu beruhigen und lief deshalb wippend durch das kleine Zimmer. <br />
<br />
Ein warmes Lächeln schob sich bei diesem Anblick auf Remus Gesicht. Lily sah trotz allem gut aus – und gesund. Und Harry – sah er ihn nicht gerade zum ersten Mal? Den Sohn seines besten Freundes und der Frau, die er so viele Jahre lang versucht hatte, davon zu überzeugen, dass er doch kein so schlechter Typ war. <br />
Da war es – ein kleiner Lichtblick; etwas Gutes in dunklen Zeiten. <br />
<br />
Remus riss sich von dem Anblick los und lief weiter, um das Haus herum zum nächsten Fenster. Der Trubel drang bereits aus den inneren der Küche heraus, sodass vermutlich sogar die Nachbarn der Potters mitbekamen, dass deren Küche im Chaos versank. Offenbar stand im Kern des Trubels ausgerechnet ein armer, toter Vogel, der in einem mitleidserregend in seinem Bräter lag und von Sirius und James angestarrt wurde, als würde er allein dadurch gar werden. Remus Herz machte einen kleinen Hüpfer als er Sirius anhand seiner wilden Strubelfrisur erkannte, die er neuerdings offenbar unter zur Hilfenahme seines Zauberstabs bändigte. <br />
Wie lange hat er ihn nicht mehr gesehen? <br />
Remus vermochte es kaum mehr zu sagen. <br />
<br />
„Sollten wir nicht… Lily holen?“, fragte eine unsichere, pipsige Stimme vom Küchentisch aus. Erst jetzt fiel Remus auf, dass Peter ja auch noch da war. Manchmal war es beängstigend wie wenig Peter doch auffiel – das hätte ihn von ihnen allen wohl noch zum besten Spion gemacht.  <br />
„Ah pff… wir haben hier ein Rezept. Das schaffen wir“, wunk Sirius ab, ohne sich Peter zu zuwenden. Remus schwante Böses bei der Aussage. Seines Wissens nach, war Kochen weder Sirius noch James Stärke. <br />
Sirius fuhr fort, den Vogel anzustarren.<br />
James auch. <br />
<br />
„Müssen wir da noch was… reinstecken?“ fragte James etwa unsicher und legte den Kopf leicht schief. <br />
„Wir haben immer Pflaumen reingemacht. Und Äpfel!“ fiebte Peter so leise, dass Sirius und James es auf Garantie überhören würden. Ein Babyschrei drang in den Küche, sodass sogar Remus es hören konnte.<br />
„Hier steht was von… Äpfeln… und Backpflaumen. Was beim Merlin sind ‚Backpflaumen‘?“ fragte Sirius zweifelnd, der mittlerweile doch mal die Nase ins Buch gesteckt hatte. Remus schritt weiter zu einer kleinen Tür. Kurz klopfte er und…<br />
<br />
… spürte in nächsten Moment, wie ihn etwas mit großer Wucht im Gesicht traf. Erst bekam  er den brennenden Schmerz seiner Wange mit, dann schmerzenden Kälte und Wassertropfen, die seinen Hals hinab liefen. Kurzum riss Remus die Augen:<br />
Ein Schneeball?<br />
<br />
Überrascht stellte Remus fest, dass es dunkel war… und kalt. Noch ehe sich seine Augen an die Lichtverhältnisse gewöhnt hatte, hörte er den grauenvoll Vielklang eines dreckigen, wiehernden Lachens. Dann traf ihn ein zweiter Schneeball – heftiger noch als vorher. Mühevoll rappelte sich Remus auf und blinzelnde die beiden Todesser böse an, ehe er nicht nur den Schnee, sondern auch seinen Traum abschüttelte. Sauer stellte er den Kragen seines Mantels auf und desapparierte außer Sichtweite der beiden. <br />
Daraufhin rückte er den Zauberstab und flüsterte „Incarcerus“. Aus dem Nichts erschienen einige Seile, die sich fest um Schultern, Arme, Rumpfe, Oberschenkel, Knie und Füße der beiden Schneeballschießer schlingen und sie somit zu Fall brachten. <br />
„Silencio“, schob Remus nach und verhinderte somit alarmierender Schreie. <br />
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Daraufhin desapparierte Remus ein letztes Mal – diesmal nach Godrics Hollow.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Geheimmission um Mitternacht - Teil 1/1]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-126.html</link>
			<pubDate>Tue, 01 Dec 2020 10:40:00 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=5">Estefania</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-126.html</guid>
			<description><![CDATA[Dann kommt hier nun also mein Beitrag zum Adventskalender 2020.<br />
Ich hoffe, Ihr habt Spaß beim Lesen.  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /> <br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">Geheimmission um Mitternacht</span></span></div>
<br />
 <br />
Es war still im Haus. Und dunkel. Einzig der am sternenklaren Nachthimmel leuchtende Vollmond warf seine Strahlen in ein Zimmer. Darin standen zwei Betten. Eines auf der linken Seite des Fensters, das andere auf der Rechten. Das Bett auf der linken Seite war leer. Die Decke war zurückgeschlagen worden, das Laken zerknittert.<br />
 <br />
Im anderen Bett zeichneten sich die Silhouetten zweier Mädchen ab. Mit geöffneten Augen lagen sie da. Still und hochkonzentriert. Ganz offensichtlich warteten sie auf etwas. Ein braunes und ein grünes Augenpaar starrten jeweils gebannt zu der lediglich angelehnten Zimmertür, durch die das Ticken der großen Standuhr zu vernehmen war, welche unten im Wohnzimmer die Zeit verkündete. ‚Tick-Tack-Tick-Tack-Tick‘ „Wie lange denn noch?“, flüsterte die Kleinere der beiden. „Pst“, kam es lediglich als Antwort und eine beleidigte Schnute wurde gezogen.<br />
 <br />
Wie lange genau sie noch warten mussten, konnte im Nachhinein keine der Schwestern sagen. Doch irgendwann war es so weit. Das ständige Ticken der Uhr wurde abgelöst durch das dunkle Gongen, welches insgesamt 12x ertönte und den beiden somit verkündete, dass das Warten ein Ende hatte. Es war Mitternacht. Ganz sicher würde der Weihnachtsmann nun bald durch ihren Kamin rutschen und die beiden Strümpfe füllen, welche am Abend mit größter Sorgfalt an dessen Sims aufgehangen wurden. Und die unterschiedlichsten Fragen hatten die Schwestern diesbezüglich bereits beschäftigt. Darunter auch die Folgende:  Hatte der Weihnachtsmann wirklich so einen dicken Bauch? Und wenn ja: Wie konnte er dann durch den Kamin passen? Würde er da nicht stecken bleiben? So breit war doch der Kamin in diesem Haus gar nicht. Oder? Doch auch, wenn die Mädchen bei dem Gedanken an einen in ihrem Kamin stecken gebliebenen Weihnachtsmannes kichern mussten, hatten sie doch im Endeffekt beschlossen, ihm zu helfen.<br />
 <br />
Und wer die Mission „Hilf dem Weihnachtsmann“ an Christmas Eve beim Zubettgehen im Kopf hatte, konnte es sich natürlich nicht leisten, die Augen zuzutun und einfach einzuschlafen. Nicht auszudenken, wenn der Arme sonst die ganze Nacht dort stecken würde und alle anderen Kinder deswegen am Christmas Day ihre leeren Strümpfe vorfinden würden. Nein. Da musste man wach bleiben. Und aufstehen. Selbst, wenn es mitten in der Nacht war.<br />
 <br />
Folglich standen rasch zwei nackte Fußpaare auf dem Teppich vor dem Bett, bevor sie sich in Bewegung setzten. Doch bevor es hinaus auf den Flur gehen würde, kramte die Jüngere noch in ihrer Spielzeugkiste. Daraus brachte sie nur wenige Augenblicke später einen schwarzen Plastikstab mit weißer Spitze zum Vorschein, dessen Anblick ihre Schwester dazu veranlasste, die Augen zu verdrehen. „Sei nicht albern, Lily“. Der Zauberstab gehörte zu einem Zauberkasten, den die Eltern ihrer jüngsten Tochter zum Geburtstag geschenkt hatten, seit sie so sehr von den Zaubertricks schwärmte, von denen ihr neuer Freund aus der Nachbarschaft ständig erzählte.<br />
 <br />
Und dann, endlich, verließen die beiden ihr Zimmer. Hand in Hand, sich vorsichtig mit nackten Füßen über den Boden tastend. Das Mondlicht musste ausreichen. Würden sie die Lampen anknipsen, würden sie ihre Eltern aufwecken und dann wären sie schneller wieder in ihren Betten, als ihnen lieb war. Also: „Schsch“, kam es von Petunia, als sie hörte, wie hinter ihr die Treppenstufe knarrte, welche Lily soeben betreten hatte. Warnend den Zeigefinger auf die Lippen gelegt, drehte sie sich zu ihrer Schwester herum, die sich gleichzeitig eine Hand vor den Mund hielt, als würde dies das Holz unter ihren Füßen daran hindern, verräterisch zu knarzen.<br />
 <br />
En prüfender Blick zur Schlafzimmertür der Eltern folgte und beide atmeten erleichtert aus. Nichts regte sich dort. Also konnten sie weiter gehen. Die Treppe hinunter und ab ins Wohnzimmer. Zum Glück hatte Petunia sich schon in der Vergangenheit sehr gut gemerkt, an welchen Stellen das Betreten der Treppenstufen vermieden werden sollte, denn sie schlich sich gerne in der Nacht heimlich in die Küche, um sich dort Schokolade aus dem Vorratsschrank zu stibitzen. Also konnte sie Lily sehr genau anweisen, wohin sie zu treten hatte.<br />
 <br />
Im Kamin war das Feuer bereits abgebrannt. Zum Glück. Aber wahrscheinlich kam der Weihnachtsmann auch deswegen immer erst später in der Nacht. Er war ja schließlich nicht dumm. „Ich hab Hunger“, gestand Lily nach einem Blick auf den Teller mit den selbst gebackenen Keksen, die sie eigentlich als Wegzehrung neben dem Glas Milch und der Schüssel mit Möhren auf dem Wohnzimmertisch bereitgestellt hatten. Und schon langte sie zu. Eine Hand voll Kekse – eine kleine Kinderhand wohlgemerkt – würde wohl nicht auffallen, wenn sie fehlen würde.<br />
 <br />
Der erste Keks wanderte auch sogleich in Lilys Mund. Mit einem genießerischen „Mmmmh“ wurde er weg geknuspert, während ein paar Krümel davon zu Boden fielen. „Lily. Sieh nur“. Petunia hatte sie angestupst und deutete sogleich mit dem Finger in Richtung des Wohnzimmerfensters, an dem sie gerade noch eine dunkle Gestalt vorbei huschen sah. Mit großen Augen starrten beide nach draußen, wo dicke, weiße Schneeflocken zu Boden rieselten. „Der Weihnachtsmann“, hauchte Lily und legte schnell die noch nicht angeknabberten Kekse wieder zurück auf den Teller. Klopfte sich beide Hände an ihrem Nachthemd ab und stolperte im nächsten Augenblick in Richtung des Weihnachtsbaumes. Petunia hatte sie dorthin gezogen. Sie mussten sich verstecken. Der Weihnachtsmann durfte doch nicht wissen, dass sie noch wach waren.<br />
 <br />
Die Nadeln des Tannenbaumes pieksten schmerzhaft an den nackten Beinen, während die Schwestern sich in die kleine Ecke dahinter drückten. Doch da mussten sie wohl durch und sie blieben tapfer lautlos sitzen, als sie hörten, dass sich die Haustür öffnete. Fragende Blicke wurden ausgetauscht, als auch schon schwere Schritte ins Wohnzimmer stampften. Lily hielt ihren Zauberstab fest umklammert und starrte mit großen Augen auf die schwarzen Stiefel, die sich dem Baum näherten, auf halbem Weg stehen blieben und gleich darauf wieder näher herantraten. „So, so“, sagte eine dunkle Stimme, die den Schwestern irgendwie bekannt vorkam. Ein paar herunter gefallene Kekskrümel knirschten unter den schweren Schritten. Immer weiter drängten sich Petunia und Lily in der kleinen Ecke zusammen, Hand in Hand und den Atem anhaltend. Zu spät bemerkte Petunia, dass ihr nackter Fuss noch hinter dem Baum hervor lugte und zog ihn schnell zurück. <br />
 <br />
 „Petty? Lils? Raus da“.<br />
Langsam, umständlich und hier und da mit einem „Autsch“ begleitet, krabbelten die Schwestern aus ihrem pieksigen Versteck heraus, richteten sich auf und sahen sich ihrem Vater gegenüber. Mit strengem Blick, die Hände hinter dem Rücken versteckt, bedachte er die beiden in Erwartung einer Erklärung. „Wir wollten doch nur auf den Weihnachtsmann warten, damit wir ihm helfen können, falls er in unserem Kamin stecken bleibt“, erklärte Lily bitterernst, während Petunia nickte. Beide Augen ihres Vaters wanderten bezüglich dieser Erklärung in die Höhe, sein linker Mundwinkel zuckte kaum merklich. „Ah ja. Und da dachtet Ihr, Ihr zaubert ihn dann frei“, schlussfolgerte er mit einem Blick auf den Zauberstab, den Lily immer noch in ihrer Hand hielt. Die Kleine nickte mit fest aufeinander gepressten Lippen. Stille entstand, während der Vater so tat, als müsse er überlegen. Nichts weiter als das Ticken der Standuhr war zu hören, bis er endlich wieder sprach. „Nun. Ich mache Euch einen Vorschlag. Ich bleibe hier und passe auf den Weihnachtsmann auf, während Ihr wieder schlafen geht. Ihr müsst doch morgen fit sein“. Das ließen sich Petty und Lils nicht zweimal sagen und schon huschten sie aus dem Wohnzimmer hinaus, die Treppe hinauf und ab in ihr Zimmer. „Hoffentlich stecken morgen früh nicht beide im Kamin fest“, sorgte sich Lily und nach einem kurzen Blickwechsel huschten sie kichernd in ihre Betten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Dann kommt hier nun also mein Beitrag zum Adventskalender 2020.<br />
Ich hoffe, Ihr habt Spaß beim Lesen.  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /> <br />
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<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">Geheimmission um Mitternacht</span></span></div>
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 <br />
Es war still im Haus. Und dunkel. Einzig der am sternenklaren Nachthimmel leuchtende Vollmond warf seine Strahlen in ein Zimmer. Darin standen zwei Betten. Eines auf der linken Seite des Fensters, das andere auf der Rechten. Das Bett auf der linken Seite war leer. Die Decke war zurückgeschlagen worden, das Laken zerknittert.<br />
 <br />
Im anderen Bett zeichneten sich die Silhouetten zweier Mädchen ab. Mit geöffneten Augen lagen sie da. Still und hochkonzentriert. Ganz offensichtlich warteten sie auf etwas. Ein braunes und ein grünes Augenpaar starrten jeweils gebannt zu der lediglich angelehnten Zimmertür, durch die das Ticken der großen Standuhr zu vernehmen war, welche unten im Wohnzimmer die Zeit verkündete. ‚Tick-Tack-Tick-Tack-Tick‘ „Wie lange denn noch?“, flüsterte die Kleinere der beiden. „Pst“, kam es lediglich als Antwort und eine beleidigte Schnute wurde gezogen.<br />
 <br />
Wie lange genau sie noch warten mussten, konnte im Nachhinein keine der Schwestern sagen. Doch irgendwann war es so weit. Das ständige Ticken der Uhr wurde abgelöst durch das dunkle Gongen, welches insgesamt 12x ertönte und den beiden somit verkündete, dass das Warten ein Ende hatte. Es war Mitternacht. Ganz sicher würde der Weihnachtsmann nun bald durch ihren Kamin rutschen und die beiden Strümpfe füllen, welche am Abend mit größter Sorgfalt an dessen Sims aufgehangen wurden. Und die unterschiedlichsten Fragen hatten die Schwestern diesbezüglich bereits beschäftigt. Darunter auch die Folgende:  Hatte der Weihnachtsmann wirklich so einen dicken Bauch? Und wenn ja: Wie konnte er dann durch den Kamin passen? Würde er da nicht stecken bleiben? So breit war doch der Kamin in diesem Haus gar nicht. Oder? Doch auch, wenn die Mädchen bei dem Gedanken an einen in ihrem Kamin stecken gebliebenen Weihnachtsmannes kichern mussten, hatten sie doch im Endeffekt beschlossen, ihm zu helfen.<br />
 <br />
Und wer die Mission „Hilf dem Weihnachtsmann“ an Christmas Eve beim Zubettgehen im Kopf hatte, konnte es sich natürlich nicht leisten, die Augen zuzutun und einfach einzuschlafen. Nicht auszudenken, wenn der Arme sonst die ganze Nacht dort stecken würde und alle anderen Kinder deswegen am Christmas Day ihre leeren Strümpfe vorfinden würden. Nein. Da musste man wach bleiben. Und aufstehen. Selbst, wenn es mitten in der Nacht war.<br />
 <br />
Folglich standen rasch zwei nackte Fußpaare auf dem Teppich vor dem Bett, bevor sie sich in Bewegung setzten. Doch bevor es hinaus auf den Flur gehen würde, kramte die Jüngere noch in ihrer Spielzeugkiste. Daraus brachte sie nur wenige Augenblicke später einen schwarzen Plastikstab mit weißer Spitze zum Vorschein, dessen Anblick ihre Schwester dazu veranlasste, die Augen zu verdrehen. „Sei nicht albern, Lily“. Der Zauberstab gehörte zu einem Zauberkasten, den die Eltern ihrer jüngsten Tochter zum Geburtstag geschenkt hatten, seit sie so sehr von den Zaubertricks schwärmte, von denen ihr neuer Freund aus der Nachbarschaft ständig erzählte.<br />
 <br />
Und dann, endlich, verließen die beiden ihr Zimmer. Hand in Hand, sich vorsichtig mit nackten Füßen über den Boden tastend. Das Mondlicht musste ausreichen. Würden sie die Lampen anknipsen, würden sie ihre Eltern aufwecken und dann wären sie schneller wieder in ihren Betten, als ihnen lieb war. Also: „Schsch“, kam es von Petunia, als sie hörte, wie hinter ihr die Treppenstufe knarrte, welche Lily soeben betreten hatte. Warnend den Zeigefinger auf die Lippen gelegt, drehte sie sich zu ihrer Schwester herum, die sich gleichzeitig eine Hand vor den Mund hielt, als würde dies das Holz unter ihren Füßen daran hindern, verräterisch zu knarzen.<br />
 <br />
En prüfender Blick zur Schlafzimmertür der Eltern folgte und beide atmeten erleichtert aus. Nichts regte sich dort. Also konnten sie weiter gehen. Die Treppe hinunter und ab ins Wohnzimmer. Zum Glück hatte Petunia sich schon in der Vergangenheit sehr gut gemerkt, an welchen Stellen das Betreten der Treppenstufen vermieden werden sollte, denn sie schlich sich gerne in der Nacht heimlich in die Küche, um sich dort Schokolade aus dem Vorratsschrank zu stibitzen. Also konnte sie Lily sehr genau anweisen, wohin sie zu treten hatte.<br />
 <br />
Im Kamin war das Feuer bereits abgebrannt. Zum Glück. Aber wahrscheinlich kam der Weihnachtsmann auch deswegen immer erst später in der Nacht. Er war ja schließlich nicht dumm. „Ich hab Hunger“, gestand Lily nach einem Blick auf den Teller mit den selbst gebackenen Keksen, die sie eigentlich als Wegzehrung neben dem Glas Milch und der Schüssel mit Möhren auf dem Wohnzimmertisch bereitgestellt hatten. Und schon langte sie zu. Eine Hand voll Kekse – eine kleine Kinderhand wohlgemerkt – würde wohl nicht auffallen, wenn sie fehlen würde.<br />
 <br />
Der erste Keks wanderte auch sogleich in Lilys Mund. Mit einem genießerischen „Mmmmh“ wurde er weg geknuspert, während ein paar Krümel davon zu Boden fielen. „Lily. Sieh nur“. Petunia hatte sie angestupst und deutete sogleich mit dem Finger in Richtung des Wohnzimmerfensters, an dem sie gerade noch eine dunkle Gestalt vorbei huschen sah. Mit großen Augen starrten beide nach draußen, wo dicke, weiße Schneeflocken zu Boden rieselten. „Der Weihnachtsmann“, hauchte Lily und legte schnell die noch nicht angeknabberten Kekse wieder zurück auf den Teller. Klopfte sich beide Hände an ihrem Nachthemd ab und stolperte im nächsten Augenblick in Richtung des Weihnachtsbaumes. Petunia hatte sie dorthin gezogen. Sie mussten sich verstecken. Der Weihnachtsmann durfte doch nicht wissen, dass sie noch wach waren.<br />
 <br />
Die Nadeln des Tannenbaumes pieksten schmerzhaft an den nackten Beinen, während die Schwestern sich in die kleine Ecke dahinter drückten. Doch da mussten sie wohl durch und sie blieben tapfer lautlos sitzen, als sie hörten, dass sich die Haustür öffnete. Fragende Blicke wurden ausgetauscht, als auch schon schwere Schritte ins Wohnzimmer stampften. Lily hielt ihren Zauberstab fest umklammert und starrte mit großen Augen auf die schwarzen Stiefel, die sich dem Baum näherten, auf halbem Weg stehen blieben und gleich darauf wieder näher herantraten. „So, so“, sagte eine dunkle Stimme, die den Schwestern irgendwie bekannt vorkam. Ein paar herunter gefallene Kekskrümel knirschten unter den schweren Schritten. Immer weiter drängten sich Petunia und Lily in der kleinen Ecke zusammen, Hand in Hand und den Atem anhaltend. Zu spät bemerkte Petunia, dass ihr nackter Fuss noch hinter dem Baum hervor lugte und zog ihn schnell zurück. <br />
 <br />
 „Petty? Lils? Raus da“.<br />
Langsam, umständlich und hier und da mit einem „Autsch“ begleitet, krabbelten die Schwestern aus ihrem pieksigen Versteck heraus, richteten sich auf und sahen sich ihrem Vater gegenüber. Mit strengem Blick, die Hände hinter dem Rücken versteckt, bedachte er die beiden in Erwartung einer Erklärung. „Wir wollten doch nur auf den Weihnachtsmann warten, damit wir ihm helfen können, falls er in unserem Kamin stecken bleibt“, erklärte Lily bitterernst, während Petunia nickte. Beide Augen ihres Vaters wanderten bezüglich dieser Erklärung in die Höhe, sein linker Mundwinkel zuckte kaum merklich. „Ah ja. Und da dachtet Ihr, Ihr zaubert ihn dann frei“, schlussfolgerte er mit einem Blick auf den Zauberstab, den Lily immer noch in ihrer Hand hielt. Die Kleine nickte mit fest aufeinander gepressten Lippen. Stille entstand, während der Vater so tat, als müsse er überlegen. Nichts weiter als das Ticken der Standuhr war zu hören, bis er endlich wieder sprach. „Nun. Ich mache Euch einen Vorschlag. Ich bleibe hier und passe auf den Weihnachtsmann auf, während Ihr wieder schlafen geht. Ihr müsst doch morgen fit sein“. Das ließen sich Petty und Lils nicht zweimal sagen und schon huschten sie aus dem Wohnzimmer hinaus, die Treppe hinauf und ab in ihr Zimmer. „Hoffentlich stecken morgen früh nicht beide im Kamin fest“, sorgte sich Lily und nach einem kurzen Blickwechsel huschten sie kichernd in ihre Betten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Schwarzweiß (1/1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-118.html</link>
			<pubDate>Sat, 03 Oct 2020 23:21:04 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-118.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">A/N: Und noch eins für den <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=112" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Tropetober</a> zu meinem persönlichen Hass-Tropus: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Soulmates AU</span>. Trotzdem hat es ehrlicherweise auch mal Spaß gemacht, so etwas zu schreiben, besonders weil ich so nah wie möglich am Canon bleiben wollte dabei. Herausgekommen ist ziemlicher Fluff. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /></span><br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Schwarzweiß</span></span></div>
<br />
Als Lily zum ersten Mal in Farbe sah, war sie gerade von einer tobenden Gruppe Jungs umgerempelt worden. Severus, der neben ihr gegangen war, half ihr dabei, ihre Bücher wieder aufzusammeln. Dass sein Schal grün war fiel ihr nach so langer Freundschaft mit ihm zum ersten Mal auf. Ihr eigener war dunkelrot, was ihre Haare leuchten ließ.<br />
<br />
Sie entdeckte, dass Professor McGonagalls Roben meistens eher gedeckte Farben hatten; dagegen die von Professor Dumbledores eher leuchtende. Sie entdeckte, dass sie das Grün frischer Blätter liebte und sie hatte die Vermutung, dass das Schicksal Spinnen vergessen hatte, denn die waren immer noch dunkelgrau.<br />
<br />
Dass sie nicht wusste, wer in ihrer Nähe denn nun ihr Seelenverwandter war, war ihr mit elf Jahren herzlich egal.<br />
<br />
Als ausgerechnet der Arroganzling Potter sie auf den Kupferschein ihrer Haare in der Herbstsonne ansprach, verdrehte Lily nur die Augen und ging weiter, bis sie mit ihren Freundinnen im Schatten saß. Trotzdem fragte sie sich natürlich, wer bei ihm wohl ausgelöst hatte, dass er Farben sah. Vermutlich Isabella Marks, mit der Filch ihn wohl schon mehrmals knutschend erwischt haben musste. Gut für ihn; Isabella war sehr nett.<br />
<br />
Severus schien nach wie vor schwarzweiß zu sehen. Auf die leuchtenden Farben des Herbstlaubs im Verbotenen Wald oder die lustige Farbe seines Zaubertranks angesprochen, zuckte er nur die Schultern. Lily merkte, wie er immer öfter verbittert reagierte, also versuchte sie ihm gegenüber das Thema Farben so gut sie nur konnte zu vermeiden.<br />
<br />
Es ärgerte sie, dass sie mit 13 immer noch nicht herausgefunden hatte, wer denn nun ihr Seelenverwandter war und warum er sie denn noch nicht darauf angesprochen hatte. Aber vielleicht wusste er es selber noch nicht?<br />
<br />
Als ausgerechnet Severus Lily vorwarf, dass sie ihm ihre Farbsicht ja vielleicht nur vorlog um bei ihren Freundinnen besser dazustehen und angeben zu können, wurde ihrer beider Freundschaft noch angespannter als sie sowieso schon war. Es brauchte nicht mehr viel – und als er sie Schlammblut nannte, war es mehr als zu viel. Lily ließ Severus wissen, dass er doch noch nicht einmal eine Ahnung hatte, welche Farbe Schlamm hatte.<br />
<br />
Nachts lag sie wach, ihre Gedanken hier und dort hin schweifend. Sie setzte sich ans Fenster und sah hinaus ins dunkle Blau der Nacht und hinauf zum klaren Himmel, an dem die Sterne rot, blau und gelb funkelten. Ein Rascheln lenkte ihre Aufmerksamkeit zurück zur Erde. Ein junger Hirsch hatte sich sehr weit aus dem Wald gewagt und sah zu ihrem Fenster hinauf. Trotz der Dunkelheit konnte sie seine rotbräunliche Fellzeichnung sehen – es war das schönste Exemplar, das sie je gesehen hatte.<br />
<br />
Sie sah „ihren“ Hirsch noch öfter auf dem Schlossgelände. Und jedes Mal spürte sie, dass er sie genauso sah wie sie ihn. Vielleicht könnte sie ja einfach dieses wunderschöne Tier lieben und auf ihm in den Sonnenuntergang reiten.<br />
<br />
Als sie zu Weihnachten ein Gedicht bekam, das ihre strahlend grünen Augen erwähnte, staunte sie nicht schlecht. Nicht wegen der Augen; für die konnte sie nichts, auch wenn sie inzwischen wusste, wie selten diese Augenfarbe war. Sondern weil das Gedicht Dinge an ihr hervorhob, die ihr selbst noch nicht aufgefallen waren: Wie ihr Lächeln ganz unbewusst breiter wurde, wenn es Armen Ritter zu essen gab. Wie ihre Augen strahlten, wenn sie jüngeren Mitschülern helfen konnte. Wie geschickt sie sich mit ihrem Zauberstab kurzerhand die Haare hochsteckte, wann immer ein Zaubertrank kompliziert genug war, dass er ihre ganze Aufmerksamkeit verlangte. Wie leidenschaftlich sie in Muggelkunde erzählte und argumentierte.<br />
<br />
Aber am allermeisten staunte sie darüber, als das Gedicht sagte, dass der Verfasser damals im ersten Schuljahr in sie hinein gelaufen war. Und dass er seitdem Zeuge werden durfte, wie unterschiedlich Lily doch erröten konnte – wenn sie verlegen war oder wütend oder ertappt oder stolz.<br />
<br />
Mit 17 erfuhr sie also, dass James Potter nicht nur sich selbst sah. Und dass sie es war, wegen der er schon seit so langer Zeit Farben sah. Genauso wie sie wegen ihm.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">A/N: Und noch eins für den <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=112" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Tropetober</a> zu meinem persönlichen Hass-Tropus: <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Soulmates AU</span>. Trotzdem hat es ehrlicherweise auch mal Spaß gemacht, so etwas zu schreiben, besonders weil ich so nah wie möglich am Canon bleiben wollte dabei. Herausgekommen ist ziemlicher Fluff. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/wink.png" alt="Wink" title="Wink" class="smilie smilie_2" /></span><br />
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<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Schwarzweiß</span></span></div>
<br />
Als Lily zum ersten Mal in Farbe sah, war sie gerade von einer tobenden Gruppe Jungs umgerempelt worden. Severus, der neben ihr gegangen war, half ihr dabei, ihre Bücher wieder aufzusammeln. Dass sein Schal grün war fiel ihr nach so langer Freundschaft mit ihm zum ersten Mal auf. Ihr eigener war dunkelrot, was ihre Haare leuchten ließ.<br />
<br />
Sie entdeckte, dass Professor McGonagalls Roben meistens eher gedeckte Farben hatten; dagegen die von Professor Dumbledores eher leuchtende. Sie entdeckte, dass sie das Grün frischer Blätter liebte und sie hatte die Vermutung, dass das Schicksal Spinnen vergessen hatte, denn die waren immer noch dunkelgrau.<br />
<br />
Dass sie nicht wusste, wer in ihrer Nähe denn nun ihr Seelenverwandter war, war ihr mit elf Jahren herzlich egal.<br />
<br />
Als ausgerechnet der Arroganzling Potter sie auf den Kupferschein ihrer Haare in der Herbstsonne ansprach, verdrehte Lily nur die Augen und ging weiter, bis sie mit ihren Freundinnen im Schatten saß. Trotzdem fragte sie sich natürlich, wer bei ihm wohl ausgelöst hatte, dass er Farben sah. Vermutlich Isabella Marks, mit der Filch ihn wohl schon mehrmals knutschend erwischt haben musste. Gut für ihn; Isabella war sehr nett.<br />
<br />
Severus schien nach wie vor schwarzweiß zu sehen. Auf die leuchtenden Farben des Herbstlaubs im Verbotenen Wald oder die lustige Farbe seines Zaubertranks angesprochen, zuckte er nur die Schultern. Lily merkte, wie er immer öfter verbittert reagierte, also versuchte sie ihm gegenüber das Thema Farben so gut sie nur konnte zu vermeiden.<br />
<br />
Es ärgerte sie, dass sie mit 13 immer noch nicht herausgefunden hatte, wer denn nun ihr Seelenverwandter war und warum er sie denn noch nicht darauf angesprochen hatte. Aber vielleicht wusste er es selber noch nicht?<br />
<br />
Als ausgerechnet Severus Lily vorwarf, dass sie ihm ihre Farbsicht ja vielleicht nur vorlog um bei ihren Freundinnen besser dazustehen und angeben zu können, wurde ihrer beider Freundschaft noch angespannter als sie sowieso schon war. Es brauchte nicht mehr viel – und als er sie Schlammblut nannte, war es mehr als zu viel. Lily ließ Severus wissen, dass er doch noch nicht einmal eine Ahnung hatte, welche Farbe Schlamm hatte.<br />
<br />
Nachts lag sie wach, ihre Gedanken hier und dort hin schweifend. Sie setzte sich ans Fenster und sah hinaus ins dunkle Blau der Nacht und hinauf zum klaren Himmel, an dem die Sterne rot, blau und gelb funkelten. Ein Rascheln lenkte ihre Aufmerksamkeit zurück zur Erde. Ein junger Hirsch hatte sich sehr weit aus dem Wald gewagt und sah zu ihrem Fenster hinauf. Trotz der Dunkelheit konnte sie seine rotbräunliche Fellzeichnung sehen – es war das schönste Exemplar, das sie je gesehen hatte.<br />
<br />
Sie sah „ihren“ Hirsch noch öfter auf dem Schlossgelände. Und jedes Mal spürte sie, dass er sie genauso sah wie sie ihn. Vielleicht könnte sie ja einfach dieses wunderschöne Tier lieben und auf ihm in den Sonnenuntergang reiten.<br />
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Als sie zu Weihnachten ein Gedicht bekam, das ihre strahlend grünen Augen erwähnte, staunte sie nicht schlecht. Nicht wegen der Augen; für die konnte sie nichts, auch wenn sie inzwischen wusste, wie selten diese Augenfarbe war. Sondern weil das Gedicht Dinge an ihr hervorhob, die ihr selbst noch nicht aufgefallen waren: Wie ihr Lächeln ganz unbewusst breiter wurde, wenn es Armen Ritter zu essen gab. Wie ihre Augen strahlten, wenn sie jüngeren Mitschülern helfen konnte. Wie geschickt sie sich mit ihrem Zauberstab kurzerhand die Haare hochsteckte, wann immer ein Zaubertrank kompliziert genug war, dass er ihre ganze Aufmerksamkeit verlangte. Wie leidenschaftlich sie in Muggelkunde erzählte und argumentierte.<br />
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Aber am allermeisten staunte sie darüber, als das Gedicht sagte, dass der Verfasser damals im ersten Schuljahr in sie hinein gelaufen war. Und dass er seitdem Zeuge werden durfte, wie unterschiedlich Lily doch erröten konnte – wenn sie verlegen war oder wütend oder ertappt oder stolz.<br />
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Mit 17 erfuhr sie also, dass James Potter nicht nur sich selbst sah. Und dass sie es war, wegen der er schon seit so langer Zeit Farben sah. Genauso wie sie wegen ihm.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Only for today (1/1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-90.html</link>
			<pubDate>Fri, 21 Aug 2020 11:13:09 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=12">Schwarzfeder</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-90.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ANMERKUNG: </span>Ich habe Minerva noch nie gespielt, aber ich mag sie sehr gern. Der Text entstand nun in einer halben Stunde, ohne ihn groß liegen und "wirken" gelassen zu haben. Ich wollte ein Gefühl einfangen, ein Gefühl verarbeiten. Über Rückmeldung würde ich mich freuen. #SummertimeSnapshot #challenge<br />
<br />
____________________<br />
<br />
<br />
Minerva ließ sich treiben. Der Pulk von Muggeln um sie herum nahm sie mit sich, wie die Strömung eines breiten Flusses. Sie achtete darauf, niemanden anzurempeln oder selbst ein Hindernis auf dem Weg eines anderen zu sein und überraschenderweise war das ziemlich einfach, wenn man nicht darüber nachdachte und kein Ziel vor Augen hatte. <br />
Ein Seufzen folgte auf diesen Gedanken und dabei sog Minerva den Duft ein, welcher so unverkennbar war, dass sie sich den Anflug eines Lächelns nicht verkneifen konnte. Der Duft von Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und Lebkuchen vermischte sich und lag wie eine Decke über der Menge. Hier und da gesellte sich der Duft von Glühwein oder Bier und gegrillten Würsten hinzu. Bei diesen Gerüchen, dieser speziellen Mischung, hatten seine Augen damals einen ganz verzückten Ausdruck angenommen. <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">»Minnie! Das musst du probieren!« Auffordernd hielt er ihr einen Fetzen hin, der klebrig und rosa war. Es sah aus, als würde es ganz fürchterlich kleben. »Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich…« Ein Blick in sein Gesicht, welches dem eines aufgeregten, kleinen Jungen glich, ließ sie weich werden. »Dann gut,« gab sie nach und ließ sich die klebrige, rosa Masse zum Mund führen. Es roch verteufelt süß und bei Merlin!, das war es auch. Sie verzog das Gesicht und hielt sich die Hand vor dem Mund, während sich ihre Kiefer verklebten und es zwischen ihren Zähnen knirschte. »Albus! Das ist abscheulich süß!« Dieser lachte jungenhaft und schob sich eine erschreckende Menge davon zwischen die Lippen. »Das ist Zuckerwatte, Minnie. Ist das nicht fantastisch? Zu-cker-wa-tte!« Jede Silbe schien er auszukosten.</span>  <br />
Sie erinnerte sich daran, als wäre es noch gar nicht so lang her. Diesen ‘einen Tag ohne zu zaubern’, zu welchem Albus sie überredet hatte. Dieser ‘eine Tag ohne zaubern’ und mit zu viel Zuckerwatte, welche sie später aus seinem Bart hatten kriegen müssen. Wie sie mit ihm geschimpft hatte, wusste sie heute noch. Albus hatte noch viele Jahre davon gesprochen und jedes Mal wieder beteuert, dass es das wert gewesen war. Selbst als Poppy ihm einen äußerst unschmackhaften Trunk gegen seine Zahnschmerzen hatte geben müssen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">»Das war es wert, Minnie.«</span> Sie wünschte, sie könnte diesen ungeliebten Spitznamen noch einmal von ihrem guten Freund hören.<br />
<br />
Minerva wich einer Gruppe aufgeregter Kinder aus, welche mit Plüschtieren und Heliumballons in den Händen an ihr vorbei rannten. Vor ihr ragte das Riesenrad in die Höhe. Bunte Lichter funkelten und verzierten die äußere, hellgraue Verkleidung und tauchten den Jahrmarkt in ganz besonderes Licht. Schon damals war es das Einzige gewesen, das sie überzeugt hatte dieses bunte Treiben aufzusuchen und scheinbar hatte sie ihr Weg unbewusst dorthin geführt. Seit ihrem letzten und bisher einzigem Besuch vor so vielen Jahrzehnten hatte sich vieles verändert. Die Attraktionen und Spielbuden waren mit der Technik gegangen. Alles war größer, lauter, bunter und hatte dadurch einen Teil seines Reizes verloren. Ein Umstand, der nicht zu ändern war. Nichtsdestotrotz fragte sich Minerva, wo die Entwicklung der Muggel all das noch hinführen sollte und ob Jahrmärkte noch in 100 Jahren so populär wären, wie damals und heute. Da überwiegend junge Leute und Kinder die Angebote des Jahrmarkts konsumierten, waren Albus und sie schon damals aufgefallen wie bunte Hunde. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">»Guckt euch mal den Opa da an! Da auf dem Pferdekarussell!«</span> Und Albus hatte ihnen fröhlich zugewunken, während Minerva am liebsten vor Scham im Boden versunken wäre. Mit hochrotem Gesicht hatte sie auf dem dunklen Pferd gesessen, so wie eine Dame es natürlich tat, und sich an der Stange festgeklammert. Damals hatte sie ihn dafür verflucht. Heute wusste sie, warum er das getan hatte. Warum er sie eingeladen und mitgezerrt hatte. Warum er keine Widerrede geduldet hatte. <br />
Das Riesenrad ragte nun unmittelbar vor ihr in den langsam dunkler werdenden Himmel. Sie erstand ein Fahrtticket (mit Muggelgeld! Minerva hatte dafür ihre Großnichte fragen müssen, denn wie bei Merlins Bart kam man an Muggelgeld?) und trat dann an einen nahegelegenen Wagen heran, welcher Süßigkeiten verkaufte. Eine kleine Tüte mit noch warmen, gebrannten Mandeln tauschte den Besitzer und verschwand in ihrer Handtasche. <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Albus’ tänzelnde Schritte hatten sie sicher durch die Muggelmenge und an eine Bratwurstbude geführt. »Setz dich. Ich bin gleich zurück.« Doch Minerva protestierte. »Albus! Du lässt mich hier jetzt nicht si— … Albus!« Zischend hatte sie ihm hinterher gesehen, sein keckes Zwinkern und das breite Grinsen genau erkennend. Da Widerworte aber gar keinen Unterschied machten, hatte sie sich auf eine wackelige Bank gesetzt, ihre Handtasche auf ihren Schoß gepresst und gespürt, wie unwohl sie sich fühlte. Ein Tag ohne zaubern kam ihr vor wie eine Bestrafung. Wieso sollte sie ihr Talent nicht nutzen? Und wieso war Albus überhaupt auf diese Idee gekommen? Das war Unsinn! <br />
»Hier, meine Liebe. Lass es dir schmecken.« Zwei Bratwürste mit Senf und je einer halben, in ein Dreieck geschnittenen Scheibe Brot und zwei Krüge Bier waren auf dem Tablett, welches Albus sicher zu ihnen balancierte. »Ich habe gar keinen Hunger«, sagte sie, doch ihr Begleiter sah sie skeptisch an. »Wir sind schon den ganzen Tag unterwegs. Du bist hungrig.« Mit diesen Worten setzte er sich ihr gegenüber, seinen langen Bart dabei schützend an sich drückend, damit er nicht auch noch im Senf landete. »Das merke ich an deiner Stimmung, liebe Minerva.« <br />
Sie schnappte nach Luft. »Was bildest du dir—« Albus unterbrach sie mit erhobener Hand und sagte freundlich: »Nimm es mir nicht übel, Minnie, aber wenn du hungrig bist, dann hast du ziemlich schlechte Laune. Und jetzt iss. Sonst wird es kalt. Und wenn wir fertig sind, fahren wir mit dem Riesenrad!« </span><br />
<br />
In ihrer Gondel war es still. Minerva konnte ihr eigenes Gesicht in der Scheibe sehen. Vieles hatte sich seit dem letzten Mal verändert, nicht nur ihr Äußeres. <br />
Hogwarts befand sich noch im Wiederaufbau. Nicht nur das Gebäude musste wiederhergestellt werden, auch die Lehrerschaft wies große Lücken auf. Viel zu viele gute Zauberer und Hexen hatten ihr Leben im Kampf gegen Voldemort gelassen. Viel zu viele sinnlose Opfer. Traurigkeit, Ohnmacht und Verlust waren allgegenwärtig und greifbar. Doch trotz allem war Minerva heute hier und ließ sich im Riesenrad nach ganz oben fahren. Natürlich hatte sie auch einfach ihren Besen nehmen und über die Stadt fliegen können, aber sie war aus einem bestimmten Grund hier. Sie hatte es versprochen. <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Irgendwann…</span>, hatte sie gesagt, würde sie mit ihm noch einmal zum Jahrmarkt gehen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Irgendwann…</span> Minerva war alt genug um zu wissen, dass sie viel zu oft in dieser Zeitangabe gedacht hatte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Irgendwann…</span> Ein schmerzhafter Kloß erschwerte ihr das Schlucken. Eilig zog sie ein Stofftaschentuch aus ihrem Ärmel und hielt es sich vor Mund und Nase, als das erste Schluchzen sie überwältigte. <br />
Minerva weinte - und sie ließ es zu. <br />
Tränen, angesammelt während turbulenter Jahrzehnte, ergossen sich über ihr Gesicht, eingerahmt von losen, ergrauten Strähnen. Tränen, angereichert durch Verlust, Zorn und Hilflosigkeit, tropften ihr Kinn herab auf ihren Schoß; durchnässten das Taschentuch und den Stoff ihrer Kleidung. Tränen, groß und zahlreich und stellvertretend für so viele Erinnerungen, füllten die Leere, welche in ihr herrschte und nach und nach fühlte sie sich besser. <br />
Lange Zeit hatte sich Minerva keinen Anflug von Schwäche erlauben dürfen. Viel zu viele Augenpaare waren auf sie gerichtet gewesen und die Gemälde im Schloss tuschelten viel zu gern. Also hatte sie jeden Drang zu weinen heruntergeschluckt - bis heute. <br />
Mit einem letzten Seufzen tupfte sie sich ihre Augen trocken, atmete zittrig aus und ließ das Gefühl der Ohnmacht damit gehen. Unter ihr erhellten die Lichter der Stadt die Dunkelheit und eine tiefe Melancholie legte sich in die Gondel. <br />
»Albus«, sprach sie in das Zwielicht, »du hattest recht.« Mit noch immer zittrigen Fingern öffnete sie die Tüte mit den warmen Mandeln und legte sich eine auf die Zunge. »Die Muggel haben schon so manche gute Sache für sich entdeckt.« Sie lehnte sich in den Sitz, genoss die angenehme Süße und das Gefühl der Erleichterung, nachdem sich ihre Emotionen wieder reguliert hatten. <br />
Damals hatte sie ihn nicht verstanden, aber heute war ihr klar, warum Albus immer wieder Ausflüge in die Menschenwelt unternommen hatte. Warum er manchmal für einen Tag aufs zaubern verzichtet hatte. <br />
Es war befreiend, sich einmal nicht mit dem Chaos der Welt zu beschäftigen; etwas Neues zu erleben; sich gehen zu lassen. Wenn auch nur für einen Tag.<br />
»Es tut mir leid, dass diese Erkenntnis so spät kommt«, flüsterte Minerva in die Gondel hinein, wohlwissend, dass ihr dieses Mal niemand verzeihen oder ihr antworten würde. »Es tut mir leid, dass ich so lange gebraucht habe.« Wäre Albus nun hier, hätte er ihre Hand genommen und sie sachte gedrückt. Doch er war es nicht und würde es nie wieder sein. <br />
Also legte sie ihre Rechte auf ihre Linke und stellte sich vor, es wäre so wie damals. <br />
Wenn auch nur für einen Tag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ANMERKUNG: </span>Ich habe Minerva noch nie gespielt, aber ich mag sie sehr gern. Der Text entstand nun in einer halben Stunde, ohne ihn groß liegen und "wirken" gelassen zu haben. Ich wollte ein Gefühl einfangen, ein Gefühl verarbeiten. Über Rückmeldung würde ich mich freuen. #SummertimeSnapshot #challenge<br />
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Minerva ließ sich treiben. Der Pulk von Muggeln um sie herum nahm sie mit sich, wie die Strömung eines breiten Flusses. Sie achtete darauf, niemanden anzurempeln oder selbst ein Hindernis auf dem Weg eines anderen zu sein und überraschenderweise war das ziemlich einfach, wenn man nicht darüber nachdachte und kein Ziel vor Augen hatte. <br />
Ein Seufzen folgte auf diesen Gedanken und dabei sog Minerva den Duft ein, welcher so unverkennbar war, dass sie sich den Anflug eines Lächelns nicht verkneifen konnte. Der Duft von Zuckerwatte, gebrannten Mandeln und Lebkuchen vermischte sich und lag wie eine Decke über der Menge. Hier und da gesellte sich der Duft von Glühwein oder Bier und gegrillten Würsten hinzu. Bei diesen Gerüchen, dieser speziellen Mischung, hatten seine Augen damals einen ganz verzückten Ausdruck angenommen. <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">»Minnie! Das musst du probieren!« Auffordernd hielt er ihr einen Fetzen hin, der klebrig und rosa war. Es sah aus, als würde es ganz fürchterlich kleben. »Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich…« Ein Blick in sein Gesicht, welches dem eines aufgeregten, kleinen Jungen glich, ließ sie weich werden. »Dann gut,« gab sie nach und ließ sich die klebrige, rosa Masse zum Mund führen. Es roch verteufelt süß und bei Merlin!, das war es auch. Sie verzog das Gesicht und hielt sich die Hand vor dem Mund, während sich ihre Kiefer verklebten und es zwischen ihren Zähnen knirschte. »Albus! Das ist abscheulich süß!« Dieser lachte jungenhaft und schob sich eine erschreckende Menge davon zwischen die Lippen. »Das ist Zuckerwatte, Minnie. Ist das nicht fantastisch? Zu-cker-wa-tte!« Jede Silbe schien er auszukosten.</span>  <br />
Sie erinnerte sich daran, als wäre es noch gar nicht so lang her. Diesen ‘einen Tag ohne zu zaubern’, zu welchem Albus sie überredet hatte. Dieser ‘eine Tag ohne zaubern’ und mit zu viel Zuckerwatte, welche sie später aus seinem Bart hatten kriegen müssen. Wie sie mit ihm geschimpft hatte, wusste sie heute noch. Albus hatte noch viele Jahre davon gesprochen und jedes Mal wieder beteuert, dass es das wert gewesen war. Selbst als Poppy ihm einen äußerst unschmackhaften Trunk gegen seine Zahnschmerzen hatte geben müssen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">»Das war es wert, Minnie.«</span> Sie wünschte, sie könnte diesen ungeliebten Spitznamen noch einmal von ihrem guten Freund hören.<br />
<br />
Minerva wich einer Gruppe aufgeregter Kinder aus, welche mit Plüschtieren und Heliumballons in den Händen an ihr vorbei rannten. Vor ihr ragte das Riesenrad in die Höhe. Bunte Lichter funkelten und verzierten die äußere, hellgraue Verkleidung und tauchten den Jahrmarkt in ganz besonderes Licht. Schon damals war es das Einzige gewesen, das sie überzeugt hatte dieses bunte Treiben aufzusuchen und scheinbar hatte sie ihr Weg unbewusst dorthin geführt. Seit ihrem letzten und bisher einzigem Besuch vor so vielen Jahrzehnten hatte sich vieles verändert. Die Attraktionen und Spielbuden waren mit der Technik gegangen. Alles war größer, lauter, bunter und hatte dadurch einen Teil seines Reizes verloren. Ein Umstand, der nicht zu ändern war. Nichtsdestotrotz fragte sich Minerva, wo die Entwicklung der Muggel all das noch hinführen sollte und ob Jahrmärkte noch in 100 Jahren so populär wären, wie damals und heute. Da überwiegend junge Leute und Kinder die Angebote des Jahrmarkts konsumierten, waren Albus und sie schon damals aufgefallen wie bunte Hunde. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">»Guckt euch mal den Opa da an! Da auf dem Pferdekarussell!«</span> Und Albus hatte ihnen fröhlich zugewunken, während Minerva am liebsten vor Scham im Boden versunken wäre. Mit hochrotem Gesicht hatte sie auf dem dunklen Pferd gesessen, so wie eine Dame es natürlich tat, und sich an der Stange festgeklammert. Damals hatte sie ihn dafür verflucht. Heute wusste sie, warum er das getan hatte. Warum er sie eingeladen und mitgezerrt hatte. Warum er keine Widerrede geduldet hatte. <br />
Das Riesenrad ragte nun unmittelbar vor ihr in den langsam dunkler werdenden Himmel. Sie erstand ein Fahrtticket (mit Muggelgeld! Minerva hatte dafür ihre Großnichte fragen müssen, denn wie bei Merlins Bart kam man an Muggelgeld?) und trat dann an einen nahegelegenen Wagen heran, welcher Süßigkeiten verkaufte. Eine kleine Tüte mit noch warmen, gebrannten Mandeln tauschte den Besitzer und verschwand in ihrer Handtasche. <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Albus’ tänzelnde Schritte hatten sie sicher durch die Muggelmenge und an eine Bratwurstbude geführt. »Setz dich. Ich bin gleich zurück.« Doch Minerva protestierte. »Albus! Du lässt mich hier jetzt nicht si— … Albus!« Zischend hatte sie ihm hinterher gesehen, sein keckes Zwinkern und das breite Grinsen genau erkennend. Da Widerworte aber gar keinen Unterschied machten, hatte sie sich auf eine wackelige Bank gesetzt, ihre Handtasche auf ihren Schoß gepresst und gespürt, wie unwohl sie sich fühlte. Ein Tag ohne zaubern kam ihr vor wie eine Bestrafung. Wieso sollte sie ihr Talent nicht nutzen? Und wieso war Albus überhaupt auf diese Idee gekommen? Das war Unsinn! <br />
»Hier, meine Liebe. Lass es dir schmecken.« Zwei Bratwürste mit Senf und je einer halben, in ein Dreieck geschnittenen Scheibe Brot und zwei Krüge Bier waren auf dem Tablett, welches Albus sicher zu ihnen balancierte. »Ich habe gar keinen Hunger«, sagte sie, doch ihr Begleiter sah sie skeptisch an. »Wir sind schon den ganzen Tag unterwegs. Du bist hungrig.« Mit diesen Worten setzte er sich ihr gegenüber, seinen langen Bart dabei schützend an sich drückend, damit er nicht auch noch im Senf landete. »Das merke ich an deiner Stimmung, liebe Minerva.« <br />
Sie schnappte nach Luft. »Was bildest du dir—« Albus unterbrach sie mit erhobener Hand und sagte freundlich: »Nimm es mir nicht übel, Minnie, aber wenn du hungrig bist, dann hast du ziemlich schlechte Laune. Und jetzt iss. Sonst wird es kalt. Und wenn wir fertig sind, fahren wir mit dem Riesenrad!« </span><br />
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In ihrer Gondel war es still. Minerva konnte ihr eigenes Gesicht in der Scheibe sehen. Vieles hatte sich seit dem letzten Mal verändert, nicht nur ihr Äußeres. <br />
Hogwarts befand sich noch im Wiederaufbau. Nicht nur das Gebäude musste wiederhergestellt werden, auch die Lehrerschaft wies große Lücken auf. Viel zu viele gute Zauberer und Hexen hatten ihr Leben im Kampf gegen Voldemort gelassen. Viel zu viele sinnlose Opfer. Traurigkeit, Ohnmacht und Verlust waren allgegenwärtig und greifbar. Doch trotz allem war Minerva heute hier und ließ sich im Riesenrad nach ganz oben fahren. Natürlich hatte sie auch einfach ihren Besen nehmen und über die Stadt fliegen können, aber sie war aus einem bestimmten Grund hier. Sie hatte es versprochen. <br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Irgendwann…</span>, hatte sie gesagt, würde sie mit ihm noch einmal zum Jahrmarkt gehen. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Irgendwann…</span> Minerva war alt genug um zu wissen, dass sie viel zu oft in dieser Zeitangabe gedacht hatte. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Irgendwann…</span> Ein schmerzhafter Kloß erschwerte ihr das Schlucken. Eilig zog sie ein Stofftaschentuch aus ihrem Ärmel und hielt es sich vor Mund und Nase, als das erste Schluchzen sie überwältigte. <br />
Minerva weinte - und sie ließ es zu. <br />
Tränen, angesammelt während turbulenter Jahrzehnte, ergossen sich über ihr Gesicht, eingerahmt von losen, ergrauten Strähnen. Tränen, angereichert durch Verlust, Zorn und Hilflosigkeit, tropften ihr Kinn herab auf ihren Schoß; durchnässten das Taschentuch und den Stoff ihrer Kleidung. Tränen, groß und zahlreich und stellvertretend für so viele Erinnerungen, füllten die Leere, welche in ihr herrschte und nach und nach fühlte sie sich besser. <br />
Lange Zeit hatte sich Minerva keinen Anflug von Schwäche erlauben dürfen. Viel zu viele Augenpaare waren auf sie gerichtet gewesen und die Gemälde im Schloss tuschelten viel zu gern. Also hatte sie jeden Drang zu weinen heruntergeschluckt - bis heute. <br />
Mit einem letzten Seufzen tupfte sie sich ihre Augen trocken, atmete zittrig aus und ließ das Gefühl der Ohnmacht damit gehen. Unter ihr erhellten die Lichter der Stadt die Dunkelheit und eine tiefe Melancholie legte sich in die Gondel. <br />
»Albus«, sprach sie in das Zwielicht, »du hattest recht.« Mit noch immer zittrigen Fingern öffnete sie die Tüte mit den warmen Mandeln und legte sich eine auf die Zunge. »Die Muggel haben schon so manche gute Sache für sich entdeckt.« Sie lehnte sich in den Sitz, genoss die angenehme Süße und das Gefühl der Erleichterung, nachdem sich ihre Emotionen wieder reguliert hatten. <br />
Damals hatte sie ihn nicht verstanden, aber heute war ihr klar, warum Albus immer wieder Ausflüge in die Menschenwelt unternommen hatte. Warum er manchmal für einen Tag aufs zaubern verzichtet hatte. <br />
Es war befreiend, sich einmal nicht mit dem Chaos der Welt zu beschäftigen; etwas Neues zu erleben; sich gehen zu lassen. Wenn auch nur für einen Tag.<br />
»Es tut mir leid, dass diese Erkenntnis so spät kommt«, flüsterte Minerva in die Gondel hinein, wohlwissend, dass ihr dieses Mal niemand verzeihen oder ihr antworten würde. »Es tut mir leid, dass ich so lange gebraucht habe.« Wäre Albus nun hier, hätte er ihre Hand genommen und sie sachte gedrückt. Doch er war es nicht und würde es nie wieder sein. <br />
Also legte sie ihre Rechte auf ihre Linke und stellte sich vor, es wäre so wie damals. <br />
Wenn auch nur für einen Tag.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Spukgeschichten - Es riecht nach Rache - Teil 2/2]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-89.html</link>
			<pubDate>Thu, 20 Aug 2020 11:08:20 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=5">Estefania</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-89.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N</span><br />
Eine Fortsetzung der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=53" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Spukgeschichten</a> wurde gewünscht. Hier ist sie. Ich hoffe, Ihr habt Spaß damit.  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/biggrin.png" alt="Big Grin" title="Big Grin" class="smilie smilie_4" /> Da auch Teil 1 ein 400er-Drabble war, habe ich mich auch hier daran gehalten. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Spukgeschichten - Es riecht nach Rache</span></span></div>
„Bist Du bereit?“ Ein Nicken erfolgte. „Bereit“. Toffees kauend stiefelten die Mädchen auf das Gebäude zu, das von vielen gefürchtet wurde. Heute war es endlich so weit. Potter und sein Gefolge waren fällig. „Nur schade, dass ausgerechnet heute Remus dabei ist“, seufzte Marlene. Im Gegensatz zum letzten Mal hatten sich die Jungs an diesem Tag zu viert auf den Weg nach Hogsmeade gemacht. Lily hingegen zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Mitgehangen, mitgefangen“.<br />
 <br />
An der heulenden Hütte angekommen, hörten sie auch tatsächlich Stimmen. Vorsichtig spähte Marlene durch eines der Fenster und erkannte ein paar Gryffindor-Schals und Black, der soeben eine Runde Bertie Botts Bohnen spendierte. Sie wandte sich wieder an Lily und reichte ihr eine Papiertüte. „Na dann … Los geht‘s“, grinste diese und griff beherzt hinein. Leise schlich sie um das Haus herum bis zur Eingangstür. Gerade, als sie diese öffnen wollte, hörte sie Schritte auf dem Fußboden dahinter und von Marlene war ein warnender Pfiff zu vernehmen. Einer der Jungs trieb sich wohl im Eingangsbereich herum. Eilig presste sich Lily an die Hauswand und wartete, bis Marlene ihr ein Zeichen dafür gab, dass die Luft wieder rein war. Endlich öffnete sie die Tür, warf eine Hand voll Stinkbomben ins Innere und schloss sie schnell wieder. Ein Daumen nach oben signalisierte Marlene, dass der erste Teil ihres Vorhabens geglückt war.<br />
 <br />
Nur wenige Augenblicke später vernahmen sie aus dem Inneren Potters Stimme: „Sag mal Black, hast Du etwa …? Riechen Hundefürze so?“ Die Freundinnen pressten sich beide Hände vor die Münder, aus Angst, ihr Kichern könne sie verraten. Innerhalb der Hütte wurden die Proteste über den Gestank immer lauter aber die Mädchen waren noch lange nicht fertig. So flogen auch noch ein paar Feuerwerkskörper durch die Eingangstür. Zwar konnten sie nicht sehen, wie die Jungs reagierten aber die Reaktionen waren laut genug, um ihre Fantasie entsprechend anzuregen. Die Mädchen konnten vor Lachen nicht mehr an sich halten und liefen davon, um sich zu verstecken.<br />
 <br />
Gerade noch rechtzeitig, denn kurz darauf stürmten auch die Rumtreiber an die frische Luft. Hustend, blass und mit zerzausten Frisuren sahen sie, wie Evans und McKinnon betont lässig angeschlendert kamen. „Ach herrje“ und: „Was ist denn mit Euch passiert?“, kam es aus ihren Mündern, bevor sich beide genüsslich ein paar Toffees genehmigten und wieder von dannen zogen. Potter kratzte sich am Hinterkopf und Peter runzelte die Stirn, während die anderen beiden bis hinter beide Ohren grinsen mussten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N</span><br />
Eine Fortsetzung der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=53" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Spukgeschichten</a> wurde gewünscht. Hier ist sie. Ich hoffe, Ihr habt Spaß damit.  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/biggrin.png" alt="Big Grin" title="Big Grin" class="smilie smilie_4" /> Da auch Teil 1 ein 400er-Drabble war, habe ich mich auch hier daran gehalten. <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Spukgeschichten - Es riecht nach Rache</span></span></div>
„Bist Du bereit?“ Ein Nicken erfolgte. „Bereit“. Toffees kauend stiefelten die Mädchen auf das Gebäude zu, das von vielen gefürchtet wurde. Heute war es endlich so weit. Potter und sein Gefolge waren fällig. „Nur schade, dass ausgerechnet heute Remus dabei ist“, seufzte Marlene. Im Gegensatz zum letzten Mal hatten sich die Jungs an diesem Tag zu viert auf den Weg nach Hogsmeade gemacht. Lily hingegen zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Mitgehangen, mitgefangen“.<br />
 <br />
An der heulenden Hütte angekommen, hörten sie auch tatsächlich Stimmen. Vorsichtig spähte Marlene durch eines der Fenster und erkannte ein paar Gryffindor-Schals und Black, der soeben eine Runde Bertie Botts Bohnen spendierte. Sie wandte sich wieder an Lily und reichte ihr eine Papiertüte. „Na dann … Los geht‘s“, grinste diese und griff beherzt hinein. Leise schlich sie um das Haus herum bis zur Eingangstür. Gerade, als sie diese öffnen wollte, hörte sie Schritte auf dem Fußboden dahinter und von Marlene war ein warnender Pfiff zu vernehmen. Einer der Jungs trieb sich wohl im Eingangsbereich herum. Eilig presste sich Lily an die Hauswand und wartete, bis Marlene ihr ein Zeichen dafür gab, dass die Luft wieder rein war. Endlich öffnete sie die Tür, warf eine Hand voll Stinkbomben ins Innere und schloss sie schnell wieder. Ein Daumen nach oben signalisierte Marlene, dass der erste Teil ihres Vorhabens geglückt war.<br />
 <br />
Nur wenige Augenblicke später vernahmen sie aus dem Inneren Potters Stimme: „Sag mal Black, hast Du etwa …? Riechen Hundefürze so?“ Die Freundinnen pressten sich beide Hände vor die Münder, aus Angst, ihr Kichern könne sie verraten. Innerhalb der Hütte wurden die Proteste über den Gestank immer lauter aber die Mädchen waren noch lange nicht fertig. So flogen auch noch ein paar Feuerwerkskörper durch die Eingangstür. Zwar konnten sie nicht sehen, wie die Jungs reagierten aber die Reaktionen waren laut genug, um ihre Fantasie entsprechend anzuregen. Die Mädchen konnten vor Lachen nicht mehr an sich halten und liefen davon, um sich zu verstecken.<br />
 <br />
Gerade noch rechtzeitig, denn kurz darauf stürmten auch die Rumtreiber an die frische Luft. Hustend, blass und mit zerzausten Frisuren sahen sie, wie Evans und McKinnon betont lässig angeschlendert kamen. „Ach herrje“ und: „Was ist denn mit Euch passiert?“, kam es aus ihren Mündern, bevor sich beide genüsslich ein paar Toffees genehmigten und wieder von dannen zogen. Potter kratzte sich am Hinterkopf und Peter runzelte die Stirn, während die anderen beiden bis hinter beide Ohren grinsen mussten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[When the sun goes down - Teil 1/1]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-88.html</link>
			<pubDate>Tue, 18 Aug 2020 18:27:23 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=5">Estefania</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-88.html</guid>
			<description><![CDATA[Hier wäre dann auch mein Beitrag zu den Summertime Snapshots. Und ich muss gestehen: Da habe ich mir ein ganz schönes Ei ins Nest gelegt. Ich habe mir hier ein Thema gewählt, das mir offensichtlich nicht liegt. Aber das Bild mit der Nummer 05 hat mich auf Anhieb inspiriert und ich hatte diesen Snapshot sofort im Kopf. Es war reserviert, also wollte ich auch etwas abliefern. Auch, wenn ich nicht so recht zufrieden damit bin. An dieser Stelle einen lieben Dank an tenten fürs Betalesen und Mut machen, die Geschichte dennoch zu einem Ende zu bringen und hier zu posten.  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" /> Ich freue mich auch sehr über weitere Kritik und Anregungen von Euch. Aber nun lest selbst:<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://wecanbeheroes.de/images/challenges/05-estefania.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 05-estefania.jpg]" class="mycode_img" /></div>
 <br />
„Eines Tages fliegen wir zum Meer“, plante James vor sich hin. Sie spürte seinen Arm um ihre Schultern und ein verträumtes Lächeln zierte Lilys Gesicht. So oder so ähnlich planten sie schon seit Wochen vor sich hin. Eine Art Hoffnungsschimmer. Eine zeitweise Flucht aus einer Welt, aus der sie wohl noch eine ganze Weile nicht würden entkommen können. In Zeiten wie diesen war es wohl vollkommen normal, sich in Gedanken seine eigene Zukunft auszumalen oder sich wenigstens woanders hin zu träumen. Irgendwohin, wo kein Krieg herrschte, wo die Welt in Ordnung war. Lilys besorgte Augen ruhten auf Harry. Am Boden des Wohnzimmers auf seiner Decke liegend betastete er mit kleinen Fingerchen seinen Spielzeugbesen und kaute selig mit dem süßesten Lächeln von ganz England darauf herum. „Aber erst musst Du ihm das Fliegen beibringen“. Lily fand es absolut übertrieben, dass James ihm jetzt schon einen Besen gekauft hatte. Einen Spielzeugbesen zwar, aber dennoch: „Er kann ja noch nicht mal sicher gehen“. James löste seinen Arm von Lily, umgriff ihre Schultern und drehte sie zu sich herum, bevor er großspurig von sich gab: „Harry ist etwas ganz Besonderes. Mein Sohn wird schon fliegen können, bevor er richtig gehen kann. Er wird der jüngste und beste Quidditch-Spieler werden, den Hogwarts je gesehen hat. Du wirst sehen". Lily schnaubte: „Ach? DEIN Sohn, ja?“ Ein schiefes Grinsen zeigte sich auf ihren Lippen, bevor sie weitersprach: „Aber ich fürchte, du hast Recht. Er ist ein Potter durch und durch. Ich hoffe nur, er wird während seiner Schulzeit weniger Flausen im Kopf haben, als sein Vater".<br />
 <br />
Als hätte er das Gespräch mitverfolgt, gluckste klein Harry vergnügt vor sich hin und fing sich dadurch die Aufmerksamkeit seiner Eltern ein. James näherte sich der Krabbeldecke und ging in die Hocke. „Glaub jetzt ja nicht, deine Mutter wäre ein Unschuldslamm gewesen“, ermahnte er mit erhobenem Zeigefinger seinen Sohn. Harry gab etwas von sich, was sich nach „Nein" anhörte, bevor er sich wieder daran machte, auf dem Holz seines Besens herum zu kauen. Was James allerdings dadurch unterband, dass er Harry auf seine Arme hob, um ihm sanft das Spielzeug wegzunehmen. „Nicht kaputt machen. Wir müssen doch deiner Mutter beweisen, was für ein guter Flieger du schon bald sein wirst. Und dann fliegen wir alle drei zusammen ans Meer". Sein Blick fiel auf Lily und er sah, dass sich ein Schatten über ihre eben noch so belustigten Züge legte. Das leichte Schütteln ihres Rotschopfs und ihr besorgter Blick aus dem Fenster hinaus sorgte dafür, dass James sogleich wieder auf seine Frau zutrat, um abermals seinen Arm um ihre Schultern zu legen. Ihre Hand umgriff die Seine, während der Daumen sanft über James' Ehering strich. Unwillkürlich fielen die Blicke von beiden auf das Gruppenfoto, welches eingerahmt auf einem kleinen Eckschrank neben dem Sofa stand. Kurz darauf trafen sich ihre Blicke wieder. Vielsagend und verheißungsvoll. Es brauchte keine Worte um zu verstehen, was sie sagen wollten. Die Gruppe war längst nicht mehr so groß, wie das Foto versprach.<br />
 <br />
Mit wässrigen Augen schob Lily den Vorhang beiseite und sah abermals hinaus. Draußen setzte bereits die Abenddämmerung ein. Ein Schauder überlief sie. Sie mochte den Einbruch der Nacht nicht. Nicht mehr. Die Tage waren düster genug geworden. „Harry muss ins Bett", beschloss sie daher. Das Leben in Godric‘s Hollow war einfacher zu ertragen, wenn man es in alltäglichen Situationen verdrängte. So griff sie vorsichtig nach Harry, der nicht den Hauch einer Ahnung hatte, in was für eine Welt er da hinein geboren worden war.<br />
 <br />
„Sag: Gute Nacht, Papa", zwang sie sich dazu, sich vor Harry ihre Sorgen nicht anmerken zu lassen. Und mit seinem fröhlichen „Aah Aah" schaffte es Harry tatsächlich, das Lächeln zurück in Lilys Gesicht zu zaubern. „Bis gleich“, wandte sie sich an James und verschwand mit Harry die Treppe hinauf. Damit wechselten sie sich täglich ab und an diesem Abend war Lily an der Reihe.<br />
 <br />
Im Schlafzimmer angekommen, beugte sich Lily über die Gitter von Harrys Bettchen und schrak zusammen. Ein lautes Poltern und Krachen ließ sie aufhorchen und James schrie etwas, das sich wie „Lily, bleib oben!“ anhörte. Ihr Herz raste und mit zittrigen Fingern griff sie nach ihrem Zauberstab, um mit diesem bewaffnet zum Treppenabsatz zu eilen. Das grüne Licht, das bis zu ihr nach oben leuchtete, ließ Lily den vor Schreck weinenden Harry ignorieren. „JAMES“, schrie sie mit schriller Stimme, doch statt einer Antwort ihres Liebsten stand plötzlich ER vor ihr und zischte hämische Worte vor sich hin. So schnell es ihr möglich war, eilte Lily zurück ins Schlafzimmer, stellte sich schützend vor Harry und hob ihren Zauberstab in Richtung des Zauberers, dessen Namen sich niemand auszusprechen wagte. Alles ging viel zu schnell. Abermals erhellte das grüne Licht den Raum. Und der Todesfluch traf Lily auf direktem Weg. Er brannte sich schmerzhaft durch ihren Körper, bis sie schließlich mit einem Ausdruck blanken Entsetzens am Boden zu liegen kam und sich nicht mehr rührte.<br />
 <br />
Es wurde dunkel um sie herum. Und ruhig. Harrys Geschrei war nicht mehr zu hören. Lily war alleine. Der brennende Schmerz in ihrem Körper hatte nachgelassen und war einer angenehmen Wärme gewichen. Die zuvor noch fest zusammengekniffenen Augen vorsichtig öffnend, blinzelte Lily direkt in blendende Sonnenstrahlen hinein. Eine Hand schützend vor das Gesicht gehalten dauerte es eine Weile, bis sie sich an das orangefarbene Licht der untergehenden Sonne gewöhnt hatte. Ein malerischer Himmel, hier und da mit ein paar Wolken dekoriert, erstreckte sich in verschiedenen Lila- und Gelbtönen vor ihr bis hin zum Horizont, an dem die Sonne bereits die Wellen des Meeres zu berühren schien.<br />
 <br />
Das stetige Rauschen der Wellen unter ihren Füßen lenkte ihre Aufmerksamkeit auf den weichen, nassen Sand, der vom Wasser um ihre Knöchel gespült wurde. Ein weiteres Paar Füße tauchte neben ihr auf und Finger schlangen sich um die Ihren. Lily blickte in James‘ zuversichtliches Lächeln. Sie erwiderte sein Lächeln, als sich ihre Körper lautlos erhoben, um über das Meer hinweg zu den Wolken zu schweben. Immer höher, immer weiter. Bis beide Körper Eins mit dem Himmel wurden.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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			<content:encoded><![CDATA[Hier wäre dann auch mein Beitrag zu den Summertime Snapshots. Und ich muss gestehen: Da habe ich mir ein ganz schönes Ei ins Nest gelegt. Ich habe mir hier ein Thema gewählt, das mir offensichtlich nicht liegt. Aber das Bild mit der Nummer 05 hat mich auf Anhieb inspiriert und ich hatte diesen Snapshot sofort im Kopf. Es war reserviert, also wollte ich auch etwas abliefern. Auch, wenn ich nicht so recht zufrieden damit bin. An dieser Stelle einen lieben Dank an tenten fürs Betalesen und Mut machen, die Geschichte dennoch zu einem Ende zu bringen und hier zu posten.  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/heart.png" alt="Heart" title="Heart" class="smilie smilie_16" /> Ich freue mich auch sehr über weitere Kritik und Anregungen von Euch. Aber nun lest selbst:<br />
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://wecanbeheroes.de/images/challenges/05-estefania.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 05-estefania.jpg]" class="mycode_img" /></div>
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„Eines Tages fliegen wir zum Meer“, plante James vor sich hin. Sie spürte seinen Arm um ihre Schultern und ein verträumtes Lächeln zierte Lilys Gesicht. So oder so ähnlich planten sie schon seit Wochen vor sich hin. Eine Art Hoffnungsschimmer. Eine zeitweise Flucht aus einer Welt, aus der sie wohl noch eine ganze Weile nicht würden entkommen können. In Zeiten wie diesen war es wohl vollkommen normal, sich in Gedanken seine eigene Zukunft auszumalen oder sich wenigstens woanders hin zu träumen. Irgendwohin, wo kein Krieg herrschte, wo die Welt in Ordnung war. Lilys besorgte Augen ruhten auf Harry. Am Boden des Wohnzimmers auf seiner Decke liegend betastete er mit kleinen Fingerchen seinen Spielzeugbesen und kaute selig mit dem süßesten Lächeln von ganz England darauf herum. „Aber erst musst Du ihm das Fliegen beibringen“. Lily fand es absolut übertrieben, dass James ihm jetzt schon einen Besen gekauft hatte. Einen Spielzeugbesen zwar, aber dennoch: „Er kann ja noch nicht mal sicher gehen“. James löste seinen Arm von Lily, umgriff ihre Schultern und drehte sie zu sich herum, bevor er großspurig von sich gab: „Harry ist etwas ganz Besonderes. Mein Sohn wird schon fliegen können, bevor er richtig gehen kann. Er wird der jüngste und beste Quidditch-Spieler werden, den Hogwarts je gesehen hat. Du wirst sehen". Lily schnaubte: „Ach? DEIN Sohn, ja?“ Ein schiefes Grinsen zeigte sich auf ihren Lippen, bevor sie weitersprach: „Aber ich fürchte, du hast Recht. Er ist ein Potter durch und durch. Ich hoffe nur, er wird während seiner Schulzeit weniger Flausen im Kopf haben, als sein Vater".<br />
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Als hätte er das Gespräch mitverfolgt, gluckste klein Harry vergnügt vor sich hin und fing sich dadurch die Aufmerksamkeit seiner Eltern ein. James näherte sich der Krabbeldecke und ging in die Hocke. „Glaub jetzt ja nicht, deine Mutter wäre ein Unschuldslamm gewesen“, ermahnte er mit erhobenem Zeigefinger seinen Sohn. Harry gab etwas von sich, was sich nach „Nein" anhörte, bevor er sich wieder daran machte, auf dem Holz seines Besens herum zu kauen. Was James allerdings dadurch unterband, dass er Harry auf seine Arme hob, um ihm sanft das Spielzeug wegzunehmen. „Nicht kaputt machen. Wir müssen doch deiner Mutter beweisen, was für ein guter Flieger du schon bald sein wirst. Und dann fliegen wir alle drei zusammen ans Meer". Sein Blick fiel auf Lily und er sah, dass sich ein Schatten über ihre eben noch so belustigten Züge legte. Das leichte Schütteln ihres Rotschopfs und ihr besorgter Blick aus dem Fenster hinaus sorgte dafür, dass James sogleich wieder auf seine Frau zutrat, um abermals seinen Arm um ihre Schultern zu legen. Ihre Hand umgriff die Seine, während der Daumen sanft über James' Ehering strich. Unwillkürlich fielen die Blicke von beiden auf das Gruppenfoto, welches eingerahmt auf einem kleinen Eckschrank neben dem Sofa stand. Kurz darauf trafen sich ihre Blicke wieder. Vielsagend und verheißungsvoll. Es brauchte keine Worte um zu verstehen, was sie sagen wollten. Die Gruppe war längst nicht mehr so groß, wie das Foto versprach.<br />
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Mit wässrigen Augen schob Lily den Vorhang beiseite und sah abermals hinaus. Draußen setzte bereits die Abenddämmerung ein. Ein Schauder überlief sie. Sie mochte den Einbruch der Nacht nicht. Nicht mehr. Die Tage waren düster genug geworden. „Harry muss ins Bett", beschloss sie daher. Das Leben in Godric‘s Hollow war einfacher zu ertragen, wenn man es in alltäglichen Situationen verdrängte. So griff sie vorsichtig nach Harry, der nicht den Hauch einer Ahnung hatte, in was für eine Welt er da hinein geboren worden war.<br />
 <br />
„Sag: Gute Nacht, Papa", zwang sie sich dazu, sich vor Harry ihre Sorgen nicht anmerken zu lassen. Und mit seinem fröhlichen „Aah Aah" schaffte es Harry tatsächlich, das Lächeln zurück in Lilys Gesicht zu zaubern. „Bis gleich“, wandte sie sich an James und verschwand mit Harry die Treppe hinauf. Damit wechselten sie sich täglich ab und an diesem Abend war Lily an der Reihe.<br />
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Im Schlafzimmer angekommen, beugte sich Lily über die Gitter von Harrys Bettchen und schrak zusammen. Ein lautes Poltern und Krachen ließ sie aufhorchen und James schrie etwas, das sich wie „Lily, bleib oben!“ anhörte. Ihr Herz raste und mit zittrigen Fingern griff sie nach ihrem Zauberstab, um mit diesem bewaffnet zum Treppenabsatz zu eilen. Das grüne Licht, das bis zu ihr nach oben leuchtete, ließ Lily den vor Schreck weinenden Harry ignorieren. „JAMES“, schrie sie mit schriller Stimme, doch statt einer Antwort ihres Liebsten stand plötzlich ER vor ihr und zischte hämische Worte vor sich hin. So schnell es ihr möglich war, eilte Lily zurück ins Schlafzimmer, stellte sich schützend vor Harry und hob ihren Zauberstab in Richtung des Zauberers, dessen Namen sich niemand auszusprechen wagte. Alles ging viel zu schnell. Abermals erhellte das grüne Licht den Raum. Und der Todesfluch traf Lily auf direktem Weg. Er brannte sich schmerzhaft durch ihren Körper, bis sie schließlich mit einem Ausdruck blanken Entsetzens am Boden zu liegen kam und sich nicht mehr rührte.<br />
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Es wurde dunkel um sie herum. Und ruhig. Harrys Geschrei war nicht mehr zu hören. Lily war alleine. Der brennende Schmerz in ihrem Körper hatte nachgelassen und war einer angenehmen Wärme gewichen. Die zuvor noch fest zusammengekniffenen Augen vorsichtig öffnend, blinzelte Lily direkt in blendende Sonnenstrahlen hinein. Eine Hand schützend vor das Gesicht gehalten dauerte es eine Weile, bis sie sich an das orangefarbene Licht der untergehenden Sonne gewöhnt hatte. Ein malerischer Himmel, hier und da mit ein paar Wolken dekoriert, erstreckte sich in verschiedenen Lila- und Gelbtönen vor ihr bis hin zum Horizont, an dem die Sonne bereits die Wellen des Meeres zu berühren schien.<br />
 <br />
Das stetige Rauschen der Wellen unter ihren Füßen lenkte ihre Aufmerksamkeit auf den weichen, nassen Sand, der vom Wasser um ihre Knöchel gespült wurde. Ein weiteres Paar Füße tauchte neben ihr auf und Finger schlangen sich um die Ihren. Lily blickte in James‘ zuversichtliches Lächeln. Sie erwiderte sein Lächeln, als sich ihre Körper lautlos erhoben, um über das Meer hinweg zu den Wolken zu schweben. Immer höher, immer weiter. Bis beide Körper Eins mit dem Himmel wurden.<br /><!-- start: postbit_attachments_attachment -->
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[open up your heart and let this fool rush in | Teil 1/1]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-74.html</link>
			<pubDate>Wed, 08 Jul 2020 11:08:47 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-74.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N:</span> Diese Story ist zu Bild Nummer 19 (einem Retro-Radio auf dem Fensterbrett in einer Küche) der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=69" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Summertime Snapshots Challenge</a> entstanden.<br />
Es ist das erste Mal, dass ich mich an James‘ Eltern Euphemia und Fleamont heran traue, aber sie haben ehrlich gesagt unglaublich Spaß gemacht zu schreiben. Insbesondere Euphemia, bei deren Charakterisierung ich mich etwas an dem orientiert habe, wie mein liebster Teil des Jily-Fandoms sie sieht. Außerdem finde ich die in einem Teil des Fandoms vorherrschende Charakterisierung der Potters als indischstämmig einfach unglaublich sympathisch und positiv, weshalb meine Potters das ebenfalls sind. Algernon ist wie immer ausgeliehen von der fantastischen cgner@ao3.<br />
Ein ganz großes Dankeschön für die Beta dieser kleinen Story geht an Aerlinn! &lt;3</span><br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://wecanbeheroes.de/images/challenges/19-tenten31.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 19-tenten31.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">open up your heart and let this fool rush in</span></span></div>
<br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Hochverehrte Mutter,<br />
<br />
ich weiß, du wirst ungern vor deinem ersten Kaffee gestört, deshalb hoffe ich inständig, dass du diesen bereits zu dir genommen hast. Sollte dem nicht so sein, möchte ich dich hiermit in aller Form bitten, diesen Brief noch einmal beiseite zu legen und zu warten, bis du das Gebräu der Könige (wie dein verehrter Sohn Sirius, der übrigens Grüße ausrichten lässt, es nennt) in ausreichender Menge zu dir genommen hast.<br />
<br />
Ich hoffe, dieser Brief findet dich und Dad gesund und munter vor. Nein, ich habe nichts angestellt. Okay, vielleicht doch, aber ich bekomme dafür keinen Ärger und kann Schulsprecher bleiben. Peter ist wohlauf und Madam Pomfrey kümmert sich gut um ihn. Macht euch also bitte keine Sorgen.<br />
<br />
Weshalb ich aber eigentlich schreibe an diesem stürmischen Herbsttag ist, dass ich deine Hilfe benötige. Bitte versprich mir, dass du diesen Brief im Kaminfeuer verbrennst, sobald du ihn gelesen hast, und dass weder du noch Dad jemals ein Wort darüber verlieren, insbesondere nicht gegenüber einer gewissen rothaarigen Halbgöttin. Oder Sirius. Oder Remus. Oder irgendjemand anderem. Und bitte seht unbedingt davon ab, persönlich zu kommen!<br />
<br />
Mein Anliegen ist das folgende: In der kommenden Woche findet hier in Hogwarts ein Schulball statt. Nun ist es dir wahrscheinlich noch nicht zu Ohren gekommen, aber es gibt da eine Person, die ich gerne fragen würde, ob sie mit mir zusammen dorthin möchte. Die Lage ist jedoch kompliziert, denn diese Person hat mich bis vor kurzem noch keines Blicks gewürdigt und auch wenn wir inzwischen über das Schulische hinaus sogar miteinander reden, ist mir noch kein guter Weg eingefallen, das Thema ihr gegenüber anzusprechen.<br />
<br />
Was soll ich also am besten tun, damit sie auch sicher ja sagt?<br />
<br />
Was meinst du, würde es dir anstelle der Person gefallen, wenn du ein Ständchen vom Sprechenden Hut vor der gesamten Schule bekämest? Das wäre jetzt mein bester Plan.<br />
<br />
Mit der verzweifelten Bitte um deinen weiblichen Rat erwarte ich sehnsüchtig deine Antwort.<br />
<br />
Dein von dir über alles geliebter Sohn,<br />
<br />
James Potter<br />
<br />
<br />
P.S.: Diese Person ist nicht Lilly Evans!<br />
<br />
P.P.S.: Auch Remus und Peter lassen beste Grüße ausrichten und dass sie sich schon auf Weihnachten freuen.<br />
<br />
P.P.P.S.: Es ist wirklich nicht Lilly Evans!</blockquote>
<br />
<br />
Beinahe hätte Euphemia die große dunkelbraune Eule, die an ihr Fenster klopfte, nicht gehört. Zu ihrem Glück war sie beharrlich, so dass sie schließlich doch gegen die Geräuschkulisse um sie herum ankam. Es regnete nämlich draußen wie in Strömen und der Regen prasselte nur so gegen alle Flächen des großen Herrenhauses. Es war ein wunderbares Geräusch, wenn man dazu einschlafen wollte – aber Euphemia wollte gerade genau das Gegenteil: Aufwachen.<br />
<br />
Sie und ihr Ehemann Fleamont saßen in diesem Moment beim Frühstück in der kleinen Küchennische, die sie immer nutzten, wenn es nur sie beide im Haus waren. Wenn die beiden Jungs in Hogwarts waren und sie auch keinerlei Gäste empfingen. Sie hatten gerade jeder eine große Tasse schwarzen Kaffee sowie einen Tellervoll warmer Idli und Chutneys dazu in die Mitte des Tischs gestellt bekommen.<br />
<br />
Die Tasse noch in einer Hand, öffnete Euphemia rasch das Fenster und ließ den Vogel herein ins Warme und Trockene des Hauses. Sie strich der nassen Eule beschwichtigend am Kinn entlang und lächelte, als sie das inzwischen etwas fleckige Pergament entdeckte, das an einem Bein befestigt war.<br />
<br />
„Monty, es ist Post von James“, verkündete sie und nahm einen großen Schluck Kaffee. Die Eule tropfte auf die Fensterbank; vielleicht sollte sie um ein Handtuch bitten. Aber das Tier sah sowieso schon ein wenig gerupft aus und sie hatte ein wenig Bedenken, mit einem Vogel genauso zu verfahren wie mit ihrem Kater, wenn er matschig und voller Laub im Fell herein kam.<br />
<br />
Zusammenhanglos ging ihr durch den Kopf, dass sie James vielleicht doch noch eine eigene Eule schenken sollten, dann hätte sie dieses Problem jetzt sicherlich nicht. Allerdings war ihr Sohn inzwischen in seinem letzten Schuljahr; wozu bräuchte er jetzt für diese kurze Zeit noch eine Eule? Vielleicht hätte sie ihren beiden Jungs eröffnen sollen, dass sie von den Kommunikationsspiegeln wusste – und einen einfach behalten sollen, um ihren Sohn auch erreichen zu können.<br />
<br />
Aber das würde das Problem auch nicht wirklich lösen. Also vielleicht eine Familien-Eule, die James in der Zeit in Hogwarts ausleihen könnte? Wahrscheinlich würde Algernon am Ende ja sowieso nur eingeschnappt reagieren, weil ER eben nicht fliegen konnte. Der Kater ihres Sohnes war James manchmal furchteinflößend ähnlich geworden…<br />
<br />
Fleamont riss sie aus ihren Gedanken: „Was schreibt er denn? Sicher nichts Gutes, wenn er so kurz nach Schulbeginn schon eine Eule schickt.“ Er ließ kurz ab von den Knöpfen des Radiogeräts, an denen er gerade noch herumgedreht hatte, und sah sich zu der großen Hauselfe um, die bereits mit einem Handtuch in den Händen zu ihnen herüber kam.<br />
<br />
Euphemia stellte die Kaffeetasse ab und befreite die Eule mit einem leisen Schnalzen ihrer Zunge von dem durchnässten Brief. Während sie las, entkam ihr mehrmals ein Seufzen über die Melodramatik, die ihr Sohn manchmal an den Tag legen konnte – von wem er das nur hatte? Vermutlich von ihr, auch wenn es ihr deutlich besser stand. Wenigstens hatte er dazu auch Fleamonts verwegene Gesichtszüge geerbt. Als sie las, dass James‘ beste Idee bis jetzt war, den Sprechenden Hut zu verzaubern, verdrehte sie die Augen und schnalzte erneut mit der Zunge, diesmal missbilligend.<br />
<br />
„Dein Sohn ist seit Jahren in Lily Evans verliebt und schafft es nicht einmal, sie vernünftig um einen Tanz zu bitten“, fasste sie das Geschriebene für ihren Mann zusammen, „Also von mir kann er das nicht haben. Erst recht, weil er denkt, ich würde auf seinen Trick mit dem dritten L in Lilys Namen hereinfallen.“ So oft wie James schon von Lily geschwärmt hatte, fiel es auch schwer, etwas anderes zu glauben.<br />
<br />
„Er ist eben noch jung, aber wir haben ihn glaube ich ganz gut hinbekommen. Immerhin hat er inzwischen genug Anstand, zuerst nachzudenken“, gab Fleamont mit einem Schmunzeln zurück, drückte Euphemia einen zärtlichen Kuss auf die Wange und griff sich ein paar der Idli, um sie mit scharfem Chutney zu bestreichen.<br />
<br />
Euphemia nahm mit einem dankbaren Lächeln das Handtuch entgegen und wickelte die hogwarts’sche Schuleule kurzerhand darin ein. Dann wanderte ebenfalls etwas von dem Frühstück auf ihren Teller; sie schnitt ein Stück davon ab und hielt es dem Tier entgegen. Die Strecke von Schottland bis zu ihnen war nicht kurz und die Eule musste einen Teil der Nacht hindurch geflogen sein, um jetzt hier zu sein. Sie hatte sicherlich großen Hunger – was sich bestätigte, als der Schnabel nach dem Essen schnappte. Erneut schnitt Euphemia ein Stück ab, erneut fütterte sie damit die Eule, während sie selbst erst einmal beim Kaffee blieb. Kaffee half ihr beim Denken.<br />
<br />
Fleamont derweil hatte sich wieder dem Radio zugewendet, biss hier und da gedankenversunken von seinem Frühstück ab. Das Rauschen aus dem Radio veränderte immer wieder seine Farbe, je weiter er an den Knöpfen drehte. Euphemia wusste nicht, wonach er genau suchte, war sich aber sicher, dass sie es beide in dem Moment wüssten, in dem er es gefunden hätte. „Und was machen wir jetzt mit James?“<br />
<br />
Erneut nahm Euphemia einen großen, nachdenklichen Schluck und ließ sich nochmal nachschenken, bevor sie antwortete. „Ich hätte ja gute Lust, einen Ausflug nach Schottland zu unternehmen und ihm Bescheid zu stoßen. Es kann doch nicht angehen, dass er nichts Besseres weiß, als einen stinkenden alten Hut mit eigenwilligem Reimschema zu verzaubern, um seine Arbeit zu erledigen und das Herz einer jungen Frau zu erobern. Das kann doch nicht gut gehen!“<br />
<br />
„Er hat dir doch sicher geschrieben, dass du nicht selber kommen sollst“, gab Fleamont zurück ohne aufzusehen, ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen.<br />
<br />
„Ja, hat er. Weil Eltern für halbstarke Jungs schließlich immer nur peinlich sind, egal wie gut sie es meinen.“ Erneut schnalzte sie unverständig mit der Zunge und fütterte lieber der Eule noch etwas von ihrem Frühstück. „Eigentlich sollte er inzwischen ja alt genug sein, um alleine zu wissen, wie man mit Mädchen redet.“<br />
<br />
Fleamont sah zu Euphemia auf und sein Lächeln wurde breiter, wenn auch gleichzeitig sanfter. „Als würde es dir nicht gefallen, dass er dich um Rat fragt. Außerdem kann er denke ich ganz gut mit Mädchen reden, nur eben diesem einen Mädchen nicht.“<br />
<br />
„In Ordnung“, gab Euphemia mit einem leisen Seufzen zu und verdrehte leicht die Augen, „Natürlich finde ich es schön, dass er seine alte Mutter nicht ganz vergessen hat. Trotzdem… Wieso braucht er denn so ewig, meine zukünftige Schwiegertochter auch nur anzusprechen, hm?“<br />
<br />
„Erinnerst du dich noch, was Sirius erzählt hat? James war so lange untendurch bei ihr, dass es überhaupt ein Wunder ist, wenn sie ein Wort mit ihm wechselt. Sein Glück, dass sie jetzt zusammen Schulsprecher sind und reden müssen.“<br />
<br />
„Eben. Er hätte schon längst vor ihr zu Kreuze kriechen sollen. Das hätte eine so brillante junge Hexe wie Lily Evans allemal verdient.“<br />
<br />
„Mia“, seufzte Fleamont gutmütig, als aus dem Radio eine leise Melodie ertönte, die seinen besorgten Gesichtsausdruck zu einem begeisterten kleinen Lächeln dahinschmelzen ließ. Vorsichtig, als könnte er sie damit verscheuchen, drehte er lauter.<br />
<br />
Wahrscheinlich war es nicht das gewesen, was er gesucht hatte – aber es war noch besser! Natürlich erkannte Euphemia die Melodie sofort. Im Takt der Musik wiegend, stellte sie ihre Kaffeetasse ab und stand vom Küchentisch auf. „Das hast du doch mit Absicht gemacht, du alter Charmeur“, zwinkerte sie ihrem Mann schmunzelnd zu.<br />
<br />
Auch Fleamont ließ von dem Radio ab und stand auf. Breit lächelnd schüttelte er den Kopf, bevor er eine Verbeugung andeutete und Euphemia auffordernd seine Hand entgegen hielt.<br />
<br />
Sie ergriff sie und schmiegte sich in die Arme ihres Mannes, legte ihm die Hände auf die Schultern und ließ die Musik durch sich hindurch fließen. Es war eine wunderbar kitschige Swing-Nummer, die sie beide schon seit ihrem ersten gemeinsamen Tanz begleitete.<br />
<br />
„Wie lange ist das jetzt her, dass wir das erste Mal getanzt haben?“, murmelte sie versonnen vor sich hin, die Unfähigkeit ihres Sohnes für den Augenblick vergessen, „Viel zu lange und trotzdem weiß ich es noch, als wäre es gestern gewesen.“<br />
<br />
Sie konnte Fleamont gegen ihre Wange nicken spüren. „Ich weiß noch, wie sie die Musik lauter gedreht haben, um zu übertönen, dass draußen etwas passiert. Zum Glück sind alle Lehrer unversehrt wiedergekommen. Und ich weiß noch, wie du mich angesehen hast, als du mich zum Tanzen aufgefordert hast.“<br />
<br />
„Ach ja?“, lächelte sie und schenkte ihrem Mann genau denselben kokett-entschlossenen Augenaufschlag, den er damals von ihr bekommen hatte. Woraufhin Fleamont sie aus- und wieder in seine Umarmung eindrehte. Euphemia lachte glücklich: „Ich wusste eben damals schon sehr genau, was ich wollte.“<br />
<br />
„Ich weiß noch, die anderen Jungs haben dich alle für wahnsinnig erklärt, als du nicht mit Garrigan Ollivander zu diesem Ball wolltest und stattdessen lieber alleine dorthin bist.“<br />
<br />
„Du bist auch alleine hin. Das war alles, was ich als Anreiz gebraucht habe. Und sieh uns an, mein Plan ist perfekt aufgegangen.“ Sie berührte mit ihren Lippen federleicht die weiche Haut an seiner Ohrmuschel.<br />
<br />
Die schmachtende Stimme des Sängers schwoll mit dem Orchester an und der Regen gegen die Scheiben begleitete auf zauberhafte Weise das Schlagzeug. Ihre Hauselfe hatte in ihrer Arbeit ebenfalls innegehalten, drehte kleine Pirouetten und bewegte sich zur Musik. Selbst die Eule am Fenstersims hatte inzwischen ihr Handtuch abgeschüttelt und wiegte sich im Takt mit.<br />
<br />
Ein gutturales „Hmmm“ war aus Fleamonts Kehle zu vernehmen und für einen Moment schloss er die Augen, bevor er Euphemia ohne Vorwarnung dippte.<br />
<br />
Sie ließ sich weit nach hinten fallen, streckte ihren Rücken tief, sicher, dass ihr Mann sie festhielt. Sie lachte, glücklich über diese Erinnerung und über diesen spontanen Tanz. Darüber, wie verständnislos James und Sirius sie angesehen hätten, wären sie jetzt hier gewesen. Und darüber, dass sie Lily Evans ja vielleicht doch noch bald kennenlernen dürfte, nachdem sie all die Geschichten kannte.<br />
<br />
„Willst du James also raten, allein zu diesem Ball zu gehen?“ fragte Fleamont, als er sie wieder zu sich nach oben gezogen hatte und sie erneut zur Musik einen langsamen Kreis beschrieben.<br />
<br />
Euphemia schüttelte den Kopf. „Merlin bewahre! Lily Evans ist sicher ein sehr beliebtes Mädchen und wird so auch sicher mit einem charmanten Begleiter kommen. Nicht so charmant wie unser Sohn, aber das kann sie natürlich nicht wissen, wenn er sich in ihrer Gegenwart immer wie ein brunftiger Erumpent aufführt.“ Sie zwinkerte ihm zu, dann sah sie einen langen Moment zur Eule auf dem Fensterbrett, die Augen leicht zusammen gekniffen.<br />
<br />
„Mia, ich kenne diesen Blick“, lachte Fleamont in gespielt vorwurfsvollem Ton, „Solltest du trotz direkter Bitte unseres Sohnes, es nicht zu tun, nach Hogwarts apparieren wollen, werde ich dich hier und jetzt auf diesem Stuhl da festbinden.“<br />
<br />
Ein wenig sackten ihre Schultern, wenn auch eher aus Prinzip denn aus wirklicher Enttäuschung. Sie respektierte die Wünsche ihres Sohnes, immerhin war sie insgeheim überzeugt, zusammen mit ihrem Fleamont einen verantwortungsvollen und eigenständigen jungen Mann aufgezogen zu haben. „Keine Sorge, Monty. Ich werde nur einen Brief zurückschreiben und dann auf das Beste hoffen.“<br />
<br />
Der Song ging fließend in einen anderen über, eine beschwingte Beatles-Nummer, zu der sie sich versuchte vorzustellen, wie James endlich Lily zum Tanz aufforderte. Langsam löste Euphemia sich von Fleamont, ließ es sich aber nicht nehmen, ihn lang und innig zu küssen.<br />
<br />
Dann wandte sie sich wieder ihrer Kaffeetasse und ihrem Frühstück zu, während Fleamont das Radio leiser drehte…<br />
<br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Liebster Sohn,<br />
<br />
über das, was auch immer du deinem guten Freund Peter angetan hast, sprechen wir nochmal. Jemanden zu Madam Pomfrey zu schicken, geht über jeden Spaß hinaus – auch wenn ich trotzdem hoffe, dass was auch immer es war mit dem notwendigen Flair ausgeführt wurde.<br />
<br />
Nun zu Lily Evans (und ja, ich weiß, es geht um Lily Evans – glaubst du wirklich, ich lasse mich von einem zusätzlichen L täuschen?): Vergiss den Sprechenden Hut! Und am besten hast du nie auch nur an so etwas wie Amortentia oder ähnliche dumme Helferlein gedacht! Oder ich verspreche dir, dass du dafür eher früher als später, aber spätestens bei der Abschlussfeier die Rache einer Mutter erleben wirst!!! Jedenfalls bin ich mit deinem Vater zusammen mehrere Pläne durchgegangen und wir sind gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass diesmal Ehrlichkeit weiter kommt als irgendeiner deiner großen Pläne. Immerhin rennt dir auch die Zeit davon. Also vielleicht solltest du dich am besten einfach fragen: Was würde Amitabh Bachchan tun? Was würde Rishi Kapoor tun?<br />
<br />
Lily Evans hat deine verdammt nochmal beste Seite verdient, keine halbgaren Reimkatastrophen von alten Hüten, die bereits tausende von Schülern auf dem Kopf hatten. Und nur weil sicherlich auch einige von ihnen Sleekeazy benutzt haben, heißt das nicht, dass sie alle frisch gewaschene Haare hatten. Aber ich schweife ab.<br />
<br />
Du wirst das alleine machen müssen und ich weiß, du schaffst das auch. Immerhin bist du unser Sohn und wir haben dich unter anderem zu einem Ehrenmann erzogen. Wenn es sein muss, geh vor Lily Evans auf die Knie und bettle, auch wenn dein Vater meint, das wäre jetzt vielleicht eher abschreckend. Aber als allererstes solltest du sie trotzdem um Verzeihung bitten.<br />
<br />
Natürlich wäre mir auch lieber, wenn du sie mit einem großen Strauß Rosen und einem Liebeslied umgarnst, aber ich weiß nunmal leider, dass mein Sohn vieles ist, aber eben kein Sänger.<br />
<br />
Bestelle Sirius bitte, dass er an sein Versprechen denken soll, dieses Jahr nicht beinahe von der Schule zu fliegen, sondern seinen Abschluss mit Bravour zu meistern, wie ich weiß, dass er es kann.<br />
<br />
Bestelle Remus bitte, dass er genug essen soll. Zur Sicherheit schicke ich gleich heute noch mit einer Posteule ein Päckchen mit richtigem Essen und natürlich Schokolade los.<br />
<br />
Bestelle Peter bitte eine gute Besserung und dass er besser auf sich aufpassen soll, wenn er mit euch Jungs unterwegs ist. Oh, und er soll seiner Mutter für das fantastische Kuchenrezept danken.<br />
<br />
Dein Vater lässt ebenfalls Grüße bestellen und dass es nicht das Ende der Welt ist, wenn sie nein sagt. Was natürlich gelogen ist, aber du weißt ja, wie er es meint.<br />
<br />
Deine dich liebende Mutter<br />
<br />
P.S.: Das nächste Mal schreibe bitte nicht so schwülstig, das steht dir nicht zu Gesicht. Ich bin sicher, Lily Evans wird es auch mögen, wenn du zum Punkt kommst.<br />
<br />
P.P.S.: Natürlich sind vier Pakete für euch unterwegs, sollte das nicht aus meinem vorangegangenen Brief zu entnehmen sein. Gib gerne Lily Evans etwas ab.<br />
<br />
P.P.P.S.: Sollten Lily und du neue Kleidung für den Ball brauchen, habe ich den Schneider in Hogsmeade bereits verständigt. Ihr müsstet nur noch bei ihm den Stoff auswählen.</blockquote>
<br />
<br />
Als James an diesem Abend vom Quidditch-Training kam, taten ihm sämtliche Glieder weh. Er wusste, er war mit den Gedanken ganz woanders gewesen. Bei Lily. Bei dem Brief an seine Mum. Bei Lily. Bei dem Schulball. Aber das war doch noch längst kein Grund für Sirius, ihm einen Klatscher nach dem anderen entgegen zu schleudern!<br />
<br />
Mit einem Seufzen ließ er sich Gesicht voraus auf die Couch des Gemeinschaftsraums fallen. Das Maunzen von Algernon, der es sich im nächsten Moment ausgerechnet auf seinem Rücken bequem machte, erwiderte er mit einem missmutigen kleinen Grummeln. Nur einen Moment einfach so liegenbleiben...<br />
<br />
„Oh hey, James“, riss ihn Remus‘ Stimme aus seinen Gedanken, „Deine Eule von gestern ist zurück.“<br />
<br />
Auf einen Schlag war James hellwach und wieder aufrecht, worüber Algernon sich fauchend echauffierte. „Hat sie einen Brief dabei?“<br />
<br />
Remus klang misstrauisch: „Wem hast du denn eigentlich geschrieben? Was war so wichtig, dass du bis spät nachts noch geschrieben hast?“<br />
<br />
„Nichts“, versicherte James hastig und war bereits selbst schon am Fenster, um dem Vogel den Brief von seiner Mum abzunehmen.<br />
<br />
Sein Gesicht verdüsterte sich beim Lesen, wurde nachdenklich. Wo bekäme er denn auf die Schnelle einen Turban her? Oder ein Motorrad, mit dem er Evans beeindrucken könnte? Stand sie überhaupt auf Motorräder? Und wie schwierig wäre es, ein Motorrad in den großen Saal von Hogwarts zu fahren?<br />
<br />
„Hey, Potter?“<br />
<br />
James sah auf und fand sich Lily Evans‘ tief smaragdgrünen Augen gegenüber wieder. Hastig knüllte er den Brief zusammen und versuchte Remus‘ Aufmerksamkeit zu erlangen, so dass er ihn vielleicht im Feuer vernichten könnte, um keine Spuren zu hinterlassen. Er setzte an, etwas zu erwidern, aber ein ‚Ich war’s nicht‘ wäre zu sehr Schuldeingeständnis und ansonsten war sein Kopf mit einem Mal beängstigend leer.<br />
<br />
„Hab ich dich etwa unterbrochen?“ fragte sie und ihr Blick ging fragend zu dem Pergament in seiner Hand.<br />
<br />
„NEIN! Nein, nein, alles… Was… Was kann ich für dich tun, Evans?“, fand er seine Stimme wieder und gab es auf, Remus mit den Augen irgendetwas signalisieren zu wollen.<br />
<br />
„Oh, sehr gut. Ich wollte dich nämlich fragen, ob wir nicht gemeinsam zum Schulball nächste Woche gehen wollen?“ Sie lächelte leicht, auch wenn sie seinem Blick nicht begegnete in diesem Moment. War das ein Witz? Ein Scherz, damit er…? Nein. Er wusste, Lily war verdammt clever, was er sehr an ihr liebte, aber sie wäre nicht so fies, bestimmt nicht. Hatte Remus vielleicht…? Und hatte er überhaupt richtig gehört? Lily war hier, stand direkt vor ihm, auch nachdem er ein paarmal geblinzelt hatte. Und sie wirkte… ungeduldig?<br />
<br />
„Ähm. Jetzt wo du es sagst… Klar. Sehr gern. Auf jeden Fall. Bin dabei“, versicherte er hastig, so dass sie das, was er da zu hören gemeint hatte, gar nicht mehr zurücknehmen könnte.<br />
<br />
„Gut“, lächelte sie breit, „Kommst du mit mir die Aufsichtsrunde machen?“<br />
<br />
„Sekunde!“ James sprintete hinüber zum Kamin, warf den Brief hinein und zündete ihn mit einem gut platzierten Feuerzauber lichterloh an. Dann sprintete er wieder zurück zu Lily und hakte sie kurzerhand bei sich unter. „Scheiß auf Rishi Kapoor!“<br />
<br />
„Okay, was auch immer das jetzt heißen soll.“<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ENDE</span></div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N:</span> Diese Story ist zu Bild Nummer 19 (einem Retro-Radio auf dem Fensterbrett in einer Küche) der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=69" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Summertime Snapshots Challenge</a> entstanden.<br />
Es ist das erste Mal, dass ich mich an James‘ Eltern Euphemia und Fleamont heran traue, aber sie haben ehrlich gesagt unglaublich Spaß gemacht zu schreiben. Insbesondere Euphemia, bei deren Charakterisierung ich mich etwas an dem orientiert habe, wie mein liebster Teil des Jily-Fandoms sie sieht. Außerdem finde ich die in einem Teil des Fandoms vorherrschende Charakterisierung der Potters als indischstämmig einfach unglaublich sympathisch und positiv, weshalb meine Potters das ebenfalls sind. Algernon ist wie immer ausgeliehen von der fantastischen cgner@ao3.<br />
Ein ganz großes Dankeschön für die Beta dieser kleinen Story geht an Aerlinn! &lt;3</span><br />
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><img src="https://wecanbeheroes.de/images/challenges/19-tenten31.jpg" loading="lazy"  alt="[Bild: 19-tenten31.jpg]" class="mycode_img" /><br />
<span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">open up your heart and let this fool rush in</span></span></div>
<br />
<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Hochverehrte Mutter,<br />
<br />
ich weiß, du wirst ungern vor deinem ersten Kaffee gestört, deshalb hoffe ich inständig, dass du diesen bereits zu dir genommen hast. Sollte dem nicht so sein, möchte ich dich hiermit in aller Form bitten, diesen Brief noch einmal beiseite zu legen und zu warten, bis du das Gebräu der Könige (wie dein verehrter Sohn Sirius, der übrigens Grüße ausrichten lässt, es nennt) in ausreichender Menge zu dir genommen hast.<br />
<br />
Ich hoffe, dieser Brief findet dich und Dad gesund und munter vor. Nein, ich habe nichts angestellt. Okay, vielleicht doch, aber ich bekomme dafür keinen Ärger und kann Schulsprecher bleiben. Peter ist wohlauf und Madam Pomfrey kümmert sich gut um ihn. Macht euch also bitte keine Sorgen.<br />
<br />
Weshalb ich aber eigentlich schreibe an diesem stürmischen Herbsttag ist, dass ich deine Hilfe benötige. Bitte versprich mir, dass du diesen Brief im Kaminfeuer verbrennst, sobald du ihn gelesen hast, und dass weder du noch Dad jemals ein Wort darüber verlieren, insbesondere nicht gegenüber einer gewissen rothaarigen Halbgöttin. Oder Sirius. Oder Remus. Oder irgendjemand anderem. Und bitte seht unbedingt davon ab, persönlich zu kommen!<br />
<br />
Mein Anliegen ist das folgende: In der kommenden Woche findet hier in Hogwarts ein Schulball statt. Nun ist es dir wahrscheinlich noch nicht zu Ohren gekommen, aber es gibt da eine Person, die ich gerne fragen würde, ob sie mit mir zusammen dorthin möchte. Die Lage ist jedoch kompliziert, denn diese Person hat mich bis vor kurzem noch keines Blicks gewürdigt und auch wenn wir inzwischen über das Schulische hinaus sogar miteinander reden, ist mir noch kein guter Weg eingefallen, das Thema ihr gegenüber anzusprechen.<br />
<br />
Was soll ich also am besten tun, damit sie auch sicher ja sagt?<br />
<br />
Was meinst du, würde es dir anstelle der Person gefallen, wenn du ein Ständchen vom Sprechenden Hut vor der gesamten Schule bekämest? Das wäre jetzt mein bester Plan.<br />
<br />
Mit der verzweifelten Bitte um deinen weiblichen Rat erwarte ich sehnsüchtig deine Antwort.<br />
<br />
Dein von dir über alles geliebter Sohn,<br />
<br />
James Potter<br />
<br />
<br />
P.S.: Diese Person ist nicht Lilly Evans!<br />
<br />
P.P.S.: Auch Remus und Peter lassen beste Grüße ausrichten und dass sie sich schon auf Weihnachten freuen.<br />
<br />
P.P.P.S.: Es ist wirklich nicht Lilly Evans!</blockquote>
<br />
<br />
Beinahe hätte Euphemia die große dunkelbraune Eule, die an ihr Fenster klopfte, nicht gehört. Zu ihrem Glück war sie beharrlich, so dass sie schließlich doch gegen die Geräuschkulisse um sie herum ankam. Es regnete nämlich draußen wie in Strömen und der Regen prasselte nur so gegen alle Flächen des großen Herrenhauses. Es war ein wunderbares Geräusch, wenn man dazu einschlafen wollte – aber Euphemia wollte gerade genau das Gegenteil: Aufwachen.<br />
<br />
Sie und ihr Ehemann Fleamont saßen in diesem Moment beim Frühstück in der kleinen Küchennische, die sie immer nutzten, wenn es nur sie beide im Haus waren. Wenn die beiden Jungs in Hogwarts waren und sie auch keinerlei Gäste empfingen. Sie hatten gerade jeder eine große Tasse schwarzen Kaffee sowie einen Tellervoll warmer Idli und Chutneys dazu in die Mitte des Tischs gestellt bekommen.<br />
<br />
Die Tasse noch in einer Hand, öffnete Euphemia rasch das Fenster und ließ den Vogel herein ins Warme und Trockene des Hauses. Sie strich der nassen Eule beschwichtigend am Kinn entlang und lächelte, als sie das inzwischen etwas fleckige Pergament entdeckte, das an einem Bein befestigt war.<br />
<br />
„Monty, es ist Post von James“, verkündete sie und nahm einen großen Schluck Kaffee. Die Eule tropfte auf die Fensterbank; vielleicht sollte sie um ein Handtuch bitten. Aber das Tier sah sowieso schon ein wenig gerupft aus und sie hatte ein wenig Bedenken, mit einem Vogel genauso zu verfahren wie mit ihrem Kater, wenn er matschig und voller Laub im Fell herein kam.<br />
<br />
Zusammenhanglos ging ihr durch den Kopf, dass sie James vielleicht doch noch eine eigene Eule schenken sollten, dann hätte sie dieses Problem jetzt sicherlich nicht. Allerdings war ihr Sohn inzwischen in seinem letzten Schuljahr; wozu bräuchte er jetzt für diese kurze Zeit noch eine Eule? Vielleicht hätte sie ihren beiden Jungs eröffnen sollen, dass sie von den Kommunikationsspiegeln wusste – und einen einfach behalten sollen, um ihren Sohn auch erreichen zu können.<br />
<br />
Aber das würde das Problem auch nicht wirklich lösen. Also vielleicht eine Familien-Eule, die James in der Zeit in Hogwarts ausleihen könnte? Wahrscheinlich würde Algernon am Ende ja sowieso nur eingeschnappt reagieren, weil ER eben nicht fliegen konnte. Der Kater ihres Sohnes war James manchmal furchteinflößend ähnlich geworden…<br />
<br />
Fleamont riss sie aus ihren Gedanken: „Was schreibt er denn? Sicher nichts Gutes, wenn er so kurz nach Schulbeginn schon eine Eule schickt.“ Er ließ kurz ab von den Knöpfen des Radiogeräts, an denen er gerade noch herumgedreht hatte, und sah sich zu der großen Hauselfe um, die bereits mit einem Handtuch in den Händen zu ihnen herüber kam.<br />
<br />
Euphemia stellte die Kaffeetasse ab und befreite die Eule mit einem leisen Schnalzen ihrer Zunge von dem durchnässten Brief. Während sie las, entkam ihr mehrmals ein Seufzen über die Melodramatik, die ihr Sohn manchmal an den Tag legen konnte – von wem er das nur hatte? Vermutlich von ihr, auch wenn es ihr deutlich besser stand. Wenigstens hatte er dazu auch Fleamonts verwegene Gesichtszüge geerbt. Als sie las, dass James‘ beste Idee bis jetzt war, den Sprechenden Hut zu verzaubern, verdrehte sie die Augen und schnalzte erneut mit der Zunge, diesmal missbilligend.<br />
<br />
„Dein Sohn ist seit Jahren in Lily Evans verliebt und schafft es nicht einmal, sie vernünftig um einen Tanz zu bitten“, fasste sie das Geschriebene für ihren Mann zusammen, „Also von mir kann er das nicht haben. Erst recht, weil er denkt, ich würde auf seinen Trick mit dem dritten L in Lilys Namen hereinfallen.“ So oft wie James schon von Lily geschwärmt hatte, fiel es auch schwer, etwas anderes zu glauben.<br />
<br />
„Er ist eben noch jung, aber wir haben ihn glaube ich ganz gut hinbekommen. Immerhin hat er inzwischen genug Anstand, zuerst nachzudenken“, gab Fleamont mit einem Schmunzeln zurück, drückte Euphemia einen zärtlichen Kuss auf die Wange und griff sich ein paar der Idli, um sie mit scharfem Chutney zu bestreichen.<br />
<br />
Euphemia nahm mit einem dankbaren Lächeln das Handtuch entgegen und wickelte die hogwarts’sche Schuleule kurzerhand darin ein. Dann wanderte ebenfalls etwas von dem Frühstück auf ihren Teller; sie schnitt ein Stück davon ab und hielt es dem Tier entgegen. Die Strecke von Schottland bis zu ihnen war nicht kurz und die Eule musste einen Teil der Nacht hindurch geflogen sein, um jetzt hier zu sein. Sie hatte sicherlich großen Hunger – was sich bestätigte, als der Schnabel nach dem Essen schnappte. Erneut schnitt Euphemia ein Stück ab, erneut fütterte sie damit die Eule, während sie selbst erst einmal beim Kaffee blieb. Kaffee half ihr beim Denken.<br />
<br />
Fleamont derweil hatte sich wieder dem Radio zugewendet, biss hier und da gedankenversunken von seinem Frühstück ab. Das Rauschen aus dem Radio veränderte immer wieder seine Farbe, je weiter er an den Knöpfen drehte. Euphemia wusste nicht, wonach er genau suchte, war sich aber sicher, dass sie es beide in dem Moment wüssten, in dem er es gefunden hätte. „Und was machen wir jetzt mit James?“<br />
<br />
Erneut nahm Euphemia einen großen, nachdenklichen Schluck und ließ sich nochmal nachschenken, bevor sie antwortete. „Ich hätte ja gute Lust, einen Ausflug nach Schottland zu unternehmen und ihm Bescheid zu stoßen. Es kann doch nicht angehen, dass er nichts Besseres weiß, als einen stinkenden alten Hut mit eigenwilligem Reimschema zu verzaubern, um seine Arbeit zu erledigen und das Herz einer jungen Frau zu erobern. Das kann doch nicht gut gehen!“<br />
<br />
„Er hat dir doch sicher geschrieben, dass du nicht selber kommen sollst“, gab Fleamont zurück ohne aufzusehen, ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen.<br />
<br />
„Ja, hat er. Weil Eltern für halbstarke Jungs schließlich immer nur peinlich sind, egal wie gut sie es meinen.“ Erneut schnalzte sie unverständig mit der Zunge und fütterte lieber der Eule noch etwas von ihrem Frühstück. „Eigentlich sollte er inzwischen ja alt genug sein, um alleine zu wissen, wie man mit Mädchen redet.“<br />
<br />
Fleamont sah zu Euphemia auf und sein Lächeln wurde breiter, wenn auch gleichzeitig sanfter. „Als würde es dir nicht gefallen, dass er dich um Rat fragt. Außerdem kann er denke ich ganz gut mit Mädchen reden, nur eben diesem einen Mädchen nicht.“<br />
<br />
„In Ordnung“, gab Euphemia mit einem leisen Seufzen zu und verdrehte leicht die Augen, „Natürlich finde ich es schön, dass er seine alte Mutter nicht ganz vergessen hat. Trotzdem… Wieso braucht er denn so ewig, meine zukünftige Schwiegertochter auch nur anzusprechen, hm?“<br />
<br />
„Erinnerst du dich noch, was Sirius erzählt hat? James war so lange untendurch bei ihr, dass es überhaupt ein Wunder ist, wenn sie ein Wort mit ihm wechselt. Sein Glück, dass sie jetzt zusammen Schulsprecher sind und reden müssen.“<br />
<br />
„Eben. Er hätte schon längst vor ihr zu Kreuze kriechen sollen. Das hätte eine so brillante junge Hexe wie Lily Evans allemal verdient.“<br />
<br />
„Mia“, seufzte Fleamont gutmütig, als aus dem Radio eine leise Melodie ertönte, die seinen besorgten Gesichtsausdruck zu einem begeisterten kleinen Lächeln dahinschmelzen ließ. Vorsichtig, als könnte er sie damit verscheuchen, drehte er lauter.<br />
<br />
Wahrscheinlich war es nicht das gewesen, was er gesucht hatte – aber es war noch besser! Natürlich erkannte Euphemia die Melodie sofort. Im Takt der Musik wiegend, stellte sie ihre Kaffeetasse ab und stand vom Küchentisch auf. „Das hast du doch mit Absicht gemacht, du alter Charmeur“, zwinkerte sie ihrem Mann schmunzelnd zu.<br />
<br />
Auch Fleamont ließ von dem Radio ab und stand auf. Breit lächelnd schüttelte er den Kopf, bevor er eine Verbeugung andeutete und Euphemia auffordernd seine Hand entgegen hielt.<br />
<br />
Sie ergriff sie und schmiegte sich in die Arme ihres Mannes, legte ihm die Hände auf die Schultern und ließ die Musik durch sich hindurch fließen. Es war eine wunderbar kitschige Swing-Nummer, die sie beide schon seit ihrem ersten gemeinsamen Tanz begleitete.<br />
<br />
„Wie lange ist das jetzt her, dass wir das erste Mal getanzt haben?“, murmelte sie versonnen vor sich hin, die Unfähigkeit ihres Sohnes für den Augenblick vergessen, „Viel zu lange und trotzdem weiß ich es noch, als wäre es gestern gewesen.“<br />
<br />
Sie konnte Fleamont gegen ihre Wange nicken spüren. „Ich weiß noch, wie sie die Musik lauter gedreht haben, um zu übertönen, dass draußen etwas passiert. Zum Glück sind alle Lehrer unversehrt wiedergekommen. Und ich weiß noch, wie du mich angesehen hast, als du mich zum Tanzen aufgefordert hast.“<br />
<br />
„Ach ja?“, lächelte sie und schenkte ihrem Mann genau denselben kokett-entschlossenen Augenaufschlag, den er damals von ihr bekommen hatte. Woraufhin Fleamont sie aus- und wieder in seine Umarmung eindrehte. Euphemia lachte glücklich: „Ich wusste eben damals schon sehr genau, was ich wollte.“<br />
<br />
„Ich weiß noch, die anderen Jungs haben dich alle für wahnsinnig erklärt, als du nicht mit Garrigan Ollivander zu diesem Ball wolltest und stattdessen lieber alleine dorthin bist.“<br />
<br />
„Du bist auch alleine hin. Das war alles, was ich als Anreiz gebraucht habe. Und sieh uns an, mein Plan ist perfekt aufgegangen.“ Sie berührte mit ihren Lippen federleicht die weiche Haut an seiner Ohrmuschel.<br />
<br />
Die schmachtende Stimme des Sängers schwoll mit dem Orchester an und der Regen gegen die Scheiben begleitete auf zauberhafte Weise das Schlagzeug. Ihre Hauselfe hatte in ihrer Arbeit ebenfalls innegehalten, drehte kleine Pirouetten und bewegte sich zur Musik. Selbst die Eule am Fenstersims hatte inzwischen ihr Handtuch abgeschüttelt und wiegte sich im Takt mit.<br />
<br />
Ein gutturales „Hmmm“ war aus Fleamonts Kehle zu vernehmen und für einen Moment schloss er die Augen, bevor er Euphemia ohne Vorwarnung dippte.<br />
<br />
Sie ließ sich weit nach hinten fallen, streckte ihren Rücken tief, sicher, dass ihr Mann sie festhielt. Sie lachte, glücklich über diese Erinnerung und über diesen spontanen Tanz. Darüber, wie verständnislos James und Sirius sie angesehen hätten, wären sie jetzt hier gewesen. Und darüber, dass sie Lily Evans ja vielleicht doch noch bald kennenlernen dürfte, nachdem sie all die Geschichten kannte.<br />
<br />
„Willst du James also raten, allein zu diesem Ball zu gehen?“ fragte Fleamont, als er sie wieder zu sich nach oben gezogen hatte und sie erneut zur Musik einen langsamen Kreis beschrieben.<br />
<br />
Euphemia schüttelte den Kopf. „Merlin bewahre! Lily Evans ist sicher ein sehr beliebtes Mädchen und wird so auch sicher mit einem charmanten Begleiter kommen. Nicht so charmant wie unser Sohn, aber das kann sie natürlich nicht wissen, wenn er sich in ihrer Gegenwart immer wie ein brunftiger Erumpent aufführt.“ Sie zwinkerte ihm zu, dann sah sie einen langen Moment zur Eule auf dem Fensterbrett, die Augen leicht zusammen gekniffen.<br />
<br />
„Mia, ich kenne diesen Blick“, lachte Fleamont in gespielt vorwurfsvollem Ton, „Solltest du trotz direkter Bitte unseres Sohnes, es nicht zu tun, nach Hogwarts apparieren wollen, werde ich dich hier und jetzt auf diesem Stuhl da festbinden.“<br />
<br />
Ein wenig sackten ihre Schultern, wenn auch eher aus Prinzip denn aus wirklicher Enttäuschung. Sie respektierte die Wünsche ihres Sohnes, immerhin war sie insgeheim überzeugt, zusammen mit ihrem Fleamont einen verantwortungsvollen und eigenständigen jungen Mann aufgezogen zu haben. „Keine Sorge, Monty. Ich werde nur einen Brief zurückschreiben und dann auf das Beste hoffen.“<br />
<br />
Der Song ging fließend in einen anderen über, eine beschwingte Beatles-Nummer, zu der sie sich versuchte vorzustellen, wie James endlich Lily zum Tanz aufforderte. Langsam löste Euphemia sich von Fleamont, ließ es sich aber nicht nehmen, ihn lang und innig zu küssen.<br />
<br />
Dann wandte sie sich wieder ihrer Kaffeetasse und ihrem Frühstück zu, während Fleamont das Radio leiser drehte…<br />
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<br />
<blockquote class="mycode_quote"><cite>Zitat:</cite>Liebster Sohn,<br />
<br />
über das, was auch immer du deinem guten Freund Peter angetan hast, sprechen wir nochmal. Jemanden zu Madam Pomfrey zu schicken, geht über jeden Spaß hinaus – auch wenn ich trotzdem hoffe, dass was auch immer es war mit dem notwendigen Flair ausgeführt wurde.<br />
<br />
Nun zu Lily Evans (und ja, ich weiß, es geht um Lily Evans – glaubst du wirklich, ich lasse mich von einem zusätzlichen L täuschen?): Vergiss den Sprechenden Hut! Und am besten hast du nie auch nur an so etwas wie Amortentia oder ähnliche dumme Helferlein gedacht! Oder ich verspreche dir, dass du dafür eher früher als später, aber spätestens bei der Abschlussfeier die Rache einer Mutter erleben wirst!!! Jedenfalls bin ich mit deinem Vater zusammen mehrere Pläne durchgegangen und wir sind gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass diesmal Ehrlichkeit weiter kommt als irgendeiner deiner großen Pläne. Immerhin rennt dir auch die Zeit davon. Also vielleicht solltest du dich am besten einfach fragen: Was würde Amitabh Bachchan tun? Was würde Rishi Kapoor tun?<br />
<br />
Lily Evans hat deine verdammt nochmal beste Seite verdient, keine halbgaren Reimkatastrophen von alten Hüten, die bereits tausende von Schülern auf dem Kopf hatten. Und nur weil sicherlich auch einige von ihnen Sleekeazy benutzt haben, heißt das nicht, dass sie alle frisch gewaschene Haare hatten. Aber ich schweife ab.<br />
<br />
Du wirst das alleine machen müssen und ich weiß, du schaffst das auch. Immerhin bist du unser Sohn und wir haben dich unter anderem zu einem Ehrenmann erzogen. Wenn es sein muss, geh vor Lily Evans auf die Knie und bettle, auch wenn dein Vater meint, das wäre jetzt vielleicht eher abschreckend. Aber als allererstes solltest du sie trotzdem um Verzeihung bitten.<br />
<br />
Natürlich wäre mir auch lieber, wenn du sie mit einem großen Strauß Rosen und einem Liebeslied umgarnst, aber ich weiß nunmal leider, dass mein Sohn vieles ist, aber eben kein Sänger.<br />
<br />
Bestelle Sirius bitte, dass er an sein Versprechen denken soll, dieses Jahr nicht beinahe von der Schule zu fliegen, sondern seinen Abschluss mit Bravour zu meistern, wie ich weiß, dass er es kann.<br />
<br />
Bestelle Remus bitte, dass er genug essen soll. Zur Sicherheit schicke ich gleich heute noch mit einer Posteule ein Päckchen mit richtigem Essen und natürlich Schokolade los.<br />
<br />
Bestelle Peter bitte eine gute Besserung und dass er besser auf sich aufpassen soll, wenn er mit euch Jungs unterwegs ist. Oh, und er soll seiner Mutter für das fantastische Kuchenrezept danken.<br />
<br />
Dein Vater lässt ebenfalls Grüße bestellen und dass es nicht das Ende der Welt ist, wenn sie nein sagt. Was natürlich gelogen ist, aber du weißt ja, wie er es meint.<br />
<br />
Deine dich liebende Mutter<br />
<br />
P.S.: Das nächste Mal schreibe bitte nicht so schwülstig, das steht dir nicht zu Gesicht. Ich bin sicher, Lily Evans wird es auch mögen, wenn du zum Punkt kommst.<br />
<br />
P.P.S.: Natürlich sind vier Pakete für euch unterwegs, sollte das nicht aus meinem vorangegangenen Brief zu entnehmen sein. Gib gerne Lily Evans etwas ab.<br />
<br />
P.P.P.S.: Sollten Lily und du neue Kleidung für den Ball brauchen, habe ich den Schneider in Hogsmeade bereits verständigt. Ihr müsstet nur noch bei ihm den Stoff auswählen.</blockquote>
<br />
<br />
Als James an diesem Abend vom Quidditch-Training kam, taten ihm sämtliche Glieder weh. Er wusste, er war mit den Gedanken ganz woanders gewesen. Bei Lily. Bei dem Brief an seine Mum. Bei Lily. Bei dem Schulball. Aber das war doch noch längst kein Grund für Sirius, ihm einen Klatscher nach dem anderen entgegen zu schleudern!<br />
<br />
Mit einem Seufzen ließ er sich Gesicht voraus auf die Couch des Gemeinschaftsraums fallen. Das Maunzen von Algernon, der es sich im nächsten Moment ausgerechnet auf seinem Rücken bequem machte, erwiderte er mit einem missmutigen kleinen Grummeln. Nur einen Moment einfach so liegenbleiben...<br />
<br />
„Oh hey, James“, riss ihn Remus‘ Stimme aus seinen Gedanken, „Deine Eule von gestern ist zurück.“<br />
<br />
Auf einen Schlag war James hellwach und wieder aufrecht, worüber Algernon sich fauchend echauffierte. „Hat sie einen Brief dabei?“<br />
<br />
Remus klang misstrauisch: „Wem hast du denn eigentlich geschrieben? Was war so wichtig, dass du bis spät nachts noch geschrieben hast?“<br />
<br />
„Nichts“, versicherte James hastig und war bereits selbst schon am Fenster, um dem Vogel den Brief von seiner Mum abzunehmen.<br />
<br />
Sein Gesicht verdüsterte sich beim Lesen, wurde nachdenklich. Wo bekäme er denn auf die Schnelle einen Turban her? Oder ein Motorrad, mit dem er Evans beeindrucken könnte? Stand sie überhaupt auf Motorräder? Und wie schwierig wäre es, ein Motorrad in den großen Saal von Hogwarts zu fahren?<br />
<br />
„Hey, Potter?“<br />
<br />
James sah auf und fand sich Lily Evans‘ tief smaragdgrünen Augen gegenüber wieder. Hastig knüllte er den Brief zusammen und versuchte Remus‘ Aufmerksamkeit zu erlangen, so dass er ihn vielleicht im Feuer vernichten könnte, um keine Spuren zu hinterlassen. Er setzte an, etwas zu erwidern, aber ein ‚Ich war’s nicht‘ wäre zu sehr Schuldeingeständnis und ansonsten war sein Kopf mit einem Mal beängstigend leer.<br />
<br />
„Hab ich dich etwa unterbrochen?“ fragte sie und ihr Blick ging fragend zu dem Pergament in seiner Hand.<br />
<br />
„NEIN! Nein, nein, alles… Was… Was kann ich für dich tun, Evans?“, fand er seine Stimme wieder und gab es auf, Remus mit den Augen irgendetwas signalisieren zu wollen.<br />
<br />
„Oh, sehr gut. Ich wollte dich nämlich fragen, ob wir nicht gemeinsam zum Schulball nächste Woche gehen wollen?“ Sie lächelte leicht, auch wenn sie seinem Blick nicht begegnete in diesem Moment. War das ein Witz? Ein Scherz, damit er…? Nein. Er wusste, Lily war verdammt clever, was er sehr an ihr liebte, aber sie wäre nicht so fies, bestimmt nicht. Hatte Remus vielleicht…? Und hatte er überhaupt richtig gehört? Lily war hier, stand direkt vor ihm, auch nachdem er ein paarmal geblinzelt hatte. Und sie wirkte… ungeduldig?<br />
<br />
„Ähm. Jetzt wo du es sagst… Klar. Sehr gern. Auf jeden Fall. Bin dabei“, versicherte er hastig, so dass sie das, was er da zu hören gemeint hatte, gar nicht mehr zurücknehmen könnte.<br />
<br />
„Gut“, lächelte sie breit, „Kommst du mit mir die Aufsichtsrunde machen?“<br />
<br />
„Sekunde!“ James sprintete hinüber zum Kamin, warf den Brief hinein und zündete ihn mit einem gut platzierten Feuerzauber lichterloh an. Dann sprintete er wieder zurück zu Lily und hakte sie kurzerhand bei sich unter. „Scheiß auf Rishi Kapoor!“<br />
<br />
„Okay, was auch immer das jetzt heißen soll.“<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">ENDE</span></div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Gryffindor 10 Points - Teil 1/1]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-56.html</link>
			<pubDate>Tue, 05 May 2020 11:20:13 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=5">Estefania</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-56.html</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="color: #3f3f3f;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N</span></span></span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">Und noch ein kleines Drabble für zwischendurch. Yay! Ich habe die 100 geschafft.</div>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gryffindor 10 Points</span></span></div>
<br />
„5 Punkte Abzug für Gryffindor! Für jeden von Ihnen!“<br />
<br />
McGonagalls Stimme ließ die beiden zusammenzucken. Erwischt!  In der Eulerei. Der Aufenthalt hier wäre wohl unter anderen Umständen kein Problem gewesen. Allerdings hatten sie die Eulerei nicht aufgesucht, um Briefe zu versenden. Obwohl hier durchaus ein Brief – oder vielmehr ein Zettel – eine Rolle spielte:<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">‚Eine Stunde vor dem Spiel in der Eulerei‘ </div>
<br />
Dieser Zettel steckte zwischen den Seiten eines am Boden liegenden Schulbuches. „Die holt Ihr beim Spiel locker wieder rein“, hauchte sie ihm ins Ohr, bevor sich Lily mit hochrotem Kopf, ihre Bluse zuknöpfend an McGonagall vorbei schob.<br />
<br />
James grinste.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="color: #3f3f3f;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N</span></span></span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">Und noch ein kleines Drabble für zwischendurch. Yay! Ich habe die 100 geschafft.</div>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Gryffindor 10 Points</span></span></div>
<br />
„5 Punkte Abzug für Gryffindor! Für jeden von Ihnen!“<br />
<br />
McGonagalls Stimme ließ die beiden zusammenzucken. Erwischt!  In der Eulerei. Der Aufenthalt hier wäre wohl unter anderen Umständen kein Problem gewesen. Allerdings hatten sie die Eulerei nicht aufgesucht, um Briefe zu versenden. Obwohl hier durchaus ein Brief – oder vielmehr ein Zettel – eine Rolle spielte:<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align">‚Eine Stunde vor dem Spiel in der Eulerei‘ </div>
<br />
Dieser Zettel steckte zwischen den Seiten eines am Boden liegenden Schulbuches. „Die holt Ihr beim Spiel locker wieder rein“, hauchte sie ihm ins Ohr, bevor sich Lily mit hochrotem Kopf, ihre Bluse zuknöpfend an McGonagall vorbei schob.<br />
<br />
James grinste.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Spukgeschichten - Teil 1/2]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-53.html</link>
			<pubDate>Sun, 03 May 2020 17:37:44 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=5">Estefania</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-53.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="color: #3f3f3f;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N</span></span></span><br />
Ich habe ein kürzeres Drabble versucht. Hat nicht geklappt. 400 scheint meine Zahl zu sein. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/biggrin.png" alt="Big Grin" title="Big Grin" class="smilie smilie_4" /> Ich hoffe, es gefällt:<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Spukgeschichten</span></span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">„Ach komm schon. Das glaubst Du doch nicht wirklich“.</div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">Lily fischte ein Toffee aus der Tüte, welche sie soeben im Honigtopf erstanden hatte und hielt sie ihrer Freundin entgegen. „Natürlich glaube ich das. Es ist die heulende Hütte. Darin spukt es“. Lily verdrehte beide Augen und machte sich dann zielstrebig auf den Weg. „Na dann lass es uns herausfinden“. Noch ehe Marlene etwas erwidern konnte, wurde sie auch schon mitgezogen und schneller als ihr lieb war, standen sie vor besagtem Bauwerk und starrten es an. „Nur eine Hütte“, beharrte Lily und schon hatte sie die Tür aufgestoßen, die gleich darauf quietschend über den Holzboden schabte.</div>
 <br />
Marlene, abermals einfach mitgezogen, betrat nach ihrer Freundin die Hütte und sah sich um. „Da“, flüsterte sie aufgeregt. Etwas weiter hinten war ein Lichtschein zu erkennen. Das „Hallo“, welches Lily soeben hinüberrufen wollte, wurde augenblicklich von der Hand ihrer Freundin erstickt. Das konnte die Rothaarige allerdings nicht davon abhalten, weiter in die Hütte hinein zu gehen. Zu hören war fast nichts. Nur ein Flüstern. *Nur ein paar Jungs, die sich einen Spaß erlauben. Nichts weiter*, schoss es Lily durch den Kopf.<br />
 <br />
Doch dann erkannten die Mädchen etwas. Einen Schatten, der sich bewegte und auf sie zukam. „Da“, machte die aufgeregte Marlene auf ein paar Pfoten aufmerksam. Lily grinste über‘s ganze Gesicht. „Das ist nur ein Hund“. Das Grinsen wurde etwas schmäler. „Ein sehr großer Hund“. Marlene schluckte und trat einen Schritt zurück. „Ein Hund mit Geweih“. Auch Lily wich vorsichtshalber zurück, als hinter ihr plötzlich ein klägliches Quieken begann. Direkt an ihren Füßen. Marlene’s schriller Schrei ertönte und gleich darauf Lily’s, die vor Schreck die Tüte mit den Toffees fallen ließ und schon rannten beide, so schnell sie ihre Füße trugen, wieder aus der Hütte hinaus und blieben erst wieder stehen, als sie sich in sicherer Entfernung wieder in den Gassen von Hogsmeade befanden.<br />
 <br />
Völlig außer Atem standen sich die Freundinnen gegenüber, sahen sich an und mussten lauthals über ihre eigene Schreckhaftigkeit loslachen, als drei Jungs sich ihnen näherten. „Guten Tag, die Damen“, grüßte Potter die beiden überaus freundlich. Rechts neben ihm Peter, sich mit unglücklichem Gesicht den Hintern reibend, links daneben Sirius, der sich eine handvoll Toffees genehmigte. „Ihr seht so blass aus. Alles in Ordnung?“, erkundigte sich James mit besorgtem Gesichtsausdruck. „Ja. Als hättet Ihr einen Geist gesehen“, warf Sirius hinterher und hielt in großzügiger Geste den Mädchen die Tüte hin. „Auch eins?“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="color: #3f3f3f;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N</span></span></span><br />
Ich habe ein kürzeres Drabble versucht. Hat nicht geklappt. 400 scheint meine Zahl zu sein. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/biggrin.png" alt="Big Grin" title="Big Grin" class="smilie smilie_4" /> Ich hoffe, es gefällt:<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Spukgeschichten</span></span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">„Ach komm schon. Das glaubst Du doch nicht wirklich“.</div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align">Lily fischte ein Toffee aus der Tüte, welche sie soeben im Honigtopf erstanden hatte und hielt sie ihrer Freundin entgegen. „Natürlich glaube ich das. Es ist die heulende Hütte. Darin spukt es“. Lily verdrehte beide Augen und machte sich dann zielstrebig auf den Weg. „Na dann lass es uns herausfinden“. Noch ehe Marlene etwas erwidern konnte, wurde sie auch schon mitgezogen und schneller als ihr lieb war, standen sie vor besagtem Bauwerk und starrten es an. „Nur eine Hütte“, beharrte Lily und schon hatte sie die Tür aufgestoßen, die gleich darauf quietschend über den Holzboden schabte.</div>
 <br />
Marlene, abermals einfach mitgezogen, betrat nach ihrer Freundin die Hütte und sah sich um. „Da“, flüsterte sie aufgeregt. Etwas weiter hinten war ein Lichtschein zu erkennen. Das „Hallo“, welches Lily soeben hinüberrufen wollte, wurde augenblicklich von der Hand ihrer Freundin erstickt. Das konnte die Rothaarige allerdings nicht davon abhalten, weiter in die Hütte hinein zu gehen. Zu hören war fast nichts. Nur ein Flüstern. *Nur ein paar Jungs, die sich einen Spaß erlauben. Nichts weiter*, schoss es Lily durch den Kopf.<br />
 <br />
Doch dann erkannten die Mädchen etwas. Einen Schatten, der sich bewegte und auf sie zukam. „Da“, machte die aufgeregte Marlene auf ein paar Pfoten aufmerksam. Lily grinste über‘s ganze Gesicht. „Das ist nur ein Hund“. Das Grinsen wurde etwas schmäler. „Ein sehr großer Hund“. Marlene schluckte und trat einen Schritt zurück. „Ein Hund mit Geweih“. Auch Lily wich vorsichtshalber zurück, als hinter ihr plötzlich ein klägliches Quieken begann. Direkt an ihren Füßen. Marlene’s schriller Schrei ertönte und gleich darauf Lily’s, die vor Schreck die Tüte mit den Toffees fallen ließ und schon rannten beide, so schnell sie ihre Füße trugen, wieder aus der Hütte hinaus und blieben erst wieder stehen, als sie sich in sicherer Entfernung wieder in den Gassen von Hogsmeade befanden.<br />
 <br />
Völlig außer Atem standen sich die Freundinnen gegenüber, sahen sich an und mussten lauthals über ihre eigene Schreckhaftigkeit loslachen, als drei Jungs sich ihnen näherten. „Guten Tag, die Damen“, grüßte Potter die beiden überaus freundlich. Rechts neben ihm Peter, sich mit unglücklichem Gesicht den Hintern reibend, links daneben Sirius, der sich eine handvoll Toffees genehmigte. „Ihr seht so blass aus. Alles in Ordnung?“, erkundigte sich James mit besorgtem Gesichtsausdruck. „Ja. Als hättet Ihr einen Geist gesehen“, warf Sirius hinterher und hielt in großzügiger Geste den Mädchen die Tüte hin. „Auch eins?“]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[I can see clearly now]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-52.html</link>
			<pubDate>Sun, 03 May 2020 12:45:29 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=5">Estefania</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-52.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="color: #3f3f3f;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N</span></span></span><br />
Dann will ich auch mal mein erstes Drabble posten. Ich habe in der Challenge den Titel "I can see clearly now" entdeckt und wusste sofort, was da zu tippen ist.  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /><br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">I can see clearly now</span></span></div>
Es war nun wirklich keine Besonderheit mehr, sich mit ihm zu streiten. Wie konnte man auch nicht ständig mit jemandem streiten, der sich jeden Tag aufs Neue wie der redensartliche Elefant im Porzellanladen verhielt und mit jedem seiner Schritte ihr Herz ein klein wenig mehr zertrampelte. Obwohl er sich eigentlich in der Schule gar nicht so schlecht anstellte, könnte man außerhalb des Unterrichts oft meinen, man hätte es mit dem dümmsten Menschen in ganz England zu tun, wenn man ihm begegnete. Und das Schlimmste daran war: Er merkte nicht, wie sehr er sie verletzte. Und das – wenn Lily ehrlich war – nagte an ihr noch viel mehr als dieser uneinsichtige Trottel, der ständig mit seinen Kumpels umher zog und mit Vorliebe ganz Hogwarts unsicher machte.<br />
<br />
Und jetzt hatte er es geschafft, Lily’s inzwischen sehr dünn gewordenen Geduldsfaden endgültig zum Zerreißen zu bringen. Sie war allein in den Gängen unterwegs gewesen, als er mit seinem besten Kumpel plötzlich vor ihr stand. Lily hatte sich einen missbilligenden Kommentar nicht verkneifen können, ein Wort folgte auf das andere und schließlich hatte er das geschafft, was wohl schon länger überfällig war. Worte konnten verletzender sein als die schlimmsten Flüche und so wurden ihre Augen von einem Schleier aus Enttäuschung, Wut und Schmerz überschattet, bevor sie ihre Ausgabe von „Zaubertränke für Fortgeschrittene“ fester gegen die Brust drückte und laufenden Schrittes davon eilte, um ihren beiden Mitschülern nicht die Genugtuung gönnen zu müssen, die Tränen zu sehen, die ihr innerhalb weniger Wimpernschläge über die Wangen rannen.<br />
<br />
Im Vorbeilaufen spürte sie, wie ihre Schulter mit jemandem kollidierte, kümmerte sich aber nicht weiter darum, verschwand hinter der nächsten Ecke, lehnte sich dort gegen das kalte Mauerwerk und hörte die höhnende Stimme: „Der hast Du es gezeigt“. Gelächter folgte und dann: „Spuck Schnecken, Snivellus!“<br />
<br />
Mit tränenfeuchtem Gesicht lugte Lily vorsichtig um die Ecke und erkannte den Jungen, zu dem die Stimme gehörte: Potter! Und während Severus, beide Hände fest gegen den Mund gedrückt, davoneilte, verzog sich auch sein bester Freund. Wo Potter war, war Black nicht weit und er wollte sich offensichtlich nicht allein gegen beide stellen.<br />
<br />
Für den Bruchteil einer Sekunde huschte ein Lächeln über ihre Lippen. Potter hatte den Streit mitbekommen und sie verteidigt. Lily’s Züge wurden wieder ernster. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Schlammblut … </span>Diese Beschimpfung Snape’s hallte immer noch in ihrem Kopf wider. Und sie musste sich eingestehen: James hatte Recht gehabt. Er hatte es gewusst. Die ganze Zeit …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="color: #3f3f3f;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">A/N</span></span></span><br />
Dann will ich auch mal mein erstes Drabble posten. Ich habe in der Challenge den Titel "I can see clearly now" entdeckt und wusste sofort, was da zu tippen ist.  <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /><br />
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<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">I can see clearly now</span></span></div>
Es war nun wirklich keine Besonderheit mehr, sich mit ihm zu streiten. Wie konnte man auch nicht ständig mit jemandem streiten, der sich jeden Tag aufs Neue wie der redensartliche Elefant im Porzellanladen verhielt und mit jedem seiner Schritte ihr Herz ein klein wenig mehr zertrampelte. Obwohl er sich eigentlich in der Schule gar nicht so schlecht anstellte, könnte man außerhalb des Unterrichts oft meinen, man hätte es mit dem dümmsten Menschen in ganz England zu tun, wenn man ihm begegnete. Und das Schlimmste daran war: Er merkte nicht, wie sehr er sie verletzte. Und das – wenn Lily ehrlich war – nagte an ihr noch viel mehr als dieser uneinsichtige Trottel, der ständig mit seinen Kumpels umher zog und mit Vorliebe ganz Hogwarts unsicher machte.<br />
<br />
Und jetzt hatte er es geschafft, Lily’s inzwischen sehr dünn gewordenen Geduldsfaden endgültig zum Zerreißen zu bringen. Sie war allein in den Gängen unterwegs gewesen, als er mit seinem besten Kumpel plötzlich vor ihr stand. Lily hatte sich einen missbilligenden Kommentar nicht verkneifen können, ein Wort folgte auf das andere und schließlich hatte er das geschafft, was wohl schon länger überfällig war. Worte konnten verletzender sein als die schlimmsten Flüche und so wurden ihre Augen von einem Schleier aus Enttäuschung, Wut und Schmerz überschattet, bevor sie ihre Ausgabe von „Zaubertränke für Fortgeschrittene“ fester gegen die Brust drückte und laufenden Schrittes davon eilte, um ihren beiden Mitschülern nicht die Genugtuung gönnen zu müssen, die Tränen zu sehen, die ihr innerhalb weniger Wimpernschläge über die Wangen rannen.<br />
<br />
Im Vorbeilaufen spürte sie, wie ihre Schulter mit jemandem kollidierte, kümmerte sich aber nicht weiter darum, verschwand hinter der nächsten Ecke, lehnte sich dort gegen das kalte Mauerwerk und hörte die höhnende Stimme: „Der hast Du es gezeigt“. Gelächter folgte und dann: „Spuck Schnecken, Snivellus!“<br />
<br />
Mit tränenfeuchtem Gesicht lugte Lily vorsichtig um die Ecke und erkannte den Jungen, zu dem die Stimme gehörte: Potter! Und während Severus, beide Hände fest gegen den Mund gedrückt, davoneilte, verzog sich auch sein bester Freund. Wo Potter war, war Black nicht weit und er wollte sich offensichtlich nicht allein gegen beide stellen.<br />
<br />
Für den Bruchteil einer Sekunde huschte ein Lächeln über ihre Lippen. Potter hatte den Streit mitbekommen und sie verteidigt. Lily’s Züge wurden wieder ernster. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Schlammblut … </span>Diese Beschimpfung Snape’s hallte immer noch in ihrem Kopf wider. Und sie musste sich eingestehen: James hatte Recht gehabt. Er hatte es gewusst. Die ganze Zeit …]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mirror Mirror (Teil 1/1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-48.html</link>
			<pubDate>Wed, 18 Mar 2020 19:07:17 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-48.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">A/N: Double-Drabble entstanden im Rahmen der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=39" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Spring Is In The Air</a> Challenge zum Begriff <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">10. Sonne – Rammstein</span>. Enjoy. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span><br />
<br />
<br />
Das letzte Spiel der Saison. Für Gryffindor ging es um nichts mehr, für ihren Gegner Slytherin um den Haus-Cup. Zu dumm, dass es endlich schönes Wetter hatte, selbst hier in Schottland.<br />
<br />
Keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen und die langen Quidditch-Roben waren bereits nach zwei Minuten Spielzeit unangenehm verschwitzt. James hatte seine Schutzbrille mit Sonnenbrillengläsern versehen, was gleichzeitig nützlich war und absolut cool aussah.<br />
<br />
Nützlich deshalb, weil er damit alles gut sehen konnte. Weil er damit den Quaffel sicher aus der Luft pflückte und durch einen der Ringe jagte. Nicht so wie die Slytherins, deren Augen zu Schlitzen verengt waren und die immer wieder beinahe miteinander kollidierten.<br />
<br />
Ein kurzes Aufblitzen im Augenwinkel ließ James breit grinsen. Sie hatten es nicht nötig, aber es galt, eine Lektion zu erteilen. Sirius hatte in seinen Roben einen kleinen Spiegel ins Spiel geschmuggelt – einen von vieren. Immer wieder fing er damit das gleißende Sonnenlicht ein, um bevorzugt Mulciber oder Avery damit zu blenden.<br />
<br />
Ein dumpfes Klatschen und ein Bludger sauste auf zweiteren zu. Die Kugel traf, bevor Avery sie überhaupt sah.<br />
<br />
Manchmal brauchte man keinen Hex, sondern eben einfach nur ein sonniges Gemüt, eine offene Rechnung, ein paar Marauders und einen Taschenspiegel.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">A/N: Double-Drabble entstanden im Rahmen der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=39" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Spring Is In The Air</a> Challenge zum Begriff <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">10. Sonne – Rammstein</span>. Enjoy. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span><br />
<br />
<br />
Das letzte Spiel der Saison. Für Gryffindor ging es um nichts mehr, für ihren Gegner Slytherin um den Haus-Cup. Zu dumm, dass es endlich schönes Wetter hatte, selbst hier in Schottland.<br />
<br />
Keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen und die langen Quidditch-Roben waren bereits nach zwei Minuten Spielzeit unangenehm verschwitzt. James hatte seine Schutzbrille mit Sonnenbrillengläsern versehen, was gleichzeitig nützlich war und absolut cool aussah.<br />
<br />
Nützlich deshalb, weil er damit alles gut sehen konnte. Weil er damit den Quaffel sicher aus der Luft pflückte und durch einen der Ringe jagte. Nicht so wie die Slytherins, deren Augen zu Schlitzen verengt waren und die immer wieder beinahe miteinander kollidierten.<br />
<br />
Ein kurzes Aufblitzen im Augenwinkel ließ James breit grinsen. Sie hatten es nicht nötig, aber es galt, eine Lektion zu erteilen. Sirius hatte in seinen Roben einen kleinen Spiegel ins Spiel geschmuggelt – einen von vieren. Immer wieder fing er damit das gleißende Sonnenlicht ein, um bevorzugt Mulciber oder Avery damit zu blenden.<br />
<br />
Ein dumpfes Klatschen und ein Bludger sauste auf zweiteren zu. Die Kugel traf, bevor Avery sie überhaupt sah.<br />
<br />
Manchmal brauchte man keinen Hex, sondern eben einfach nur ein sonniges Gemüt, eine offene Rechnung, ein paar Marauders und einen Taschenspiegel.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Tag am See (Teil 1/1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-47.html</link>
			<pubDate>Wed, 18 Mar 2020 19:05:24 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://wecanbeheroes.de/thread-47.html</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">A/N: Double-Drabble entstanden im Rahmen der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=39" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Spring Is In The Air</a> Challenge zum Begriff <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">19. Soak Up The Sun – Sheryl Crow</span>. Enjoy. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span><br />
<br />
<br />
„Mmmmmmh“, schnurrte James, sein Kopf in Lilys Schoß abgelegt und die Augen geschlossen. Er streckte sich etwas, räkelte sich in der Sonne; sie konnte nicht umhin, ihren Blick seinen nackten Oberkörper entlang wandern zu lassen. Seinen noch etwas blassen aber trainierten nackten Oberkörper. Bis zu seinen bunt gemusterten Schwimmshorts, mit deren Zugband ihre Finger gedankenverloren spielten.<br />
<br />
Sie alle hatten es sich am Ufer des Sees gemütlich gemacht. Dorcas, Alice, Frank und Peter spielten Frisbee. Mary und Kingsley lasen. Marlene, Remus und Sirius plantschten im Wasser. Bis…<br />
<br />
Lily legte ihren Kopf schief und beobachtete, ein breites Lächeln auf den Lippen. Unter wildem Spritzen lief Marlene auf sie zu und rettete sich lachend an Land, während die beiden Jungs im Wasser sich weiter gegenseitig bespritzten und untertauchten.<br />
<br />
„Schön zu sehen, dass Black sich nicht zu cool ist. Und ich glaub, ich hab Remus noch selten so viel lachen sehen.“ Marlene schüttelte ihre nassen Haare aus, hinterließ eisige Spritzer auf Lilys Haut, bevor sie sich dazu setzte.<br />
<br />
Lily nickte, meinte noch die beiden Jungs eng umschlungen auftauchen zu sehen… Als sanfte Finger ihre Seite entlang strichen und ihr Blick zurück zu James‘ amüsiert-verliebtem Blick auf ihr ging. „Evans, du hast ja eine Gänsehaut.“]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">A/N: Double-Drabble entstanden im Rahmen der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=39" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Spring Is In The Air</a> Challenge zum Begriff <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">19. Soak Up The Sun – Sheryl Crow</span>. Enjoy. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span><br />
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<br />
„Mmmmmmh“, schnurrte James, sein Kopf in Lilys Schoß abgelegt und die Augen geschlossen. Er streckte sich etwas, räkelte sich in der Sonne; sie konnte nicht umhin, ihren Blick seinen nackten Oberkörper entlang wandern zu lassen. Seinen noch etwas blassen aber trainierten nackten Oberkörper. Bis zu seinen bunt gemusterten Schwimmshorts, mit deren Zugband ihre Finger gedankenverloren spielten.<br />
<br />
Sie alle hatten es sich am Ufer des Sees gemütlich gemacht. Dorcas, Alice, Frank und Peter spielten Frisbee. Mary und Kingsley lasen. Marlene, Remus und Sirius plantschten im Wasser. Bis…<br />
<br />
Lily legte ihren Kopf schief und beobachtete, ein breites Lächeln auf den Lippen. Unter wildem Spritzen lief Marlene auf sie zu und rettete sich lachend an Land, während die beiden Jungs im Wasser sich weiter gegenseitig bespritzten und untertauchten.<br />
<br />
„Schön zu sehen, dass Black sich nicht zu cool ist. Und ich glaub, ich hab Remus noch selten so viel lachen sehen.“ Marlene schüttelte ihre nassen Haare aus, hinterließ eisige Spritzer auf Lilys Haut, bevor sie sich dazu setzte.<br />
<br />
Lily nickte, meinte noch die beiden Jungs eng umschlungen auftauchen zu sehen… Als sanfte Finger ihre Seite entlang strichen und ihr Blick zurück zu James‘ amüsiert-verliebtem Blick auf ihr ging. „Evans, du hast ja eine Gänsehaut.“]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Smile Like A Girlboss! (Teil 1/1)]]></title>
			<link>https://wecanbeheroes.de/thread-46.html</link>
			<pubDate>Sun, 15 Mar 2020 17:06:58 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://wecanbeheroes.de/member.php?action=profile&uid=2">tenten31</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">A/N: Double-Drabble entstanden im Rahmen der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=39" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Spring Is In The Air</a> Challenge zum Begriff <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">20. Smile – Uncle Kracker</span>. Enjoy. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span><br />
<br />
<br />
„Du solltest mehr lächeln. Dann würden sicher mehr Jungs auf dich stehen“, blökte Black irritiert, verdrehte die Augen und wandte sich wieder seinem tragischen russischen Roman zu. Den Schubser von Potter neben sich quittierte er mit einem ebenso harten Stoß und hätte nicht Professor McGonnagall in diesem Moment das Klassenzimmer betreten, hätte bestimmt früher oder später einer den anderen vom Stuhl geschubst.<br />
<br />
Lily hätte nur allzu gerne noch etwas zu diesem so wunderbar unkonstruktiven Kommentar erwidert, aber musste es fürs erste bei einem vielsagenden Blick zu Marlene und einem Schulterzucken belassen.<br />
<br />
Sie hatte diesen Spruch schon so oft gehört. Von ihrer Mutter. Von ihrer Schwester. Von Freundinnen, mit denen sie inzwischen zerstritten war. Immer sollte sie mehr lächeln und alles wäre so viel einfacher und besser für sie. Oder wenn sie artig war, still und zurückhaltend.<br />
<br />
Aber was, wenn sie keine Lust hatte zu lächeln? Wenn sie jedes Recht hatte, sich nicht zurückzuhalten, laut zu werden? Jungs wurde nie gesagt, dass sie mehr lächeln sollten. Jungs durften immer laut sein. Jungs bekamen damit auch meistens das, was sie wollten. Lily konnte auf Jungs wie Black verzichten.<br />
<br />
Ob sie Alihotsy so zubereiten konnte, dass Black lächelte, bis ihm das Gesicht wehtat?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">A/N: Double-Drabble entstanden im Rahmen der <a href="https://wecanbeheroes.de/showthread.php?tid=39" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Spring Is In The Air</a> Challenge zum Begriff <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">20. Smile – Uncle Kracker</span>. Enjoy. <img src="https://wecanbeheroes.de/images/smilies/smile.png" alt="Smile" title="Smile" class="smilie smilie_1" /></span><br />
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„Du solltest mehr lächeln. Dann würden sicher mehr Jungs auf dich stehen“, blökte Black irritiert, verdrehte die Augen und wandte sich wieder seinem tragischen russischen Roman zu. Den Schubser von Potter neben sich quittierte er mit einem ebenso harten Stoß und hätte nicht Professor McGonnagall in diesem Moment das Klassenzimmer betreten, hätte bestimmt früher oder später einer den anderen vom Stuhl geschubst.<br />
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Lily hätte nur allzu gerne noch etwas zu diesem so wunderbar unkonstruktiven Kommentar erwidert, aber musste es fürs erste bei einem vielsagenden Blick zu Marlene und einem Schulterzucken belassen.<br />
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Sie hatte diesen Spruch schon so oft gehört. Von ihrer Mutter. Von ihrer Schwester. Von Freundinnen, mit denen sie inzwischen zerstritten war. Immer sollte sie mehr lächeln und alles wäre so viel einfacher und besser für sie. Oder wenn sie artig war, still und zurückhaltend.<br />
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Aber was, wenn sie keine Lust hatte zu lächeln? Wenn sie jedes Recht hatte, sich nicht zurückzuhalten, laut zu werden? Jungs wurde nie gesagt, dass sie mehr lächeln sollten. Jungs durften immer laut sein. Jungs bekamen damit auch meistens das, was sie wollten. Lily konnte auf Jungs wie Black verzichten.<br />
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Ob sie Alihotsy so zubereiten konnte, dass Black lächelte, bis ihm das Gesicht wehtat?]]></content:encoded>
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